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Betreff: Einsamkeit...

Klar, ein gebrochenes Bein heilt man ja auch dadurch, dass man sich die Lösungen anschaut, die andere dafür bekommen haben (Gips,..) ..
Bei psychischen Problemen hilft kein Gips, sondern Selbsterkenntnis. Und die kann kommen wenn man sich gleichgelagerte Beispiele anschaut. Beinbrüche sind Massenware bei Ärzten, nur selten ein echtes Drama.
 
Ich glaube, beim Thema Einsamkeit ist es wie bei vielen anderen Problemen und Sorgen von Menschen, die man äußerlich nicht so gut sehen kann. Wenn man selbst nicht betroffen ist, kann man sich das oft nicht vorstellen und denkt "Wo ist das Problem? Man muss doch nur.... Mache ich doch auch so. Und bei mir klappt es immer."
Du hast die logische Folgefrage vergessen: "Warum machen es andere nicht auch so, was hindert sie daran?" Hier liegt der Hase im Pfeffer.
 
Du wohnst offenbar am falschen Ort. In Nürnberg gibt es eine sehr rührige Spieleszene, egal ob klassische Brettspiele, Kartenspiele wie Yu-Gi-Oh oder Tabletop Rollenspiele mit aufwendig bemalten Zinnfiguren wie Warhammer, es gibt alles was gefällt, der örtliche Comicladen organisiert das. Und wenn man sich beim Spiel näherkommt, kann das auch mit Mädels- oder gemischten Aktivitäten jenseits der Spiele was werden.
Deswegen sage ich, bei Einsamkeit kann auch der falsche Wohnort eine Rolle spielen, wenn es nämlich weit und breit niemanden gibt der auf der gleichen Wellenlänge liegt und eine kompatible Zeiteinteilung hat (auch wichtig), daß man sich regelmäßig treffen kann.
Ja, manchmal erscheint es so einfach wie am falschen Ort zu wohnen... Das stimmt zwar, aber da kommen schon auch noch einige andere Faktoren hinzu.

Wir haben ja schon in einem anderen Thema festgestellt, das die Menschen nicht mehr so versöhnlich und verständnisvoll sind,wie vor ca 20,30Jahren. Früher hatte man mehr Freunde und Bekannte, weil Veganer,Nicht/Raucher,SowiesoParteiwähler oder sonstwie Orientierte trotzdem miteinander am Stammtisch saßen oder Grillten... Heute eben nicht mehr. Ich kenne niemanden, der nicht in den letzten 10 bis 20 Jahren auf einmal den Kontakt zu bestimmten Freunden oder Familie verloren hat.
Das kann ich bei allem Pragmatismus nicht ausblenden. 🤷‍♀️
 
Du hast die logische Folgefrage vergessen: "Warum machen es andere nicht auch so, was hindert sie daran?"
Die Frage habe ich keineswegs vergessen. Es ist ja die Kernfrage. Aber wie gesagt: jeder Mensch ist anders, fühlt anders, denkt anders, ist anders geprägt worden, hat andere Ängste, und so weiter.

Man kann die Menschen nicht einfach austauschbar miteinander vergleichen und sagen "Die anderen schaffen es doch auch...."
 
Fein, dass du meinst, psychische Probleme generell könnte man durch Anschauen lösen..
Ich frage mich nur, mit welcher Kompetenz, beruflicher Erfahrung, Ausbildung,.. du das meinst!
Nicht generell, aber viele, die bei denen die Fachleute innerlich stöhnen und sich denken, nicht schon wieder. Psychosomatische Leiden beispielsweise, wo auch Einsamkeit der Auslöser sein kann - zu viel Kreisen um den eigenen Bauchnabel weil eine gesunde Ablenkung fehlt.
 
Die Frage habe ich keineswegs vergessen. Es ist ja die Kernfrage. Aber wie gesagt: jeder Mensch ist anders, fühlt anders, denkt anders, ist anders geprägt worden, hat andere Ängste, und so weiter.
Man kann die Menschen nicht einfach austauschbar miteinander vergleichen und sagen "Die anderen schaffen es doch auch...."
Oft fehlt aber schon der Hinweis, daß andere das überhaupt schaffen, mit Hilfe oder von sich aus.

Sei es aus Unwissenheit oder weil jemand der das weiß, sich nicht traut das gegenüber dem Leidenden auszusprechen, denn es gibt auch solche die sich an ihrem Leiden festklammern, sich wohnlich drin eingerichtet haben, die Hoffnung längst aufgegeben haben oder aus anderen Gründen nichts davon wissen wollen, daß andere den Absprung schaffen.
Und die regieren dann oft ziemlich vergrätzt wenn man das zu erwähnen wagt, kündigen einem unter Umständen die Freundschaft. Sowas "darf man doch nicht!", da gerät ein ganzes Weltbild das auf Unausweichlichkeit basiert, in Schieflage. Was man glaube ich, auch an einigen Kommentaren hier merkt.
 
Interessant für andere sein wollen sollte nicht das Ziel sein. Das Ziel sollte sein, dass andere sich in deiner Gesellschaft wohl fühlen. Wenn du dich interessant machen willst, dann verstellst du dich, weil du dich nur so gibst wie du glaubst, dass andere dich haben wollen..

Michael Jackson hat sich einsam gefühlt, trotz seiner Millionen. Wenn das kein interessanter Mensch war, wer dann?
Das Eine führt zum Anderen und umgekehrt. Das ist die Krux daran.
 
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