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Depressive Parterin verlassen oder nicht?

Tja viele Meinungen und die Ausgangsposition ist immer anders.

Ebenfalls sind die Menschen anders,keiner soll sich gezwungen fühlen,doch wenn ich den Partner liebe,werde ich ihn dann auch nicht alleine lassen.
 
Ich antworte bewusst deutlich: JA.
Denn am Ende des Tages ist der kranke Menschen nicht geheilt, sondern beide krank.
Siehst du das als Vorteil? Für wen?
Oder als vernünftige Entwicklung? Inwiefern?


Merkwürdiges Argument. Dann dürfte es ja niemals eine Trennung geben, weil man stets zu Beginn nie zufällig zusammen kam?


Aber genau das soll er doch bis dorthin treiben, deiner Meinung nach.
Ich glaube, du verkürzt meine Aussage ziemlich stark.
Natürlich darf es Trennungen geben. Und selbstverständlich soll niemand bleiben, bis er selbst daran zerbricht. Das habe ich nie behauptet.
Mein Punkt ist ein anderer: Eine schwere Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, kein Charakterfehler und kein Beziehungsversagen. Wenn eine massive Krise automatisch bedeutet, dass man die Beziehung infrage stellt, darf man zumindest fragen, wie belastbar das Fundament war.

Es geht nicht darum, dass am Ende "beide krank" sein sollen. Es geht darum, ob man wirklich alles geprüft hat. Professionelle Hilfe, Entlastung, neue Wege – bevor man entscheidet, dass es keine Zukunft mehr gibt.
Zwischen Selbstschutz und Bequemlichkeit liegt ein Unterschied. Und genau darüber habe ich gesprochen.
Denn eine Beziehung beweist ihren Wert nicht daran, wie gut sie funktioniert, wenn alles leicht ist, sondern daran, wie man miteinander umgeht, wenn es schwer wird.
 
Hab noch nie gehört das es dem kranken Partner hilft, wenn der andere plötzlich wieder mehr sein eigenes Ding macht. Du?
Doch, habe ich.
Zum ersten ist es für den gesunden Partner gut, wenn die kranke Partnerin nicht der einzige Lebensinhalt ist.
Man muss sich Zeit für sich selbst und seine Freunde und Hobbys nehmen, um nicht selbst vielleicht im Burnout oder sogar in einer Depression zu landen.
Denn das nützt dem depressiven Partner auch nichts, ganz im Gegenteil.

Menschen mit Depressionen schämen sich auch oft dafür, daß sie nicht mehr wirklich Partner/in sein können, und daß sie in Job, Ehe oder Freundeskreis nicht mehr mithalten können.
Und wenn dann der Partner die Funktion des ständigen Helfers und Pflegers übernimmt, dann empfindet sich ein depressiver Mensch noch mehr als eine Last für seinen Partner, und für alle anderen.

Dadurch kann es dann nämlich auch zu Suizidideen kommen, weil der Depressive denkt, den Partner oder die Angehörigen dadurch quasi "von der Last zu befreien", und ihnen dadurch etwas Gutes zu tun, daß man selbst aus dem Leben scheidet..


2. Ist es auch total verkehrt, einem depressiven Partner alles abzunehmen, und ihn vor der bösen Welt abzuschirmen und zu beschützen.
Das verstärkt die Krankheit und die gefühlte Hilflosigkeit nur noch mehr!
Es ist sehr wichtig, daß man dem depressiven Partner auch mal zutraut, etwas selbst zu schaffen, was er sich vielleicht selbst gar nicht mehr traut.
Etwas wieder Erwarten selbst zu schaffen, wie z.B. ein wichtiges Telefonat, ein Behördengang, der Besuch einer Selbsthilfegruppe o.ä. das gibt auch wieder neues Selbstvertrauen, was ein Mensch mit Depressionen ganz besonders nötig braucht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie weit der TE, um den es hier geht, diesbezüglich mittlerweile ist, hast du gelesen?
Das was du hier beschreibst, war vielleicht mal einer der vorherigen Stufen. Irgendwann, vor Jahren.
Wir wissen ja immer noch nicht, seit wann die Frau krank ist.
"Lange Zeit", das kann alles Mögliche bedeuten...

Und wie viel sie noch selbst machen kann, und ob sie krankheitseinsichtig ist oder nicht, das wissen wir auch nicht so wirklich.
Da fehlen m.E. noch ein paar Infos vom TE, um die Sache besser beurteilen zu können.
 
Es gibt nicht nur schwarz weiß,es gibt mittlerweile sehr viele Hilfsangebote auch zur Betreuung zu Hause.

Wenn man das möchte ,ich gehe davon aus das ich das Beste möchte für meinen Partner ,mit dem ich viele gute Zeiten erlebt habe.
Wenn ich ihn nicht mehr liebe dann erübrigt sich alles dann soll man für sich selbst das Beste suchen.

Dann besteht durchaus die Möglichkeit einer Überforderung ....da ich es nicht mehr aus Liebe mache.
 
Hi kihap,
wir sollten in der Therapie mal ein Schaubild machen, inwieweit die Menschen in unserem Leben uns Energie "rauben" und wieviel Energie wir im Ausgleich aber auch von ihnen zurückbekommen.
In einer gesunden Beziehung sollte sich beides die Waage halten, ansonsten sollte man sich von diesen Menschen lieber trennen.

Das kannst du ja auch mal bei deiner Freundin machen.
Aus deinem Eingangsbeitrag lese ich nur raus , dass sie dir Energie raubt und du quasi den Ersatz-Therapeuten für sie geben musst, während sie dir nicht mal das Gefühl gibt, dass sie dich liebt und schätzte.
Dass ist schon ein großes Ungleichgewicht.
Ein Depressiver ist zwar krank, aber sollte trotzdem auch etwas zurückgeben. Zumindest das Gefühl "ich schätze dich als Partner, und das, was du für mich tust". Wenn nicht mal das kommt, dann stimmt was nicht.
Es kann nicht sein, dass nur du monate- , jahrelang, keine Ahnung wie lang das schon so geht, gibst, gibst, gibst, und von ihr kommt nichts.
Wenn du da dann irgendwann aus Selbstschutz die Reißleine ziehst, musst du dir dann nicht sagen lassen, du schmeißt irgendwie feige oder faul die Beziehung weg und würdest deine Partnerin im Stich lassen.

Ich bin selber depressiv, früher mehr als heute, und mir gehts auch deswegen besser, weil mein Partner mir irgendwann klar gesagt hat: "Ich unterstütze dich gern dabei nen Therapeuten zu finden, aber wenn du nix tust und erwartest , dass ich mich um deine Gesundheit und dein Wohl kümmer, dann bin ich bald weg".
Und zu der Ansage hatte er auch alles Recht. Und hätte er sie nicht gemacht, ich wäre heute noch nie in Therapie gewesen.

Gerade wenn du sagst, sie sei schwer depressiv, braucht sie ne Therapie, um da alleine rauszukommen eventuell wären auch Medikamente nötig, damit ihr Gehirnstoffwechsel überhaupt mal wieder in normale Bahnen kommen kann.
Hat sie schonmal Medikamente genommen?
An Termine bei einem Psychiater kommt man etwas schneller. eventuell auch an einen Platz in einer Tagesklinik.
Ist sie arbeitsfähig? Wenn sie arbeitslos ist, könnte vielleicht das Arbeitsamt einen Therapieplatz (in einer Tagesklinik) vermitteln? So bin ich damals an einen Platz gekommen. Die hatten da Kontakte.

Ich weiß nicht, wie wohlhabend deine Freundin ist, aber vielleicht wäre auch ein Gedanke , dann eben als Selbstzahler , zumindest um bisschen stabil zu werden, eine Therapie zu machen.
Sollte einem die eigene Gesundheit (und auch deine Gesundheit, um dich zu entlasten) wert sein (wenn man denn das Geld hat).

Auf jeden Fall würde ich dir raten, klar zu signalisieren, dass du nicht weiter den Ersatz-Therapeuten gibst und sich etwas tun muss, und das muss von ihr ausgehen.
Sie ist zwar krank, aber als erwachsene Frau trotzdem für die eigene Gesundheit verantwortlich.
Das bist du nicht. Unterstützung - ja. (Alleinige) Verantwortung - nein.

Hast du das schon alles getan und es tut sich seit Jahren(?) nichts, dann hast du alles Recht der Welt zu gehen, um dich selber zu schützen.
 

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