Hallo Lotti
Ach Günter,was ich noch fragen wollte.Du sagtest hier mal irgendwo das du eher Beziehungstechnisch bewand bist,richtig?🙄
Ich habe mehr Erfahrungen mit Trennungen, als mit Unterhaltszahlungen. Das eine hatte ich schon mehrfach, das andere noch nicht. Das war es aber auch schon.
Ich habe in der Vergangenheit mein Leben sehr stark an einer Partnerschaft orientiert und habe entsprechend immer recht lange gebraucht, um sie nach einer Trennung hinter mir zu lassen. Vielleicht finde ich mich einfach ein wenig in Dir wieder.
Dann frag ich dich mal wie du Beziehungstechnisch meinen NM einschätzt? 😕Brauchst du noch Infos dann sag es!😉
Ich kann Deinen Nochmann nicht einschätzen, egal, was ich jetzt von ihm erfahren würde. Es würde Dir auch nicht helfen.
Weißt Du, die Frage, warum das alles passiert ist, quält Dich zur Zeit. Das ist auch ganz normal. Das war bei mir in ähnlichen Situationen genauso. Trennungen haben mir immer den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich hing emotional in der Luft und habe gegrübelt und gegrübelt und gegrübelt, bis mein Kopf voll war. Und habe dann alles aufgeschrieben, um meinen Kopf wieder zu leeren. So ging das über mehrere Monate. Irgendwann habe ich dann nach und nach mehr Abstand bekommen, das Grübeln ließ nach, ich habe weniger geschrieben.
Heute sitze ich vor einem Berg von vielleicht 200 Seiten, in die ich kaum noch hineinschaue. Und das nicht zum ersten mal. Es steht nicht viel darin, ich habe mich in der Zeit mit meinen Gedanken im Kreis bewegt.
Dein Wunsch, "alles" zu verstehen, kommt dadurch zustande, dass etwas in der Realität geschehen ist, was Du emotional noch nicht realisiert hast - halt noch nicht "verstanden" hast - aber mit Deinen Gefühlen, nicht mit Deinem Kopf.
Du wirst Deine Fragen irgendwann klären können. Wenn Du etwas mehr Abstand hast, wirst Du Deinen Mann und Deine Beziehung mit anderen Augen sehen können. Dann wirst Du Dir viele Fragen selbst beantworten können. Nur jetzt nutzt Dir jede Erklärung nichts, weil Dein Gefühl die Trennung realisieren muß. Und Dein Gefühl wird mit logischen Erklärungen nicht zufrieden sein. Es ist jetzt Deine Aufgabe, Dich um diesen verletzten Teil von Dir selbst zu kümmern, als sei er Dein eigenes Kind. Ihn an die Hand zu nehmen, und ihn weiter durchs Leben zu führen. Ihn in die Arme zu nehmen und zu trösten, ihm etwas gutes zu tun, damit er es schafft, über die Verletzung und die Enttäuschung hinweg zu kommen.
Vielleicht wäre es auch etwas für Dich, alles aufzuschreiben. In einem Tagebuch, in Briefen an Dich selbst, oder in Briefen an Deinen Mann, die Du nie abschickst (letzteres habe ich immer gemacht). In dem, was Du aufschreibst, bist Du ganz frei. Du kannst Deinen Gedanken und Deinen Gefühlen - Deiner Enttäuschung und Deiner Wut - nach Lust und Laune Luft machen.
All Deine Gefühle sind jetzt ganz normal. Genauso ist es auch normal, dass Du darüber sprechen möchtest - auch wenn ich meist beschwichtigend schreibe. Du bist auch frei darin, alles zu machen, um mit diesen Gefühlen umgehen zu können. Bei Freunden über Deinen Mann zu schimpfen, in Dein Kopfkissen zu weinen oder zu schreien. Du solltest nur darauf achten, dass Du Deine Kinder nicht zu sehr in Deine Auseinandersetzung hineinziehst. Da hatte ich es wohl immer etwas leichter, weil ich auf niemanden Rücksicht nehmen mußte.
Sprich mit Freunden, Bekannten, Deiner Therapeutin, oder hier im Forum über Deinen Frust (ich halte mich dann auch zurück
😉). Irgendwo mußt Du ja auch Luft ablassen können. Schreibe es auf - mir hat das immer sehr geholfen. Oder treibe Sport. Bei Sport kann man seine Gefühle auch gut ablassen.
Günter