Die Schweiz ist abhängig vom Vermögen anderer. Die EU und Deutschland arbeiten für ihr Vermögen und das funktioniert auch in schlechteren Zeiten, wie man 2008 gesehen hat. Deutschland hat nicht viel abbekommen. Aber solche Diskussionen sind mir Euch eh nicht zu führen, da das eigene Land ja der größte Feind ist und alle anderen so toll.
Du solltest gezielter über den Inhalt deiner eigenen Aussagen nachdenken:
Wenn die EU und die BRD auch in schlechten Zeiten genügend Vermögen besitzen, geht es laut deiner Aussage auch der Schweiz gut. Ergo geht es der Schweiz immer gut. 🙂
Ich würde es etwas umformulieren: Die schweizer Wirtschaft ist
anders (nicht zwangsläufig besser) aufgestellt.
Hauptarbeitgeber in der Schweiz ist der Dienstleistungssektor mit seinem Handels- und Finanzplatz.
Traditionelle Industrien und Handwerke gesellen sich dazu: Uhren-Industrie, Präzisionsinstrumente, Maschinenbau, Chemie/Pharma, Nahrungsmittel, zunehmend: Pharmazeutik, Medizintechnik.
Was hat das alles im Vergleich zu VW, Daimler und Mercedes gemeinsam?
Richtig: Die Schweiz produziert sehr konjunkturunabhängig und es fließt sehr viel Geld ins Land um verwaltet zu werden.
Das kann Deutschland so nicht kopieren. Zum einen kann Deutschland aufgrund der Größe nicht nur Finanzplatz sein, zum anderen haben wir andere Wirtschaftsschwerpunkte.
Die Schweiz produziert Luxus. Teure Armbanduhren und oder Medikamente, die immer gekauft werden.
Schweizer Unternehmen sind schon länger auf hochwertige Produkte und Nischenmärkte spezialisiert. Deswegen kommt die Schweiz gut durch Krisen.
Deutschland kam gut durch die Krise nicht weil wir fleißiger arbeiten, sondern indem harte Reformen durchgeführt wurden. Seit der Jahrtausendwende und nochmal stärker seit 2008 wurde alles getan um Sparern, Arbeitslosen und Angestellten das Leben schwerer zu machen.
Hartz 4 hat auf breiter Ebene die untere Mittelschicht verarmen lassen. Die Finanzreformen stellen zunehmend den Anleger mit dem Spekulanten gleich. Es gibt keine Spekulationsfrist mehr, sondern man muss alles versteuern, künftig sogar den reinen Erwerb einer Anlage.
Das beispiel Deutsche Bank zeigt, dass Banken nichts gelernt haben. Warum auch? Was soll denen passieren? Die Deutsche Bank zahlt an ihre rund 90.000 Mitarbeiter für das zurückliegende Geschäftsjahr insgesamt 1,9 Milliarden EURO (!) an Boni aus. Dabei ist das Unternehmen faktisch pleite und hat sich durch spekulatives Investment verzockt. Das gab es 1980, 2000 und zuletzt 2008. Ich empfehle das Buch "The Big Short".
Wir brauchen keine Regulierungen, Verstaatlichungen, höhere Steuern. Wir brauchen ein System, welches Banken und Unternehmen pleite gehen lässt, statt sie auf Kosten der kleinen Bürger und Anleger zu retten.
Um den Bezug zum Thema zu kriegen: Wir brauchen
weniger Staat. Und erst recht keine Staaten, die Grenzen ziehen wollen. Auch Ludwig Erhard, der Vater der sozialen Makrtwirtschaft meinte damit keinen Sozialismus sondern freie Initiative mit einem
gerade durch die wirtschaftliche Leistung sozialen Fortschritt zu fördern. Er wäre ein Fan gewesen von offenen Grenzen und niedrigen Steuern. Und nicht das was wir heute in vielen Teilen der Welt erleben: Protektionismus und Steuererhöhungen.