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Deutsche Gesellschaft

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Schroti

Sehr aktives Mitglied
Ich erlebe die deutsche Gesellschaft als recht angenehm - nirgendwo anders traf ich bislang so viele Gutherzige, Minimalistische oder Systemkritische.
Deutsche teilen gerne und reden viel.
Sie sind schnell "ein Stück weit betroffen" und fordern andere häufig zum Helfen auf.
Aufgrund des Hitler-Traumas werden noch viele Generationen Deutscher schuldbewusst auf ihre Schuhspitzen starren, wenn ihnen Gedanken durch den Kopf schießen, die mit Kritik an anderen Wertesystemen zu tun haben.
Ich mag sie, die Deutschen.
 

Styx.85

Mitglied
Lustig, gerade von den Franzosen kenne ich das nicht. Da kann mir an der Universität jede Sekretärin oder Bibliothekarin auf Englisch antworten, wohingegen in Deutschland diese Personengruppen sehr schnell überfordert sind, wenn nicht sogar wütend. Und dabei gehört es zum Job, sich auch mit internationalen Studenten oder Doktoranden unterhalten zu können.


Anders sieht es ja im normalen Alltag aus, aber das habe ich ja auch schon erwähnt. Obwohl ich ehrlich sein muss und etwas mehr Bildung für die Deutschen, ähnlich wie in Skandinavien schon schöner fände.
Die lernen gutes Englisch ohne daraus gleich einen Verfall der eigenen Kultur zu stricken und zumindest ich persönlich, bin sehr dankbar dafür das ich mir dort einen Kaffee in unserer Weltsprache holen kann ohne doof angemacht zu werden. ;)
Hi Reibekuchenprinzessin,

was die Offenheit gegenüber der englischen Sprache in skandinavischen Ländern angeht, gebe ich dir Recht. Den Grund dafür sehe ich aber ebenfalls darin, dass eben viele Serien und Filme gar nicht erst in die lokalen Sprachen synchronisiert werden, da die Zielgruppen schlichtweg zu klein sind. Daher wächst man in diesen eher bevölkerungsschwachen Ländern (klein sind sie nicht wirklich) von klein auf mit der englischen Sprache auf, wenn man sich für Filme interessiert. Schöner Nebeneffekt ist das, was du beschreibst und was mir in diesen Ländern auch bereits sehr positiv aufgefallen ist.

Allerdings bekomme ich bei Dienstreisen von ausländischen Arbeitskollegen nach Deutschland immer das Feedback, dass Englisch in Deutschland sehr weit verbreitet ist und man gut zurecht kommt, sowohl in Meetings, wobei hier in meiner Firma ausnahmslos Englisch gesprochen wird, sobald ein ausländischer Kollege anwesend ist, als auch neben der Arbeit z. B. in Gaststätten und Hotels.

Was die Franzosen angeht, so weiß ich nur, dass man es ihnen nachsagt, sehr auf ihre Muttersprache versessen zu sein. Aber ich muss gestehen, dass ich noch nie in Frankreich war. Es hat sich bisher einfach noch nicht ergeben. Daher kann ich dazu nix wirklich beitragen, weil mir der eigene Bezug zu Frankreich fehlt.
 

Styx.85

Mitglied
Ehrlich gesagt, finde ich es keinesfalls off topic, sich pro / contra über Soziale (Un-)Gerechtigkeit in Deutschland zu unterhalten , wenn das Kernthema die deutsche Gesellschaft ist...

Die angesprochenen Geschichtlichen Aspekte bezüglich DDR etc. gehören doch absolut zum Verstehen und Diskutieren der Gesellschaft und ihrer Eigenschaften dazu.

Desweiteren haben wir beide soweit ich das beurteilen kann, alle Forenregeln eingehalten. Es ging, so zumindest mein Empfinden, stets um die Sache. Perönliche Angriffe fanden zwischen uns beiden nicht statt und es waren zum Teil sehr lange und ausführliche Beiträge von uns... echt schade drum...
 

Santino

Aktives Mitglied
An was für Beispielen ist Dir das aufgefallen?
Das ist eigentlich wirklich nur eine Kommunikationssache. Die Deutschen meinen das überhaupt nicht unfreundlich oder unhöflich, sondern es wird bei euch eben so ganz direkt kommuniziert. Es wird bspw. kaum Konjunktiv verwendet, wenn Bitten geäussert werden. Klassisches Beispiel beim Bäcker:

Deutscher: Ich krieg drei Brötchen (manche sagen dann noch "bitte", aber viele lassen das einfach weg)

Oder, noch unhöflicher, aber durchaus gängig teilweise:

Deutscher: Drei Brötchen ("bitte")!

Schweizer: Könnte ich bitte drei Brötli haben?

Oder:

Schweizer: Ich würde sehr gerne drei Brötli nehmen. (das ist schon etwas unfreundlicher, btw)

Auch, wenn es um Kritik geht, ist der Deutsche in der Regel knallhart und direkt: "Das ist schlecht, wie du das machst". Schweizer hingegen: "Schau mal, ich würde das anders machen, z.B. so..." - das geht so weit, dass das wirklich grosse kulturelle Missverständnisse ergibt. Zum Beispiel wurde mal in meinem alten Konzern ein deutscher Kollege irgendwann zu einem ganz ernsten Gespräch gerufen. Er war total verdutzt, weil ihm nicht klar gewesen ist, dass er irgendetwas falsch gemacht hat. Er hatte die indirekten Schweizer Hinweise, dass etwas falsch läuft, die ganze Zeit über schlichtweg als "Verbesserungsvorschläge", die er annehmen kann, aber nicht unbedingt muss, interpretiert...

Das sind nur so ein paar Beispiele.

Es ist hier wirklich sehr anders. Es gibt auch keine so autoritären Unternehmensstrukturen, in denen der Chef allein sagt, wo es lang geht. Das wird ausdiskutiert, bis ein Konsens gefunden wird. Man sagt deshalb auch, wir hätten in der Schweiz eine "Konsenskultur".
 
Zuletzt bearbeitet:

beihempelsuntermsofa

Sehr aktives Mitglied
Im grossen und ganzen bin ich gern deutscher und lebe gerne hier.
Es gibt nicht viele Länder wo ich mir auch vorstellen könnten zu leben.
Wir haben schon viel Freiheit und aber auch viel Sicherheit hier.
Trotzdem gäbe es natürlich auch einiges zu verbessern. Aber genau das ist mitunter das schöne hier...dass ich mir vorstellen kann, dass irgendwann die eine oder andere Verbesserung auch kommt.
Es geht schon eher vorwärts (Gesellschaftlich) statt wie in anderen Ländern (Ungarn, Polen, USA) zurück.
Ich bin ja auch eher der Typ einzelgänger und eigenbrötler...aber ich glaube nicht, dass das irgendwo anders, in einer anderen Gesellschaft, anders wäre. Man nimmt sich sich selbst immer mit.
 
Vielleicht liegt es auch an deinem Umfeld in den du dich bewegst. Und so gesehen tust du auch nichts anderes als das was du hier kritisierst. Du schimpfst auf Leute und ihr verhalten. Du geilst dich an Banalitäten wie zum Bsp. einen sauberen Auto auf und bringst Beispiele die 1. sehr verallgemeinert sind und 2. nicht den Tatsachen entsprechen. Das was du als Flair bezeichnest könnte vermutlich bei genauerer Betrachtung auch nur ein sanierungsbedürftiger Altbau sein. Schön anzusehen aber drin wohnen möchte man dann auch nicht. Zudem denke ich das man als Gast oder Gastarbeiter andere Länder für den Zeitraum in dem man sich dort aufhält ganz anders wahrnimmt als wenn es das eigene gewohnte Umfeld / Alltag ist. Du sagst selbst das man im Ausland nur unser Geld liebt. Also warum nicht auch deins. Du klingst genauso wie die Leute über die du dich beschwerst. Wie heißt es so schön, wenn du am Tag ein A******* triffst, dann hast du halt ein A******* getroffen. Wenn du nur noch Aschlöcher triffst, bist du das A*******. Zwischenmenschliche Probleme treten im Alltag immer da auf wo man sich mit seinen Gegenüber über längere Zeit arrangieren und sich (Bsp. Firma) täglich sieht. Die meisten Menschen sind in einer fremden Gegend / unbekannten Menschen immer aufgeschlossener und freundlicher da man ja selbst keinen schlechten Eindruck hinterlassen möchte. Im Alltag fällt solch eine Fassade schnell ein. Gutes Beispiel, viele fahren gerne ins Ausland weil sie die Menschen und Kultur dort so toll finden, ganz anderes sieht es dann aber aus wenn dieses "Ausland" in der Nachbarschaft einzieht. Und zudem kommt im Ausland noch die Sprachbarriere dazu. Auch wenn man sich verständigen kann heißt das noch lange nicht das man auch jede unfreundliche Formulierung, ironische Anspielung oder überhebliche Spitze versteht. Und wenn doch, dann ist man nicht in der Lage sprachlich geschickt zu reagieren da die Sprachkenntnisse einfach fehlen. Demzufolge kann sich eine Situation gar nicht unangenehm aufheizen und in einer Diskussion enden.
 

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