Hallo lotti
Was Therapie betrifft,da bin ich schon dabei.Ich weiß das du recht hast,doch die Umsetzung ist schon noch schwer.Es ist nicht einfach ein neues Leben zu beginnen wenn man nicht weiß warum das alte gescheitert ist.🙁
Dass Du eine Therapie machst, ist doch schon einmal sehr gut. Bei mir kommt es so an, dass Deine Familie das Zentrum Deines Lebens war. Dass Dein Mann schon seit längerer Zeit versucht hat, sich aus der Familie ein Stück herauszuziehen, während Du Dich bemüht hast, sie zu erhalten. Und dass Du jetzt, wo die Ehe wirklich endet, verzweifelt bist, weil Dir das Zentrum Deines Lebens abhanden geraten ist.
Und ja, es ist sehr schwer, das alte Leben hinter sich zu lassen, sich neu zu orientieren. Das wird einige Zeit brauchen.
Doch muß es doch psychologisch zu erklären sein das ein Mensch von einem Lamm zum Wolf wird und sein komplettes Leben abgibt,jegliche Moral,Werte bis hin zu den eigenen Kindern in den Müll wirft.Was passiert da mit solch einem Menschen?Gibt es da nicht irgendwelche Infos im Netz dazu?
Lotti, ich bin nach allem, was Du geschrieben hast, nicht in der Lage, mir ein Bild von Deinem Mann zu machen. Genauso kann ich mir kein Bild von seiner neuen Beziehung machen. Ich kann nicht beurteilen, was warum geschehen ist. Auf Deinen Mann würden für mich alle möglichen Typen passen (das scheint Dir im Augenblick ja auch so zu gehen - Lamm oder Wolf?). Abgesehen davon, dass ich keine entsprechenden Seiten kenne, wüßte ich auch nicht, welche ich Dir empfehlen sollte. Dir schreiben schon Menschen, die in einer ähnlichen Situation waren, vielleicht finden sich ja noch andere ein. Oder Du durchstöberst das Forum einmal nach Geschichten, in denen Du Dich wiederfinden kannst.
Ich weiß nicht, ob Du das jetzt nachvollziehen kannst. Ich sehe eine Trennung, und ich sehe, dass Du sehr verletzt bist. Dass Du emotional die Trennung noch nicht verarbeitet hast. Dass sie Dich so sehr verletzt, Dir den Boden derart weggezogen hat, dass Du verzweifelt versuchst, Gründe dafür zu finden. Das ist ganz normal, das geht mir auch so und sicher den meisten anderen Menschen. Wenn wir es verstehen könnten, wäre es leichter, damit umzugehen. Es würde einen Sinn machen, hätte eine Struktur, an der wir uns orientieren könnten.
Nur gibt es bei der Frage nach dem "Warum" oft keine logische Erklärung. Nicht so, wie wir sie suchen. Genauso wie ein Mensch einfach so sterben kann, kann eine Beziehung enden. Es tut weh und wir sind verzweifelt, weil uns die Beziehung so viel bedeutet hat.
Je mehr wir die Trennung verarbeitet haben, je mehr wir uns im Leben neu orientiert haben, umso bedeutungsloser wird die Frage nach dem "Warum". Umso leichter läßt sie sich beantworten. Die Antwort auf das "Warum" liegt im Grunde in Dir selber verborgen. Zuerst einmal heißt sie: Weil mir die Beziehung und die Familie so viel bedeutet hat. Je mehr Du die Trennung verarbeitet hast, Abstand bekommen und Dich neu orientiert hast, desto leichter wird es Dir auch fallen, zu verstehen, was wirklich abgelaufen, warum die Beziehung gescheitert ist. Ich glaube nicht, dass Du das jetzt schon kannst. Das wirst Du eines Tages können, wenn Du aus Deinem neuen Leben heraus auf Deine Vergangenheit zurückblickst. So war es zumindest immer bei mir.
Damit hast du im weitesten Sinne schon recht,auch wenn ich es nicht bewußt mache.Doch denkst du nicht auch,das ER mit seinen Taten den Jungs gegenüber das in erster Linie selber zu verantworten hat?😕
Ich habe nicht nach einem Schuldigen gesucht, lotti. Ich könnte jetzt sagen, Dein Mann ist ein A*******, wie er sich verhält. Genauso könnte ich sagen, Du bist an allem Schuld, Du versuchst Deinen Mann über Deine Kinder zu manipulieren. Vielleicht ist das eine richtig, oder das andere, oder sogar beides gleichzeitig.
Ich sehe nur, dass es Dir besser gehen würde, wenn Du Deine Ehe nach und nach hinter Dir läßt. Deinen Mann ziehen läßt. Dass sich die ganze Situation damit entkrampfen würde. Jeder Schritt in diese Richtung, auch wenn er noch so klein ist, ist ein richtiger Schritt.
Günter