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Beziehungsprobleme wegen Ungleichgewicht

Du solltest dich durch nichts durchquälen müssen.
Die Frage die sich mir dabei stellt, ist jedoch, ob dem denn wirklich so wäre?
Gab es schon mal einen gemeinsamen Urlaub?

Wenn ich zurück schaue, warum ich vieles vermied, dann lag das u.a. an einer Unsicherheit, Selbstzweifel und der Angst wie ausgeliefert zu sein und dann erkannt und verurteilt zu werden. Weiß natürlich nicht, ob das bei dir zutrifft Millie.

Erst als ich darüber nach dachte, was ich eigentlich will und das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern wie ich mittlerweile erkannt habe, mit Selbstfürsorge, konnte ich Entscheidungen treffen zu denen ich auch stehen konnte.
Bei dem Fall mit dem gemeinsamen Urlaub, würde ich mich fragen ob ich gerne zu diesem Urlaubsort will, was mir dort gefallen und gut tun würde.
Auch sehe ich es als Selbstfürsorge an, keine Situation heraufzubeschwören unter der ich dann zu leiden habe. In dem Fall : alle gehen mit nur ich nicht. Was denken die dann über mich usw.
Immer wenn ich es so gemacht hatte, war dann auch eine Distanz zu den Menschen entstanden.
Denn die meisten verstehen es nicht, wenn man etwas was allen Spaß macht zb oder auch das Gemeinschaftsgefühl stärkt, ablehnt.
Ich habe es danach immer in den Blicken gesehen, sie konnten mich nicht mehr einschätzen, wußten nicht mehr, wie mit mir umgehen.
Ich hatte sie ebenso verunsichert und das ist dann ein komischer Kontakt.

Kann natürlich sein, das die Eltern und Geschwister damit dann ganz anders umgehen. Entgegen gebrachtes Verständnis wirkt mitunter auch sehr heilsam.
Nur wenn das nicht kommt, schießt man sich wohlmöglich selbst ins Abseits. So waren zumindest meine Erfahrungen.
Und dann bekommt man im schlimmsten Fall einen Stempel aufgedrückt, als die Komische, Unnahbare, die nichts mit uns zu tun haben will.

Und dann man sollte sich einfach nur fragen, wer und wie man denn eigentlich sein möchte.
Möchte man nicht so flexibel und innerlich von seinen Gefühlen frei sein um die Dinge zu tun, die u.a. Menschen verbindet? Worüber sich der Partner freut, was kein Drama verursacht, sondern ausdrückt das man das Leben, die Menschen und die Möglichkeiten ausschöpft und genießt?

Nicht mitzugehen könnte zu einem Drama führen und auch die Selbstzweifel verstärken.
Mitzugehen stärkt hingegen. Wobei nur das Mitgehen wahrscheinlich alleine nicht reicht.
Vielleicht ist es auch noch nicht an der Zeit für diesen Schritt. Ich weiß es nicht.

Mich hatte jedenfalls fast jede Konfrontation zu der ich mich überwunden hatte gestärkt, manche musste ich aber auch abbrechen und fühlte mich danach wie ein Häuflein Elend.
Dennoch bin ich dran geblieben. Aber da muss natürlich jeder seinen eigenen Weg finden.
 
Liebe Millie,

ich gehöre auch zum "Team" Angst überwinden, über den eigenen Schatten springen und dem ganzen eine Chance geben. Vielleicht ist es doch am Schluss viel weniger schlimm, als Du Dir vorstellst und ausserdem hast Du dann auch niemanden brüskiert.

Du hast schon soooo viel durchgemacht und so viel geschafft. Ich glaube deshalb, dass Du auch das meistern kannst. Wenn es die Möglichkeit gibt, dass Du nicht die ganze Woche mitgehst, fände ich das aber einen sehr guten Kompromiss.

Ich weiss nicht wie die Familie Deines Freundes so tickt, aber bei den Urlauben mit meiner Familie ist es gerade dann wenn wir viele Leute sind durchaus normal, dass man nicht ALLES zusammen macht. Jeder darf sich ausklinken und etwas für sich tun. Meine Eltern (die das auch meistens bezahlten) haben zum Beispiel erwartet, dass man gemeinsam frühstückt und sich zum Abendessen trifft. Aber selbst da war es ok sich mal abzumelden, wenn man länger schlafen wollte.

Und ich denke, dass Du zumindest sicher Nachts Ruhe und Deine Privatsphäre hast, weil Du ja vermutlich ein Zimmer mit Deinem Freund teilen wirst. Und in dieses kannst Du Dich ja auch sonst mal zurück ziehen.

Unhöflich ist es erst dann, wenn Du überhaupt nichts gemeinsam mit den anderen machen würdest. Aber es bedeutet ganz sicher nicht, dass Du 24/7 mit den Leuten zusammen sitzen musst.
Vielleicht kannst Du auch Deinen Freund mal etwas genauer fragen, was da so erwartet wird.
 
Auf der anderen Seite ist meinem Freund meine Liebe und Aufmerksam manchmal zu viel, weil er mein Hauptfokus ist und alles, was mir auf der Seele liegt, fast nur mit ihm teile, er meine ganze Liebe und Zuneigung bekommt, ich am liebsten alles mit ihm machen und unternehmen würde, während es sich bei ihm einfach aufteilt, weil er verschiedene Freunde für verschiedene Hobbys und Interessen hat, Geschwister, Familie, Kindheitsfreunde, Kommilitonen, Kollegen,...
Es besteht absolut kein Ungleichgewicht zwischen euch.
Dein Freund liebt dich wie du bist, nur dich, nicht dein Umfeld, ebenso nicht deinen sozialen Stand und mit all deinen Stärken und Schwächen.
Du musst aufpassen, dass du eure Beziehung nicht erst in ein Ungleichgewicht bringst.
Du fokussierst dich sehr stark auf ihn und das könnte in einer Klammerei von dir ausarten.
Das tötet irgendwann jede Liebe. Lass dich und die Zügel locker, such dir außerhalb eurer Beziehung noch andere Betätigungsfelder, sodass ihr euch beide nicht wie in einer Beziehungskiste eingesperrt fühlt.
 
Danke für deine liebe Nachricht!! Ich freue mich sehr darüber und wieder einmal sind mir beim Lesen die Tränen gekommen, weil du so liebe Worte gefunden hast!!

Das macht mir ganz viel Mut und ich denke eigentlich auch, dass ich vieles geschafft habe und es schon ganz schön viel ist, dass ich überhaupt so eine schöne Beziehung zu meinem Freund entwickeln konnte und wir uns so gut verstehen. 🥰
Ich muss mir das wirklich öfter selbst sagen, wie wahrscheinlich viele Menschen neige ich oft dazu eher das zu sehen, was schwierig ist.

Stimmt, meine Sorgen betreffen schon hauptsächlich die Zukunft.
Aber in der Gegenwart kommt auch immer wieder verschiedenes auf. Heute auch.

Heute waren wir bei den Eltern von meinem Freund zum Grillen eingeladen. Seine Geschwister waren auch da und an sich war es ein netter Nachmittag.
Bis sein Papa etwas verkündet hat. Er hat in ein paar Monaten einen runden Geburtstag und würde uns gerne alle, also die Kinder und Partner, zu einem Urlaub einladen. Er hat es schon jetzt angesprochen, dass man in dem Zeitraum eine Woche finden kann, in der es für alle möglich ist und man frei nehmen kann. Es ist also noch länger hin.
Alle waren begeistert, weil es ja auch eine richtig tolle Sache ist. Eine Woche Urlaub geschenkt, wer freut sich nicht darüber. Auch die Ideen und Vorschläge sind eigentlich alle toll und einer besser als der andere.
Aber in meinem Kopf nur der Gedanke, dass mir das zu viel ist, zu lange und zu eng (ein Ferienhaus soll gemietet werden) und ich eine Ausrede finden muss, warum ich nicht mitkommen kann. Aber eigentlich gibt es keine, weil wahrscheinlich so lange nach einer passenden Woche gesucht wird, bis alle mitkommen können.
Mein Freund hat gemerkt, dass ich ganz ruhig geworden bin und mich gefragt, ob alles okay ist und gleichzeitig gemeint, wie cool das nicht ist, tolle Idee von seinem Papa, ob ich das nicht auch finde.
Da denke ich wieder an das Ungleichgewicht, dass er oder normale Menschen generell wahrscheinlich nie auf die Idee kommen würden, sich nicht über diesen Urlaub zu freuen. Ich hingegen sehe nur Probleme, mein Freund wäre extrem enttäuscht wenn ich nicht mitkomme, seinen Eltern gegenüber wäre es unhöflich, sie wären auch enttäuscht und würden es nicht verstehen und mich überreden wollen, seine Schwester würde mich auch überreden wollen, ich müsste es erklären und es gibt nur schlechte Lösungen. Mitkommen für mehrere Tage wäre für mich wirklich richtig schwierig, aber nicht mitkommen würde ganz viele Probleme und Enttäuschungen verursachen.
Ich denke dann schon, dass sich mein Freund dann vielleicht eine Freundin wünscht, für die sowas kein Problem ist, sondern die sich einfach freut wie alle anderen und für die das nicht kompliziert ist. Aber mich versetzt das so in Stress, dass ich den Rest des Besuchs auch ganz komisch war und ich mehr als einmal angesprochen wurde, was los ist. Ich hasse solche Situationen einfach, weil ich weiß, dass es für andere kein Problem ist und für mich aber ein riesiges Problem.
Liebe TE,
ich habe mit ähnlichen Dingen zu kämpfen, wenn auch in anderen Kontexten. So ist es für mich zB unheimlich schwierig, wenn bei mir im Verein Seminare anstehen, die dann ggf. sogar noch außerhalb stattfinden. Da kommen dann meist viele, fremde Menschen, man trainiert ggf. mit Fremden, man verbringt das Wochenende sehr viel Zeit mit ihnen. Davor hatte ich am Anfang so viel Angst, dass ich gar nicht erst mit bin. Mein Lehrer hatte mir dann aber immer mal wieder Mut gemacht und irgendwann habe ich mich dann auch mal darauf eingelassen. Ich habe innerlich so große Ängste gehabt und war dadurch natürlich extrem unsicher und still. Da waren so viele Ängste in meinem Kopf, auch deshalb, weil ich es nicht aushalte, so lange unter Menschen zu sein und ich viel Ruhe brauche, um nicht in einen Hochstress zu kommen. Ich habe dann meinem Lehrer einfach klar gesagt, dass ich es wagen möchte mitzukommen, ich aber selbst für mich bestimme, wann ich eine Pause brauche. Ich habe mich dann Mittags immer für eine Stunde aus dem Training ausgeklingt und ging spazieren, weil es mir sonst einfach zu viel ist.
Ich hatte am Anfang große Bedenken, dass dies komisch rüber kommt, aber es haben alle einfach so akzeptiert. Zwar würde ich von dem ein oder anderen gefragt, ob alles okay ist, aber ich habe dann einfach ganz offen gesagt, dass ich halt kurz etwas Zeit für mich gebraucht habe. Auch Abends, wenn die alle nochmal gemeinsam weg gehen, habe ich mich früh verabschiedet und es war für niemanden doof. Nur in meinem Kopf spielte mir die Angst da einen Streich.

Hab etwas Mut und äußere mutig deine Bedürfnisse, dass du eben nicht alle Tage durchhalten kannst. Ich denke, dass das jeder verstehen kann.

Alles gute für dich/euch. 🙂
 

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