Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Bildung

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Also ich muss noch mal sagen...von manchem was ihr bemängelt mag ein Hauch zutreffen...
Aber im Grossen und ganzen finde ich unser Schulsystem immer noch ok.
Und wenn man bedenkt, dass in vielen Ländern Schule was kostet...
Vielleicht bin ich hier in Bayern auch noch im gelobten Land bezüglich Schulbildung.
Hier bei uns gibt es keine maroden Schulen, keine tätlichen Angriffe auf Lehrer, keine allzu unmotivierten Schüler...
Und ich habe jetzt 3 Kinder durch die Schulzeit begleitet bzw. tue es noch.
Ich habe Gymnasium, Mittelschule, BOS und Uni mitbekommen.
Unsere Mittelschule hat mich absolut begeistert. Ich bin ein Fan dieses Konzeptes.
 

Hallo beihempelsuntermsofa,

schau mal hier: Bildung. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Klar, vielleicht hat sich seit meiner Zeit auch viel verändert, aber ich sehe bei vielen Schulen ein grundsätzliches Problem darin, dass viele Schulen vielleicht zu sehr darauf getrimmt sind, aus dem Schüler einen konkurrenzfähigen Wirtschaftsakteur zu machen, anstatt auch einen sehr hohen Wert auf Persönlichkeitsentwicklung, Gesellschaftsverständnis, Ethik und Moral zu legen.
 
@beihempelsuntermsofa: Gymnasium etc. ist aber schon hohes Niveau, in dem der "Bodensatz", ich sage mal ganz bewußt ein böses Wort, aus den Grund- bis Hauptschulen gar nicht erst landet, weil er die Zugangsbedingungen gar nicht schafft. Also eine ganz andere Welt, was Lehrer, Ausstattungsniveau und zweifellos auch den Umgang der Schüler miteinander betrifft.

Wer es zu meiner Schulzeit und an dem Ort, wo ich wohnte (draußen auf dem Land) aufs Gymnasium schaffte, hatte entweder vermögende Eltern oder war wirklich begabt. Wer beides nicht hatte, hatte keine Chance, allein schon wegen der Fahrtzeit jeden Tag bis zum nächsten Gymnasium, das einen aufgenommen hätte, Fahrstrecke 50 Kilometer einfach ohne öffentliche Verkehrsmittel in diese Richtung, hätte bedeutet daß einen die Eltern täglich zweimal hätten fahren müssen - kaum möglich bei berufstätigen Eltern - oder ein Internat vor Ort, was massiv Geld gekostet hätte. Das lohnte sich für Durchschnittsschüler einfach nicht.

Und heute sind die Problemstellen ja die Grund- bis Hauptschulen, wo die Migrantenkinder, Kinder aus prekären Familienverhältnissen etc. landen, die wie bereits geschrieben in den weiterführenden Schulen gar nicht erst aufschlagen. Gewalt, Mobbing, miese Ausstattung etc. mag es an Gymnasien etc. auch geben, aber zweifellos in sehr viel geringerem Maß als an Hauptschulen, insbesondere in sozialen Brennpunkten, wo sich Armuts- und Gewaltkarrieren häufen und die Zukunftsaussichten insgesamt mau sind.
 
Oder langer Rede kurzer Sinn: die Verhältnisse an einem bayrischen Gymnasium kann man garantiert nicht mit denen an einer Hauptschule in Berlin-Kreuzberg vergleichen.
 
Klar, vielleicht hat sich seit meiner Zeit auch viel verändert, aber ich sehe bei vielen Schulen ein grundsätzliches Problem darin, dass viele Schulen vielleicht zu sehr darauf getrimmt sind, aus dem Schüler einen konkurrenzfähigen Wirtschaftsakteur zu machen, anstatt auch einen sehr hohen Wert auf Persönlichkeitsentwicklung, Gesellschaftsverständnis, Ethik und Moral zu legen.

Kann ich so aus unserer eigenen Erfahrung nicht bestätigen.
Wir hatten immer wieder tolle Lehrer dabei, die eine absolute Bereicherung für Kind und Eltern waren, den Kindern wirklich was beibrachten, absolut vorurteilsfrei waren und unsere Kinder und ihren diskussions- und widerspruchsgeist sogat gefördert haben.

Im übrigen ist unsere älteste Tochter im Moment selber auf dem weg, Lehrerin zu werden.
 
Oder langer Rede kurzer Sinn: die Verhältnisse an einem bayrischen Gymnasium kann man garantiert nicht mit denen an einer Hauptschule in Berlin-Kreuzberg vergleichen.

In Bayern bzw. hier bei uns kann man Gymnasium und Mittelschule (hauptschule gibt es hier nicht mehr) sehr wohl miteinander vergleichen.
Wie gesagt wir hatten beides.
Gymnasium legt mehr wert darauf, dass die Schüler selbständig ihr zeug machen, an der Mittel schule wird mehr wiederholt und die Eltern haben mehr Kontakt zu den Lehrern.
Gymnasium besteht nur aus Theorie, in der Mittelschule wird auch die Praxis berücksichtigt (mehrere Praktika, girls- / boysday, bewerbungstraining,...
Ich denke eher, dass man da die Länder miteinander nicht vergleichen kann.

Musst bloss mal 'Fack ju göhte' gucken. Das spielt auch an einem Gymi.😀
 
Klar, vielleicht hat sich seit meiner Zeit auch viel verändert, aber ich sehe bei vielen Schulen ein grundsätzliches Problem darin, dass viele Schulen vielleicht zu sehr darauf getrimmt sind, aus dem Schüler einen konkurrenzfähigen Wirtschaftsakteur zu machen, anstatt auch einen sehr hohen Wert auf Persönlichkeitsentwicklung, Gesellschaftsverständnis, Ethik und Moral zu legen.

Ja, aber nicht einmal das kriegt man mit so einem maroden System hin. In mancherlei Hinsicht verhindert Schule geradewegs erfolgreiches Lernen, Motivation etc. Wer wirklich was lernen will, schafft das oft besser auf anderem Wege.

Vielleicht sollte man sich auch mal was von anderen Ländern abgucken (vielleicht zB Finnland).
 
Ich vermisse auch eine Wertschätzung der Schule an sich in unserem Land. Wenn ich mir da die motivierten Schüler in 3.Welt-Ländern so anschaue ...

Andererseits bin ich froh, dass ich nicht mehr zur Schule gehen muss. Die Rahmenbedingungen sind wohl in den letzten Jahrzehnten für Schüler und Lehrer schlechter geworden.

Ja, das ist ein Riesenproblem! Und es wird immer schlimmer. Der Grund dafür sind leider meist: Die Eltern!
Die meisten Lehrer benützen mehr oder weniger häufig den Spruch: das Problem sind nicht die Kinder, sondern die Eltern.
Und da ist echt viel wahres dran.
Wie ich in der Schule war, da wurde uns schon von den Eltern vorgelebt, dass wir respektvoll mit dem Lehrer umgehen sollten. So eine gewisser Grundrespekt und Vertrauen auf den Lehrer, zusammen mit einem verantwortungsgefühl, dass man sich eben in der Schule zu benehmen habe- das kennt wohl jeder. So haben wir es doch alle bis vor wenigen Jahren noch mitbekommen.

Nur leider ist das heute (ich würde mal sagen so in den letzten 10-15 Jahren) total abhanden gekommen. Nicht die Schüler haben sich verändert, sondern die ELTERN! (und mit ihnen dann natürlich in der Folge die Kinder)
ZB
Wenn Du als Lehrer fürher eine Strafarbeit für störendes verhalten gegeben hast, dann passiert wohl in den meisten Fällen folgendes: Die Eltern haben zuhause dem Kind auf den Zahn gefühlt, was es denn verbockt hat und dann wurde die Strafarbeit gemacht. Heute: die Eltern bestärken das Kind darin, dass der Fehler beim Lehrer zu suchen sei und meist folgt dann eine Beschwerde beim Rektor.
Solche und ähnliche elterliche Verhaltensweisen nehmen extrem zu und sie nehmen dem Kind erstens jede Eigenverantwortung (es lernt NIE, für sein Verhalten gerade zu stehen) und zweitens nehmen sie dem Kind auch jeden Respekt vor dem Lehrer. Die Kinder wissen, dass der Lehrer im Grunde MAchtlos ist und sie halten ihn auch für unfähig, weil ihnen das von den ELTERN so vorerzählt wird.
Diese -ich nenne es mal- elterliche Manipulation des Unterrichts, macht nach und nach das Unterrichten immer schwieriger, denn es behindert das vertrauensverhältnis zwischen Lehrer und Schüler. Eigentlich soll sich ja sowas wie ein Vertrauen zwischen der Klasse und den Schülern entwickeln, aber das geht natürlich nicht, wenn im Hintergrund ein Haufen auf kravall gebürstete Eltern lauert.

Die Leidtragenden sind die Kinder, denn die haben keine Motivation mehr, Leistung zu bringen, sie haben auch keinen respekt mehr vorm Lehrer und entwickeln deswegen viel häufiger ein problematisches Sozialverhalten (ganz abgesehen davon, dass ein Schüler es immer schwer haben wird, wenn die Eltern im Hintergrund den Lehrer gegen sich aufgebracht haben: Bei allem guten Willen- so viel Objektivität ist nicht immer drin).
Und: Immer weniger Menschen wollen Lehrer werden, weil einfach immer weniger Leute Lust haben, sich wie der letzte Dreck behandeln zu lassen. Wer hat bitte Bock, einen harten Knochenjob auszuführen, trotz mieser Bezahlung und schlechter behandlung? Diese dauernden Angriffe durch Schüler und Eltern gehen derart an die Substanz.

Und meine persönlichen Erfahrungen beziehen sich hauptsächlich auf eine bayrische Privatschule und nicht auf eine Hauptschule in berlin.
ZB kam da mal ein Schüler und meinte: "Sie können mir garnichts sagen, sie haben ja noch nicht mal studiert". Da fragst Du Dich schon, was die Schüler zuhause mitgegeben bekommen, wenn sie in ganz stinknormalem Unterricht so daherreden. (Hab ihn dann damit mundtot gemacht, dass er erst wieder kommen soll, wenn er so viele Jahre studiert hat wie ich und dann reden wir weiter😀) Klar, solche machtkämpfe sind vergleichsweise harmlos, aber ehrlich: Wenn Du sowas den GANZEN Tag hast und nicht eine Sekunde Deinen Unterricht normal durchziehen kannst...wer bitteschön möchte so einen Job machen?

Eigentlich sollten alle Eltern, mal eine Woche Klassenunterricht halten: Dann wären sie vermutlich auf ewig ruhig😀
 
Der Job des Lehrers wird vermutlich immer härter. Klar, Grundlagenwissen ist die eine Sache, aber heutzutage, in dieser durchdigitalisierten Welt, weiß der Schüler im Zweifel auch mal mehr als der Lehrer. Damit muss man umgehen können.

Abseits dessen sind viele Lehrer aber wohl die "unentdeckten Millionäre" Deutschlands.
 
Der Job des Lehrers wird vermutlich immer härter. Klar, Grundlagenwissen ist die eine Sache, aber heutzutage, in dieser durchdigitalisierten Welt, weiß der Schüler im Zweifel auch mal mehr als der Lehrer. Damit muss man umgehen können.
Das Wissen an sich ist wirklich der geringste Teil des Lehrerjobs. Und den meisten Lehrern ist es wohl egal (oder man freut sich sogar), wenn die Schüler mehr wissen oder können, als man selbst. (es sei denn, sie stören damit massiv den Unterricht: Kennt man ja- EINER weiß es schon, und behindert einen dann dabei, während man es den anderen beibringen will🙄)

Das "Problem" bzw die Herausforderung besteht aber meist darin, einen gewissen Packen an Wissen einer völlig desinteressierten und unmotivierten Meute nahezubringen: Und zwar so, dass keiner auf der Strecke bleibt und der Unterricht halbwegs zivilisiert von Statten geht.
Leider nimmt das Studium fürs Lehramt darauf überhaupt keinen Bezug (oder nur sehr wenig): Man lernt hauptsächlich das Fachwissen und dann etwas Pädagogik, um das Wissen so aufbereiten zu können, dass man es vermitteln kann (was ja auch wirklich sehr wichtig ist: Das WIE ist meist wichtiger als das WAS).
Aber was sonst noch dazu kommt: Also zB wie man für Disziplin sorgt und wie man selber damit umgeht, beständig herausgefordert zu werden, das lernt man nicht.

Ich bin sowieso überzeugt, dass der herkömmliche Unterricht immer mehr ausgedient hat.
Die Skandinavier machen es uns ja vor: Dort läuft alles viel besser und man fragt sich schon, warum wir das bei uns nicht hinkriegen. Wie könnten sicher einiges von ihnen übernehmen, wenn wir WOLLTEN

Wenn man mich fragen würde, was ich persönlich für wichtig hielte, würde ich sagen: Man sollte die Schüler nicht einfach nach dem Alter in Klassen einteilen, sondern nach den persönlichen Fähigkeiten in Lerngruppen einteilen.

Ein 12jähriges Mathegenie langweilt sich doch zu Tode, wenn er bei seinen Altersgenossen sitzt, die zum Großteil keinen Plan von den einfachsten Dingen haben. Warum sollte der nicht mit anderen Schülern aus höheren Klassen lernen, die ebenfalls gut in Mathe sind? Warum soll man ein Kind, das seit Jahren ein Instrument spielt mit Schülern zusammen unterrichten, die nicht mal Noten lesen können?
Ich fände es besser, wenn man Schüler eben nach Niveau einteilen würde: Quasi Leistungsstufen bilden würde und am Ende der Schullaufbahn müssen sozusagen gewisse Mindestniveaus erreicht sein.
Also zB könnte man sagen: Es gibt jedes Fach Stufe 1-10 und wer den Abschluss will, muss mindestens Stufe 6 erreicht haben: Aber ob er dafür länger oder kürzer braucht ist egal und wer gut ist, der erreicht halt Stufe 10.
(Und wenn einer eben schon in der 5. Klasse Stufe 6 erreicht und danach keinen Bock mehr hat, dann ist das halt so und er kann sich andderen Dingen zuwenden). So ähnlich läuft es ja auch an der Uni.
So ein System fände ich toll und wertvoll und es würde dem Schüler auch die Möglichkeit geben, sich seinen Fähigkeiten und Interessen entsprechend zu entwickeln und gefördert zu werden.
Schüler jeder Art einfach in einen Raum zu hocken und beschallen zu lassen, oder sie zu lästigen Gruppenarbeiten zu zwingen (TEAMarbeit= Toll-Ein-Anderer-Machts😀) ist doch Mist.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben