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Bin ich zu weich für diese Gesellschaft?

Und woher weißt du, dass die Person versucht dir weh zu tun?

Was ich kenne, sind deine Gefühle. Was ich aber hinterfrage, ist deine Interpretation des Verhaltens der anderen. Manchmal mag das stimmen. Aber manchmal auch nicht.
So, heute bin ich beschäftigter als gestern, deshalb kommt mein Senf in zeitlichen Abständen zurück. ;-)
Natürlich ist die Intention hinter der Reaktion in die Beurteilung miteinzubeziehen. Wie wird was gesagt? Tonfall, Anlass, gefragt-ungefragt, Verhältnis der Beteiligten usw. spielen eine Rolle in der Interpretation des Gesagten, ob hier eine intentionaler Verletzungsversuch vorliegt oder nicht. In vielen Situationen traue ich meiner Wahrnehmung ganz gut. Irrungen sind aber auch dabei.
Beispiel: Lehrkraft schreibt in der 7. Klasse unter meine zugegebenermaßen defizitäre Mathearbeit: Das ist ein Armutszeugnis!
Ich interpretiere da ganz klar die Absicht eines salopp ausgedrückten Arschtritts hinein. Vielleicht war‘s aber auch gut gemeint, keine Ahnung! ;-) Meine Interpretation kann sich als fehlerhaft herausstellen. Ich denke aber doch, dass ich in vielen Fällen zwischen konstruktiver Kritik und beabsichtigter Verletzung unterscheiden kann. Dass ich dazu neige Verletzungen schnell auf mich als Mensch zu beziehen, ist die andere Sache. Diese Verantwortung schiebe ich nicht auf mein Gegenüber ab. Ausgang meiner Thread-Eröffnung war aber eher, euch, denen es ähnlich geht mit sehr hoher Empfindlichkeit, zu fragen, ob und wie ihr es schafft, euch von der Meinung anderer zu emanzipieren und im Reinen mit euch zu sein?
 
Ausgang meiner Thread-Eröffnung war aber eher, euch, denen es ähnlich geht mit sehr hoher Empfindlichkeit, zu fragen, ob und wie ihr es schafft, euch von der Meinung anderer zu emanzipieren und im Reinen mit euch zu sein?
Ich persönlich tue mir immer noch schwer, mich wirklich zu emanzipieren. Genaugenommen hadere ich immer noch damit, mal mehr und mal weniger. Im Reinen bin ich mit mir selbst insofern, als ich zumindest versuche zu akzeptieren, dass ich eben so bin, wie ich bin - egal, ob die anderen mich deswegen mögen oder nicht.
 
Ich persönlich tue mir immer noch schwer, mich wirklich zu emanzipieren. Genaugenommen hadere ich immer noch damit, mal mehr und mal weniger. Im Reinen bin ich mit mir selbst insofern, als ich zumindest versuche zu akzeptieren, dass ich eben so bin, wie ich bin - egal, ob die anderen mich deswegen mögen oder nicht.
Hat diese Akzeptanz dann Einfluss auf dein Verhalten, wie ist da deine Einschätzung? Es gibt auch Phasen (leider sind sie nicht nachhaltig) in meinem Leben, da fällt es mir leichter, mich anzunehmen und das wirkt sich auf mein Verhalten aus. Ich denke, ich wirke dann entspannter und ich strahle weniger Abwehr aus. Meine Theorie.
 
Hat diese Akzeptanz dann Einfluss auf dein Verhalten, wie ist da deine Einschätzung?
Vielleicht bin ich dadurch etwas gelassener und entspannter. Und wenn ich kritisiert oder für komisch gehalten werde, versuche ich, das stärker von meiner Persönlichkeit zu trennen bzw. fernzuhalten. Ich denke mir dann, dass das eben die Meinung dieser Person(en) ist, aber nicht unbedingt wirklich etwas mit mir zu tun haben muss.
Mal gelingt mir das besser, mal weniger gut.

Wobei ich bei sachlich und wertschätzend formulierter Kritik auch abzuwägen versuche, ob ich daraus einen Nutzen ableiten könnte. Ich will mich ja auch selbst korrigieren und verbessern, wenn es sinnvoll ist. Ich möchte also nicht jede Art von Kritik abblocken, aber ich versuche zu trennen zwischen sinnvoller und wertvoller Kritik einerseits, und abwertender und geringschätzender Kritik andererseits.
 
Vielleicht bin ich dadurch etwas gelassener und entspannter. Und wenn ich kritisiert oder für komisch gehalten werde, versuche ich, das stärker von meiner Persönlichkeit zu trennen bzw. fernzuhalten. Ich denke mir dann, dass das eben die Meinung dieser Person(en) ist, aber nicht unbedingt wirklich etwas mit mir zu tun haben muss.
Mal gelingt mir das besser, mal weniger gut.

Wobei ich bei sachlich und wertschätzend formulierter Kritik auch abzuwägen versuche, ob ich daraus einen Nutzen ableiten könnte. Ich will mich ja auch selbst korrigieren und verbessern, wenn es sinnvoll ist. Ich möchte also nicht jede Art von Kritik abblocken, aber ich versuche zu trennen zwischen sinnvoller und wertvoller Kritik einerseits, und abwertender und geringschätzender Kritik andererseits.
Das klingt nach einem sehr gesunden Umgang mit deiner Empfindlichkeit. 🙂
Vor ein paar Jahren bin ich in der Probezeit eines Jobs gekündigt worden, weil meine Ergebnisse Fehler enthielten und ich zu langsam arbeitete im Vergleich zu meinen KollegInnen. Meine Vorgesetzte suchte also das Gespräch mit mir und teilte mir mir, dass sie die Probezeit nicht verlängern werde aus den oben genannten Gründen. Ich brach in Tränen aus und es fiel mir schwer, mich zu beruhigen. Das sind die Momente, in denen mir die Empfindlichkeit sehr zum Nachteil wird. Ich habe mich so geschämt! Meine Vorgesetzte war vollkommen perplex.
In dem Beispiel weiß ich sogar, dass es kein Verletzungsversuch meiner Person war, alles war sachlich vorgetragen. Vermutlich hab ich mich selbst beschuldigt, eine Versagerin zu sein.
 
Was mir nach wie vor schwerfällt, damit klarzukommen: wenn ich ignoriert oder "geghostet" werde. Es ist mir in meinem Leben relativ oft passiert, dass sich Freunde und gute Bekannte kommentarlos verabschiedet haben, ohne dass ich erfahren hätte, woran es gelegen hat.
Sowas setzt mir nach wie vor zu, weil ich mich dann frage, welche negative Ausstrahlung oder Eigenschaften ich wohl haben könnte, dass sich immer wieder Leute dazu entschließen, mich nicht mehr kontaktieren oder treffen zu wollen.
 
Was mir nach wie vor schwerfällt, damit klarzukommen: wenn ich ignoriert oder "geghostet" werde. Es ist mir in meinem Leben relativ oft passiert, dass sich Freunde und gute Bekannte kommentarlos verabschiedet haben, ohne dass ich erfahren hätte, woran es gelegen hat.
Sowas setzt mir nach wie vor zu, weil ich mich dann frage, welche negative Ausstrahlung oder Eigenschaften ich wohl haben könnte, dass sich immer wieder Leute dazu entschließen, mich nicht mehr kontaktieren oder treffen zu wollen.
Hast du schon mal das Gespräch mit der ein oder anderen Person gesucht nach einem Kontaktabbruch?
 

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