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Der Sinn des Lebens?

Stimmt vielen ist der Blick über den eigenen Tellerrand unmöglich zu gefangen sind sie in dem Zustand das ihnen etwas "zusteht" weil sie da sind, also etwas was sie nicht schon haben....
 
Schönes Zitat, @_Tsunami_

Eine ähnlich sinnstiftende Sichtweise ist mir neulich begegnet: Anstatt "das Bewusstsein" in sich zu suchen, soll man sich vorstellen, dass man selbst "im Bewusstsein" existiert, so wie man im Universum lebt.

Oder man kann sich vorstellen, dass man "das Universum ist" (weil man ein verbundener Teil des Ganzen ist). Also nicht (nur) ein "Ich" auf der Suche nach Sinn, sondern schon durch sein Sein sinnvoll, weil eben "da".
 
Ich habe in letzter Zeit über das Universum nachgedacht und dadurch kam ich auch mal wieder auf die Sinnfrage. Kurz gesagt glaube ich nicht, dass es einen tieferen Sinn oder Zweck gibt. Dass Lebewesen und andere Dinge existieren ist einfach eine logische Konsequenz.

Ich glaube, dass das Universum unendlich ist. Ob es ein Multiversum gibt oder wir in Wahrheit selbst in einem schwarzen Loch sind, weiß ich nicht.
Ich glaube, dass es kein Anfang und Ende gibt. Unser Universum begann mit dem Urknall, aber für mich ist das nicht der Anfang von allem, sondern nur ein Anfang von unendlich vielen.
Ich glaube alles beginnt mit reinen Energien. Aus diesen Energien entstehen Planeten, Sterne und mit den richtigen Bedingungen auch Lebewesen.
Ich glaube, dass es immer Energien gibt und sie schon immer da waren, weil sonst gar nichts existieren würde.
Ich glaube nicht an Gott, aber ich glaube an Unendlichkeit.

Falls ein Urknall ein ultimativer Reset ist, von dem niemand entkommen kann, wäre das auch die ultimative Erlösung. Gleichzeitig wäre es aber auch ein ewiger Kreislauf, dem man nicht entkommen kann. Man wird selbst wieder zu Energie und etwas neues würde aus einem entstehen und sich mit allem anderen vermischen. Kleinste Partikel von einem selbst würden sich dann überall wiederfinden, ein Teil von uns wäre dann selbst viele Monde, Planeten, Sterne...

Darin sehe ich weder Sinn noch Sinnlosigkeit. Es ist einfach Normalität.

Und als Mensch habe ich meine Limits. Ich bin an die Empfindungen gebunden, die meine Biologie erlaubt. Andere Wesen nehmen vielleicht ganz andere Dinge wahr. Vielleicht sogar Dinge, von denen wir nicht mal wissen, dass es sie gibt.

Am Ende kann man einfach nur versuchen das beste aus einer Situation zu machen. Aber ich finde es schon sehr wundersam, dass ich als Mensch über all diese Dinge nachdenken kann. Oder man lässt es bleiben und existiert einfach, genießt einfach die zur Verfügung stehenden Sinne. 😊
 
Gewissermaßen im Kontext:

Je mehr ich so über alles nachdenke, desto relativer wird es.

Im Grunde ist man alles und nichts. Ich meine, wir definieren uns mehrheitlich über das Selbst. Damit greifen wir an, und das verteidigen wir. Was aber genau ist das Selbst?

Alles, was wir haben oder können, ist nicht wirklich das Selbst. Das eine ist nur Besitztum, das andere sind nur Fähigkeiten.

In verschiedener Hinsicht sind wir auch nur Spielbälle der Umstände - zu dieser Zeit oder an jenem Ort gelandet, mit diesem Besitztum oder jenen Fähigkeiten ausgestattet. Wenn jemand nun ein Milliardär und/oder ein Höchstleistungssportler ist, definiert das das Selbst? Ja und nein, würde ich sagen.

Wenn nun die Milliarden aus irgendeinem Grunde weg sind und auch die sportlichen Fähigkeiten stark eingeschränkt sind, existiert dann das Selbst nicht mehr?

Mal angenommen, das Selbst "steckt ganz tief in einem drin", ungeachtet aller Umstände, was ist dann das Selbst? Sind es vielleicht die Erfahrungen, die Charaktereigenschaften, die Werte, die Ziele oder Träume? Was ist dieses Selbst, für das wir doch bereit sind, alles zu tun?
 
Im Grunde ist man alles und nichts.
... und genau zwischen diesen Extremen liegt die Freiheit der Selbst-Definition!

Du darfst dich heute mal als "Alles" definieren und morgen als "Nichts". Dann pendelst du zwischen Jesus ("Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben", "Ich und der (All-)Vater sind eins") und Buddha (Das Nichts/das Nirvana ist das Ziel) und triffst in diesem Raum so ziemlich alle Denker und Philosophinnen der Menschheit.

Ich mag ja Heinz von Foerster und seine Entdeckung/Definition der "prinzipiell unentscheidbaren Fragen" (auch "frei beantwortbare Fragen")– auf genau so eine bist du anscheinend mit deiner Frage, was denn das Selbst sei, gestoßen, scheint mir. Von Foerster meinte ja auch, dass nicht die Antwort selbst das Wichtige wäre, sondern was die jeweilige Antwort aus einem Menschen macht (siehe nochmal Jesus und Buddha als Extreme).
 

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