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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Nordrheiner,

ich greife nur diesen Teil aus Deiner Replik heraus:

"Bei der Formulierung "sich mit dem schuldhaften Teil seines Wesens versöhnen" klingt für mich wie eine leere Floskel, denn es mangelt an einer Begründung. Meinst Du, man soll sich auf die Schulter klopfen und sagen: Was bin ich mal wieder für ein prima Kerl? Und dies unabhängig allem Geschehen?"

Dass ich weder so unbedacht denke, noch argumentiere, dürfte ich Dir bisher eigentlich vermittelt haben.

Sicher bist Du nicht oberflächlich. Ich schätze Deine gepflegte Sprache, Deine Gedanken. Die Kommunikation via Forum ist eine der wenigen Brücken zwischen uns und ich bin froh, dass es sie gibt.
Doch jedesmal, wenn ich den Eindruck habe, dass Du durchdenkst, jedoch auf halbem Wege stehen bleibst, dann habe ich den Gedanken: Das kann er sicher auch besser, präziser. Sie sind mir manchmal nicht konkret oder tiefgründig genug. Mir scheint manchmal, dass Du einen wichtigen Gesichtspunkt ausser Acht lässt. Deswegen hinterfrage ich die eine oder andere Deiner Aussagen, jedoch ohne Dich persönlich angreifen zu wollen.

Bei meiner Antwort an Dich, ging es mir darum, dass viele Menschen, gerade dann, wenn sie etwa religiös sind, mit Schuld schwer umgehen können.

Diese Aussage hat mich neugierig gemacht zu erfahren, was Du damit meinst.

Ich habe Menschen erlebt, die nie aus dieser Bedrückung herauskamen, und ich stand selbst in der Gefahr, einem solchen Denken zu erliegen. Das ist lange her und schon damals dämmerte mir, dass im religiösen Zusammenhang der Umgang mit der Schuld weniger eine Frage ist, die sich zwischen mir und Gott entscheidet, sondern zwischen mir und einer damals fordernden religiösen Gemeinschaft.

OK, das war Deine Antwort auf die selbst gestellte Frage: Warum sind Menschen von Schuldgefühlen bedrückt?

Jedoch folgen kann ich Dir – für meine Person – nicht, da ich nicht religiös bin. Jedoch allgemein stimme ich Dir zu. Du beschreibst sehr schön einen Aspekt der Religion. Der Mensch, die Organisation, stellt sich zwischen Gott und die Menschen. In solchen Organisationen kann der Eindruck vermittelt werden, dass der Mensch die Zustimmung der Menschen (der Kirche) braucht, damit Gott ihm seine Schuld vergibt. Das halte ich für religiös und falsch.

Auf der anderen Seite sehe ich, dass sich Menschen in Abhängigkeit von anderen Menschen begeben. Es ist so einfach, anstatt selbst die Bibel zu lesen, die Meinung eines anderen einfach zu übernehmen. Man sucht sich dann den Menschen mit der Meinung aus, die einem persönlich am meisten zusagt.

Aber so wird Schuldfrage n.m.M. nicht entschieden. Die Schuldfrage wird n.m.M. immer und nur zwischen Gott und dem Menschen entschieden. Jedoch bleibt sie nie auf die reine Mensch-Gott-Beziehung beschränkt, sondern bezieht auch zwingend die Mensch-Mensch-Beziehung mit ein.

Es heißt nicht umsonst: "Vergib mir meine Schuld, wie auch ich vergebe meinen Schuldigern."
 
Zuletzt bearbeitet:
Um des Pudels Kern vielleicht ein wenig näher zu kommen, sollte man sich vielleicht folgende Fragen stellen und auch beantworten:

1) Wie sind andere Menschen?

2) Wie bin ich?

3) Was will ich überhaupt von diesem Leben?
 
Ist Schuld der Schaden, den man sich selbst und/oder anderen zufügt? Ist es eine Schuld, sich keiner Schuld bewusst zu sein? Ist es eine Schuld, nicht zu verstehen und nicht zu lernen?
 
Um des Pudels Kern vielleicht ein wenig näher zu kommen, sollte man sich vielleicht folgende Fragen stellen und auch beantworten:

1) Wie sind andere Menschen?

Das ist irreführend. Jeder sollte seine eigenen Maßstäbe setzten und nicht die der anderen übernehmen.


Das steht im zusammenhang mit Frage 1 und meine erläuterung dazu.

3) Was will ich überhaupt von diesem Leben?

Das wissen glaube ich viele nicht so recht. Man setzt sich immer wieder neue Ziele. Es ist ein auf und ab. Links nach rechts und umgekehrt. Dinge passieren immer. Ich glaub man sollte sich eine konstante setzten und diese verfolgen. Wie der Faden in einem Labyrinth wenn man falsch abgebogen ist.


Ist Schuld der Schaden, den man sich selbst und/oder anderen zufügt? Ist es eine Schuld, sich keiner Schuld bewusst zu sein? Ist es eine Schuld, nicht zu verstehen und nicht zu lernen?

Diese Fragen sind von der persönlichen perspektive abhängig. Die kann man schlecht Pauschal beantworten.
 
Du weißt doch, dass mir alles weiterhilft.
Weißt DU denn, was Liebe ist?


Liebe ist das ehrliche Interesse am Wohlbefinden des Anderen.
Und je nach Situation gehört dazu auch, dass Du dafür etwas einsetzt, Risiken auf Dich nimmst oder Verzicht leistest. (Das gilt jedenfalls für mich)

Einen Menschen zu lieben, den wir als sympathisch empfinden, sollte leicht sein.
Aber können wir auch Menschen lieben, die uns unsympathisch erscheinen oder die uns sogar Übles wollen, die uns bekämpfen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich erlebte, wie man geradezu versessen darauf war, unsere schuldhaften Anteile zu thematisieren. Später dann wurde mir bewusst, welches problematische Gottesbild hinter einem solchen Geschehen steckte. Es war nicht das Gottesbild des Jesus von Nazareth, den sie gleichwohl ständig im Mund führten.

Da kann ich nichts zu sagen, denn Du beschreibst das „problematische Gottesbild“ nicht, welches diese Menschen, von denen Du schreibst, hatten. Und interessant wäre doch, wenn Du in diesem Zusammenhang Dein Gottesbild mitteilst, oder?

Es war ihr Gottesbild, das sie zudem nutzten, um ihre eigene Macht auszuüben, auszuüben über eine Partnerin etwa, ihre Kinder und andere Menschen in ihren fragwürdigen Gemeinschaften.
Der Titel eines Buches, das mich damals begeisterte, lautete "Gott kommt, und der Mensch wird frei." Die Lektüre dieses Buches hatte für mich Folgen, war ich doch dem ständigen Druck dieser falschen Predigt nicht mehr ausgeliefert.

Ja, das habe ich schon öfter gehört oder gelesen, dass Menschen die Schuldfrage nutzen, um eigene Machtansprüche geltend zu machen. Das hat n.m.M. auch weniger mit Religion zu tun. Gerne sagen Menschen „Du bist schuld“ bzw. suchen einen Schuldigen für was auch immer. „Wer bekommt heute den schwarzen Peter?“ Allgemeine Antwort: Ich mit Sicherheit nicht!

Es ist einfach menschlich – und dies eben, wenn Menschen für sich die Schuldfrage nicht lösen können. Ist es nicht erstaunlich, dass – unabhängig der Religion – auch Atheisten sind inbegriffen – Menschen einen Schuldigen suchen?

Für mich wird es erst dann bedeutsam, wenn der Mensch anfängt, Schuld oder Schuldanteile bei sich zu suchen, ohne den Anderen einzubeziehen.

Im Übrigen, lieber Nordrheiner, wenn man schon versucht, das Christentum ständig etwa gegen den Islam abzugrenzen, dann ist die Schuldfrage genau eine der wichtigen Schnittstellen, um das zu tun, in Jesu Geist.

Ja??? Was meinst Du damit genau?

Das Christentum lehrt uns einen Gott der Liebe und des Erbarmens, nicht einen göttlichen Scharfrichter. Und darin, so sehe ich das, läge und liegt auch der Ansatz für einen fruchtbaren Dialog zwischen den drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam.

Burbacher

Tut mir leid, bei den letzten beiden Abschnitten kann ich Dir nicht folgen.
Ich kann den Anderen umso besser lieben, je besser ich ihn auch kenne. Und je besser ich den Islam kennenlerne, sehe ich die generelle Knechtschaft der Menschen im Islam. Diese zu leugnen oder schön zu reden halte ich für den komplett falschen Weg. Die Knechtschaft bzw. den Islam lehne ich ab, weil ich ein Freiheit liebender Mensch bin. Kann aber den einzelnen Muslim – ja, gerade auch trotzdem – lieben. Den Gefangenen liebe ich, sein Gefängnis lehne ich rigoros ab.

Ich bin nicht Teil eines Christentums, welches den Islam akzeptiert. Bei Dir ist das anders, richtig?

LG, Nordrheiner
 
Die Frage von Tsunami: Was will ich überhaupt von diesem Leben?

Das wissen glaube ich viele nicht so recht. Man setzt sich immer wieder neue Ziele. Es ist ein auf und ab. Links nach rechts und umgekehrt. Dinge passieren immer. Ich glaub man sollte sich eine konstante setzten und diese verfolgen. Wie der Faden in einem Labyrinth wenn man falsch abgebogen ist.

Diese Fragen sind von der persönlichen perspektive abhängig. Die kann man schlecht Pauschal beantworten.

Chronos, ich freue mich sehr über Deine gute Antwort, die ich fett markiert habe.

LG, Nordrheiner

PS. Was ist Deine Konstante? Hast Du ein Konstante?
 
Viele Menschen wählen sich als Konstante in ihrem Leben oft einen Partner, die Liebe oder Geld aus, was offensichtlich keine gute Variante ist. Okay, Sex vielleicht.
 
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