Faulheit... jein. Bewußte, gezielte Faulheit hin und wieder, ein kurzes, bewußtes alle-fünfe-grade-sein-lassen, nur ein paar Minuten alle paar Stunden oder ein voller Tag am Wochenende, ist sogar notwendig, um die seelischen Reserven wieder aufzufüllen und Entspanntheit zu erreichen, wenn man sonst im Alltagsstreß ersaufen würde, das beste Mittel gegen Burnout und sogar ein absolutes Muß für Leute, die zum Workaholic tendieren. Faulheit ist erst dann negativ, wenn sie zum Dauerzustand und Selbstzweck wird. Daß zu allen Zeiten Obrigkeiten und Kirchen was gegen Faulheit hatten ist klar, denn die lebten ja immer als Schmarotzer von der Arbeitskraft des gemeinen Volkes, wer faul dasitzt und nichts tut, ernährt keinen Pfaffen oder Fürsten. Bei Tieren dagegen, die keine obere Kaste durchfüttern müssen, ist Faulheit der Dauerzustand, ein Tier bewegt sich nur, wenn es muß, bei Futtersuche, Reviersicherung oder Jungenaufzucht. Sogar scheinbare reine Arbeitstiere wie Bienen und Ameisen kennen Faulheit und gönnen sich Auszeiten, bei denen fällt es in der Masse des Schwarmes nur nicht auf.