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Mr. Pinguin
Gast
? Ich hab heute ein wenig über die japanische Gesellschaft nachgelesen. Es sind 12 Std.- Arbeitstage üblich, der normale Arbeiter macht nach dem Chef Feierabend. Danach muss man mehr oder weniger noch mit den Arbeitskollegen in einer Bar zusammensitzen, um sich über über arbeitsrelevante Dinge zu unterhalten, die während der Arbeitszeit nicht möglich sind. Wer nicht mitmöchte, grenzt sich bewusst aus.Nein, das sehe ich anders. Was es für unbedarfte Bürger westlicher Nationen so scheinen lässt, ist, dass man mit den eigenen Wertvorstellungen auf die Kultur blickt. Doch der wesentlichste unterschied zu vielen anderen Nationen ist der, dass man dort im Kollektivismus lebt. Das wohl der Gesellschaft hat also einen höheren Stellenwert als das Wohl des einzelnen. Das schließt aber in keiner Weise aus, dass man sich auslebt. D.h. solange man Rücksicht auf seine Mitmenschen nimmt.
Und grade die fehlende Rücksichtnahme erkennt man doch öfter, auch hier im Forum als Problem Vieler.
Es herrscht ein sehr starker Leistungsdruck. Die Selbstmordrate soll doppelt so hoch sein wie in Deutschland. Die Verhaltensweisen sind völlig genormt. Es herrscht dort eine Schamkultur, d.h. es herrscht eine große Furcht des Einzelnen vor Missbilligung oder Bloßstellung durch eine "äußere Instanz", also durch Wert- und Normvorstellungen, welche die Gesellschaft vorgibt. Bei einer Schamkultur erfolgt die Schuldbewältigung nicht durch ein Gewissen, welches dem eigene Selbst zugrunde liegt. Stattdessen werden Normverletzungen vermieden, um eine Missbilligung (mit einhergehendem Schamgefühl) von "externer Wertung" zu vermeiden, weil dies als Bestrafung erlebt wird.
Das hört sich für mich nicht nach Auslebung von Individualismus an.
Es kommt darauf an, wer man ist. Menschen können auch das genaue Gegenteil von nett sein.Menschen können sehr nett sein. Man muss nur dran glauben und vertrauen.