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Bildung

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beihempelsuntermsofa

Sehr aktives Mitglied
Immer wieder lese ich hier die Forderung, der Staat müsse mehr in Bildung, in bessere, gerechtere Bildungschancen für unsere Kinder investieren.
Ich finden unser Bildungssystem eigentlich ganz gut. Viele beneiden uns um unser durchllässuges Schulsystem, bei dem man immer die Chance hat, einen besseren Abschluss nachzuuholen.
Was würdet ihr euch für ein Bildungssystem wünschen?
Was fehlt eurer Meinung nach zu gerechten Bildungschancen für alle?
Ich finde ja sogar, dass eigentlich schon zuviel für Bildung getan wird. Alles nur im Sinne der Wirtschaft.
Kindsein, spielen, kreativ sein, auch mal nichts tun kommt dich heute schon viel zu kurz.
Wie sähe ein ideales Bildungssystem aus, das alle mitnimmt?
 

Hallo beihempelsuntermsofa,

schau mal hier: Bildung. Hier findest du vielleicht was du suchst.

Was fehlt eurer Meinung nach zu gerechten Bildungschancen für alle?
Lehrer, Lehrer, Lehrer!
Ganz einfache Antwort!
Da werden Unsummen für die Digitalisierung des Unterrichts ausgegeben (obwohl man das ganze nahezu nicht braucht und es auch keine gesicherten Ergenisse zur Sinnhaftigkeit von zB Smartboards gibt), aber für Lehrer ist kein Geld da.
Es gibt Unmengen von Studien, die ganz klar belegen, dass der wichtigstes Faktor für guten Unterricht, gut ausgebildete und ausreichend vorhandene Lehrer sind.
Egal ob es um soziale Probleme in der Schule geht, oder darum, die leistungsschwächeren nicht zu verlieren: All diese Probleme ließen sich leicht lösen, wenn genügen Lehrer vorhanden wären.

Leider wird das bei allen Maßnahmen immer wieder ignoriert und lieber Geld in sinnlose Maßnahmen gesteckt.
 
Kaum einer will noch Grundschulpädagoge werden. Lieber gleich Gymnasium.

Das müsste man eben die Unis fragen warum sie es nicht andersherum ausschreiben. Vermutlich weil dann keiner mehr studieren will dort? Aber anders geht es ja nicht.
 
Im Grund bin ich mit unserem Bildungssystem zufrieden, vor allem was die gerechten Bildungschancen angeht, auch wenn ich weiß, dass hier einige das anders sehen.

In Deutschland kann, bildungstechnisch, jeder so weit kommen wie er will. Es wird niemanden gesagt, dass man sein Abi nicht machen kann "nur" weil die Eltern zum Beispiel Langzeitsarbeitlose sind. Natürlich gibt es immer irgendjemanden der ein Vorurteil hat, aber i.d.R. legt einem sowas maximal irgendwelche Kiesel in den Weg.

Auf der Uni ist man dann meist eh absolut anonym und kein Prof. weiß, aus welchem Elternhaus du kommst, sofern du das nicht jeden auf die Nase bindest. Also ist man auch da auch sehr "gleich".

Was ich mir aber für eine noch gerechtere Bildungschancen wünschen würde, wäre staatliche Unterstützung bei Nachhilfen, da der ein oder anderen aus gutem Elternhaus mit so einer Nachhilfe sein Abi doch schon etwas verschönern kann.

Speziell zum Bildungssystem..ich finde die 10/12 Jahre Schule an sich ganz gut, ebenso den Schulstoff. Allerdings finde ich den Aufbau etwas Mau.
Das meiste was man in der 5-8 Klasse lernt, weiß kaum einer noch den späteren Klassen. Am ehesten fällt mir da Deutsch ein, ich empfinde es schon als durch aus wichtig, die Grammatik zu lernen, vor allem für weitere Sprachen. Allerdings lernt man irgendwann alle Fälle auswendig und redet in den späteren Jahren dann so gut wie nie wieder darüber. Deswegen fände ich es schön, wenn gelerntes immer mal wieder zum Auffrischen in kleinen Etappen wiederholt wird.
Ebenso denke ich, dass ein bis zwei Buchbesprechungen+Klausur genügen. In meiner Schullaufbahn durften wir 7 Bücher lesen und auseinander nehmen, einfach too much und irgendwann auch langweilig.

Desweiteren fände ich vllt ein bis zwei längere Pflichtpraktika in der Schule ganz nett, die man sich individuell auf die Ferien aufteilen kann, so dass Schüler auch mal in einen Beruf reinschnuppern können.

Bei den Hochschulen finde ich z.B., dass in den Unis mehr wert auf echte Praxis gelegt werden sollte, dabei meine ich keine Praktika an der Uni. An den Fachhochschulen hingegen fehlt mir viel zum wissenschaftlichem Arbeiten. Ansonsten würde ich mich eine größere Flexibilität für Studenten wünschen, die ihr Studium selbst finanzieren müssen, weil sie ihre Eltern eben nicht auf Unterhalten verklagen wollen. Ich finde so eine Entscheidung muss akzeptiert und auch gefördert werden, in dem man Studenten keinen Strikt daraus dreht, wenn sie aus guten Gründen länger studieren.

Aber im Grunde schließe ich mich dir an, Deutschland ist ein Land, in dem erstmal jeder etwas aus sich machen kann und damit ist es schon vielen anderen Ländern weit voraus.

Den Wunsch nach grösserer Flexibilität bzw. Förderung für Studenten die ihr Studium weitestgehend selbst finanzieren (müssen) kann ich unterschreiben.

Praktika für Schüler...nun ja...ich habe 2 Kinder die die Hauptschule (heute ja Mittelschule genannt) besuch(t)en, und da gibt es 3 Praktika zu absolvieren. Ich finde das fantastisch. Das erleichtert die berufsfindung bzw. wenigstens die Richtung in die es gehen soll enorm.
Die grössere von beiden hat nach der an der Mittel Schule erworbenen Mittleren Reife (auch das finde ich super dass das jetzt möglich ist) eine Ausbildung gemacht und holt jetzt das fachabitur nach.

Lehrer Mangel, ja...der lässt sich nicht wegdiskutieren. Bei der kleinsten gab es dieses Jahr so gut wie keine Woche wo nicht Stunden ausgefallen sind...Das freut diemkindernzwar, aber es müsste nicht sein.

Vielleicht ist Bayern was Bildung angeht doch auch besser aufgestellt als andere Länder. Ich hin hier jedenfalls weitestgehend zufrieden.
 
Vermutlich zu revolutionär: wenn schon Digitalisierung, dann konsequent die glasfasernde Breitband-Schule: dezentrales Lernen im Kinderzimmer! Dann müssen Lehrer sich nicht mehr vor den Kindern fürchten - ein Klick und das Thema ist erledigt. Gebühren?: oh ja! Gebühren werden ja überall fällig - ob nun gerechtfertigt oder nicht. Und irgendwie müssen die Cyber-Lehrkräfte samt Infrastruktur ja finanziert werden. Vorteile: deutlich größere Klassenstärken sind möglich (wirkt dem Lehrkräftemangel entgegen); persönliche Auseinandersetzungen werden vermieden; Lernerfolg ist nach mathematisch programmierten Algorithmen objektiv gerecht nachweisbar; Eltern behalten die Aufsicht/Kontrolle; Nachteile: Sozialkompetenz wird nicht vermittelt, ist aber zu vernachlässigen. Das ist ohnehin Aufgabe der Eltern/Familie und im weiteren Sinne des sozialen Umfelds. Wobei: so neu ist die Idee nicht. Fernstudium gibt's schließlich schon länger.
 
Nachteile: Sozialkompetenz wird nicht vermittelt, ist aber zu vernachlässigen. Das ist ohnehin Aufgabe der Eltern/Familie und im weiteren Sinne des sozialen Umfelds. Wobei: so neu ist die Idee nicht. Fernstudium gibt's schließlich schon länger.

Hmm.. bei Menschen die sich bereits im Studium befinden, wird in der Regel eine Sozialisierung vorausgesetzt.
Und wenn diese Sozialkompetenz nicht vermittelt wurde?
Zb dadurch dass Eltern beide berufstätig sind. Familie räumlich getrennt? Zerrüttet?
Was ist das soziale Umfeld generell?
In zunehmender ghetto- isierung.
Oder zb. Dadurch dass das Kind sich in keinem sozialen System bewegt, da zu Hause vorm Bildschirm. Geht das Kind dann in Vereine. Wenn Probleme auftauchen, Konflikte, was ist dann? Wer bereitet sie auf. Oder beides in Kombination? Was ist soziale Kompetenz eigentlich? Wie "lernt" man diese?
Kann man vernachlässigen.. wer braucht das noch? Guter Vorschlag. Da kann man bei Kindergarten und Grundschule schon anfangen. Lernsoftware gibts auch für diese Altersgruppe.

(Beitrag kann Spuren von Sarkasmus enthalten)
 
Hmm.. bei Menschen die sich bereits im Studium befinden, wird in der Regel eine Sozialisierung vorausgesetzt. Und wenn diese Sozialkompetenz nicht vermittelt wurde? Zb dadurch dass Eltern beide berufstätig sind. Familie räumlich getrennt? Zerrüttet? Was ist das soziale Umfeld generell? In zunehmender ghetto- isierung. Oder zb. Dadurch dass das Kind sich in keinem sozialen System bewegt, da zu Hause vorm Bildschirm. Geht das Kind dann in Vereine.
Für fehlende Sozialkompetenz gibt's im Zweifel die JVA. Dort kann das dann erwachsene Kind das nachholen.
Wenn Probleme auftauchen, Konflikte, was ist dann? Wer bereitet sie auf. Oder beides in Kombination? Was ist soziale Kompetenz eigentlich? Wie "lernt" man diese? Kann man vernachlässigen.. wer braucht das noch? Guter Vorschlag. Da kann man bei Kindergarten und Grundschule schon anfangen. Lernsoftware gibts auch für diese Altersgruppe. (Beitrag kann Spuren von Sarkasmus enthalten)
Welche Probleme und Konflikte? - es gibt doch nur virtuelle Kontakte, virtuelle Freund-/Liebschaften. Da fliegen keine Fäuste und da fließt erst recht kein Blut. Für ernsthafte Konflikte gibt's wie z. B. hier eine/n Modi/ne, welche/r dann virtuell durchgreift. Auch das wird zukünftig automatisiert über Algorithmen ablaufen - die unbestechliche, unparteiische KI. Der Cyber-Arzt kümmert sich - ganz automatisch - um die Gesundheit. Die Lieferdienste versorgen - ebenfalls vollautomatisiert - jedes Einzelindividuum direkt auf dem Sofa - und nehmen den Müll gleich mit. Selbst die Reproduktion kann ohne direkte Begegnung der Eltern ablaufen. Wunschpartner per Katalog virtuell aussuchen und per Brutmaschine das Katalogbaby ausbrüten lassen. Zu "sci-fi"? Zu sarkastisch?: nein, daran wird ernsthaft geforscht. Einzig der Gang zur Toilette muß dann noch persönlich erledigt werden. Vlt. findet auch da jmd. eine intelligente, virtuelle Lösung.
 
Nein. Auch ich muß um meinen Job fürchten, Stichwort: autonomes Fahren. Was die Bildung angeht, wird sie vmtl. überflüssig, wenn alles "durchdigitalisiert" ist. Dann muß der Mensch nichts mehr wissen, er wird rundum versorgt etwa wie eine Ameisenlarve. Die KI weiß dann immer ganz genau, was das Individuum gerade braucht - welch glückliches Leben so ganz ohne Arbeit und Verpflichtungen; prasselblöd, nicht einmal einer Sprache mächtig und zu keiner Handlung fähig - aber auch das ist egal. Die KI ist ja da. Vlt. braucht die KI irgendwann den Menschen nicht mehr. Auch dann hat sich das Thema Bildung erledigt. Warum diese Entwicklung möglich sein könnte?: weil der Mensch faul und bequem ist. Immer mehr Pflichten versucht er von sich zu schieben. Selbst Unternehmer setzen wo möglich heute schon vorzugsweise auf Technik statt auf Personal. Schau Dir z. B. mal live-streams von Sendestudios einiger Radiostationen an. Da arbeitet außer dem Computer niemand mehr. Du siehst nur Monitore und blinkende Lämpchen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was würdet ihr euch für ein Bildungssystem wünschen?
Was fehlt eurer Meinung nach zu gerechten Bildungschancen für alle?

Ein einheitliches Bildungssystem wäre nicht schlecht. Derzeit ist es ja so, dass Bildung Ländersache ist und die Lehrpläne und Prüfungen dementsprechend je nach Bundesland stark variieren können. Das führt dazu, dass Prüfungen in manchen BL leichter sind als in anderen, wodurch man leichter an einen guten Abschluss kommt, der dann aber als "weniger wert" angesehen wird.
Wichtiger Unterpunkt: wenn eine Schule von G9 auf G8 umgestellt wird, sollte man den Lehrern und Schülern genug Zeit lassen, sich an dieses neue System zu gewöhnen. Das geht nämlich nicht einfach so von Heute auf Morgen. Die Lehrer müssen sich in dem neuen Lehrplan zurechtfinden, das Material (Bücher, Hefte, etc.) muss angepasst werden, Familien müssen sich an die neuen Schulzeiten gewöhnen (für das Vermitteln der gleichen Menge Schulstoff hat man ein Jahr weniger Zeit --> durchschnittlich mehr Schulstunden pro Tag, um die Menge unterzubringen --> Kind ist länger außer Haus) usw. usf.
Diese Änderung lässt sich nicht einfach so umsetzen; sowas braucht Zeit, und zwar mehr als nur zwei, drei Jahre, nach denen sich die Politiker denken: "Hach, ja, hat ja nicht so gut geklappt. Also bleibt's wohl doch beim Alten." (Etwas in der Art war an meiner Schule passiert. Das System war von G9 auf G8 umgestellt worden und nach kurzer Zeit hatten sich wohl irgendwelche Politiker gefragt, warum sich die durchschnittliche Leistung noch nicht verbessert hatte. Woran das wohl liegen könnte...?)

Hat schon mal jemand erforscht, welche Grundschulzeit die "bessere" ist? In Berlin und Brandenburg gehen Schüler sechs Jahre zur Grundschule, im Rest von Deutschland sind es nur vier Jahre. Da verlangt man also von Viertklässlern, dass sie in dem Alter schon wissen, in welche Richtung sie beruflich gehen wollen und welchen Schulabschluss sie dementsprechend anstreben müssen. Wie alt sind die Kinder da? Neun oder zehn Jahre (bzw. acht/neun, wenn sie schon mit fünf eingeschult wurden). Wieso müssen sich Kinder in dem Alter schon einen Kopf um ihre Zukunft machen? Kann man ihnen nicht ein paar Jahre mehr Zeit lassen? (Ja, ich weiß, dass die weiterführende Schule auch etwas mit Leistung bzw. dem Potenzial zu Leistung zu tun hat - aber eben nicht nur.)
Weiterer Punkt dazu: was soll der Mist, dass man bereits Fünfjährige einschult? Meine Mutter arbeitet mit Kindern und sie erlebt fast tagtäglich, dass die allermeisten Fünfjährigen noch gar nicht bereit sind, zur Schule zu gehen. Sie können sich noch nicht so gut konzentrieren, haben Schwierigkeiten beim längeren Stillsitzen, manche besitzen noch nicht die für das Schreiben benötigte Feinmotorik, . . . Ein Jahr kann einen riesigen Unterschied machen. Bitte gebt den Kindern dieses eine Jahr.

Wo ich dann auch schon zum nächsten Punkt käme: es wäre vielleicht nicht schlecht, von dem Stigma "Hauptschüler sind Versager" oder "nur ein Abitur ist auf dem Arbeitsmarkt etwas wert" wegzukommen, auch wenn das wohl eher schwierig sein dürfte. Kinder kriegen eine ganze Menge mit und lassen sich in dem Alter noch recht leicht formen und beeinflussen. Wenn sie also dann von Außen hören, dass "bloß dumme Menschen auf die Hauptschule kommen" oder "Gymnasiasten sind die Elite Deutschlands, die sind besser als andere", dann dürfte das schon irgendwo einen Einfluss auf die Kinder haben. Manche sind vielleicht von Anfang an entmutigt, Leistung zu erbringen, weil sie sich denken: "Hat doch keinen Sinn, wenn ich mich anstrenge, ich bin doch eh nix wert." Anders herum gibt es aber auch genug Kinder, die sich auf dem Gymnasium abquälen, obwohl sie auf der Realschule besser aufgehoben wären, die Schule aber nicht wechseln wollen, weil: "Realschule ist nicht gut genug." oder ähnliches.
Kurz gesagt: ein System, in dem Kinder relativ wertungsfrei* ihrer Leistung entsprechend gefördert und gefordert werden können, könnte sehr von Vorteil sein. Allerdings weiß ich selbst auch nicht recht, wie ein solches System aussehen könnte.
(*im Sinne von: keine Vorurteile der Art "Du besuchst Schulform X, deshalb bist du Y.")

Zum Thema Fördern und Fordern kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschließen:
1.) Wir brauchen allgemein viel mehr Lehrer.
2.) Statt die Schüler starr nach Plan zu bewerten, sollte man vermehrt auf Stärken und Schwächen eingehen.

Der zweite Punkt ließe sich durch den ersten relativ leicht angehen.

Was ich persönlich aber auch ganz, ganz wichtig finde: lasst den Kindern genug Zeit, um einfach mal Kind sein zu können. Statt vom Kindergarten an auf Leistung zu drillen, sollte man ihnen genug Freiraum geben, um sich einfach mal ausprobieren zu können - ohne benotet oder aufgefordert zu werden, es doch noch besser zu machen. Es sind nach wie vor Menschen, um die es geht, nicht Maschinen.
 
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