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Der Sinn des Lebens?

du hast aus dem eher abstrakten Wunsch eine konkrete Handlungsanweisung für dich entwickelt: was will ich tun, was will ich lassen?
Ja, das ist wohl so...

Der Sinn, den wir für uns finden oder definieren, muss ja irgend eine Wirkung im Alltag entfalten, sonst sind das wirklich nur schöne Worte.
Der Sinn, den wir für uns finden oder definieren, schon, ja. Aber gibt es nicht auch einen "Sinn des Lebens", im Hinblick auf jegliches Leben als Ganzes?



Das Gedicht mit den Bergen kannte ich übrigens nicht, kenne es aber doch irgendwie, aus einem Lied in einem anderen Kontext, und musste tatsächlich auch daran denken, als ich in diesem Thread gelesen hatte... Ich sehe das auch so (wenn ich dich richtig verstehe), dass man immer wieder herunterkommen muss vom Berggipfel und das, was man dort "gewonnen" hat, in den Ebenen leben.
 
Ich persönlich denke schon, dass das Leben einen tieferen Sinn hat

Einen "größeren", "objektiven"? Einen, der größer ist, als der, den (wir sehr begrenzten) Menschen "sehen" (können)?


Aus meiner Sicht ist es einigermaßen unwahrscheinlich, dass man einen vollkommen neuen Sinn für sich (er)finden könnte, der in den Elementarteilchen/Leben/Existenz nicht schon längst zumindest rudimentär angelegt wäre.

Dass "man" (= Mensch) das nicht kann, da gehe ich mit. Aber heißt das, dass es keinen gibt (auch, wenn wir ihn nicht "sehen" können)?
 
Zuletzt bearbeitet:
Aber gibt es nicht auch einen "Sinn des Lebens", im Hinblick auf jegliches Leben als Ganzes?
Ich würde sagen, dass wir es bei dieser berechtigen Frage mit einer aus der Kategorie der "prinzipiell unentscheidbaren Fragen" zu tun haben (nach Heinz von Foerster).

Für diese Fragenkategorie gilt, dass es nicht darum geht, ob man sie "richtig" oder "falsch" beantwortet, sondern wie sich die Antwort auswirkt. Das machen so gesehen ja die allermeisten Religionen falsch, weil sie denken/vorgeben, sie hätte die einzig wahre Antwort gefunden, die sie dann mit allen Mitteln durchsetzen wollen.

Heinz von Foerster erkannte, dass man bei solchen Fragen eine enorme Freiheit hat. Man darf sich sozusagen selbst eine Idee, eine mögliche Antwort (oder auch mehrere) ausdenken. Oder man kann die Ideen anderer dazu übernehmen und probieren, wie sie sich auf das eigene Denken bzw. Leben auswirken. Die Freiheit besteht auch darin, nicht mehr nach "der Wahrheit" suchen zu müssen – weil man vorab akzeptiert hat, dass niemand mit Sicherheit sagen oder gar beweisen könnte, hätte man sie entdeckt.

Für meinen Teil würde ich (nach langem Nachdenken) vorläufig vermuten, dass der Sinn des Lebens im Hinblick auf das Ganze (also das uns bekannte Universum und was möglicherweise sonst noch existiert) darin besteht, kreativ sein zu können. Was ist, will kreativ sein und dann das erleben, was es kreiert hat. Und wir sind (ein Teil) dieses "Was ist". Wir versuchen sozusagen, uns selbst zu verstehen, wenn wir solche Fragen stellen.

Der große Haken daran ist leider, dass wir auf Sprache angewiesen sind zum Verstehen und zum Teilen unserer Erkenntnisse bzw. Ideen. Und die Sprache mitsamt der Grammatik hat (wie nicht erst Wittgenstein erkannte) ihre Grenzen – speziell dann, wenn es um "Unaussprechbares" geht. Wir haben ja etwa kein allgemein erkanntes Wort für alles, was es gibt (das Universum plus seinem Ursprung). Deshalb empfahl Wittgenstein ja: Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.
 
Ich würde sagen, dass wir es bei dieser berechtigen Frage mit einer aus der Kategorie der "prinzipiell unentscheidbaren Fragen" zu tun haben

Ja, die Frage ist "unentscheidbar". Ich glaube nicht, dass es Menschen gibt, die so "weit" denken kann, um sämtliche Zusammenhänge zu überblicken. Mich hat einfach interessiert, welche Gedanken sich andere dazu gemacht haben, ob es diesen/einen "großen" Sinn gibt (egal, welcher es dann sein möge).

Wenn ich nachts in den Sternenhimmel schaue, überkommt mich immer ein tiefer Frieden, ein "ich weiß, dass alles einen Sinn hat". Das ist schon so solange ich denken kann so. Andere haben dieses Empfinden nicht. Deshalb habe ich die Frage gestellt...
 
Mich hat einfach interessiert, welche Gedanken sich andere dazu gemacht haben, ob es diesen/einen "großen" Sinn gibt (egal, welcher es dann sein möge).
Ich vermute mal, dass Menschen sich diese Gedanken machen, seit sie logisch denken können und Zeit haben, über das Universum, die Erde und das Leben an sich nachzudenken. Unsere Vorfahren hatten ja jede Nacht einen Himmel über sich, den wir heute nur noch äußerst selten sehen (also in den beleuchteten Regionen).

Und was sie so dachten, kann man etwa in den überlieferten Büchern der Inder, Babylonier, Hebräer nachlesen – oder auch in den Mythen der Mittel- und Südamerikaner, der Chinesen, der nordischen Völker (um nur mal ein paar zu nennen). Natürlich meistens überlagert von viel Fantasie und Bildsprache.

Aber es wäre vielleicht spannend, deine Frage in einem neuen Thread mit genau diesem Titel zu stellen: Gibt es für euch einen "großen Sinn"?
 
Ich vermute mal, dass Menschen sich diese Gedanken machen, seit sie logisch denken können und Zeit haben, über das Universum, die Erde und das Leben an sich nachzudenken. Unsere Vorfahren hatten ja jede Nacht einen Himmel über sich, den wir heute nur noch äußerst selten sehen (also in den beleuchteten Regionen).

Und was sie so dachten, kann man etwa in den überlieferten Büchern der Inder, Babylonier, Hebräer nachlesen – oder auch in den Mythen der Mittel- und Südamerikaner, der Chinesen, der nordischen Völker (um nur mal ein paar zu nennen). Natürlich meistens überlagert von viel Fantasie und Bildsprache.

Aber es wäre vielleicht spannend, deine Frage in einem neuen Thread mit genau diesem Titel zu stellen: Gibt es für euch einen "großen Sinn"?

Ich würde sagen, dass die Sinnfrage fast zwingend eine Antwort erfordert, ob man das will oder nicht. Es können 100 oder 1000 Jahre vergehen, es wird sich vermutlich nicht ändern.

Es sei denn, man schaltet sein Gehirn oder Bewusstsein vollkommen aus. Wie soll das gehen?
 
Bevor ich mich vielleicht weiter äußere:

Im weitesten Sinne sind Krankheit und Tod kein Sinn des Lebens.
Vielleicht doch? Ohne Krankheit hätten wir gar kein Gefühl für Gesundheit.

Und ohne den Tod wäre die Welt ja schnell voll mit Lebewesen – weil es ja weiter Geburten gäbe.

Ich sehe beides als durchaus sinnvoll an. Wie würdest du diese Phänomene dann erklären, wenn sie un-sinnig sind?
 
Und was sie so dachten, kann man etwa in den überlieferten Büchern der Inder, Babylonier, Hebräer nachlesen – oder auch in den Mythen der Mittel- und Südamerikaner, der Chinesen, der nordischen Völker (um nur mal ein paar zu nennen). Natürlich meistens überlagert von viel Fantasie und Bildsprache.

Aber es wäre vielleicht spannend, deine Frage in einem neuen Thread mit genau diesem Titel zu stellen: Gibt es für euch einen "großen Sinn"?

Es ging mir nicht darum, was die bisherige Menschheit gedacht haben mag, sondern die, die hier mitschreiben. Ich glaube auch nicht, dass man das wirklich verstehen würde, was frühere Generationen darüber dachten, denn dazu müsste man meiner Ansicht nach doch viel über deren Leben damals wissen, um die Aussagen auch realistisch einordnen zu können.

Ich fand diesen Thread vom Titel her für diese Frage eigentlich passend... Es ist meiner Ansicht nach "nur" ein Teilaspekt dieses, finde ich, "riesigen" Themas. Einen Thread aufmachen möchte ich persönlich nicht, mir raucht in diesem schon genug der Kopf. 🙂
 
So leicht ist es nicht, scheint mir. Denn die "offenen Augen" hat nur ein Kind, das noch keine oder fast keine Vorgaben hat. Wir jedoch sind ja schon durch die Sprache und Grammatik extrem begrenzt, unsere Wahrnehmung wird permanent gefiltert und somit unsere Wirklichkeit auf eine Weise konstruiert, die zu unserem Inneren passt.

Anders gesagt: Was nützt es mir, wenn ein indischer Weiser mir seine absolute Erleuchtung und alle Weisheit des Universums erklärt, aber ich seine Sprache nicht verstehe?

Was Sinn und Unsinn scheint (!) ist letztlich nur das Urteil unserer gesammelten Erkenntnisse, nicht die Wahrheit an sich. Positiv ausgedrückt: Jeder darf seinen eigenen Sinn und Unsinn machen 🙂

Kinder scheinen mir sehr viel Neugier, Offenheit und Fähigkeiten zu haben. Leider scheint sich das mit zunehmendem Alter schnell zu ändern. Keine Ahnung, warum das so ist.

~~~

Was Sprache betrifft, das kann auch eine große Hürde zum Verständnis oder was auch immer sein.

Vielleicht wäre es ganz interessant, wenn jeder Mensch bspw. mal jeweils ein Jahr in den USA, Europa und China gelebt hätte, was natürlich einigermaßen unrealistisch ist.
 

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