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Schwarze Wolke
Gast
Hallo Lexie,
nachdem was Du schreibst kann ich mir nicht vorstellen, daß Deine Mutter jemals ihr Verhalten ändern wird. Du könntest sicherlich versuchen, ihr in einem ruhigen Moment unter vier Augen mitzuteilen, welche Empfindungen Du ihr gegenüber hast und wie sehr sie Dir all die Jahre weh getan hat.
Vielleicht versteht sie das was Du ihr sagst, vielleicht auch nicht. Zu einer wirklichen Veränderung wird es jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht kommen, wäre meine Vermutung.
Das Verhalten Deiner Mutter war all die Jahre nicht anders, sie merkt wahrscheinlich gar nicht, wie sehr sie Dir und Deinen Geschwistern weh tut.
Ich selbst stehe vor einem ähnlichen Problem! Meine Bezugsperson als Kind war mein Vater. Als er starb, war ich acht und eine Welt ging für mich unter. Der Elternteil der für Bestrafungen zuständig war, war auch zu Lebzeiten meines Vaters meine Mutter. Nachdem mein Vater tot war, hatte meine Mutter freie Bahn...
Die Bestrafung wurde immer ausgeführt mit einem Kochlöffel, dem Größten aus der untersten Küchenschublade. Das Geräusch habe ich heute noch in den Ohren... Irgendwann hörten die körperlichen Züchtigungen auf. Heute nehme ich an, daß meine Mutter irgendwann gemerkt hat, daß ich ihr schlicht und ergreifend körperlich überlegen war. Die Bestrafungen selbst hörten jedoch nicht auf...
Meine Mutter hat mir keine Liebe gegeben, keine Bestätigung, keine körperliche Nähe, nichts!! Sie interessierte sich nicht im Mindesten dafür, wer ich überhaupt bin und es kümmerte sie nicht welche Probleme ich hatte. Ich durfte mit allem selbst fertig werden. Als ich fünfzehn war, hatte ich meine "Waldphase". Soll heißen, nach der Schule schnell etwas essen und dann ab in den Wald, durch den ich stundenlang maschiert bin. Irgendwann kannte ich nahezu jeden Baum. Nur weg von zu Hause. Eine reine Fluchtreaktion...
Irgendwann sehr viel später, während meiner ersten Therapie konfrontierte ich meine Mutter mit meinen Empfindungen ziemlich lautstark. Die Therapie führte dazu, daß ich alles noch einmal durchlebte und durchlitt. Wir zofften uns etliche Male. Gebracht hat es im Endeffekt nichts. Wenn ich sie heute darauf anspreche leugnet sie schlicht und ergreifend alles...
Ich denke für meinen Seelenfrieden bin ich selbst verantwortlich. Eine klärende Aussprache mit meiner Mutter in der man die unbequeme Wahrheit ausdiskutiert, wird es nie geben. D. h. ich muß für mich eine Möglichkeit finden, mit diesen Erinnerungen, die gottseidank mittlerweile nicht mehr so intensiv sind, selbst fertig zu werden.
Die Verarbeitung dieser negativen Gefühle wäre denke ich ein ganz wesentlicher Schritt für mich nach vorne. Ran gewagt habe ich mich bis jetzt daran noch nicht. Ich weiß, wenn ich es tue, dann werden viele Erinnerungen, die mittlerweile verschüttet sind, wieder freigelegt werden. Ich denke jedoch, daß dies der für mich einzige Weg ist, dauerhaft mit dem Geschehenen, welches man nicht mehr rückgängig machen kann fertig zu werden.
Das Du Dich nicht traust Schwäche zu zeigen wird vor allem in den letzten beiden Absätzen Deines Postings sehr deutlich. Es war ja nicht nur so, daß Deine Mutter nicht auf Deine Gefühle reagiert hätte, ganz im Gegenteil, Du bist ja sogar noch dafür bestraft worden, wenn Du Schwäche gezeigt hast. Diese Bestrafungen waren so nachhaltig, daß Du auch jetzt Dir selbst nicht zugestehst Schwäche zu zeigen. Obwohl ja schon längst Niemand mehr da ist, der Dich dafür bestrafen könnte. Du bestrafst Dich selbst dafür, daß Du zwar Schwäche empfindest, Du sie aber nicht klar und deutlich artikulierst. So kommt bei Deinem "Gegenüber" wahrscheinlich nur eine sehr verschwommene Aussage an.
Laß die Gefühle zu, sie sind ein Teil von Dir. Jedes Ding hat seine zwei Seiten. Du kannst nicht immer dauerhaft Stärke zeigen. Laß auch die Schwächen zu, das gehört zum "Menschsein" dazu...
Liebe Grüße
Schwarze Wolke
nachdem was Du schreibst kann ich mir nicht vorstellen, daß Deine Mutter jemals ihr Verhalten ändern wird. Du könntest sicherlich versuchen, ihr in einem ruhigen Moment unter vier Augen mitzuteilen, welche Empfindungen Du ihr gegenüber hast und wie sehr sie Dir all die Jahre weh getan hat.
Vielleicht versteht sie das was Du ihr sagst, vielleicht auch nicht. Zu einer wirklichen Veränderung wird es jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht kommen, wäre meine Vermutung.
Das Verhalten Deiner Mutter war all die Jahre nicht anders, sie merkt wahrscheinlich gar nicht, wie sehr sie Dir und Deinen Geschwistern weh tut.
Ich selbst stehe vor einem ähnlichen Problem! Meine Bezugsperson als Kind war mein Vater. Als er starb, war ich acht und eine Welt ging für mich unter. Der Elternteil der für Bestrafungen zuständig war, war auch zu Lebzeiten meines Vaters meine Mutter. Nachdem mein Vater tot war, hatte meine Mutter freie Bahn...
Die Bestrafung wurde immer ausgeführt mit einem Kochlöffel, dem Größten aus der untersten Küchenschublade. Das Geräusch habe ich heute noch in den Ohren... Irgendwann hörten die körperlichen Züchtigungen auf. Heute nehme ich an, daß meine Mutter irgendwann gemerkt hat, daß ich ihr schlicht und ergreifend körperlich überlegen war. Die Bestrafungen selbst hörten jedoch nicht auf...
Meine Mutter hat mir keine Liebe gegeben, keine Bestätigung, keine körperliche Nähe, nichts!! Sie interessierte sich nicht im Mindesten dafür, wer ich überhaupt bin und es kümmerte sie nicht welche Probleme ich hatte. Ich durfte mit allem selbst fertig werden. Als ich fünfzehn war, hatte ich meine "Waldphase". Soll heißen, nach der Schule schnell etwas essen und dann ab in den Wald, durch den ich stundenlang maschiert bin. Irgendwann kannte ich nahezu jeden Baum. Nur weg von zu Hause. Eine reine Fluchtreaktion...
Irgendwann sehr viel später, während meiner ersten Therapie konfrontierte ich meine Mutter mit meinen Empfindungen ziemlich lautstark. Die Therapie führte dazu, daß ich alles noch einmal durchlebte und durchlitt. Wir zofften uns etliche Male. Gebracht hat es im Endeffekt nichts. Wenn ich sie heute darauf anspreche leugnet sie schlicht und ergreifend alles...
Ich denke für meinen Seelenfrieden bin ich selbst verantwortlich. Eine klärende Aussprache mit meiner Mutter in der man die unbequeme Wahrheit ausdiskutiert, wird es nie geben. D. h. ich muß für mich eine Möglichkeit finden, mit diesen Erinnerungen, die gottseidank mittlerweile nicht mehr so intensiv sind, selbst fertig zu werden.
Die Verarbeitung dieser negativen Gefühle wäre denke ich ein ganz wesentlicher Schritt für mich nach vorne. Ran gewagt habe ich mich bis jetzt daran noch nicht. Ich weiß, wenn ich es tue, dann werden viele Erinnerungen, die mittlerweile verschüttet sind, wieder freigelegt werden. Ich denke jedoch, daß dies der für mich einzige Weg ist, dauerhaft mit dem Geschehenen, welches man nicht mehr rückgängig machen kann fertig zu werden.
Das Du Dich nicht traust Schwäche zu zeigen wird vor allem in den letzten beiden Absätzen Deines Postings sehr deutlich. Es war ja nicht nur so, daß Deine Mutter nicht auf Deine Gefühle reagiert hätte, ganz im Gegenteil, Du bist ja sogar noch dafür bestraft worden, wenn Du Schwäche gezeigt hast. Diese Bestrafungen waren so nachhaltig, daß Du auch jetzt Dir selbst nicht zugestehst Schwäche zu zeigen. Obwohl ja schon längst Niemand mehr da ist, der Dich dafür bestrafen könnte. Du bestrafst Dich selbst dafür, daß Du zwar Schwäche empfindest, Du sie aber nicht klar und deutlich artikulierst. So kommt bei Deinem "Gegenüber" wahrscheinlich nur eine sehr verschwommene Aussage an.
Laß die Gefühle zu, sie sind ein Teil von Dir. Jedes Ding hat seine zwei Seiten. Du kannst nicht immer dauerhaft Stärke zeigen. Laß auch die Schwächen zu, das gehört zum "Menschsein" dazu...
Liebe Grüße
Schwarze Wolke