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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Die Frage "was ist gute Leben - und welches sind Deine Prioritäten?" führt sicher zu vielen interessanten Antworten.

Und dann sollte gefragt werden: "Und - lebst Du ein gutes Leben?"

Und bei "nein" sollte gefragt werden: Woran liegt das?

Und dann landen wir wieder in diesem Faden.
 
Es kommt auf die Prioritäten an.
Wenn gutes Leben die erste Priorität hat, also materieller Wohlstand, dann machst Du dort keine Zugeständnisse.
Wenn immaterielle Werte, z.B. Ehrlichkeit die Priorität hat, dann wirst Du dort keine Zugeständnisse machen, wohl aber bei "gutes Leben", also Materiellem.

Jemand, der ehrlich ist, kann durchaus auch ein gutes Leben führen, einen materiellen Wohlstand haben. Aber dieser hat für ihn keine erste Priorität. Beim materiellen Wohlstand ist er bereit Verzicht zu üben oder sich mit dem begnügen wollen, was er hat. Bei Ehrlichkeit ist er zu Zugeständnissen nicht bereit.

Nur ist es nicht möglich, materiellen und immaterielle Werten die gleiche Priorität einzuräumen.
Ist es jetzt deutlich?

Wieso soll das nicht möglich sein? Was ist daran verkehrt, wenn sich jemand durch ehrliche Arbeit genau das Geld verdient, mit dem er gut leben kann? Machen die meisten (?) von uns doch jeden Tag. Gehörst Du etwa zu den Leuten, die automatisch glauben, wenn jemand ein gutes Leben führt, müsse er das Geld dafür "zweifellos" jemand anderem gestohlen haben? Aber wer ehrlich arbeitet, hindert ja niemand anderen daran, es ihm gleichzutun... und gleichfalls zu arbeiten und ehrlich Geld zu verdienen.

"Immaterielle Werte" gut und schön, nur kannst Du von denen weder abbeißen noch die Miete zahlen. Materielle Werte gehen grundsätzlich vor, weil jeder Mensch materielle Bedürfnisse hat. Unterkunft, Essen, Versorgung fallen nicht vom Himmel, sondern müssen erworben werden, vorzugsweise auf die "ehrliche" Art. Wenn letzteres nicht möglich (oder nicht "erwünscht") ist, muß man nach dem Grund fragen.
 
Es kommt auf die Prioritäten an.
Wenn gutes Leben die erste Priorität hat, also materieller Wohlstand, dann machst Du dort keine Zugeständnisse.
Wenn immaterielle Werte, z.B. Ehrlichkeit die Priorität hat, dann wirst Du dort keine Zugeständnisse machen, wohl aber bei "gutes Leben", also Materiellem.
Typisches Nordrheiner-Schwarzweiß-Denken. Entweder oder. Daß kleine Abstriche machen und Toleranz üben zum alltäglichen Leben dazugehören, scheint Dir nicht geläufig zu sein, oder? Ein ehrlich erworbener materieller Wohlstand ist kein Verbrechen. Wer viel hat, läßt häufig auch andere daran teilhaben, denn wer viel hat, kann auch viel geben. Wenn er denn will. Wenn er allerdings automatisch beleidigt und in den Schmutz gezogen wird von wegen, er wäre automatisch "unehrlich" (in welcher Hinsicht?), nur weil er Geld und ein gutes Leben hat, dann wird der Betreffende wahrscheinlich nicht mehr so bereit sein, denen, die ihn anklagen, "zum Dank" auch noch sein Geld hinterherzuschmeißen.
"Keine Zugeständnisse" in Bezug auf gutes Leben sehen eher so aus, daß man sich nicht mit Dingen belastet, die dem guten Leben von vorneherein entgegenstehen. Drogenkonsum beispielsweise, weil das Zeug nur kostet und den Menschen und seine Potentiale zerstört. Oder belastende Familienverhältnisse, in die man sich nicht einsperren läßt. Oder Vorstellungen von Dritten, wie man denn sein Leben zu gestalten habe, entgegen der eigenen Interessen.
 
Wieso soll das nicht möglich sein? Was ist daran verkehrt, wenn sich jemand durch ehrliche Arbeit genau das Geld verdient, mit dem er gut leben kann? Machen die meisten (?) von uns doch jeden Tag. Gehörst Du etwa zu den Leuten, die automatisch glauben, wenn jemand ein gutes Leben führt, müsse er das Geld dafür "zweifellos" jemand anderem gestohlen haben? Aber wer ehrlich arbeitet, hindert ja niemand anderen daran, es ihm gleichzutun... und gleichfalls zu arbeiten und ehrlich Geld zu verdienen.

"Immaterielle Werte" gut und schön, nur kannst Du von denen weder abbeißen noch die Miete zahlen. Materielle Werte gehen grundsätzlich vor, weil jeder Mensch materielle Bedürfnisse hat. Unterkunft, Essen, Versorgung fallen nicht vom Himmel, sondern müssen erworben werden, vorzugsweise auf die "ehrliche" Art. Wenn letzteres nicht möglich (oder nicht "erwünscht") ist, muß man nach dem Grund fragen.

Aus meiner Erfahrung gibt es überall Möglichkeiten, sich einen materiellen Vorteil zu verschaffen. Ich denke da (jetzt) weniger an unehrliche Arbeit. Die Frage, die sich mir stellte, lautete: Soll "ich" mir einen materiellen Vorteil verschaffen, wenn es situationsbedingt unehrlich ist - bzw. wenn ich Abstriche bei Ehrlichkeit machen müsste?

Insofern sehe ich schon, dass Menschen mal mehr mal weniger vor der Frage stehen: Was hat jetzt in "dieser" Situation Vorrang - Ehrlichkeit oder materielle Verbesserung?

So wie ich Dich, Daoga, verstehe, würdest Du der materiellen Verbesserung den Vorzug geben.
Das Gegensatzpaar Ehrlichkeit-Materieller Vorzug ist auch nur ein (willkürliches) Beispiel. Aus meiner Sicht gibt es immer diese Spannung zwischen materiellem Ziel und immateriellem Ziel.

Ich bin keiner, der das gezielte Leiden und den selbstgewollten Zwangsverzicht predigt. Aber ich habe den Eindruck, dass wir Menschen uns nichts Gutes tun, wenn wir dem Materiellen den Vorzug vor dem Immateriellen geben, z.B. weil wir dem Leiden ausweichen wollen.

Haben wir Menschen Angst vor dem Leiden?
 
Die Frage "was ist gute Leben - und welches sind Deine Prioritäten?" führt sicher zu vielen interessanten Antworten.
Und dann sollte gefragt werden: "Und - lebst Du ein gutes Leben?"
Und bei "nein" sollte gefragt werden: Woran liegt das?
Und dann landen wir wieder in diesem Faden.

Bei "ja" würde hier ein Schuh daraus. Ich schätze, das wäre das größere Problem für Dich, Nordrheiner, als die Gründe bei einem "nein", oder? Mit Leuten, denen es gut geht, kommst Du schlecht zurecht.
"Ja", ich denke, ich habe soweit ein gutes Leben. Manches könnte natürlich besser sein, aber im großen und ganzen ist es einigermaßen gelungen, so wie es jetzt ist. Schlechteres in der Vergangenheit - ist passé, wenn auch nicht vergessen. Schlechteres in der Zukunft - nicht vorhersehbar und deshalb kaum verhinderbar, wir sind ja alle keine Hellseher, oder? Ergo muß man es nehmen wie es kommt, und so gut wie man kann. Bis dahin genießt man, was man hat, und sichert sich so gut wie möglich ab, denn der nächste Sturm kommt bestimmt. Gut vorbereitet kann man so manchen Schicksalsschlag einfach ausreiten.
 
Ziel und immateriellem Ziel.

Ich bin keiner, der das gezielte Leiden und den selbstgewollten Zwangsverzicht predigt. Aber ich habe den Eindruck, dass wir Menschen uns nichts Gutes tun, wenn wir dem Materiellen den Vorzug vor dem Immateriellen geben, z.B. weil wir dem Leiden ausweichen wollen.

Haben wir Menschen Angst vor dem Leiden?

Wäre es für mich ein Leiden, zum Beispiel einen gefundenen Umschlag voller Geld nicht an den Besitzer zurückzugeben? Auf Anhieb nicht, ich könnte die Kohle gut brauchen. Dann denke ich aber daran, wie sehr ich mich selbst ärgern täte, wenn ich dieses Geld verloren hätte - und dann gibt es für mich nur noch den einzigen Weg, das Geld zurückzugeben. Denn was ich nicht für mich selbst will, tu ich auch keinem andern an. Simple Lebenseinstellung, nicht?
 
Bei "ja" würde hier ein Schuh daraus. Ich schätze, das wäre das größere Problem für Dich, Nordrheiner, als die Gründe bei einem "nein", oder? Mit Leuten, denen es gut geht, kommst Du schlecht zurecht.
"Ja", ich denke, ich habe soweit ein gutes Leben. Manches könnte natürlich besser sein, aber im großen und ganzen ist es einigermaßen gelungen, so wie es jetzt ist. Schlechteres in der Vergangenheit - ist passé, wenn auch nicht vergessen. Schlechteres in der Zukunft - nicht vorhersehbar und deshalb kaum verhinderbar, wir sind ja alle keine Hellseher, oder? Ergo muß man es nehmen wie es kommt, und so gut wie man kann. Bis dahin genießt man, was man hat, und sichert sich so gut wie möglich ab, denn der nächste Sturm kommt bestimmt. Gut vorbereitet kann man so manchen Schicksalsschlag einfach ausreiten.

Die Frage kann ich mit klarem Nein beantworten. Es tut auch mir gut, wenn ich mit zufriedenen / glücklichen Menschen zusammenkomme. Ich freue mich über das Lebensglück anderer Menschen bzw. freue mich mit ihnen.
Wir, Daoga, wissen aber, dass es für erreichtes Lebensglück keine Bestandsgarantie gibt. Ist es nicht meistens so, dass - wenn wir uns in einer guten Situation befinden - diese gute Situation verortet werden kann mit: "nach einem Unglück" sowie "vor einem Unglück" ?

Wenn Du Dich in einer guten Situation befindest und Dein aktuelles Lebensglück geniessen kannst, dann freue ich mich nicht nur mit Dir, sondern wünsche, dass sich diese Deine Situation niemals verschlechtert. Und mit niemals meine ich niemals.

Ganz sicher stimme ich Dir zu, dass erfahrenes Lebensglück auch ein gewisses Polster für den nächsten Sturm gibt. Jedenfalls bei mir ist das so. Aber zu oft erlebe ich (bei anderen Menschen), dass ihnen erlebtes Lebensglück nicht ausreicht, um dem jeweils aktuellen Sturm zu trotzen. Und warum das so ist - wenn es doch anders sein sollte - das ist eine Frage, der ich nachgehe.
 
Wir, Daoga, wissen aber, dass es für erreichtes Lebensglück keine Bestandsgarantie gibt. Ist es nicht meistens so, dass - wenn wir uns in einer guten Situation befinden - diese gute Situation verortet werden kann mit: "nach einem Unglück" sowie "vor einem Unglück" ?

Für was gibt es überhaupt eine Bestandsgarantie? Wenn wir uns von der Maßgabe eines eventuellen Unglücks einschüchtern lassen würden, würden wir Menschen ja gar nichts mehr hinkriegen. Orientierung sieht anders aus.

Ganz sicher stimme ich Dir zu, dass erfahrenes Lebensglück auch ein gewisses Polster für den nächsten Sturm gibt. Jedenfalls bei mir ist das so. Aber zu oft erlebe ich (bei anderen Menschen), dass ihnen erlebtes Lebensglück nicht ausreicht, um dem jeweils aktuellen Sturm zu trotzen. Und warum das so ist - wenn es doch anders sein sollte - das ist eine Frage, der ich nachgehe.

Der Grund dafür ist ganz einfach, dass das Lebensglück bzw. die Prinzipien brüchig sind.

~~~

Am Ende des Tages muss alles den "Test der Zeit" bestehen. Wenn es das nicht kann, war es für die Prüfung einfach nicht gut genug.

~~~

Du fragst mich allen Ernstes, was Zeit ist?
 
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