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Bin ich Pseudologin?

zoe85

Mitglied
Hallo ihr Lieben,
es hat mich viel Überwindung gekostet, diesen Beitrag zu verfassen. Auch die Einsicht hat einige Jahre gebraucht. Ich habe weder einer ärztliche Diagnose noch sonst etwas, aber ich bin kürzlich auf die Krankheit des zwanghaften Lügens gestoßen und finde mich in allen Beiträgen hier und auch sonst in Büchern und Seiten wieder. Trotzdem soll das natürlich keine Selbstdiagnose aus dem Internet sein. Ich frage mich ja ob ich darunter leide.

Soviel erstmal zu meiner Vergangenheit:
Aufgewachsen bin ich bei meinen Eltern. Mein Vater ist ein sehr selbstverliebter, narzisstischer Mensch, der häufig Wutausbrüche hat, zu Gewalt neigt und seine Familie und seine Angestellten bei jeder Kleinigkeit erniedrigt. Meine Mutter, eine Ausländerin die über 20 Jahre jünger ist als mein Vater und sich nie gegen ihn wehrt. Ich glaube, dass sie auch eine psychische Störung haben muss, da sie einen totalen Kontrollzwang hat. Als Kind hat sie täglich heimlich alle meine Sachen durchsucht, mir heimlich Apps runtergeladen, mit der sie meinen Standort stalken kann ( auch mit 17 noch) und erstellt auf diversen Social Media Plattformen Fake-Profile um mich auszuspionieren, obwohl wir im engen Kontakt stehen. Auch mit ihren Kollegen etc. geht sie so um.
Im Alter von 7 Jahren wurde festgestellt, dass ich Hochbegabt bin. Ich war immer anders als andere und war nicht sondern beliebt, da ich mich immer etwas wie ein „Besserwisser“ aufgeführt habe und Gruppenarbeit der Horror für mich war. In der weiterführenden Schule, einer Privatschule, wurde ich so schlimm gemobbt, dass ich Selbstmordgedanken hatte. Ich glaube, dass das der Punkt war, an dem ich angefangen habe zu lügen. Keine kleinen Lügen. Ich habe mir Geschichten ausgedacht. Teilweise hatten sie einen wahren Kern, teilweise nicht. Ich habe angefangen zu lügen und mir eine Scheinwelt aufzubauen, in der Hoffnung, dass ich so besser ankomme und ich akzeptiert werde. Dem war nicht so und ich bin ein Jahr alleine in die USA. Ich lernte dort einen Jungen kennen, auch Deutscher und wir kamen zusammen. Ich entwickelte starke Verlustängste und bezog ihn durchgehend. Ich erzählte ihm Geschichten, dass meine Familie verfolgt wird, uns Personenschutz angeboten wurde und so einen Schwachsinn, nur weil mein Vater ein bisschen Einfluss hatte( aber nicht bedeutend). Ich wurde immer aufdringlicher und erzählte immer härtere Lügen, die fernab von der Wahrheit waren. Ich erzählte ihm, dass diese Leute die uns in Deutschland bedrohen nun auch nach Amerika gekommen sind. Ich habe es irgendwann alles so geglaubt, dass ich selbst das Gefühl hatte verfolgt zu werden und den Draht zur Wirklichkeit verloren habe. Er verließ mich nach fast einem Jahr und für mich brach eine Welt zusammen. Ich erzählte wieder Geschichten, die so abwegig und krank sind, dass ich sie hier nicht erwähnen möchte.
Bis heute erzähle ich ständig solche Lügen, auch wenn sie nicht immer in diesem Ausmaß sind. Keine Notlügen sondern richtige Geschichten über mein Leben, meinen Lebenslauf, biographische Daten, selbst über meine Familie und Herkunft.

Dem einzigen, dem ich nur kleinere Lügen erzähle, ist mein Freund mit dem ich nun seit 2 Jahren zusammen bin. Er hat ähnliche Dinge durchgemacht wie ich und bei ihm fühle ich mich gut. Ich möchte das nicht zerstören und mir Hilfe suchen. Ich denke, dass eine Therapie angebracht wäre. Ich bin für diesen Schritt aber noch nicht bereit.
 

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unschubladisierbar

Aktives Mitglied
Auch hier kann man nur raten zum Arzt zu gehen. Es ist gut das du dir das eingestehen kannst.
Wie viel Wahrheit steckt in deinem Post? Was hast du erfunden? Es ist nicht böse gemeint sondern eine Frage die man stellen sollte wenn jemand selbst zugibt viel zu lügen und Geschichten zu erfinden.
Und ein erster Schritt zu seinen Lügen zu stehen.
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Nicht jeder Lügner ist betroffen von Pseudologia Fantastica. Du lügst, um deinen Alltag aufzuhübschen, aber du bist dir dessen bewusst. Ein Pseudologe würde ums Verrecken nicht zugeben, krank zu sein. Ich habe einem Pseudologen mal gesagt, er handle irre und wahnhaft - DEN Wutschrei hättest du hören sollen! ;)
Suche dir einen Psychiater und lass ihn mal draufgucken. Dann sollte in einer Therapie schrittchenweise das Lügen reduziert werden.
Du lügst, weil du vermutlich Minderwertigkeitsgefühle hast. Ein Pseudologe lügt, weil er eine schwerwiegende Persönlichkeitsstörung (NPS) hat. Da sehe ich einen enormen Unterschied.
 

°°°abendtau°°°

Sehr aktives Mitglied
Bis heute erzähle ich ständig solche Lügen, auch wenn sie nicht immer in diesem Ausmaß sind. Keine Notlügen sondern richtige Geschichten über mein Leben, meinen Lebenslauf, biographische Daten, selbst über meine Familie und Herkunft.
Hallo zoe85,

mich erinnert das an ein "Heldenkind":
Zoe, dass ungeliebte Kind, hat es trotzallem geschaft!
So vielleicht?

Für mich sieht das aus, wie ein Identitätenwechsel um der Außenwelt demonstrativ und vorbeugend zu genügen, zu gefallen und um zugehörig zu sein - primär damit niemand Fragen stellt.

Da sagst, dass Du mit der Zeit selber daran geglaubst hast, was Du anderen erzähltest. Damit teilst sich Dein ganzes Ich, in dem Du das wahre Kind/Dich durch Geschichten so lange verwässerst., bis es nicht mehr da ist. Ohne Kern.
Die wahre zoe85, ist sie Tief traurig und voller Sehnsucht auf ein besseres Leben, auf eine authentische Identität?

Dem einzigen, dem ich nur kleinere Lügen erzähle, ist mein Freund mit dem ich nun seit 2 Jahren zusammen bin. Er hat ähnliche Dinge durchgemacht wie ich und bei ihm fühle ich mich gut. Ich möchte das nicht zerstören und mir Hilfe suchen. Ich denke, dass eine Therapie angebracht wäre. Ich bin für diesen Schritt aber noch nicht bereit.
Das verstehe ich gut. Er wirkt wie Dein Spiegelbild. Er zeigt Dir was wirklich wichtig ist, worauf es ankommt im wahren Leben.
Weiß er von alldem? Vom ganzen Außmaß?

Ich denke auch das das therrapiert werden sollte. Weniger wegen der Lügen, mehr wegen dem was Du alles erlebt hast.
Selbstdiagnosen würde ich lassen, da könnte ich Dir noch ganz andere Sachen überstülpen. ;)
 

Bumblebee*

Aktives Mitglied
Hallo Zoe,
darf ich fragen aus welchen Gründen du diese Geschichten erfunden hast? Weißt du dies selbst?

Ich habe in meiner Vergangenheit auch Dinge gesagt, die nicht (exakt) der Wahrheit entsprachen und habe dadurch leider auch meinen besten Freund verloren - und ich denke, dies war auch die einzige logische Konsequenz.

Es geht viel Vertrauen in dich verloren und am Ende stehst du alleine da. Deshalb liebe Zoe rate auch ich dir, dies einmal mit einem Therapeuten zu besprechen.

Am Ende geht es ja weniger um die Unwahrheiten selbst, sondern um das dahinterliegende Motiv. Bei mir war es Angst und tiefe Scham und auch in großen Teilen Selbst-bzw. Fremdschutz. Leider lassen sich die Uhren nicht zurück drehen. Handle, bevor du es bereuen musst.

Alles Gute dir.
 

zoe85

Mitglied
Auch hier kann man nur raten zum Arzt zu gehen. Es ist gut das du dir das eingestehen kannst.
Wie viel Wahrheit steckt in deinem Post? Was hast du erfunden? Es ist nicht böse gemeint sondern eine Frage die man stellen sollte wenn jemand selbst zugibt viel zu lügen und Geschichten zu erfinden.
Und ein erster Schritt zu seinen Lügen zu stehen.
Hallo,
in diesem Post entspricht alles 100% der Wahrheit.
Lg
 

zoe85

Mitglied
Nicht jeder Lügner ist betroffen von Pseudologia Fantastica. Du lügst, um deinen Alltag aufzuhübschen, aber du bist dir dessen bewusst. Ein Pseudologe würde ums Verrecken nicht zugeben, krank zu sein. Ich habe einem Pseudologen mal gesagt, er handle irre und wahnhaft - DEN Wutschrei hättest du hören sollen! ;)
Suche dir einen Psychiater und lass ihn mal draufgucken. Dann sollte in einer Therapie schrittchenweise das Lügen reduziert werden.
Du lügst, weil du vermutlich Minderwertigkeitsgefühle hast. Ein Pseudologe lügt, weil er eine schwerwiegende Persönlichkeitsstörung (NPS) hat. Da sehe ich einen enormen Unterschied.
Hallo,
ich bin mir bewusst, dass nicht jeder Lügner davon betroffen ist. Auch ich habe einen diagnostizierten Pseudologen im Umfeld und weiß, wie die drauf sind. Das hier sollte keine Selbstdiagnose sein, vielleicht wurde ich da missverstanden. Ich war bereits als Jugendliche in Therapie, da ich Depressionen hatte und es Hinweise auf eine narzisstische Persönlichkeitsstörung gab, die bis zu dem Zeitpunkt nicht bestätigt wurden. Nicht alle Punkte auf der bekannten Liste wurden erfüllt. Wegen der besagten Person aus meinem Umfeld, gebe ich nach über 10 Jahren zu, dass mit mir was nicht stimmt. Diese Person wurde erfolgreich therapiert und hat mir nach einigen Gesprächen die Augen geöffnet, dass ich zumindestens mal was abklären sollte. Ich denke auch nicht unbedingt, dass ich darunter leide, deshalb aber das Fragezeichen. Das ist eher für mich selbst:Bin ich krank? Danke für deine Antwort. Lg
 

zoe85

Mitglied
Hallo zoe85,

mich erinnert das an ein "Heldenkind":
Zoe, dass ungeliebte Kind, hat es trotzallem geschaft!
So vielleicht?

Für mich sieht das aus, wie ein Identitätenwechsel um der Außenwelt demonstrativ und vorbeugend zu genügen, zu gefallen und um zugehörig zu sein - primär damit niemand Fragen stellt.

Da sagst, dass Du mit der Zeit selber daran geglaubst hast, was Du anderen erzähltest. Damit teilst sich Dein ganzes Ich, in dem Du das wahre Kind/Dich durch Geschichten so lange verwässerst., bis es nicht mehr da ist. Ohne Kern.
Die wahre zoe85, ist sie Tief traurig und voller Sehnsucht auf ein besseres Leben, auf eine authentische Identität?


Das verstehe ich gut. Er wirkt wie Dein Spiegelbild. Er zeigt Dir was wirklich wichtig ist, worauf es ankommt im wahren Leben.
Weiß er von alldem? Vom ganzen Außmaß?

Ich denke auch das das therrapiert werden sollte. Weniger wegen der Lügen, mehr wegen dem was Du alles erlebt hast.
Selbstdiagnosen würde ich lassen, da könnte ich Dir noch ganz andere Sachen überstülpen. ;)
Hallo,
auch hier erstmal. Das sollte keine Selbstdiagnose sein, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich bedanke mich für deine Auseinandersetzung mit mir und meiner Geschichte. Nun zu dem Thema ob ich tief unglücklich bin: Nein, ich denke nicht, dass ich tief unglücklich bin. Ich weiß nicht warum ich lüge, aber ich mache es mindestens einmal in der Stunde. Ich weiß, dass ich Menschen sicherlich auch ohne beeindrucken könnte, aber ich habe den Eindruck, dass das nicht reicht. Ich überlege gerade ob das an meinem Perfektionismus liegt. In der Schule war ich nie zufrieden. Ich hatte eins der besten Abiture meiner Stufe, war aber so wütend auf mich selbst, da ich nicht das geschafft hab, was in meiner Illusion stattfand.

Mein Freund weiß von fast allem. Er weiß nicht von jeder Lüge die ich anderen erzähle, aber da ich ihn seltsamerweise keiner Geschichten vorlüge, ist er selbst von diesen nicht betroffen. Es wäre auch schwierig ihm irgendwas vorzulügen.Biographisch unmöglich, da wir uns von klein auf kennen, unsere Familien viel miteinander reden und wir zusammen wohnen.

Lg
 

zoe85

Mitglied
Hallo Zoe,
darf ich fragen aus welchen Gründen du diese Geschichten erfunden hast? Weißt du dies selbst?

Ich habe in meiner Vergangenheit auch Dinge gesagt, die nicht (exakt) der Wahrheit entsprachen und habe dadurch leider auch meinen besten Freund verloren - und ich denke, dies war auch die einzige logische Konsequenz.

Es geht viel Vertrauen in dich verloren und am Ende stehst du alleine da. Deshalb liebe Zoe rate auch ich dir, dies einmal mit einem Therapeuten zu besprechen.

Am Ende geht es ja weniger um die Unwahrheiten selbst, sondern um das dahinterliegende Motiv. Bei mir war es Angst und tiefe Scham und auch in großen Teilen Selbst-bzw. Fremdschutz. Leider lassen sich die Uhren nicht zurück drehen. Handle, bevor du es bereuen musst.

Alles Gute dir.
Hallo,
erstmal vielen Dank. Von allen Rückmeldungen hatte ich bei dir am wenigsten das Gefühl verurteilt zu werden. Auch wenn andere mir mit den kritischen Fragen auch nur helfen möchten, fühle ich mich durch dein Kommentar besser und kann mich selbst hinterfragen. Warum ich lüge weiß ich garnicht so genau. Wie in einem vorherigen Kommentar schon geschrieben, denke ich, dass es eine bessere ausgedachte Version von mir selbst ist. Einflussreicher, lustiger und einfach perfekter. Mir wird viel gesagt, dass ich gut so bin wie ich bin, allerdings macht mich das irgendwie wütend, weil ich perfekter sein will und das von anderen als Lüge sehe. Ich habe den Eindruck, dass ich in dieser von mir aufgebauten Welt kein Grund hab, mich als niedriger anzusehen als andere.

Auch ich habe mir durch diese Lügen viel verbockt und auch einige Freunde verloren. Und genau das befürchte ich auch. Das es nur schlimmer wird. Ich bin schoneinmal weggezogen, da alle meine Lügen ans Licht kamen, nochmal kann ich das nicht.

Ich habe mich bisher immer für meine täglichen Lügen gehasst, aber nie das Motiv hinterfragt. Vielen lieben Dank für deine Gedanken und das du ein Teil von deiner Geschichte mit mir geteilt hast:)
 

nichtabgeholt

Aktives Mitglied
Warum ich lüge weiß ich garnicht so genau. Wie in einem vorherigen Kommentar schon geschrieben, denke ich, dass es eine bessere ausgedachte Version von mir selbst ist. Einflussreicher, lustiger und einfach perfekter. Mir wird viel gesagt, dass ich gut so bin wie ich bin, allerdings macht mich das irgendwie wütend, weil ich perfekter sein will und das von anderen als Lüge sehe. Ich habe den Eindruck, dass ich in dieser von mir aufgebauten Welt kein Grund hab, mich als niedriger anzusehen als andere.
Du könntest es doch auch als Begabung begreifen, indem du Geschichten in der Ich-Form schreibst.
Dort könntest du dich voll austoben, ohne andere Menschen zu verletzen.

Und wenn du das weiter perfektionierst, haben Menschen sogar Freude daran, das zu lesen.
Wie bei den Geschichten von Münchhausen.
 

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