Hab noch nie gehört das es dem kranken Partner hilft, wenn der andere plötzlich wieder mehr sein eigenes Ding macht. Du?
Doch, habe ich.
Zum ersten ist es für den gesunden Partner gut, wenn die kranke Partnerin nicht der einzige Lebensinhalt ist.
Man muss sich Zeit für sich selbst und seine Freunde und Hobbys nehmen, um nicht selbst vielleicht im Burnout oder sogar in einer Depression zu landen.
Denn das nützt dem depressiven Partner auch nichts, ganz im Gegenteil.
Menschen mit Depressionen schämen sich auch oft dafür, daß sie nicht mehr wirklich Partner/in sein können, und daß sie in Job, Ehe oder Freundeskreis nicht mehr mithalten können.
Und wenn dann der Partner die Funktion des ständigen Helfers und Pflegers übernimmt, dann empfindet sich ein depressiver Mensch noch mehr als eine Last für seinen Partner, und für alle anderen.
Dadurch kann es dann nämlich auch zu Suizidideen kommen, weil der Depressive denkt, den Partner oder die Angehörigen dadurch quasi "von der Last zu befreien", und ihnen dadurch etwas Gutes zu tun, daß man selbst aus dem Leben scheidet..
2. Ist es auch total verkehrt, einem depressiven Partner alles abzunehmen, und ihn vor der bösen Welt abzuschirmen und zu beschützen.
Das verstärkt die Krankheit und die gefühlte Hilflosigkeit nur noch mehr!
Es ist sehr wichtig, daß man dem depressiven Partner auch mal zutraut, etwas selbst zu schaffen, was er sich vielleicht selbst gar nicht mehr traut.
Etwas wieder Erwarten selbst zu schaffen, wie z.B. ein wichtiges Telefonat, ein Behördengang, der Besuch einer Selbsthilfegruppe o.ä. das gibt auch wieder neues Selbstvertrauen, was ein Mensch mit Depressionen ganz besonders nötig braucht.