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Beziehungsprobleme wegen Ungleichgewicht

Ich glaube Dir entgeht sehr viel, wenn Du Dich nicht in die Familie integrieren kannst.
Es gibt doch nichts schöneres,als Menschen um sich zu haben die Dich bedingungslos aufnehmen?
Könntest Du an der Stelle vielleicht ansetzen?
Haben die Familie Dir irgendwas getan?
Wie sieht Eure Zukunft aus?
Ist wenigstens eine gemeinsame Wohnung geplant? Ihr seid seit 3 Jahren zusammen, was ist der nächste Schritt?
 
Ich kann deine Situation gut nachempfinden @Millie, da ich in einer ähnlichen Situation bin.
Mein Freund hat sehr viel Kontakt zu seiner Familie und ich fast keinen zu meiner Familie.

Was ich schwierig finde ist, dass er immer die Nr 1 für seine Familie sein wird und man selber eher ein Anhängsel ist, auch wenn man sich super versteht und da der Ausgleich fehlt, in seiner eigenen Familie die Nr 1 zu sein.

Das einzige was man machen kann, ist tatsächlich die Beziehung zu Freunden zu intensivieren, damit der Mißstand nicht so auffällt und zu versuchen, dadrüber zu stehen.

Dass ihm dadurch die Trennung leichter fallen würde, denke ich nicht, er würde natürlich in dem Falle von seiner Familie unterstützt werden, aber ob er ohne dich und nur mit seiner Familie/ Freunden glücklich wäre, bezweifle ich.

In einer glücklichen Beziehung darf man auch mal anhänglich sein, finde ich und gut dass ihr allgemein darüber reden könnt.
Dass du dir Sorgen machst, deinen Freund zu verlieren ist gut, denn das bedeutet, dass du ihn liebst!

Was eben wichtig ist, Akzente zu setzen und sich mit anderen zu treffen, damit man bei aller Liebe, für den anderen interessant bleibt und auch ein eigenständiges Leben hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein Mann hat auch keine Familie mehr, abgesehen von einem verrückten Bruder.
Jetzt hat er halt meine Familie stattdessen. Die haben ihn sozusagen adoptiert.
Ist doch schön für deinen Mann. 😉
Ich konnte beim Lesen deines Beitrags gut mitfühlen, da ich vieles aus eigener Erfahrung kenne.
Danke, dass du geschrieben hast, ich freue mich sehr darüber!! Wie es aussieht, haben wir einige Parallelen in unserer Lebensgeschichte und mir sind beim Lesen ein paar Mal die Tränen in die Augen getreten, weil ich so gut verstehe was du meinst und es mir mit vielen ganz genauso geht!!

Wir haben ähnliche Themen wie ihr, ich wurde in seiner Familie sehr herzlich aufgenommen, trotzdem ist es oft schwierig für mich, mich dort zurechtzufinden, mir wird es schnell zu nah und es gibt einzelne Menschen, mit denen ich große Schwierigkeiten habe, ähnlich wie du es beschreibst. Er hat viel Verständnis für mich und trotzdem ist es oft kompliziert und herausfordernd für ihn, damit umzugehen, wenn es mir bei Anlässen im Familien- oder Freundeskreis nicht so gut geht.
Damit geht es mir 1 zu 1 genauso. Die Familie von meinem Freund ist sehr lieb und ich mag die meisten von ihnen sehr. Darüber bin ich froh und auch darüber, dass mein Freund sich gut mit seiner Familie versteht.
Aber es ist auch nicht immer leicht, wenn man das selbst gar nicht kennt und man vieles ganz fremd findet. Mir ist es auch manchmal zu viel und mit den zwei, drei Familienmitglieder, mit denen ich nicht so gut zurechtkomme, fällt es mir besonders schwer mich richtig zu verhalten.

Mir fehlt da einfach etwas in der Entwicklung, was für andere einfach selbstverständlich ist. Mein Freund versteht das auch soweit er kann, aber es belastet ihn auch, dass es für mich nicht immer einfach ist Zeit mit seiner Familie zu verbringen oder es mir danach nicht so gut geht. Für ihn wäre es einfacher, wenn es für mich nicht so schwer wäre und deswegen habe ich manchmal ein schlechtes Gewissen oder denke, er hätte auf Dauer gerne eine Freundin, mit der es diese Art Probleme nicht gibt.
Mir selbst hilft, ganz viel Verständnis für mich selbst zu haben. Ich versuche für mich selbst anzunehmen, dass ich meinen Rucksack mit mir rumtrage, Beziehungen zu Menschen kompliziert für mich sind und ich es im Rahmen meiner Biografie trotzdem halbwegs gut schaffe, in seinem Umfeld okay zurechtzukommen. Es wäre viel Luft nach oben, aber auch nach unten. Das ist nicht immer so einfach, oft bin ich auch sehr enttäuscht von mir selbst, habe höhere Erwartungen an mich selbst, als ich erfüllen kann und doch gelingt es mir besser als früher, nachsichtig mit mir zu sein.
Das ist eine Stelle bei der mir einfach die Tränen kommen. Wie stark von dir, dass du es geschafft hast deine Lebensgeschichte so zu akzeptieren und auch, dass manches besser laufen könnte, aber auch schlechter.
Das würde ich mir auch für mich selbst wünschen. Wenn ich mich vor anderen verteidigen muss, kann ich das ganz gut, aber trotzdem bin ich zu mir selbst nicht so verständnisvoll und mache mich dann selbst fertig, weil für mich die einfachsten Dinge manchmal nicht so leicht sind.
Ich glaube daran, dass es möglich ist, Beziehungen zu führen, wenn man aus ganz unterschiedlichen "Welten" kommt. Das wichtigste ist das Verständnis füreinander (und auch für sich selbst), miteinander im Gespräch zu bleiben und vielleicht auch zu akzeptieren, dass manches schwierig bleiben wird.
Das macht mir viel Mut, danke!!
Menschen, die in ihrer Kindheit "gesunde Bindung" gelernt haben und denen es leicht fällt, stabile Beziehungen zu führen, gehen eher keine Beziehungen ein, weil sie sie "brauchen", im Sinne von Halt im Leben, sondern weil sie diese Beziehungen wollen. Ich finde das emotional auch manchmal schwer nachvollziehbar, weil für mich Nähe auch immer irgendwie mit "brauchen" assoziiert wird und einem gewissen Wunsch, den anderen doll festzuhalten, mich selbst festzuhalten, aber ich glaube, das hat auch mit Trauma und Beziehungsabbrüchen in der eigenen Biografie zu tun.
Das trifft den Nagel genau auf den Kopf!! Es war mir bis jetzt nicht so richtig bewusst, wie brauchen und wollen bei mir eigentlich verbunden ist, obwohl es ganz unterschiedliche Dinge sind.
Eigentlich ist das ja was mega schönes, wenn es Menschen gibt, die einfach so, ohne große Bedürftigkeit, mit einem selbst zusammen sein wollen. Einfach nur, weil sie uns lieben.
Das stimmt.❤
 
Ich glaube Dir entgeht sehr viel, wenn Du Dich nicht in die Familie integrieren kannst.
Ich integriere mich und mache alles so gut ich kann. Warum denkst du, ich integriere mich nicht?
Haben die Familie Dir irgendwas getan?
Nein, aber darum geht es doch gar nicht. Ich habe doch auch geschrieben, dass ich seine Familie mag und mit den meisten gut auskomme.
Aber es ist nicht immer so einfach für mich wegen meiner eigenen Lebensgeschichte.

Wie sieht Eure Zukunft aus?
Ist wenigstens eine gemeinsame Wohnung geplant? Ihr seid seit 3 Jahren zusammen, was ist der nächste Schritt?
Das ist ein Kapitel für sich und für mich auch ein eher nicht so gutes Thema. Ich würde gerne zusammenziehen und es hat jetzt innerhalb eines Jahres eigentlich dreimal die Möglichkeit gegeben, dass das konkret wird, aber mein Freund will es noch nicht. Er hat es mir auch erklärt und in Aussicht gestellt, dass wir 2-3 Jahren zusammenziehen und ich verstehe es auch, aber für mich ist das schon eher schlimm. Ich suche grade auch wieder eine Wohnung oder WG, weil ich zum Ende des Jahres aus meiner raus muss. Es wäre eigentlich die perfekte Gelegenheit, aber wie schon bei den zwei anderen Situationen möchte mein Freund es noch nicht.
Für mich würde damit eigentlich mein größter Lebenstraum in Erfüllung gehen, weil ich mir schon immer gewünscht habe ein gemeinsames Zuhause mit jemanden zu haben, den ich liebe. Deswegen ist es für mich auch bitter, dass er das noch nicht will, aber ich muss es akzeptieren.
Ich kann deine Situation gut nachempfinden @Millie, da ich in einer ähnlichen Situation bin.
Mein Freund hat sehr viel Kontakt zu seiner Familie und ich fast keinen zu meiner Familie.
Danke, dass du geschrieben hast!!
Was ich schwierig finde ist, dass er immer die Nr 1 für seine Familie sein wird und man selber eher ein Anhängsel ist, auch wenn man sich super versteht und da der Ausgleich fehlt, in seiner eigenen Familie die Nr 1 zu sein.
Ich verstehe, was du meinst. Innerhalb der Familie ist es einfach eine ganz besondere Fürsorge und Aufmerksamkeit füreinander und man kommt ja wirklich als Fremde dazu, da ist es natürlich ganz anders. Aber stimmt, es gibt dann keinen Ausgleich.
Das ist auch mit das, was ich mit Ungleichgewicht meine: wenn mein Freund krank ist, kümmere ich mich um ihn, aber auch seine Eltern, Oma,... fragen, ob er was braucht, bringen Suppe, Medikamente, bezahlen den Arzt, Geschwister und Freunde erkundigen sich. Total schön! Wenn ich krank bin, bin ich froh, dass ich meinen Freund habe... aber sonst gibt es halt niemanden, dem ich es überhaupt erzählen könnte. Wenn es seine Mutter mitbekommt, fragt sie natürlich auch sehr nett nach, aber in solchen Situationen ist spürbar, wie unterschiedlich unser Umfeld ist.

In einer glücklichen Beziehung darf man auch mal anhänglich sein, finde ich und gut dass ihr allgemein darüber reden könnt.
Dass du dir Sorgen machst, deinen Freund zu verlieren ist gut, denn das bedeutet, dass du ihn liebst!
Danke für diese Sichtweise!!
Das einzige was man machen kann, ist tatsächlich die Beziehung zu Freunden zu intensivieren, damit der Mißstand nicht so auffällt und zu versuchen, dadrüber zu stehen.
Kontakte zu Bekannten zu intensivieren habe ich mir mal vorgenommen und schaue wie das läuft. 🙂
 
Zum besseren Verständnis was ich mit meiner Lebensgeschichte meine:

Mein Stiefvater hat leider meine Mutter umgebracht. Ich war 5, meine Bruder 7 und meine kleine Halbschwester noch ein Baby. Es gab dann ein paar Stationen bei Verwandten, aber meine kleine Schwester ist als einzige dauerhaft bei Verwandten geblieben. Mein Bruder und ich sind im Heim und WGs großgeworden. Mein Bruder lebt in der Zwischenzeit auch nicht mehr (Drogen).
Mein Vater war in der Zeit, als ich ein Kind war, kriminell und oft inhaftiert. Seit ich ca. 16 bin, habe ich manchmal Kontakt zu ihm. Leider ist er heute obdachlos und suchtkrank, was den Kontakt sehr schwer macht. Ich habe auch versucht ihm irgendwie zu helfen und zu unterstützen, aber es hat gar nichts gebracht und war für mich eine sehr schwere Zeit, auch zu erkennen, dass jede Hilfe seine Probleme wahrscheinlich noch vergrößert.
Meine Halbschwester durfte nie Kontakt zu uns haben, weil wir als Heimkinder angeblich kein Umgang für sie sind. Es gab vor ein paar Jahren dann mal Kontakt, das war aber sehr schwierig für mich, zu sehen, wie gut sie aufgewachsen ist und wir eigentlich auch nur Kinder waren, die nichts dafür konnten, aber trotzdem immer als die Bösen verteufelt worden sind. Das steckt noch sehr in ihr drin, da sie teilweise auch misstrauisch ist und denkt, ich bin auf Geld aus. Was aber nicht stimmt.

Durch die Zeit im Heim habe ich vieles nicht gelernt, normale Umgangsformen in Familien, wie zu Weihnachten, Geburtstagen, bei Problemen. Ich hatte vieles nicht, was in anderen Familien ganz normal ist, wie eine Umarmung oder getröstet werden. Auch dass sich jemand interessiert und zuhört. Das ist bis heute schwer für mich und sich in eine glückliche Familie zu integrieren einfach eine Herausforderung.
 
Ist doch schön für deinen Mann. 😉

Ja, ihm gefällt es und er hat jetzt auch kein Gefühl des Ungleichgewichts.


Aber es ist auch nicht immer leicht, wenn man das selbst gar nicht kennt und man vieles ganz fremd findet.

Daran kann man sich doch gewöhnen und daran freuen.
Mir fehlt da einfach etwas in der Entwicklung, was für andere einfach selbstverständlich ist. Mein Freund versteht das auch soweit er kann, aber es belastet ihn auch, dass es für mich nicht immer einfach ist Zeit mit seiner Familie zu verbringen oder es mir danach nicht so gut geht. Für ihn wäre es einfacher, wenn es für mich nicht so schwer wäre und deswegen habe ich manchmal ein schlechtes Gewissen oder denke, er hätte auf Dauer gerne eine Freundin, mit der es diese Art Probleme nicht gibt.

Dann lass ihn doch bei seiner Familie sein.
Mein Mann geht mit wenn er will und wenn nicht nicht.
Wir respektieren das alle.





Nein, aber darum geht es doch gar nicht. Ich habe doch auch geschrieben, dass ich seine Familie mag und mit den meisten gut auskomme.
Aber es ist nicht immer so einfach für mich wegen meiner eigenen Lebensgeschichte.

Die hat jeder aber irgendwann muss man im hier und jetzt leben und das Beste draus machen.
Das ist ein Kapitel für sich und für mich auch ein eher nicht so gutes Thema. Ich würde gerne zusammenziehen und es hat jetzt innerhalb eines Jahres eigentlich dreimal die Möglichkeit gegeben, dass das konkret wird, aber mein Freund will es noch nicht. Er hat es mir auch erklärt und in Aussicht gestellt, dass wir 2-3 Jahren zusammenziehen und ich verstehe es auch, aber für mich ist das schon eher schlimm. Ich suche grade auch wieder eine Wohnung oder WG, weil ich zum Ende des Jahres aus meiner raus muss. Es wäre eigentlich die perfekte Gelegenheit, aber wie schon bei den zwei anderen Situationen möchte mein Freund es noch nicht.
Für mich würde damit eigentlich mein größter Lebenstraum in Erfüllung gehen, weil ich mir schon immer gewünscht habe ein gemeinsames Zuhause mit jemanden zu haben, den ich liebe. Deswegen ist es für mich auch bitter, dass er das noch nicht will, aber ich muss es akzeptieren.

DAS würde mich auch stören, weil ich nicht sicher wäre , ob er das überhaupt will.
Vielleicht ist das das eigentliche Manko.
Und akzeptieren musst Du das überhaupt nicht.

Ich verstehe, was du meinst. Innerhalb der Familie ist es einfach eine ganz besondere Fürsorge und Aufmerksamkeit füreinander und man kommt ja wirklich als Fremde dazu, da ist es natürlich ganz anders. Aber stimmt, es gibt dann keinen Ausgleich.

Man bleibt aber ja keine Fremde oder kein Fremder irgendwann bekommt man die selbe Fürsorge auch, wenn man es zulässt.
Das ist auch mit das, was ich mit Ungleichgewicht meine: wenn mein Freund krank ist, kümmere ich mich um ihn, aber auch seine Eltern, Oma,... fragen, ob er was braucht, bringen Suppe, Medikamente, bezahlen den Arzt, Geschwister und Freunde erkundigen sich. Total schön! Wenn ich krank bin, bin ich froh, dass ich meinen Freund habe... aber sonst gibt es halt niemanden, dem ich es überhaupt erzählen könnte. Wenn es seine Mutter mitbekommt, fragt sie natürlich auch sehr nett nach, aber in solchen Situationen ist spürbar, wie unterschiedlich unser Umfeld ist.

Den Unterschied haben wir jetzt halt nicht. Bei uns wird für alle gleich gesorgt.
Als mein Mann sehr krank war waren alle genauso für ihn da als wäre ich sehr krank gewesen.
 
Hallo liebe Millie,

danke für dein ausführliches Feedback zu meinem Beitrag, das war sehr schön zu lesen!
Mich hat sehr doll berührt deine Geschichte zu lesen, da kommen mir doch auch glatt die Tränen. Es klingt nach so unheimlich viel, was du schon in so jungen Jahren durchmachen musstest und viel mehr als ein Mensch ertragen müssen sollte. Und auch nochmal nach einer ganz anderen "Hausnummer" als meine eigene Geschichte, die im Vergleich dann doch eher wie ein Spaziergang wirkt.

Es ist vielleicht ein schwacher Trost, aber im Kontext dessen, was du alles durchleben musstest ist es sehr, sehr beeindruckend und wunderschön, dass du dich auf diese Beziehung einlassen konntest und kannst, ihr schon 3 Jahre zusammen seid und du die Beziehung auch großteils als stabil empfindest. Manches wird bestimmt schwierig bleiben, aber ich wünsche dir ganz doll, dass du stolz auf dich sein kannst, dass es in dir noch Lust auf Bindung, Liebe und auch Vertrauen gibt und dass du dir das erhalten konntest, auch wenn es oft schwierig ist. Das ist nicht selbstverständlich!
 
Zum besseren Verständnis was ich mit meiner Lebensgeschichte meine:

Mein Stiefvater hat leider meine Mutter umgebracht. Ich war 5, meine Bruder 7 und meine kleine Halbschwester noch ein Baby. Es gab dann ein paar Stationen bei Verwandten, aber meine kleine Schwester ist als einzige dauerhaft bei Verwandten geblieben. Mein Bruder und ich sind im Heim und WGs großgeworden. Mein Bruder lebt in der Zwischenzeit auch nicht mehr (Drogen).
Mein Vater war in der Zeit, als ich ein Kind war, kriminell und oft inhaftiert. Seit ich ca. 16 bin, habe ich manchmal Kontakt zu ihm. Leider ist er heute obdachlos und suchtkrank, was den Kontakt sehr schwer macht. Ich habe auch versucht ihm irgendwie zu helfen und zu unterstützen, aber es hat gar nichts gebracht und war für mich eine sehr schwere Zeit, auch zu erkennen, dass jede Hilfe seine Probleme wahrscheinlich noch vergrößert.
Meine Halbschwester durfte nie Kontakt zu uns haben, weil wir als Heimkinder angeblich kein Umgang für sie sind. Es gab vor ein paar Jahren dann mal Kontakt, das war aber sehr schwierig für mich, zu sehen, wie gut sie aufgewachsen ist und wir eigentlich auch nur Kinder waren, die nichts dafür konnten, aber trotzdem immer als die Bösen verteufelt worden sind. Das steckt noch sehr in ihr drin, da sie teilweise auch misstrauisch ist und denkt, ich bin auf Geld aus. Was aber nicht stimmt.

Durch die Zeit im Heim habe ich vieles nicht gelernt, normale Umgangsformen in Familien, wie zu Weihnachten, Geburtstagen, bei Problemen. Ich hatte vieles nicht, was in anderen Familien ganz normal ist, wie eine Umarmung oder getröstet werden. Auch dass sich jemand interessiert und zuhört. Das ist bis heute schwer für mich und sich in eine glückliche Familie zu integrieren einfach eine Herausforderung.
Das ist ja furchtbar. Tut mir sehr leid, dass du das durchmachen musstest.
 
Ja, ihm gefällt es und er hat jetzt auch kein Gefühl des Ungleichgewichts.
Dann ist dein Mann anders als ich, was okay ist. Nicht alle sind gleich.
Daran kann man sich doch gewöhnen und daran freuen.
Manchen fällt das leichter, manchen schwerer. Menschen sind verschieden.
Dann lass ihn doch bei seiner Familie sein.
Mein Mann geht mit wenn er will und wenn nicht nicht.
Wir respektieren das alle.
Das machen wir auch so, ich bin regelmäßig dabei, aber nicht immer.
Mein Freund akzeptiert es mal mehr und mal weniger und seine Familie auch mal so, mal so.
Die hat jeder aber irgendwann muss man im hier und jetzt leben und das Beste draus machen.
Glaub mir, ich mache das Beste draus. 😉
DAS würde mich auch stören, weil ich nicht sicher wäre , ob er das überhaupt will.
Vielleicht ist das das eigentliche Manko.
Und akzeptieren musst Du das überhaupt nicht.
Ich glaube ihm, dass er es in ein paar Jahren will.
Als mein Mann sehr krank war waren alle genauso für ihn da als wäre ich sehr krank gewesen.
Das ist schön für deinen Mann. 🙂
 
Es ist vielleicht ein schwacher Trost, aber im Kontext dessen, was du alles durchleben musstest ist es sehr, sehr beeindruckend und wunderschön, dass du dich auf diese Beziehung einlassen konntest kannst und sie auch großteils als stabil empfindest. Manches wird bestimmt schwierig bleiben, aber ich wünsche dir ganz doll, dass du stolz auf dich sein kannst, dass es in dir noch Lust auf Bindung, Liebe und auch Vertrauen gibt und dass du dir das erhalten konntest, auch wenn es oft schwierig ist. Das ist nicht selbstverständlich!
Danke!! ❤
Es hat ja auch lange gedauert und die Beziehungen vor meinem Freund waren gar nicht gut, ich habe mich schlecht verhalten und war mit Männern zusammen die sich schlecht verhalten haben. Deswegen bin ich einfach froh,jetzt so ein Glück mit meinem Freund zu haben. 🥰

Das ist ja furchtbar. Tut mir sehr leid, dass du das durchmachen musstest.
Danke, ich kenne es ja nicht anders und das Schlimmste (Kindheit) habe ich ja hinter mich gebracht zum Glück. 🙂
Aber ich möchte einfach darauf aufmerksam machen, dass es Lebenswege gibt, die wirklich nicht so leicht sind, und es dann nicht so einfach funktioniert wie manche denken. Such dir Freunde, gewöhn dich dran, integriere dich doch, freu dich einfach, dass die Familie von deinem Freund nett ist... Klingt alles gut in der Theorie, aber es ist nicht für jeden Menschen gleich einfach.
 

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