Gute Konstanten für mich:
- das Innere - mit sich in Einklang kommen
- Ausbalancieren von Vernunft und Gefühl
- Frieden&Harmonie
- anderen Menschen helfen
Ich könnte das noch fortführen; aber es ging ja eigentlich nicht um Konstanten, sondern um Schuld. Soll Schuld etwa zur Konstante erhoben werden?
Mit Schuld habe ich auch so meine Probleme. Ich fühle mich anderen gegenüber oft verantwortlich und fühle mich infolgedessen oft schuldig. Aber ich bin hier ja eigentlich nicht Thema.
Also den Begriff Konstante verwende ich anders als Du. Für mich ist Konstante das immer Seiende, an dem man sich orientieren kann. Die Sonne ist aus irdischer Sicht eine Konstante und die Erde sowie andere Planeten kreisen um diese. Die Sonne ist nicht heute heiß und morgen kalt. Sie ist auch nicht mal hier und mal da. Mit all ihren Eigenschaften ist sie eben konstant. In z.B. 20 Milliarden Lichtjahren kann die Sonne anders sein als heute, mag sein. Aber für die Zeit der Menschheits-geschichte ist die Sonne eine physikalische Konstante.
In Familien ist es n.m.M. enorm wichtig, dass die Eltern konstant sind, also konstant lieb (auch wenn sie mal streng sind und schimpfen) und dass es konstante Werte gibt, die als gut bzw. hilfreich empfunden werden. Weil Menschen fehlerhaft sind, sind sie auch keine absolute konstante Größen, sondern bestenfalls annähernd konstant. Wenn das Elternhaus halbwegs gesund ist, nimmt das Kind in sein Erwachsenwerden Stärke und Orientierung mit.
Als erwachsene Kinder sehen wir unsere Eltern kritischer. Wir sehen auch, dass wir selbst auch fehlerhaft sind. Inwiefern können sich andere Menschen quasi immer an uns orientieren? Ich stelle mir dabei vor, dass jemand sowas sagt wie: "Bei X kannst Du Dich darauf verlassen, dass er/sie immer ...."
Ich denke, dass Menschen das „Du“ benötigen, jemanden den sie als konstant empfinden, um daran sich selbst zu erkennen und zu orientieren.
Schuld:
Doch, mit Schuld bist Du in diesem Faden genau richtig. Zu Deinem Absatz: Sich schuldig fühlen und schuldig sein sind für mich zwei verschiedene Dinge. Wenn Du verantwortlich bist und versagst, dann bist Du schuldig. Du schreibst aber: Wenn ich mich verantwortlich fühle. Ich denke nicht, dass unsere Gefühle bestimmen sollten, ob wir die Verantwortung haben oder nicht. Jedoch gestehe ich den Gefühlen zu, dass sie uns schon so manches Mal auf etwas aufmerksam machen, was dem Intellekt noch nicht klar wurde. Aber vielleicht meinst Du auch anstelle von Gefühlen das Gewissen?
Schuld kann zwar konstant in unserem Leben sein, sollte aber niemals zur Konstante, an der wir uns orientieren, werden. Den Fokus finde ich einfach falsch.
LG, Nordrheiner