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Berufsfeld wechseln - neues Studium?

Marilu85

Mitglied
Hallo,

dies ist mein erster Beitrag zu diesem Thema überhaupt. Bisher habe ich mich nicht getraut mit irgendwem darüber zu reden... Ich bin sehr unglücklich in meinem Job. Ich habe Jura studiert, wobei ich dazu sagen muss, dass ich für dieses Studium sehr lange gebraucht habe, nie besonders gut war und das zweite Examen auch nicht bestanden habe. Als "Diplomjuristin" habe ich mir dann einen Job gesucht, in welchem ich jetzt seit 4 Monaten arbeite und es ist die Hölle: Ich mache täglich 1-4 Überstunden, vor Weihnachten war ich sogar bis abends um 22.00 Uhr da. Meine Überstunden mögen zum Teil daran liegen, dass ich neu bin, das Hauptproblem ist jedoch die Masse an Arbeit. Alle sind überlastet, in der Kanzlei gibt es keine Struktur und mir vorgeschaltete Arbeitsbereiche kriegen ihre Arbeit schon länger nicht mehr richtig hin, sodass der ihnen nicht mehr gelingende Part auch noch bei mir auf dem Tisch landet.

Es ist einfach viel zu viel, ich weine fast täglich und bin sehr unglücklich. Wenn ich mir meine Kollegen so angucke habe ich auch den Eindruck, dass Berufsanfänger und Menschen ohne Perspektive (nur 1 Staatsexamen statt 2, Kollegen mit juristischen Abschlüssen aus dem Ausland und wie gesagt Berufsanfänger) ausgenutzt und verschlissen werden.

Ich bin 33 und frage mich nun wie lange ich mir dass noch antun muss. Ist es jetzt einfach so, dass ich mein Leben lang diesen Mist machen muss, weil ich mich damals fürs falsche Studium entschieden habe?

Ich überlege Jura endlich an den Nagel zu hängen und mich umzuorientieren. Ich würde gern ein duales Studium "soziale Arbeit" beginnen, aber es fehlt mir irgendwie der Mut. Der fehlte mir leider auch schon als ich nach ein paar Semestern bemerkte, dass Jura nichts für mich ist.

Wie wagt man einen Neustart?? Ich kann und möchte so nicht weiter machen.

Ich freue mich über aufbauende Antworten,

Marilu.
 

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Querdenker

Aktives Mitglied
Naja, eigentlich ist doch alles klar, du hast mal den falschen Weg eingeschlagen (kann passieren, ist kein Todesurteil) und willst weg. Was wäre die Alternative? Burn-Out, umfallen, todunglücklich sein für den Rest deines Lebens? Sicher nichts davon, also was hast du zu verlieren? Die größte Herausforderung dabei ist oft die finanzielle Situation, wie sieht das bei dir aus? Kein Problem und die kannst das locker stemmen? Na dann nichts wie weg und rette dich. Finanziell nicht so einfach, na dann erstmal einen guten Plan schmieden und dich auf das Wesentliche konzentrieren. Und mach dir bitte auch keine Kopf was andere über dich denken könnten, es ist dein Leben und du bestimmst wo es lang geht. Also Ärmel hochkrempeln und los geht's!
 

lilKerry

Mitglied
Hi.

Klingt als wäre das Studium nicht das Richtige für dich gewesen. Kann passieren.

Ich kenne Leute die Jura studiert haben, obwohl sie nicht der Typ für sowas waren. Einer ist schon während des Studiums draufgekommen und hat dann einfach was anderes studiert. Finanziert hat er sich das andere Studium im Abfluss-Notdienst. Eine andere hat sogar den Magister durchgezogen. Aber nie als Juristin gearbeitet sondern eine Umschulung als IT-Technikerin gemacht.
Ein dritter hat darauf spekuliert als Jurist in die HR-Abteilung eines Unternehmens zu kommen. Vielleicht wäre das auch eine Alternative. Also eine Arbeit fern einer Kanzlei.
Also richtig im Jura-Bereich ist niemand geblieben. Und alle wussten schon im Studium, dass es eigentlich nicht das richtige für sie war.

Noch ein Studium ist natürlich schon viel Arbeit. Und es fragt sich ob es sich rentiert.
Wolltest du eigentlich früher auch schon "soziale Arbeit" studieren? Weißt du wie dein Arbeitsalltag mit einem Abschluss in sozialer Arbeit aussehen könnte? Wie das Gehalt? Reicht dir die Bezahlung fürs Leben?
Wenn du die Fragen mit ja beantworten kannst und soziale Arbeit vermutlich dein Ding ist, dann probier es, bevor du unglücklich bist.

Alles Liebe
 

Marilu85

Mitglied
Vielen Dank für deine Antwort, Querdenker. Eigentlich hast du Recht und eigentlich kenne ich die Antwort selber, irgendwie fällt mir der Schritt nur so schwer, weil ich so viel Zeit in diesen Mist investiert habe. Auf der anderen Seite stehe ich jetzt tatsächlich schon kurz vorm Burn out.

Finanziell sollte es möglich sein, wenn ich nebenher noch arbeite.

Hätte ich diesen Schritt doch schon viel früher gewagt... .
 

Geistform

Mitglied
Sind denn die 1-4 Überstunden tatsächlich die Regel über die gesamten vier Monate hinweg? Das gerade eine Kanzlei solche Arbeitszeiten auf die leichte Schulter nimmt. Hmm.

Statt einem dualen Studium könntest du dich sonst per Abendstudium fortbilden, so dass du dein derzeitiges Einkommen nicht verlierst. Ggf. könntest du auch das Wissen deines Jura-Studiums weiterhin nutzen und versuchen irgendwo in die Verwaltung zu kommen, hier durchaus mit Blick auf das Soziale.
Onkel Google meint zu meinem Vorschlag übrigens ähnliches: Auch für Juristen ohne Zweites Staatsexamen stehen Türen offen. Hier seht ihr welche....
 

Marilu85

Mitglied
Hallo Geistform,

ja, dies ist die Regel. Bei uns geht es viel um Fristen, und irgendwie wird es immer mehr. Die Kanzlei wächst, die Räumlichkeiten und Angestellten in meinem Bereich nicht. In meinem Bereich macht auch niemand Mittagspause, gegessen wird beim Arbeiten am Arbeitsplatz. Um mich abends fortzubilden fehlt mir leider die Zeit... Manchmal war ich auch am Wochenende da. Es ist einfach objektiv zu viel Arbeit für zu wenig Leute, die IT spinnt ständig, es fehlt an Struktur.
 

Geistform

Mitglied
Hallo Geistform,

ja, dies ist die Regel. (..) Manchmal war ich auch am Wochenende da. Es ist einfach objektiv zu viel Arbeit für zu wenig Leute, die IT spinnt ständig, es fehlt an Struktur.
Dann wird das natürlich nichts. Nebenbei beschreibst einen Großteil der Jobs in Deutschland. ;-)

Je nachdem wie viel Zusagen du auf deine Bewerbungen bekommst/ oder du kurz davor stehst sowieso zu kündigen, solltest du mit deinem Chef mal ein Gespräch suchen. Kann er es sich Leisten, dass ein Mitarbeiter kündigt? Oder will und kann eine Lösung gefunden werden? Viele AG merken die viele Arbeit übrigens selbst nicht, bis man sie drauf anspricht.

Klingt fast so, als würde ich dir raten zu bleiben? Vielleicht, aus folgenden Gründen:
  • Eigene Erfahrung mit exakt dem gleichen Hintergrund: Doofe Ausbildung, Job mit "Pampel-Arbeiten" und ein Vorgesetzter der ein richtiger A**** war. Ich hatte damals mit ähnlichem Hintergrund mit dem AG ein Gespräch geführt. Ab dem Zeitpunkt hat mir mein Job Spaß gemacht, bis ich 9 Monate später aufgrund eines besseren Angebots gewechselt hatte.
  • Nach 4 Monaten kündigen kann man mal machen, sollte man aber nicht so oft tun.
  • Kannst du eventuell sogar durch Optimierungen punkten? -> Was müsste essentiell getan werden, damit eine Besserung eintritt? Bspw.: Kopierer spinnt ständig, anderes Modell bringt 5min pro Stunde/MA oder die PCs sind von anno 2000, ein Upgrade würde 10min pro Stunde/MA einsparen oder ist das Ablagesystem hirnrissig, wie könnte das geändert werden? Sowas sollte in o.g. Gespräch mit einfließen.

Wenn alles nichts hilft, hast du wenigstens dein Bestes gegeben und dich nicht vor Verantwortung gescheut. Klopf dir auf die Schulter und such dir was anderes. ;)

Gruß,
Geistform
 

gittazi

Mitglied
Ich würde da sofort kündigen und notfalls einen 10 Euro Job in einer Bar zur Überbrückung machen. Das tut Dir doch alls nicht gut. In welcher Stadt arbeitest Du denn?
 

Marilu85

Mitglied
In Hamburg. Heute war ich ohne Mittagspause wieder um 21.30 zuhause. Zwei aus meinem Team sind die gesamte Woche krank (bzw. überarbeitet) und wir müssen deren Arbeit noch mitmachen. :) Fun, fun, fun.

Aktuell würde ich lieber bei Alnatura an der Kasse sitzen.
 

Geistform

Mitglied
Wenn ihr mit ein paar Überstunden zwei volle Mitarbeiter ersetzen könnt, hätte ich als Chef gar kein Interesse an der Situation etwas zu ändern. :rolleyes:
Manchmal muss es knallen, damit die Leute aufwachen.
 

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