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Darf man sein Kind schlagen?

Diese Frage ist doch ganz leicht zu beantworten . NEIN man darf Kinder nicht schlagen...

Eine andere Frage ist viel interessanter:
Wie schaffe ich es mir sicher zu sein, das ich so sehr in mir ruhe, das ich, falls ich Kinder haben werde, immer genug Worte habe, immer ein Argument habe, niemals selbst so verunsichert bin, das ich Gewalt gegenüber einem Schwächeren ausübe, den ich ja auch noch liebe...
Guter Beitrag. Das sind Fragen, die jemanden über Jahre hinweg begleiten - mit offener Antwort.
Da muss man ran gehen.

Welche Eltern sagen schon, he ich will mein Kind schlagen. Selbst die die es ab und an tun haben ein schlechtes Gewissen und würden es lieber anders machen. Es sei denn die Menschen sind Sadisten. Die gibt es auch. Denen macht das Spass.
Jepp.


Das ist die Frage die ich mir stelle, das ist die Herausforderung. Nicht an dem Alltag zu scheitern.
Worthülsen, wie das darf man nicht.... das kann ich auch...
Ganz genau!!!
Wenn ich Berichte lese von Eltern denen es passiert ist (sofern sie keine miesen Sadisten waren), dann war es im Affekt.

@ Nordrheiner, das war das was an deinem Bericht so irritierend war. Es klang als wäre dies ein gut durchdachtes, absichtliches Schlagen des Kindes gewesen. Um ihm was beizubringen. Kein Affekt. Und da haben die meisten ein schlechtes Gefühl

Ja, Rascas, das kann ich auch nachvollziehen. Das war vor vielen vielen Jahren. Damals war das auch in allerbester Absicht gut durchdacht - und trotzdem unnötig, falsch. Also doch nicht gut genug. Aber dieses "trotzdem falsch" kann ich heute nur deshalb sagen, weil ich deutlich erfahrener bin und könnte ich in einer Zeitmaschine zurückreisen, würde ich mir selbst eine andere Überlegung mit auf den Weg geben. Meine Absicht war gut, meine Methode falsch.

Ich hatte das Beispiel gebracht, vor allem die Aussage meines Sohnes im Anschluss daran, weil ich froh war und immer noch bin, dass trotz meiner Fehler der Junge echt gut geraten ist und sogar unversehrt seinen eigenen Lebensstil überlebte. Und das meine ich wörtlich. (Unter uns: Ich finde Schlagen einfach schlimm und Anschreien auch und empfinde es im Herzen eher so, als ob ich der Bestrafte sei. Es tut mir mehr weh, als ...)
 
Schlagen ist das erlaubt? Nein ist es nicht. Nicht einmal einen anderen Erwachsenen. Warum also sollte es erlaubt sein ein Kind zu schlagen. Auch wenn es das eigenen ist, so ist es ein eigenständiger Mensch. Unterlegen demjenigen der schlägt. Also warum sollte dies erlaubt sein?

Auch Tiere schlagen ist verboten. Warum also sollte ein Kind schlagen, das hilflos und wehrlos ist, richtig sein? Warum sollte ein Kind schlechter bewertet werden? Also warum sollte das Schlagen eines Kindes erlaubt sein?

Sollte es dem Erwachsenen nicht möglich sein eine andere Lösung zu finden als Schläge zu verteilen? Sollte der Erwachsenen sich nicht immer wieder bewusst machen was er tut?

Oft sind es gerade die, die jedem Streit mit anderen Erwachsenem aus dem Weg gehen würden, die ihre Kinder meinen durch Schläge erziehen zu müssen. Doch es ist verboten und das mit Grund.

Es sollte selbstverständlich sein sich dessen bewusst zu sein, dass Kinder besonderen Schutz brauchen. Wer Kinder hat, sollte alles tun sein Kind zu schützen, sollte über Möglichkeiten nachdenken, wie einem Kind wichtige Regeln im Leben übermittelt werden können. Dazu gehört auch das Vorleben, wie mit Konflikten umgegangen werden kann und das gewaltfrei.

Deine flammende Rede ist beeindruckend. Nur mit "sollte" beschreibst Du lediglich die Meßlatte, nicht die Lösung.
Es waren Fragen. Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen . Es ist leider nicht selbstverständlich, darum steht da sollte. Doch der Erwachsene, ist derjenige sein, der seine Handlung bestimmt.

Sich auf den Staat zu berufen, ist kein Argument für Eltern. Der Staat macht es sich auch einfach. Im Falle eines Falles bekommen die Aufzöglinge Jugendarrest und der weiße Ring kümmert sich um die Opfer.Mir ist noch der Report einer liebevollen Mutter im Sinn, die sich keinen Grund vorstellen konnte, warum ihr Sohn zur ISIS auswanderte, wo sie ihn doch immer gewaltfrei und liebevoll erzogen hätte. Sowas hätte sie ihm nie zugetraut.
Das es trotz des Verbotes schlagende Eltern gibt, dass ist mir mehr als genug bekannt. Doch ich kenne mehr Jugendliche, die die Gewalt, die sie erlebten weitergeben als umgekehrt. Jedoch heißt es auch nicht, das keine Schläge eine gewaltfreie Erziehung ist.
Wenn Kinder weder erforderlichen Regeln noch Erläuterungen oder Verboten (Stubenarrest, Sperrung des Internets) zugänglich sind, dann solltest Du jetzt mal dafür eine Lösung anbieten. Soviel zum "sollte".

Können Regeln nur mit Gewalt durchgesetzt werden? Helfen nur Schläge? Wie wäre es mit Konsequenz bei den Regeln, nur das fordern, was angebracht und angemessen ist. Selbst sich entsprechend verhalten.
Kinder brauchen Regeln ja, doch Kinder brauchen keine Schläge und auch keine psychische Gewalt.
In Familien herrscht ein nehmen und ein geben. Welche Regeln worden gebrochen, welche möglichen Konsequenzen gibt es? In wie weit sind die Regeln sinnvoll und wie verhalte ich mich, was die Regeln angeht?
Wieso aber sollte da mit Schlägen mehr erreicht werden? Wenn es dem Kind unsinnig vorkommt?

Welche Methoden gibt es außer schlagen? Sehr kleine Kinder, da ist noch nicht viel mit reden, sie von etwas abzubringen, doch muss es gleich mit Schläge konfrontiert werden, weil es gar nicht versteht, dass ein Tischdecke vom Tisch gezogen wird, wenn sich daran festgehalten wird? Oder gibt es da für den Erwachsenen andere Lösungen, wie z.B. erst wieder eine Decke auflegen, wenn das Kind sicher stehen oder laufen kann? Vorbeugen statt strafen. Später da können Worte benutzt werden. Der Erwachsene ist dem Kind kopftechnisch überlegen, er kann dies nutzen im Umgang mit seinem Kind, kann Schritte vorausdenken und sicher auch einem Kind nach und nach immer mehr Konsequenzen merken lassen. Doch wie viele Eltern drohen mit Konsequenzen, die sie selbst dann nicht durchhalten.
Jedes Kind ist anders, jedes Kind braucht seine individuelle Erziehung. Oft fordert es sehr viel von den Eltern an Geduld. Oft braucht es mehr als die Eltern ein Kind zu erziehen, weil manch ein Kind so anstrengend ist, dass die Eltern nicht ausreichend Energie haben. Doch was mach ich mit solch einem Kind, dass so energiegeladen ist. Wenn es noch klein ist viel hinausgehen, dass es viel entdecken kann, das es gefordert und gefördert wird. Ein solches Kind braucht es sich auszupowern, also such ich wo dies möglich ist, sporne es seine Energie umzusetzen.
Was kann ist zu tun, das Kind hat einen Teller voll Essen und will es nicht, es spielt , schiebt den Teller immer wieder weg, stochert herum, greift mit den Fingern rein, wie soll das bloß werden, wenn das Kind groß ist. Es muss doch lernen sich am Tisch ordentlich zu benehmen. Jetzt gibt es die Möglichkeit, ich weiß mir nicht zu helfen ein Klaps auf die Finger und wenn das nicht reicht. Soll das wirklich die Lösung sein? Warum muss das was angeboten wird gegessen werden? Warum muss es zu einem Kampf kommen? Das Kind wie alt ist es? Es hat schon selbst sagen können was es wollte und trotzdem kommt es dazu. Dann nehme ich das Essen weg und stelle es zur Seite. Nun gibt es später aber auch keine Naschis dafür, so dass es sich daran satt essen kann.
Warum sollte der Klaps auf die Finger, wie oft zu sehen ist, die Lösung für dieses Problem sein. Auch ein Kind das kaum auf den Tisch schauen kann hatte nicht vorgehabt, die Tischdecke mit samt dem was drauf stand herunterzureißen.
Ein Kind was im Laden schreit, weil es was haben will, lernt auch ohne einen Klaps auf den Hintern, dass es grad nichts gibt, wenn konsequent der Einkauf ohne, ach die muss jetzt als Belohnung noch schnell in den Wagen und vielleicht sogar gleich schon gegessen. Auch hier gibt es andere Wege und Lösungen.
Doch die Frage hier war nicht "welche Möglichkeiten gibt es Kinder ohne Schläge zu erziehen", sondern "Darf man sein Kind schlagen".
Oben stehen einfach lauter Fragen, warum sollte die erlaubt sein. Wer darf seinen Nachbarn schlagen, weil er die Musik nach der eigenen Vorstellung zu laut aufgedreht hat und wer würde diese Frage in den Raum stellen. "Darf man seinen Nachbarn schlagen" Mal von Notwehr abgesehen, die es bei einem Kind wohl eher weniger gibt. Vielleicht wenn dieses schon sehr groß und kräftig ist, doch wenn ich mich von meinem Kind bedroht fühlen würden, dann wäre wohl einiges im argen. Doch um diese Kinder geht es bei dieser Frage wohl eher nicht.
 
Also vergleichst du das Gesetz "keine Gewalt gegen Kinder" mit ethisch fragwürdigen Erwartungen während eines Regimes und nimmst dies als Beispiel, man müsse ja nicht alles befolgen. Und das macht deine Argumentation nun weniger geschmacklos? Wie man es auch dreht und wendet - dieses Argument hinkt einfach extrem.
Nein, ich vergleiche keine Gesetze - sondern die gedankenlose Art, mit ihnen umzugehen.
Du windest dich wie ein Aal. Du schiebst jetzt Dein Problem zu mir rüber. Meine Haltung ist aus verschiedenen Beiträgen herauszulesen.

Worum geht es dir? Siehst Du, jetzt gefällst Du mir langsam. Nachdenklich werden... und hinterfragen.

Geht es dir darum zu sagen: ich finde, Eltern sollte es selbst überlassen sein, ob sie zu solchen Erziehungsmaßnahmen greifen? Oder darum, dass "Fehler" passieren können? Oder willst du dich für dein eigenes Handeln rechtfertigen?
Weder noch oder von Allem ein bißchen. Das Thema ist mir viel zu wichtig, als dass eine Ja/Nein Frage dem auch nur annähernd gerecht werden könnte. Und das ärgert mich an diesem Faden, obwohl ich direkten Fragen ansonsten nicht abgeneigt bin. Einer erfahrenden Mutter brauche ich keine Vorträge halten, einem erfahrenen Vater ebenso wenig. Wir würden herrlich diskutieren und dies aber nur wenige Minuten, denn auf beiden Seiten spüren liebevolle und erfahrene Eltern die Unmöglichkeit, das Gute zu wollen und auch immer zu tun. In Respekt vor der Verantwortung, die der Vater oder die Mutter hat, die mir gegenübersitzt, weigere ich mich mit meiner Meinung loszuprusten, bevor ich mich nicht genau, wirklich genau, kundig gemacht habe. Mit anderen Worten: Ich möchte, dass diejenigen, die sich in einigen Jahren mal als Eltern sehen, dass sie dann den Respekt erhalten, den sie auch nach 20 Jahren Erziehung wirklich verdienen, weil sie das Gute wollen und es mit Sicherheit nicht immer schafften, selbst wenn ihnen kein Fehler bewusst ist. Andernfalls gäbe es den perfekten Menschen. Eltern, die ihr Kind lieben und es gut erziehen wollen, die das Gute suchen, haben zunächst Respekt verdient ohne wenn und aber. Sie verdienen Anerkennung für eine soziale und gesellschaftliche Leistung. Und Respekt ist etwas, was ich oftmals im Forum vermisse.


Viel Text von deiner Seite, viele Antworten, aber ich kann deinen Standpunkt immer noch nicht "greifen". Es bleibt beim Rumgeschleiche um das heiße Eisen. Und so schaffst du den Nährboden für Spekulationen und Unterstellungen dir gegenüber selbst. Mein Tip wäre also: sag doch mal ganz konkret, in ein paar Worten, wo du "stehst" und halte das dann aus.

Ich für mich persönlich sage: ich lehne Gewalt gegen Kinder, generell gegen Schwächere, grundsätzlich ab. Dabei unterscheide ich aber ganz klar zwischen einem Ausrutscher im Affekt (Momo schilderte so einen Fall) und zwischen kalkulierter Züchtigung bzw. der Unfähigkeit, aus einem Ausrutscher zu lernen.

PS. Sollte meine Frage schon beantwortet sein, ziehe ich sie hiermit zurück.

Mein Standpunkt ist folgender: Die wichtigste Aufgabe, die Eltern aus meiner Sicht haben, ist folgende: das Erziehen der Kinder zu einem selbstständig denkenden und handelnden Menschen, der tolerant andern Menschen gegenüber ist, der daher freiheitsliebend und gleichzeitig verantwortungsvoll sich selbst und anderen Menschen und gegenüber der Umwelt gegenüber verhält. Ich halte viel von Fleiß und von Höflichkeit. Mir ist Respekt wichtig, als eine Ausdrucksform von Liebe. Und Liebe selbst in direkter Form, ist mir ganz besonders wichtig, denn sie ist die Grundlage für meine Suche nach dem Guten und nach Möglichkeiten, respektvoll und warmherzig im Alltag zu leben. Konventionen sind mir eher nicht so wichtig. Diese meine Aufgabe als Vater stelle ich über jede gesetzliche Anforderung und lasse mich da nicht begrenzen.
In den Methoden, wie ich das umsetze, bleibe ich immer ein Lernender - aber auch immer der Verantwortliche. Das Schlagen (wie jegliche Form der psychischen Gewalt) halte ich für ein Mittel, welches nie vorkommen sollte. Und wenn es doch trotz aller meiner pazifistischen Grundideen vorkommt (besser: vorkam), dann ist darüber nachzudenken, ob es nicht ein besseres Mittel gegeben hätte. Toleranz besteht nur dort, wo es auch Toleranzgrenzen gibt. Als Vater verteidige ich meine Familie und tue mich schwer, irgendein Mittel kategorisch auszuschliessen, welches mir im Grund gegen den Strich geht. Die Mittelwahl kommt nach der Bestimmung der Aufgabe, und nicht vorher!! Ich halte das für unvernünftig - oder auch: Ich bin noch nicht so weit, dass ich jedes Mittel kategorisch ausschliessen kann. Diese Verteidigung meiner Familie ist in der Sache eine Verteidigung von Toleranzgrenzen. Und diese Toleranzgrenzen gelten nach innen wie nach außen. Ich sehe das so: Wenn ich nicht ausreichend bereit bin, Toleranzgrenzen zu verteidigen, öffne ich der Gewalt, die ich hasse, die Türe. Ich öffne ihr die Türe, sobald ich signalisiere, dass es Situationen gibt, in denen ich mich ihr beugen würde.
Fazit: Das Ausrufen von Parolen "schlagen ist falsch" ist immer dann falsch, wenn die Erziehungsaufgabe nicht definiert ist. Es ist eine unlogische Reihenfolge. Darüberhinaus ist das Ausrufen solcher Parolen ein Signal, Toleranzgrenzen zu mißachten und Gewalt zuzulassen von den Menschen, die bewusst nicht gewaltfrei sind. Deswegen tue ich mich schwer, mit einem einfachen Ja zu antworten.

Nordrheiner
 
Nordrheiner, ich muss mich doch nochmal einmischen. Du behauptest, die Frage nach dem Mittel stellt sich erst nach der Aufgabenstellung. Da gebe ich Dir grundsätzlich recht, ABER: Gewalt in der Erziehung (und auch sonstwo), egal ob physisch oder psychisch, bewirkt nichts Gutes, denn aus Gewalt kann nichts Gutes erwachsen.
Ich sehe meine Aufgabe als Mutter darin, meinen Kindern die Möglichkeit zu geben, sich selbst kennen zu lernen, die eigenen Grenzen, Stärken, Schwächen wahrzunehmen und danach zu leben. Ich möchte aus ihnen keine angepassten, keine fleissigen oder disziplinierten Rädchen der Gesellschaft machen, ich wünsche mir, dass sie die sein können, die sie sind.
Ich habe nicht das Recht (oder die Rechtfertigung), meine Kinder durch Gewalt in eine Richtung zu drängen, schieben, schlagen, die mir gerade genehm ist und die ich für die richtige erachte, es ist nämlich gut möglich, dass diese Richtung für mich gut wäre, nicht aber für meine Kinder.
Auch dass Du Nicht-Eltern absprichst, hier mitdiskutieren zu dürfen, halte ich für falsch, auch wenn es faktisch richtig ist, dass man erst dann weiß, was es bedeutet, Kinder zu haben, wenn man welche hat. Eine Meinung darf man aber trotzdem haben.
Alle Eltern hier wissen, dass Kinder einen zur Weißglut treiben können, dass sie einen an die Grenzen bringen. Es geht aber darum, das auszuhalten. Denn in der Regel hat dann diese Weißglut viel mehr mit mir als mit den Kindern zu tun. Deine Argumentation in diesem Faden lässt Dich in einem äußerst bescheidenen Licht erscheinen, Du wirkst hier viel weniger reflektiert als sonst und sehr darauf bedacht, Dich zu rechtfertigen, Gründe zu suchen, dass die Schläge, die Dir "passiert" sind, nicht sooooo dramatisch waren. Doch, waren sie. Auch wenn Dein Sohn sie Dir nicht vorhält. Trotzdem war es einfach Scheixxe, dass Dir als Erwachsenem nichts Besseres eingefallen ist, als zuzuschlagen und Du bist nunmal das arme Würstchen dabei, das sich nicht anders zu helfen wusste.
 
"Einmal wollten wir meine Mutter besuchen. Ich gab die Anweisung an die Kinder (5+7 J.), ihre Spielsachen zusammenzuräumen und zum Auto zu bringen. Während unsere Tochter (7 J.) alles flott erledigte, spielte er seelenruhig weiter. Ich lies ihn durch meine Tochter nochmal erinnern. Er ignorierte jede Erinnerung. Als ich ihn direkt fragte, warum er der Anweisung nicht Folge leistet, antwortete er „ich habe keine Lust und spiele lieber weiter.“ Ich nahm ihn an die Hand und führte ihn zu einem Stuhl. Dabei meinte ich, dass ich ihm helfen wolle, wieder Lust zu bekommen, einer Anweisung Folge zu leisten. Ich holte einen Kochlöffel und haute diesen mehrmals feste auf seinen Hosenboden."(Nordrheiner)

Das hat wol noch eine etwas andere Qualität als der "Klapps auf den Po".
 
"Einmal wollten wir meine Mutter besuchen. Ich gab die Anweisung an die Kinder (5+7 J.), ihre Spielsachen zusammenzuräumen und zum Auto zu bringen. Während unsere Tochter (7 J.) alles flott erledigte, spielte er seelenruhig weiter. Ich lies ihn durch meine Tochter nochmal erinnern. Er ignorierte jede Erinnerung. Als ich ihn direkt fragte, warum er der Anweisung nicht Folge leistet, antwortete er „ich habe keine Lust und spiele lieber weiter.“ Ich nahm ihn an die Hand und führte ihn zu einem Stuhl. Dabei meinte ich, dass ich ihm helfen wolle, wieder Lust zu bekommen, einer Anweisung Folge zu leisten. Ich holte einen Kochlöffel und haute diesen mehrmals feste auf seinen Hosenboden."(Nordrheiner)

Das hat wol noch eine etwas andere Qualität als der "Klapps auf den Po".

Alles weh!
 
Diese Aussage von Dir macht deutlich, welche Sichtweise Du hast. Du setzt jemanden, der gewaltfrei handelt, mit einem Schwächling gleich.

Andersherum sehe ich es. [...]

DIE perfekte Lösung wird es nicht geben. Sie ist von Situation zu Situation verschieden. Da kommt es doch auf die Grundhaltung an.
Rumdeutelei :mad: .... mit guten Ausgang 😛.. zum Glück😉🙂

FG
 
Nordrheiner, ich muss mich doch nochmal einmischen. Du behauptest, die Frage nach dem Mittel stellt sich erst nach der Aufgabenstellung. Da gebe ich Dir grundsätzlich recht, ABER: Gewalt in der Erziehung (und auch sonstwo), egal ob physisch oder psychisch, bewirkt nichts Gutes, denn aus Gewalt kann nichts Gutes erwachsen.

Ich sehe meine Aufgabe als Mutter darin, meinen Kindern die Möglichkeit zu geben, sich selbst kennen zu lernen, die eigenen Grenzen, Stärken, Schwächen wahrzunehmen und danach zu leben. Ich möchte aus ihnen keine angepassten, keine fleissigen oder disziplinierten Rädchen der Gesellschaft machen, ich wünsche mir, dass sie die sein können, die sie sind.
Ich habe nicht das Recht (oder die Rechtfertigung), meine Kinder durch Gewalt in eine Richtung zu drängen, schieben, schlagen, die mir gerade genehm ist und die ich für die richtige erachte, es ist nämlich gut möglich, dass diese Richtung für mich gut wäre, nicht aber für meine Kinder.
Auch dass Du Nicht-Eltern absprichst, hier mitdiskutieren zu dürfen, halte ich für falsch, auch wenn es faktisch richtig ist, dass man erst dann weiß, was es bedeutet, Kinder zu haben, wenn man welche hat. Eine Meinung darf man aber trotzdem haben.
Alle Eltern hier wissen, dass Kinder einen zur Weißglut treiben können, dass sie einen an die Grenzen bringen. Es geht aber darum, das auszuhalten. Denn in der Regel hat dann diese Weißglut viel mehr mit mir als mit den Kindern zu tun. Deine Argumentation in diesem Faden lässt Dich in einem äußerst bescheidenen Licht erscheinen, Du wirkst hier viel weniger reflektiert als sonst und sehr darauf bedacht, Dich zu rechtfertigen, Gründe zu suchen, dass die Schläge, die Dir "passiert" sind, nicht sooooo dramatisch waren. Doch, waren sie. Auch wenn Dein Sohn sie Dir nicht vorhält. Trotzdem war es einfach Scheixxe, dass Dir als Erwachsenem nichts Besseres eingefallen ist, als zuzuschlagen und Du bist nunmal das arme Würstchen dabei, das sich nicht anders zu helfen wusste.

Hallo, Gänseblümchen,
man👎 merkt, Du bist weiblicher Natur. Daher darfst Du auch unlogisch sein - obwohl Weiblichkeit nicht zwangsläufig zur Vermeidung von Logik führt. Dir jedoch gestehe ich das zu.
Es geht nicht darum, dass aus Gewalt selbst nichts Gutes entsteht. Es geht darum, dass Gewalt und Böses allgemein konsequent zu verneinen und ggf. abzuwehren sind. Das ist nach meinem Rollenverständnis eine Aufgabe für einen Mann. Das ist eine Aufgabe, bei der Du in einer Ehe dem Mann eine Hilfe sein solltest, aber nicht mehr. Es ist eine bedauerliche Zeiterscheinung, dass sich Männer vor Verantwortung und Männlichkeit drücken und Frauen meinen, die Männerrolle mit übernehmen zu können. Können sie nicht. Ich habe Respekt vor Frauen, die sich vor ihre Kinder stellen und die in der Lage sind, Grenzen aufzuzeigen. Dies gilt vor allem für Alleinerziehende. Aber das heutige Rollenverständnis empfinde ich als sozial- und gesellschaftsfeindlich. Männlichkeit besteht bei mir nicht aus Muskelmasse, sondern aus einer teilbaren und einer unteilbaren Verantwortung für meine Familie, die ich mit aller Konsequenz wahrnehme. Wenn ich das in der einen oder anderen Situation falsch machte, werde ich deshalb noch nicht zu einem Würstchen, sondern bleibe lediglich ein Lernender. Wenn Du jedoch Deinen Mann bei einem Fehler gleich als Würstchen titulierst, wirst Du auch bald eines haben, anstelle eines Mannes (falls Du einen haben solltest).

Natürlich dürfen Nicht-Eltern eine Meinung haben. Das ist ja nicht verboten. Nur qualifiziert ist so eine Meinung i.d.R. (bis auf Ausnahmen) auch nicht. Und in Deinem Erziehungspunkt widerspreche ich Dir: Wenn Kinder ihre Eltern zur Weißglut treiben, bis an ihre Grenzen, dann empfinde ich es als Unsinn, es als Aufgabe anzusehen, dies auszuhalten. Wo soll denn da das Gute sein? Das ist wohl für Dich typische Logik, die ich Dir aber nicht negativ ankreide. Mit einem Mann würde ich da schon anders reden. Da wäre mir die Aufgabenstellung, die im Vorfeld überlegt werden sollte, nicht gut gelöst.
 
Ganz klar NEIN, aber mir ist das auch einmal passiert. Da sind mir die Sicherungen durchgebrannt. Ich habe mich etwas später bei meinem Kind dafür entschuldigt und es auch nie wieder getan.

Eltern sind auch nur Menschen, aber sie sind diejenigen, die größer und stärker sind und sollten sich dessen auch immer bewusst sein.


Es DARF mal in Ausnahmefällen passieren, so wie oben beschrieben. Es geht ganz klar auch nicht um auf ein Kind einschlagen oder prügeln. Es geht bei mir um einen festen Klaps auf die Hand oder auf den Po. Einmal habe ich mein Kind ordentlich geschüttelt. Ich werde nie diesen geschockten Blick in den Augen meines Kindes vergessen.

Ich habe mich danach furchtbar gefühlt und gleichzeitig realisiert, dass ich damit alles schlimmer gemacht habe . Mein Kind wurde dadurch nicht gebremst , sondern schrie noch mehr. Vor Schreck.

Danach habe ich gemerkt, dass dies nur aus Hilflosigkeit passierte und es kam nicht mehr vor. Dass ich darüber nachgedacht habe, mich dem gestellt habe , also auch dem besch..eidenen Gefühl danach, zeigte mir, dass ich normal ticke. Das so etwas durchaus menschlich ist , aber letztendlich nichts bringt und nicht mehr vorkommen darf.

Janina
 
Mich würden dann auch mal die Gründe interessieren wo einem mal die Hand ausrutschen könnte?
Sind Stress und Situationen die drohen zu eskalieren nicht in ganz vielen Fällen hausgemacht?..man muss doch erst mal seine eigenen Grenzen überdenken,eigentlich mit denken um im voraus zu planen..ist mir die Fernbedienung heilig,leg ich sie unereichbar hoch.Kaschmirsofa kann man mit Decken schützen,bevor Schmodfinger und Buntstifte das gute Stück verzieren..ist das Kind noch nicht Verkehrsicher gibt es präventiv Maßnahmen,das Kind gar nicht erst auf die Strasse laufen kann usw.usw.
Bin ich im Stress Modus und Kind trampelt auf meinen Nerven rum,geh ICH raus und bin mal ein paar Minuten out of order..Käffchen,Kippchen auf dem Balkon..kurz durchatmen,sich besinnen wie sehr man sein Kind liebt und weiter gehts .
Es gibt für mich keinen nachvollziehbaren Grund Kindi zu hauen.

Wenn das alles so easy wäre mit Kindi, ja dann gäbe es auch nicht diese Pflegefälle, die mal eben 9 Monate schwanger sind und ihr Baby nach der Geburt in einen Container werfen. Ja, die Welt ist nicht so einfach gestrickt wie in Deinem Beitrag.

Da gibt's noch Menschen mit Gefühlen, die mal genervt sind oder gereizt ( und ja, das sind normale menschliche Reaktionen ) , man sollte sie nur unter Kontrolle haben. Wenn alles so locker flockig wäre, wie in dem Kommentar, ja dann würden wir mit Käffchen und Kippe alle Probleme lösen können 😱

Janina
 

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