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Beziehungsprobleme wegen Ungleichgewicht

>Ich fürchte mich mehr davor meinen Freund zu verlieren und dann keine Kraft und Vertrauen mehr zu >haben, noch mal neu anzufangen.

Du würdest eine Krise durchleben. Erst beutelt es Dich und hin und her und dann wachsen Kraft und Vertrauen.
 
Es gibt gute und viele schlechte Therapeuten.
Das ist wahr, aber trotzdem gibt es Erfahrungen die man auch erstmal verdauen und überwinden muss, bis man wieder bereit ist, sowas zu probieren.
In der Phase bin ich noch.
Bitte so stehen lassen. Danke!
Dein geschildertes Problem könnte ich nur dann als Ungleichgewicht werten, wenn Dein Partner seine Familie und seinen Freundeskreis Dir vorziehen würde.
Vorziehen würde ich nicht sagen und ich will auch gar nicht in die Richtung denken, dass es darum geht, wer ihm wichtiger ist, weil mir das nicht gut tut. Ich weiß, dass ich ihm sehr wichtig bin und ich weiß, dass ihm seine Familie und vor allem engsten Freunde sehr wichtig sind.
Es gab schon ein paar Sitationen, in denen ich mir gewünscht hätte, dass ihm unsere Beziehung wichtiger ist als andere Dinge und es beschäftigt mich, aber ich möchte das auch nicht zu hoch bewerten und ein Problem generieren, wo wahrscheinlich keines ist.

Für mich ist das Ungleichgewicht aber trotzdem spürbar durch unseren unterschiedlichen Hintergrund.
Es gibt keine Garantie, dass Eure Beziehung ewig hält, aber es gibt auch keine Anzeichen, dass dem nicht so ist.
Dass es keine Garantie gibt weiß ich, aber es stimmt schon, dass ich da zu verkopft bin und zu oft darüber nachdenke.
 
Ich denke, ich verstehe dich.
Und es ist für mich nachvollziehbar, dass man mit so einem (realen und/oder gefühlten) Ungleichgewicht Leidensdruck hat.

Hast du dies bei deinem Freund denn mal konkret angesprochen?
Du musst dich nicht dafür schämen.

Mir fällt eigentlich nur der Rat ein, deine bestehenden Freundschaften und Kontakte etwas zu intensivieren, auch wenn es dir schwerfällt. Ich denke, dadurch erreichst du mehr Unabhängigkeit.
 
Entweder Du machst das Beste daraus und freust Dich für ihn und für Dich, dass Du so gut in der Familie akzeptiert wirst oder machst halt weiter ein Drama draus und ruinierst Dir langfristig damit die Beziehung.
Ich mache kein Drama draus.
Ich denke, ich verstehe dich.
Und es ist für mich nachvollziehbar, dass man mit so einem (realen und/oder gefühlten) Ungleichgewicht Leidensdruck hat.
Danke, ich freue mich dass mich wenigstens jemand hier versteht und nicht als klammernde Dramaqueen hinstellt. Die ich im Übrigen nicht bin.
Leidensdruck ist ein Wort, das ganz gut passt, auch wenn es ja nicht immer so schlimm ist, dass ich darunter leide.
Ich würde es vor allem als Lebensaufgabe bezeichnen, mit meiner Geschichte und meinen Erlebnissen umzugehen und das schließt auch meine Beziehung mit ein.
Hast du dies bei deinem Freund denn mal konkret angesprochen?
Das habe ich, weil wir zum Glück gut miteinander reden können. Er versteht es, aber versteht es auch nicht.
Damit meine ich, dass er Verständnis dafür hat, dass es manchmal nicht so leicht für mich ist. Aber wie es ist keine Familie zu haben und aus schwierigen Verhältnissen zu kommen, kann er sich oft nicht richtig vorstellen, was aber schon besser geworden ist, weil ich ihm einiges erzählt habe.
Mir fällt eigentlich nur der Rat ein, deine bestehenden Freundschaften und Kontakte etwas zu intensivieren, auch wenn es dir schwerfällt. Ich denke, dadurch erreichst du mehr Unabhängigkeit.
Das versuche ich. Danke!
 
Was mir auffällt: dass du genau bei einem Post antwortest, dass dich wenigstens einer zu verstehen scheint und dich nicht als Dramaqueen ansieht.

Ich habe wohl die Antworten anders gelesen, die meisten waren wohlwollend und verständnisvoll formuliert.
Bei dir liegt durch deine Lebensgeschichte wahrscheinlich unter anderem ein Bindungstrauma vor.
Ohne professionelle Hilfe ist es fast unmöglich, so einschwerwiegendes Trauma zu überwinden.
Egal wie verständnisvoll dein Freund und seine Familie sind, dieses Gefühl des Ungleichgewichts wird nicht ohne therapeutische Aufarbeitung „verschwinden“.
Deshalb ist es eigentlich unmöglich, dir heilende Hilfe übers Internet zu leisten.

Und ja, ich verstehe dein Problem/Anliegen vollkommen, aber mit reiner Kopfarbeit kommt man da nicht weiter.
Da grätschen dann nämlich die Gefühle rein, die nie sicher erfüllt worden sind in deiner Kindheit. 😥
Und sie werden das so lange tun, bis sie endlich gesehen, gehört und gefühlt werden können.
Und getröstet werden, Stichwort: Innere Kindarbeit.
Du hast sicherlich schon davon gehört, wenn du Therapieerfahrung hast.
 
Was mir auffällt: dass du genau bei einem Post antwortest, dass dich wenigstens einer zu verstehen scheint und dich nicht als Dramaqueen ansieht.
Mein Gott wie hier einerseits jeder Satz auf die Goldwaage gelegt wird und andererseits zwischen den Zeilen alles mögliche gelesen wird, was überhaupt nicht stimmt. 😆
Ich habe mich einfach gefreut, weil ich bei Postman gemerkt habe, dass er meine Lebensumstände gut erfasst und richtig versteht. Das ist nichts gegen andere Schreiber, wobei ich sowas in Richtung "Such dir halt Freunde" einfach etwas platt finde und auch mit den ganzen komischen Zuschreibungen und Beschuldigungen nichts anfangen kann.

Bei dir liegt durch deine Lebensgeschichte wahrscheinlich unter anderem ein Bindungstrauma vor.
Ohne professionelle Hilfe ist es fast unmöglich, so einschwerwiegendes Trauma zu überwinden.
Egal wie verständnisvoll dein Freund und seine Familie sind, dieses Gefühl des Ungleichgewichts wird nicht ohne therapeutische Aufarbeitung „verschwinden“.
Deshalb ist es eigentlich unmöglich, dir heilende Hilfe übers Internet zu leisten.
Das ist ziemlich sicher der Fall.
Heilende Hilfe erwarte ich mir nicht, aber vielleicht mal darüber reden können ohne sofort verteufelt oder abgewiegelt zu werden.
Mein Freund weiß ja schon Bescheid und wir reden immer wieder mal über das Ganze, aber ich möchte einfach vor allem eine Strategie finden, das mit mir selbst auszumachen. Ich glaube auch dass über kurz oder lang kein Weg an einer Therapie vorbei führt, aber ich bin innerlich noch nicht an dem Punkt. Das finde ich bei meiner Vorgeschichte okay und will mir da auch keinen Druck machen, weil ich es ja nicht ausschließe und es mir in den nächsten Jahren vorstellen kann.
Und ja, ich verstehe dein Problem/Anliegen vollkommen, aber mit reiner Kopfarbeit kommt man da nicht weiter.
Ich verstehe was du meinst, aber hoffe schon, dass ich indem ich reflektiere und mich viel damit beschäftige auch am Gefühlsleben manches ein bisschen ändern kann. Nicht als Therapieersatz, aber einfach auch Gedankengänge ein bisschen ändern und ähnliches.
 
Hey millie,

ich konnte mich in deinem Bericht sehr wiederfinden. Ich schreibe morgen nochmal mehr dazu 🙂

Hallo liebe Millie,

ich hoffe, du hast noch Lust hier mitzulesen. 🙂

Ich konnte beim Lesen deines Beitrags gut mitfühlen, da ich vieles aus eigener Erfahrung kenne.

Ich selbst komme auch aus einer sehr komplizierten Familie mit viel Drama und Gewalt, zu meiner Mutter habe ich schon ewig keinen Kontakt mehr, zu anderen Familienmitgliedern ist es sehr wechselhaft, manchmal ganz gut, manchmal sehr, sehr schwierig. Zudem wohnen auch alle weit weg und ich sehe nur alle paar Monate mal jemanden aus meiner Familie, die Kontakte sind für mich emotional auch meist schwierig und belastend. Bzgl. Freundschaften ist es bei mir auch ähnlich wie bei dir, ich habe welche, aber die stabilen sind nicht sehr nah und wenn es sehr nahe Freundschaften gab, dann war das oft eher holprig.

Mein Freund hingegen kommt aus einer sehr nahen Familie, die sich sehr regelmäßig sieht, auch in seiner Nähe wohnt, zwar auch mit einem großen Unglücksfall in seiner Biografie, also auch vorbelastet, aber seine Verhältnisse sind trotzdem ganz anders. Zudem hat er einen großen Freundeskreis, viele langjährige, stabile Freundschaften.

Wir haben ähnliche Themen wie ihr, ich wurde in seiner Familie sehr herzlich aufgenommen, trotzdem ist es oft schwierig für mich, mich dort zurechtzufinden, mir wird es schnell zu nah und es gibt einzelne Menschen, mit denen ich große Schwierigkeiten habe, ähnlich wie du es beschreibst. Er hat viel Verständnis für mich und trotzdem ist es oft kompliziert und herausfordernd für ihn, damit umzugehen, wenn es mir bei Anlässen im Familien- oder Freundeskreis nicht so gut geht.

Mir selbst hilft, ganz viel Verständnis für mich selbst zu haben. Ich versuche für mich selbst anzunehmen, dass ich meinen Rucksack mit mir rumtrage, Beziehungen zu Menschen kompliziert für mich sind und ich es im Rahmen meiner Biografie trotzdem halbwegs gut schaffe, in seinem Umfeld okay zurechtzukommen. Es wäre viel Luft nach oben, aber auch nach unten. Das ist nicht immer so einfach, oft bin ich auch sehr enttäuscht von mir selbst, habe höhere Erwartungen an mich selbst, als ich erfüllen kann und doch gelingt es mir besser als früher, nachsichtig mit mir zu sein.

Ich glaube daran, dass es möglich ist, Beziehungen zu führen, wenn man aus ganz unterschiedlichen "Welten" kommt. Das wichtigste ist das Verständnis füreinander (und auch für sich selbst), miteinander im Gespräch zu bleiben und vielleicht auch zu akzeptieren, dass manches schwierig bleiben wird. Ich wünsche euch sehr, dass ihr Wege miteinander findet, dass du immer mehr darauf vertrauen kannst, dass er dich wirklich so will, wie du bist und deine Verlustängste weniger werden. Ich glaube, eine stabile Beziehung ist unglaublich heilsam, wenn man aus schwierigen Verhältnissen kommt, aber halt auch ultra herausfordernd, wenn man es nicht gelernt hat und vorbelastet ist.

Alles Gute 🌷
 
dass mein Freund mich gar nicht braucht

Nochmal kurz dazu: Ich kenne dieses Gefühl sehr gut. Ich glaube aber, das ist ein Logikfehler. Menschen, die in ihrer Kindheit "gesunde Bindung" gelernt haben und denen es leicht fällt, stabile Beziehungen zu führen, gehen eher keine Beziehungen ein, weil sie sie "brauchen", im Sinne von Halt im Leben, sondern weil sie diese Beziehungen wollen. Ich finde das emotional auch manchmal schwer nachvollziehbar, weil für mich Nähe auch immer irgendwie mit "brauchen" assoziiert wird und einem gewissen Wunsch, den anderen doll festzuhalten, mich selbst festzuhalten, aber ich glaube, das hat auch mit Trauma und Beziehungsabbrüchen in der eigenen Biografie zu tun.

Eigentlich ist das ja was mega schönes, wenn es Menschen gibt, die einfach so, ohne große Bedürftigkeit, mit einem selbst zusammen sein wollen. Einfach nur, weil sie uns lieben. Aber wenn man das nicht gewohnt ist, ist das ganz komisch und fühlt sich auch bedrohlich an, im Sinne von dem, wie du es beschreibst "ich werde gar nicht gebraucht" / der andere ist nicht abhängig von mir und kann mich einfach verlassen.
 

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