Spax,
Du gehst davon aus, dass man manchmal aus Trotz oder Bequemlichkeit schweigen würde.
Manchmal möchte man aber seine Worte einfach nur überdenken um niemanden zu verletzen. Es gibt immer mehrere Welten, in denen sich Menschen bewegen. Nur weil Trotz in Dein Konstrukt passt, dass Du Dir zurecht gelegt hast, muss nicht wirklich Trotz dahinter stecken.
Ich selbst schweige auch, wenn ich beispielsweise aufgegeben habe und einfach keine Konfrontation wünsche. Wer Recht haben will, der hat Recht - in seiner Welt und daran ist dann auch nichts zu verändern. Das entspricht in der Kommunikation der Senderichtung.
Viel interessanter finde ich die Empfangsrichtung, die man auch unterstützen kann:
"Wie siehst Du das?"
"Wie fühlst Du Dich?"
"Was denkst Du darüber?"
Wenn dann keine Verurteilung für die eigenen Gedanken kommen, weil sie dem Kontext des Fragenden nicht entsprechen, sondern diese als das was sie sind - eigene Meinungen und Ansichten - anerkannt werden, dann hört das Schweigen ganz sicher ganz schnell auf.
Kommunikation ist nicht nur Senden, Kommunikation ist vor allem Empfangen.
Das darf und sollte man nicht vergessen.