Du sprichst zwei Bereiche an (öffentlicher Dienst und Bundeswehr), die in den letzten 10 Jahren extrem zusammengestrichen wurden.
Gespart wurde fast überall. Schau dir doch den gesamten öffentlichen Sektor an. Es fehlt an Polizei und die Bundeswehr betreibt Mangelwirtschaft um auch nur ein einziges Transportflugzeug in die Luft zu kriegen und der ö.D. hat auch alles mitgenommen (von der Erhöhung der Renteneintrittsalters, Erhöhung der Wochenarbeitszeit, Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld bis massiver Stellenstreichungen.
Ich finde die Neid-Debatte falsch und ich finde es erstaunlich, dass dir gerade die o.g. Bereiche zum Sparen einfallen. Ich bin Bundeswehrsoldaten eher dankbar, dass sie den Job tun. Du könntest die Steuerpolitik beklagen, Gehaltsunterschiede, Geld für Migration und Subventionen. Du könntest kritisieren, dass Deutschland nicht genug investiert, Überschüsse spart ...
Ich habe keinen Neid. Ich gönne jedem nach 35 Jahren eine Mindestrente. Soweit die Grundrente nur zehn Prozent über dem regionalen Grundsicherungsbedarf liegt, ist sie auch finanzierbar. Es packt das Übel aber nicht an der Wurzel, denn viele erreichen nicht die 35 Jahre - sei es Arbeitslosigkeit oder Minijobs ohne Renteneinzahlung.
Meine Mutter beispielsweise hat von 18 bis 50 mit einigen Unterbrechungen durch Arbeitslosigkeit etwa 30 Jahre gearbeitet. Danach fand sie keine Vollzeitstelle mehr und wollte das eigentlich auch nicht mehr .... Sie jobbte hier und da, selten rentenversicherungspflichtig und wird vermutlich nicht auf 35 Jahre kommen. Und was würde es ihr auch groß helfen? 10% mehr als Hartz 4 wenn sie 67 wird... super... und bis dahin? Wir reden von Menschen, die im Alter nur noch schwer Vollzeit Arbeit finden und vielleicht schon 10 Jahre Hartz 4 kriegen. Und die sollen sich freuen ab 67 dann 10% mehr zu bekommen!? Von mir aus, nix dagegen, aber "verloren" haben diese Menschen oft schon lange vorher. Und sie müssten vorher einen Weg raus aus Hartz 4 gezeigt bekommen.