Ich vermisse auch eine Wertschätzung der Schule an sich in unserem Land. Wenn ich mir da die motivierten Schüler in 3.Welt-Ländern so anschaue ...
Andererseits bin ich froh, dass ich nicht mehr zur Schule gehen muss. Die Rahmenbedingungen sind wohl in den letzten Jahrzehnten für Schüler und Lehrer schlechter geworden.
Ja, das ist ein Riesenproblem! Und es wird immer schlimmer. Der Grund dafür sind leider meist: Die Eltern!
Die meisten Lehrer benützen mehr oder weniger häufig den Spruch: das Problem sind nicht die Kinder, sondern die Eltern.
Und da ist echt viel wahres dran.
Wie ich in der Schule war, da wurde uns schon von den Eltern vorgelebt, dass wir respektvoll mit dem Lehrer umgehen sollten. So eine gewisser Grundrespekt und Vertrauen auf den Lehrer, zusammen mit einem verantwortungsgefühl, dass man sich eben in der Schule zu benehmen habe- das kennt wohl jeder. So haben wir es doch alle bis vor wenigen Jahren noch mitbekommen.
Nur leider ist das heute (ich würde mal sagen so in den letzten 10-15 Jahren) total abhanden gekommen. Nicht die Schüler haben sich verändert, sondern die ELTERN! (und mit ihnen dann natürlich in der Folge die Kinder)
ZB
Wenn Du als Lehrer fürher eine Strafarbeit für störendes verhalten gegeben hast, dann passiert wohl in den meisten Fällen folgendes: Die Eltern haben zuhause dem Kind auf den Zahn gefühlt, was es denn verbockt hat und dann wurde die Strafarbeit gemacht. Heute: die Eltern bestärken das Kind darin, dass der Fehler beim Lehrer zu suchen sei und meist folgt dann eine Beschwerde beim Rektor.
Solche und ähnliche elterliche Verhaltensweisen nehmen extrem zu und sie nehmen dem Kind erstens jede Eigenverantwortung (es lernt NIE, für sein Verhalten gerade zu stehen) und zweitens nehmen sie dem Kind auch jeden Respekt vor dem Lehrer. Die Kinder wissen, dass der Lehrer im Grunde MAchtlos ist und sie halten ihn auch für unfähig, weil ihnen das von den ELTERN so vorerzählt wird.
Diese -ich nenne es mal- elterliche Manipulation des Unterrichts, macht nach und nach das Unterrichten immer schwieriger, denn es behindert das vertrauensverhältnis zwischen Lehrer und Schüler. Eigentlich soll sich ja sowas wie ein Vertrauen zwischen der Klasse und den Schülern entwickeln, aber das geht natürlich nicht, wenn im Hintergrund ein Haufen auf kravall gebürstete Eltern lauert.
Die Leidtragenden sind die Kinder, denn die haben keine Motivation mehr, Leistung zu bringen, sie haben auch keinen respekt mehr vorm Lehrer und entwickeln deswegen viel häufiger ein problematisches Sozialverhalten (ganz abgesehen davon, dass ein Schüler es immer schwer haben wird, wenn die Eltern im Hintergrund den Lehrer gegen sich aufgebracht haben: Bei allem guten Willen- so viel Objektivität ist nicht immer drin).
Und: Immer weniger Menschen wollen Lehrer werden, weil einfach immer weniger Leute Lust haben, sich wie der letzte Dreck behandeln zu lassen. Wer hat bitte Bock, einen harten Knochenjob auszuführen, trotz mieser Bezahlung und schlechter behandlung? Diese dauernden Angriffe durch Schüler und Eltern gehen derart an die Substanz.
Und meine persönlichen Erfahrungen beziehen sich hauptsächlich auf eine bayrische Privatschule und nicht auf eine Hauptschule in berlin.
ZB kam da mal ein Schüler und meinte: "Sie können mir garnichts sagen, sie haben ja noch nicht mal studiert". Da fragst Du Dich schon, was die Schüler zuhause mitgegeben bekommen, wenn sie in ganz stinknormalem Unterricht so daherreden. (Hab ihn dann damit mundtot gemacht, dass er erst wieder kommen soll, wenn er so viele Jahre studiert hat wie ich und dann reden wir weiter
😀) Klar, solche machtkämpfe sind vergleichsweise harmlos, aber ehrlich: Wenn Du sowas den GANZEN Tag hast und nicht eine Sekunde Deinen Unterricht normal durchziehen kannst...wer bitteschön möchte so einen Job machen?
Eigentlich sollten alle Eltern, mal eine Woche Klassenunterricht halten: Dann wären sie vermutlich auf ewig ruhig
😀