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Das Schweigen der Männer...

Er kann nichts dafür, dass er solch eine schlimme Mutter hat.

An deiner Stelle würde ich den Kontakt zu ihr sein lassen und wegen einer fehlenden Unterschrift nicht beleidigt sein.
Er kann trotzdem zu dir stehen, nur will er mit ihr vermutlich nicht noch mehr Stress haben.

Es wäre gut, wenn er sich von seiner Mutter distanzieren würde.
 
Na dann wirst Du Dich einfach mit der Situation so abfinden müssen, wie es ist. Und wie Du das ja offenbar schon immer tust. Etwas an seinem Verhalten zu ändern wird schwierig sein.

Aber vielleicht kannst Du ihn ja jetzt besser verstehen, bei der Mutter-Problematik und sein Verhalten eher akzeptieren.

Ich persönlich finde zwar, dass man als erwachsener Mensch auch mal an seinen Kindheits-Traumatas arbeiten kann und nicht seinen Partner darunter leiden lassen muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Grunde hast Du die Antworten direkt vor deiner Nase.

Er redet mit seiner Mutter nicht über seine Beziehungen - was ich persönlich sogar gut verstehen kann, weil ich selbst ein schwieriges Verhältnis zu meiner Mutter habe und das auch nicht tue. Das hat gar nichts mit meiner Freundin zu tun, sondern ausschließlich mit der Mutter.

Da Du das schon als persönlichen Angriff wertest, muss Dir auch klar sein, warum dein Freund lieber schweigt, als mit Dir darüber zu reden. Das ist übrigens eine Eigenschaft, die ich auch sehr oft bei Frauen beobachte und erst kürzlich wieder in ihrer reinen Form erlebte.

Auf der einen Seite beschweren sich Frauen, dass wir Männer nicht über unsere Gedanken und Gefühle reden. Auf der anderen Seite wird - wenn wir es tun - jedes Wort auf die Goldwaage gelegt und als Angriff gewertet, wofür wir uns dann auch noch elendig lang rechtfertigen müssen - anstatt einfach nur zuzuhören und da zu sein.

Ist man kritikfähig oder nicht? Kann man nur zuhören oder nicht? Sollte man sich dabei immer selbst fragen.

Also nimm das einfach nicht persönlich, so schwer kann es nicht sein. Bist Du mit ihm zusammen oder mit seiner Mutter? Wenn er ein schwieriges Verhältnis zu seiner Mutter hat, dann hat es auch mit Sicherheit seinen sehr guten Grund. Du bist nicht da, um ihn zu therapieren oder das Verhältnis zu seiner Mutter zu kitten! Das ist nicht deine Rolle oder deine Aufgabe. Deine Aufgabe ist es m.E. ihm vorwurfsfrei zuzuhören und ihm die Hand zu halten, wenn er unter den familiären Problemen aus der Vergangenheit zu leiden hat.

Es ist nicht an Dir, dies zu bewerten oder zu verurteilen. So sehe ich das jedenfalls.

Wenn Du das nicht akzeptieren kannst, ist er der Falsche für Dich - das wäre meine reale Einschätzung des Ganzen aus der Ferne. Wenn er darüber ungern redet, ist es seine Entscheidung - manche Dinge möchte man endlich hinter sich lassen und nicht immer wieder breit treten.

Wenn das jetzt bissl grob rüberkam - sry, bin nur ehrlich und gerade heraus
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich möchte ihn ja gar nicht ändern und akzeptiere auch, dass ich für seine Mutter nicht existent bin, aber ich werde ja wohl noch sagen dürfen, dass ich das verletzend finde, ohne dass er gleich beleidigt das Visier runterlässt.

Abgesehen davon ist seine Mutter ja nicht das einzige Thema.

Es ging mir darum, wie man (Mann) in Konfliktsituationen (nicht-)reagiert.
 
Liebe Spax,

wie sich Menschen immer wieder in Beziehungskonstellationen finden, in denen sie sich eigentlich nie befinden wollten, erstaunt mich immer wieder. Ich habe viele Jahre gekämpft, habe an mir und meinem Partner gearbeitet, habe nach Lösungen gesucht und um Worte gerungen. Bis ich dann jemanden traf, mit dem es garnicht so schwer war. Es gab auch Probleme und Fragen, aber die meisten waren lösbar.

Was mir damals klarer geworden ist: ich bin nicht auf dieser Welt, um es immer schwer zu haben, um ständig nur kämpfen und mich plagen zu müssen. Und Du bist das auch nicht. Heute will ich manche Schwierigkeiten einfach nicht mehr haben. Wenn Dein Partner die Zähne nicht auseinander bringt, dann soll ER das lösen, oder eben nicht. Wenn er einen Besen als Mutter hat, dann soll er an einer Konstellation mitarbeiten, die es auch für Dich erträglich macht.

Manche Probleme lassen sich nicht lösen. Das ist meine Erkenntnis. Nicht selten liegt es dann an mir, denn ich bin der konstante Faktor. Über manche meiner Hürden komme ich (noch) nicht hinweg oder brauche einen Anlauf, den ich selten habe. Manchmal erschreckt mich das zutiefst und manchmal muss ich damit leben, muss es akzeptieren.

Es stimmt schon: so manche Herausforderung muss man annehmen, muss daran wachsen. Aber muss sich eine Beziehung wie eine immer währende Plage anfühlen? Schweigen ist wie Treibsand. Man steckt fest, arbeitet sich ab, aber kommt nicht voran und man versinkt in den eigenen Kämpfen und Bemühungen und wozu? Nur um immer wieder an diesem Punkt zu landen?

Wenn ich erkennen muss, dass ich es mir mit manchen meiner Schwächen zu bequem gemacht habe, ist mir das peinlich und ich werde sauer auf mich und doch ändert sich auch dann nicht so viel. Auch ich brauche die Geduld von anderen, brauche Mitgefühl und Verständnis, weil ich so einiges einfach nicht besser kann. Aber darf man für sich und andere zu einem Mühlstein werden? Darf ich mich einfach an jemandes Hals hängen? Habe ich schon gemacht und hat man mit mir schon gemacht. Aber damit darf auch mal Schluss sein. Ein Mühlstein ist keine Halskette, auch wenn man das unterschiedlich sehen kann. Ich gehe auf das letzte Drittel meines Lebens zu. So einiges an Sorgen hätte ich auch einfach sein lassen können. Manche Probleme darf und muss mein Partner ohne mich lösen. Wenn es zu meinem Problem zu werden droht, muss ich mich entscheiden, ob ich das zulasse, oder nicht. Soweit die Theorie. Die Praxis sorgt dann für Sand an Stellen, wo Sand einfach nicht hin kommen sollte.

Vor ein paar Jahren, habe ich zu einem Menschen sagen müssen, dass ich mich seiner Probleme nicht annehmen kann. Ich hatte nicht die Kraft dazu. Ich kam mir wie ein schlechter Mensch vor. Aber mein Nachhauseweg fühlte sich befreiter und viel leichter an. War garnicht so übel, es etwas leichter zu haben.
 
Schweigen halte ich in einem Konflikt für legitim, aber auf Dauer halt am Ziel vorbei.

Schweigen kann kurzfristig eine Lösung sein, eine Art von Antwort ist es natürlich auch, bietet Schutz und Rückzug.

Konflikte gibt es überall. Dennoch muss es in einer Beziehung möglich sein, Gefühle mitzuteilen, auch die negativen, sonst braucht man keine Beziehung.

Er hat mir dann gestern einen Blumenstrauß zu Valentin geschenkt (ich weiß, dient vorallem dem Floristikgewerbe dieser Valtentinstag). Dennoch ist es ein schöner Strauß und nicht vorgefertigt. Hat die Blumen einzeln ausgesucht und von der Floristin binden lassen.

Das ist seine Art der Kommunikation. Das freut mich dann natürlich auch und ich weiß das zu schätzen.
 
Ich finde es einfach nervtötend, wenn man 16 Jahre zusammen ist und stolpert immer wieder über dieselben Konfliktstellen und der Herr reagiert wie ein trotziges Kind, anstatt sich mit mir / mit uns auseinanderzusetzen.

Ärger auf Arbeit, Ärger in der Partnerschaft - folglich schon wieder krankgeschrieben, weil so was geht mir schlicht auf die Gesundheit. Außerdem ist es Verlust an Lebenszeit, die man anders verbringen könnte.

Spax

Hinter einer Trotzhaltung stecken meist Enttäuschungen.
Enttäuschungen über die Reaktionen des Partners in bestimmten Situationen, über die Beziehung, über den Alltag, das eigene Leben ...

Enttäuschungen sind unerfüllte Erwartungen. Dabei wünscht man sich, dass der Partner etwas von sich aus tut. Man möchte es nicht einfordern, einklagen, eindiskutieren.
 
Und eben weil der Schweiger die Kommunikation verweigert (warum auch immer), bleibt diese Unsicherheit, dieses "Ja was is nu?", mit dem man alleine fertig werden muss. Natürlich kann man lernen, damit umzugehen. Wenn Du mit seiner Art Antwort durch die Blume klar kommst und Dir das reicht, dann ist es ja gut. Aber wenn das nicht der Fall ist, weil er Dich in einem solchen Moment alleine lässt, dann darfst Du das bemerken und auch als das empfinden, was es für Dich ist: fehlende Unterstützung und mangelnde Kommunikation.

Dieses mit großen Augen angedeutete "Spürst Du, was ich denke" mag zwar in einem rührseligen Film nett rüber kommen, aber im Alltag schmecken die Fische ohne Butter einfach weniger. Hätte er keine Zunge mehr oder eine Sprachstörung, ok. Es gibt so viele Arten der Kommunikation. Vielleicht sollte er seine Gedanken aufschreiben oder sie Dir per Sprachnachricht schicken. Ich kenne ein Dorf, da legen die Teenager Liebesbotschaften mit Steinen an einen Berghang, weil der Fußweg zum anderen Dorf über eine Stunde dauern würde. Auch nett.

Seine Herzenswünsche zurückstecken zu müssen, hat auf Dauer nichts Edles und helfen tut es auch nicht. Er muss nicht aus 10.000m Höhe ohne Fallschirm abspringen, es sind nur Worte und einige seiner Gedanken. Das kann man üben, wenn man will. Und jetzt bin ich gerade richtig stinkig, weil diese "Kleinigkeiten" einem manchmal das Leben so schwer machen können.
 
Wenn er darüber ungern redet, ist es seine Entscheidung - manche Dinge möchte man endlich hinter sich lassen und nicht immer wieder breit treten.

Es ging mir auch nicht ums Breittreten, ganz sicher nicht. Aber werde diesbezüglich künftig wohl besser meine Klappe halten.

Mein Verhältnis zu meinen Eltern ist/war halt ein ganz anderes. Deswegen kann ich so was wohl einfach auch nicht nachvollziehen.
 
Was mir noch dazu einfällt: Eigentlich müsste der Titel "Schweigen der Menschen" heißen, weil diese Art der Reaktion ja nicht einfach nur manche Männer betrifft.

Ich kannte eine Frau, die ihrer Mutter zum Geburtstag/Weihnachten ausgesuchte Geschenke geschenkt hat, die sie dann teilweise von ihrer Mutter komentarlos wieder zurückgekriegt hat, weil sie ihr anscheinend nicht gefielen. Also da wäre mir ein Schweigen in dem Fall lieber gewesen, als eine so eindeutige Reaktion.

Den Kontakt zu ihrer Mutter hat sie dann im Laufe der Zeit auf ein Minimum reduziert. Alles andere wäre wohl vergebene "Liebesmüh" gewesen. Ich finde es trotzdem schlimm, dass es überhaupt so etwas gibt.
 

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