... mit Atlantis hat der Meteoriteneinschlag im Atlantik übrigens nix zu tun.
Atlantis war eine minoische Kolonie irgendwo in Libyen, vermutlich auf der heutigen Cyrenaika, weil die beschriebene Rechteck-Form und Größe (in griechischen "Stadien" laut Plato) paßt. Die Behauptungen, Atlantis hätte im (heutigen) Atlantik gelegen, geht auf eine falsche weil "moderne" Lesweise zurück, das "Meer des Atlas" laut Plato ist nämlich NICHT identisch mit dem heutigen Atlantik (der hieß damals Okeanos, das "weltumspannende" Meer!),
sondern ist jenes Meer, das an seiner ganzen Südküste von den Ausläufern des Atlas-Gebirges, des "Himmelsträgers", beherrscht wird - das westliche Mittelmeer!
Das bis zum Aufstieg und der Ausbreitung des Römischen Imperiums sowas wie Terra Incognita war, weil der ganze "zivilisierte" Schiffsverkehr sich vorher hauptsächlich im östlichen Mittelmeer bewegte, alles was westlich des Sperr-Riegels namens Italien lag, wurde von wilden Völkern, Menschenfressern (siehe Homers Odyssee) und schlimmerem bevölkert, mit nur ganz wenigen eingesprenkelten Kulturzentren wie Tartessos.
Wenn man sich dann das antike minoische See-Reich anschaut, Santorin, Kreta und nach neueren Erkenntnissen auch noch ein Stück von Libyen dazu, also eine verdammt große Einflußzone, "größer als das (damals bekannte!) Gebiet von Kleinasien und Afrika zusammen" -
dann macht Platos ganze Geschichte, nämlich daß die alten Ägypter sich mit den Festlandsgriechen, den Achäern und eingefleischten Erzfeinden der Minoer, verbündet haben, absolut Sinn,
denn den Ägyptern dürfte eine minoische Kolonie gar nicht weit weg von ihrer mittelmeerischen Haustür, dem Nildelta, ungefähr so "lieb" gewesen sein wie den Amerikanern die sowjetischen Atomraketen auf Kuba.
Und auch die Beschreibung, daß man von "Atlantis" (Cyrenaika), wenn man sich westlich hält (Kurs Zinn- und Bernsteininseln), erst an einer ziemlich großen Insel entlangschrammt (Südküste von Sizilien), dann irgendwann auf kleinere Inseln stößt (Balearen) und dann erst das "wahre weltumspannende Meer" (Okeanos - hinter Gibraltar) erreicht, erweist sich so als völlig korrekt.
Untergegangen ist das minoische Reich, wie von Plato beschrieben, erst durch eine Naturkatastrophe, der Ausbruch des Thera-Vulkans, dessen Tsunamis gerade für eine Nation von Seefahrern und Küstensiedlern besonders verheerend waren, und anschließend durch Invasion der Festlandsgriechen, die alles was die Katastrophe noch übrig gelassen hatte, plünderten und plattmachten.
Die "Säulen des Herakles" laut Plato bei Atlantis waren allerdings nicht mit Gibraltar identisch. "Säulen des Herakles" war in der Antike ein Synonym für jede enge Meeresdurchfahrt durch hohe Felsen, auch auf die Dardanellen wurde diese Bezeichnung angewendet (Richtung Schwarzes Meer), die Säulen von Atlantis dürften irgendwo an der nordafrikanischen Küste auf halben Weg zwischen Cyrenaika und Nildelta gelegen haben und sind heute aufgrund jahrtausendelanger Verlandung des ganzen Gebietes nicht mehr sichtbar. Die Cyrenaika soll nämlich ursprünglich eine eigenständige Insel im Mittelmeer gewesen sein, von Afrika abgetrennt durch einen schmalen, heute versandeten und nicht mehr sichtbaren Meereskanal, die genannten Säulen, also Felsformationen, müssen sich an der damaligen Küstenlinie am Mittelmeer befunden haben.