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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Und wenn dieser Faden nicht zu einer vollkommenen Farce verkommen soll, muss irgendjemand klipp und klar beantworten, wie und warum sich Menschen überhaupt schuldig machen.

Dafür gibt es viele Gründe. Diese wurden auch in diesem Faden ausführlich erörtert. Aber nach so vielen Seiten mit vielen Abschweifungen zu anderen Themen verstehe ich, dass die Gründe in Vergessenheit geraten.

Allgemein rufe ich daher in Erinnerung:

Schuld entsteht durch fehlerhaftes Handeln im Sinne von "nicht gewusst" oder durch bewusste und gewollte Überschreitungen von juristischen oder moralischen oder ethischen Richtlinien. Wobei zu erwähnen ist, dass Unterlassung auch wie schuldhaftes Handeln zu werten ist.

Menschen sind im Grunde recht einfach gestrickt:

Gebe ihnen ein gutes Leben, oder zumindest eines, welches größter Belastungen entbehrt, und sie sind damit zufrieden oder sogar glücklich.

Bei manchen Menschen funktioniert das so, bei anderen nicht.

Das hat aber im Grundsatz wenig mit schuldhaftem Handeln zu tun. Lediglich fällt bei einem Leben "ohne größere Belastungen" ein Grund schuldhaft zu handeln weg. Dafür kommen andere mögliche Gründe hinzu.



Das große Problem in diesem Faden ist, dass zwar die Schuld einigermaßen erörtert wird, aber die Unschuld nicht.

Und das ist aus meiner Sicht ein großer Fehler.

Kleiner Hinweis: Oben hast Du reklamiert, dass über Gründe, warum sich Menschen schuldig machen, nicht ausreichend erörtert wurde.

Wenn wir z.B. anführen, dass jemand schuldhaft einen Verkehrsunfall verursacht, weil er regelwidrig zu schnell fuhr, dann ergibt sich seine Unschuld in diesem Punkt, wenn er langsam und entsprechend der Verkehrssituation umsichtig fuhr. Insofern sprechen wir indirekt immer über Unschuld, wenn wir über Schuld reden.

Aber wenn Dir der Punkt "Unschuld" nicht genügend erörtert wurde, dann schreibe doch, was aus Deiner Sicht dazu zu sagen ist.
 
Ein Kind bzw Baby ist unschuldig, oder?

Wenn wir davon ausgehen, dass ein Kind bzw. Baby unschuldig ist, ist Schuld etwas, was man lernt, oder?

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Wie würdest du einem Kind erklären, was Schuld ist und was nicht?
 
Ein Kind bzw Baby ist unschuldig, oder?

Wenn wir davon ausgehen, dass ein Kind bzw. Baby unschuldig ist, ist Schuld etwas, was man lernt, oder?

Du bist auf eine interessante Formulierung gestoßen = Schuld ist etwas, was man lernt.

Mir fällt dazu ein: Kinder lernen mit zunehmenden Jahren, wie man Gebote und Verbote umgehen kann. Da ihnen die Folgen i.d.R. nicht klar sind, erhoffen sie sich einen Vorteil "ohne negative Konsequenzen". Und so lernen sie....


Wie würdest du einem Kind erklären, was Schuld ist und was nicht?

Es hängt vom Alter ab. Neulich hatte ich Umgang mit einem ca. 3 jährigen Jungen. Ich wollte mit ihm rausgehen. Er wollte sich aber nicht die Schuhe anziehen lassen. Da sagte ich ihm: "...dann können wir auch nicht rausgehen." Das hat der kleine Mann verstanden und lies sich die Schuhe bereitwillig anziehen.

Das kindgerechte, nachvollziehbare Herausstellen von Ursache und Wirkung ist in meinen Augen hilfreich und wichtig.

Im Zweifelsfall: Ich gucke grimmig oder enttäuscht. Das kann bei Kindern auch schon mal helfen.

Den Begriff Schuld werde ich zumindest bei kleinen Kindern nicht verwenden.
 
Das ist interessant. Es heißt also, dass du den Begriff Schuld nur gegen Erwachsene anwendest?

Den Begriff wende ich nicht gegen jemanden an. Erkenntnis von Schuld ist eine Hilfestellung, seine Denkrichtung und sein Handeln neu auszurichten auf Aktivitäten, die keine negativen Konsequenzen haben.

Und je älter Kinder werden, verstehen sie auch immer besser. So denke ich, können auch z.B. schon 12 jährige schon verstehen, was der Vor- oder Nachteil ihrer Handlung liegen kann.
 
Ja, würde ich auch so sehen. Nur würde ich meinen, dass die Fehler mancher mehr wiegen können, als die anderer. Maßgeblich, weil bei manchen Fehlern mehr Menschen betroffen sind und/oder größerer Schaden entsteht.


Das ist im Prinzip richtig. Aber wenn Du versuchst, lediglich nur ein gesprochenes Wort zurückzuholen, weil es Schaden anrichtet, dann merkst Du, wie schwer das ist - unmöglich.

Also das kleinste böse Wort überfordert bereits unsere Möglichkeiten. Es wiegt zu schwer.
 
Das ist im Prinzip richtig. Aber wenn Du versuchst, lediglich nur ein gesprochenes Wort zurückzuholen, weil es Schaden anrichtet, dann merkst Du, wie schwer das ist - unmöglich.

Also das kleinste böse Wort überfordert bereits unsere Möglichkeiten. Es wiegt zu schwer.

Ja, guter Punkt: Das Prinzip.

Lasse es mich etwas elaborieren: Alles eine Frage des Prinzips.

Ein Wort lässt sich nicht einfach zurückholen, und manchmal hat man den Eindruck, dass Wörter töten können. Umso mehr ist das so, wenn man kein dickes Fell hat bzw. bekommen hat.

Dünnhäutigkeit oder Dickhäutigkeit sind natürlich nicht das Einzige, was zu berücksichtigen ist. Manchmal drückt sich jemand auch vollkommen missverständlich aus, oder jemand versteht sein Gegenüber einfach nicht. Vielleicht liegt der Fehler aber auch gar nicht im Wort, sondern bereits in den Gefühlen und/oder Gedanken, gar in der Einstellung gegenüber dem/den Menschen oder dem Leben, welche natürlich nicht nur Wörter, sondern auch Handlungen nach sich zieht.

Wer nicht lebt, nicht existiert, nicht geboren wurde, macht auch keine Fehler. Klar.

Wer lebt, macht auch Fehler. Wie es so schön heißt: "Wer keine Fehler macht, macht in der Regel nichts." Wie dem auch sei, man sollte Fehler auf möglichst geringem Niveau halten, in Anzahl, aber insbesondere in der Intensität. Mancher Fehler oder Schaden lässt sich tatsächlich nur schwerlich oder gar nicht wieder gut machen.

Wie entstehen Fehler, bzw. wie macht man Fehler? Aus meiner Sicht aus zweierlei Gründen. Einmal, weil man bestimmte Mechanismen/Funktionalitäten nicht versteht - also, weil einem Wissen und Fähigkeiten fehlen. Und zum anderen, weil einem trotz besserem Wissen und Fähigkeiten die gute Absicht fehlt, und man somit dennoch Fehler macht und Schaden anrichtet.

Das mag jetzt etwas zu abstrakt klingen, aber nehmen wir als aktuelles Beispiel mal den US-Präsidenten. Es sind gar nicht mehr viele Stunden bis Obama sein Amt an Trump abgibt.

Und Steven Mnuchin wurde heute während einer mehrstündigen Sitzung von 50 oder so Senatoren richtig krass auseinandergenommen. Alle Senatoren, aber auch insbesondere Mnuchin werden sich für eine Menge zu verantworten haben.

Ja, Verantwortung ist auch ein gutes Wort. Wenn man etwas nicht verantworten kann, sollte man es vielleicht auch nicht tun.

Obama sagte in seiner "Farewell-Rede" sinngemäß, dass der US-Präsident vom Volk gewählt wird, um für das Volk zu sorgen.

Wenn ich Obama richtig verstanden habe, und die Senatoren, die Mnuchin befragt haben, dann geht es nicht nur um ökonomischen/materiellen Wohlstand, sondern auch geistigen Wohlstand, Gerechtigkeit, Verteiligungsgerechtigkeit, die Jungen, die Bildung, die Alten, die Renten, die Familien, auch gerade die Armen.

Das Vorgenannte und Fettmarkierte, worum sich ein US-Präsident zu kümmern hat, ist aber nicht nur etwas, wo wir alle Fehler machen, sondern etwas, was in unser aller Verantwortung oder sogar Pflicht steht.

So sagte Obama dann auch, dass er in den Jahren auch Enttäuschungen erlebt hat, aber viel mehr seine Zuversicht gestärkt wurde, dass das Volk respektvoll und auf den gemeinsamen Werten der Verfassung basierend ein gutes Leben für die aktuelle Generation und zukünftige Generationen schaffen kann, geschaffen hat und schaffen wird. Dem stimme ich zu.

Yes, we can.
 
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