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Begleitung für Menschen die sich einsam fühlen

B

Bohemia

Gast
Im Internet, Chaträumen usw., auch hier im Forum gibt es so viele Menschen, die bekannt geben, dass sie sich einsam fühlen, keinen Anschluss finden an Gruppen usw.

Da ist mir etwas aufgefallen, warum gibt es eigentlich nur ehrenamtliche Begleitpersonen für ältere und/oder gebrechliche, hilflose Menschen. Es gibt genug Organisationen im Internet zu finden wo sich Menschen, die jemanden begleiten möchten, d.h. mit ihm mal spazierengehen oder in den Zoo oder was auch immer, sich melden können.

Warum ist 1. nichts darüber zu finden, wo man sich hinwenden kann, wenn man eine Begleitperson sucht und 2. warum wird so etwas nicht für alle Menschen, die sich einsam fühlen gemacht?

Es wäre doch toll, wenn eine Organisation mal auf ihrer Webseite angibt, wer, egal ob jung oder älter, gesund oder kränklich, aber eben komplett einsam ist, dort mal anrufen könnte um nach einer ehrenamtlichen Begleitperson zu fragen. Konnte nichts finden, und ständig werden mir Gruppen empfohlen, aber ich bin kein Gruppenmensch sondern ein Zweiermensch. Möchte doch gern mal eine Frau oder Mann egal ob jung oder älter kennenlernen der/die ehrenamtlich mich mal zu irgend etwas, das ich machen möchte begleitet, damit man nicht ewig allein irgendwo rumstehen muss.

Ich brauche mal selber jemanden, aber es wird ständig darauf hingewiesen, Alte und Schwache ehrenamtlich zu begleiten. Ich brauche mal Gesellschaft, wenn ich auf ein Volksfest gehe, brauche mal Gesellschaft wenn ich zu einer Veranstaltung gehe. Zu zweit ist es auch leichte mit anderen mal ins Gespräch zu kommen, weil es sich sonst nicht so ergibt unbedingt.

Wahrscheinlich wäre Vielen geholfen, wenn sie eine Stelle hätten wo sie sich hinwenden könnten um eine ehrenamtliche Person mal als Begleitperson und wenn auch nur für 2 Stunden im Monat mal oder öfter, je nachdem wie man mit der Person sich versteht und sie es möchte und sei es auch nur mal für ein Gespräch im Park, finden könnten. Von alleine ergibt sich meist gar nichts, auch nicht, wenn man auf Leute zugeht.

Und ich habe diese Idee aber kann so etwas nicht selber auf die Beine stellen, weil es mich überfordert. Ich brauche selber mal jemand, der Zeit für mich hat. Wenn man irgendwo anruft wo es Begleitpersonen geben könnte, heisst es, man soll sich doch selber ehrenamtlich anbieten, aber genau das ist nicht was man braucht. Webseiten wo man sich als Ehrenamtler zur Verfügung stellen kann gibt es ja genug aber nirgendwo kann man anklicken, wenn man so jemand als Begleitung sucht. Und es soll ja nur begleiten sein, keine Hilfestellungen irgendwelcher Art. Aber durch eine ehrenamtliche Begleitung könnte man evtl. leichter mit anderen Leuten ins Gespräch kommen und evtl. dadurch neue Bekannte finden. Schei* Einsamkeit und nur Gruppen, wo man sich überhaupt nicht wohlfühlt, wenn man schon lange allein ist, mit einer Gruppe zu starten ist einfach too much!!!!
 

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W

Windlicht

Gast
Warum nicht einfach inserieren?
"Wer mag auch nicht allein spazierengehen? Suche Begleitung".
So oder ähnlich!

Geht übrigens auch kostenlos. Zum Beispiel über "meinestadt"
 
B

bekk

Gast
Einsamkeit liegt oft Antriebslosigkeit und auch eine gewisse "Sprachlosigkeit"zugrunde. Beides blockt, dass man im Alltag locker auf andere zugehen kann, ins Gespraech kommt und so neue Bekanntschaften knuepft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es fuer einen Einsamen leicht ist, eine Nummer anzurufen und um eine fremde ehrenamtliche Begleitung zu bitten. Dieser Schritt ist fuer Einsame ein viel zu grosser Schritt. Es waere fuer mich ein ungutes Gefuehl, dass da jemand neben mir geht und mir Gesellschaft leistet, der es aus sozialem Engagement macht, aber nicht, weil er mich mag und gern in meiner Gesellschaft ist. Das waere mir das zu unpersoenlich.

Es gibt viele Menschen, die sich als einsam bezeichnen. Ab und zu liest man eine Anzeige in der Zeitung, dass jemand eine "beste Freundin" sucht. Solche Anzeigen kann jeder aufgeben oder am schwarzen Brett seines Supermarktes anpinnen. Ob die Resonanz gross ist, bezweifle ich dennoch, denn es ist schwer, sich selbst am eigenen Schopf aus der Einsamkeit zu ziehen und Initiative zu ergreifen - aber Initiative muss man ergreifen, wenn man aus der Einsamkeit heraus will - auch wenn man eine ehrenamtliche Begleitung telefonisch bestellen will.

Wieso hier Ablehnung vorhanden ist, sich nicht selbst als ehrenamtliche Begleitung zur Verfuegung zu stellen, aber andererseits Interesse besteht, selbst eine ehrenamtliche Begleitung ordern zu wollen, erschliesst sich mir nicht. Begleitung ist Begleitung, die kann man sich dann auch weder auf der eine noch auf der anderen Seite aussuchen. Wenn man, so wie hier, auch noch immer wieder die selbe Person als Begleitung moechte, warum also nicht selbst die Initiative ergreifen, eine Anzeige aufgeben und eine "Freundin" suchen, mit der man nach Absprache etwas unternimmt?

Man kann auch ganz unkompliziert die freundliche alleinstehende Nachbarin fragen, ob sie nicht Lust hat, auf einen Kaffee rueberzukommen oder gemeinsam in den Zoo zu gehen. Aber auch da muss man den ersten Schritt machen, der Einsamen so schwer faellt.
 
B

Bohemia

Gast
Es ist leichter eine Telefon-Nr. anzurufen und um Begleitung zu bitten, als in real eine Freundin zu finden oder gute Bekannte. Wen soll man wie ansprechen auf der Straße? Bei ehrenamtliche Begleitung weiß man, dass sie einen mal für zwei Stunden Zeit schenken möchten. Da braucht man sich nicht zu schämen oder grämen, dass man kein Geld hat um weitere gemeinsame Ziele zu planen. Und wenn man keine Freundin sucht, sondern nur einmal im Monat mit einem anderen Menschen etwas zusammen zu machen, dann genügt das auch. Warum gibt es denn so viele ältere oder auch jüngere Menschen, weil sie sich vielleicht nicht leisten können in ein Lokal oder so etwas zu gehen, niemand da ist, der sie mal begleitet und sie dann doch irgendwo alleine sitzen. Wer einsam und arm ist kann eben nicht mehr mitreden über gängige Themen worüber sich Leute so unterhalten. Anzeige aufgeben? Wer weiß, was für verkorkste Gestalten sich da melden, alles schon ausprobiert. Aus der Einsamkeit heraus kommen in kleinen Schritten um überhaupt wieder zu lernen, wie man mit anderen umgehen kann, da hilft dann besser ein Ehrenamtler am Anfang. Verkorkst ist man ja selber genug, da helfen andere verkorkste nicht unbedingt weiter oder raus zu kommen.
 
W

Windlicht

Gast
Ich hatte es fast befürchtet, dass Vorschläge auf Ablehnung stoßen werden.
Ein paar unsortierte Gedanken zu deinem Beitrag:
- Es ist definitiv nicht so, dass man nicht mitreden kann, wenn man arm ist.
- Nicht nur "verkorkste Gestalten" melden sich auf Anzeigen.
- Auch Ehrenamtliche können "verkorkst" sein.
- Bei uns hier gibt es solche Ehrenamtlichen, wie du sie suchst. Aber auch die bekommen Aufwandsentschädigungen.
- Ich finde deine Idee an und für sich Klasse. Doch irgendwer muss den Mut haben, den Anfang zu machen. Vielleicht gelingt es dir ja doch, die letzten Kräfte zu mobilisieren?
 

Portion Control

Urgestein
Vielleicht gelingt es dir ja doch, die letzten Kräfte zu mobilisieren?
Steht es so kritisch um dich, bohemia? :confused:

Aus welcher Region kommst du? Ich könnte dir ohne Probleme helfen. Bin in der letzten Zeit sowieso sehr eingerostet was Aktivitäten angeht. Ich möchte auch mehr raus. Wenn ich wochenends mal in das Cabrio springe, tue ich das immer alleine. Das macht wenig Spaß auf Dauer.

Auch besuchen wir gerne Freizeitparks. Machen aber auch das viel zu wenig. Man könnte sich wirklich mal mehr mit ein paar Leuten zusammenrotten. Das Leben zieht eigentlich einfach so an einem vorbei.
 
B

Bohemia

Gast
Steht es so kritisch um dich, bohemia? :confused:

Aus welcher Region kommst du? Ich könnte dir ohne Probleme helfen. Bin in der letzten Zeit sowieso sehr eingerostet was Aktivitäten angeht. Ich möchte auch mehr raus. Wenn ich wochenends mal in das Cabrio springe, tue ich das immer alleine. Das macht wenig Spaß auf Dauer.

Auch besuchen wir gerne Freizeitparks. Machen aber auch das viel zu wenig. Man könnte sich wirklich mal mehr mit ein paar Leuten zusammenrotten. Das Leben zieht eigentlich einfach so an einem vorbei.
Ja, ich habe keine Familie mehr, keine Freunde, weil ich vorher im Ausland lebte und dann mit meinem Ex-Ehemann hier, bis er mich misshandelte, und dadurch in die Altersarmut gerutscht bin und in kostenlosen Gruppen und Aktivitäten stehts Leute treffe, die mir sagen wo's langgeht, wenn es um eine Freizeitaktivität handelt, bestimmen sie und meine Ideen werden ignoriert. Früher habe ich das Leben immer gestemmt, man sagte mal, ich wäre eine Powerfrau. Heute wäre ich froh, mal jemand zu treffen, wo es abwechselnd geht wo man mal hingehen könnte zusammen. Mehr als ein oder zweimal im Monat wäre nichts für mich. Bin gern alleine aber nicht komplett isoliert. Ich war die "Macherin" aber nun im advance-ten Alter ausgepowert. Ich fahre am liebsten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Früher hatte ich immer mal wieder ein eigenes Auto, muss ich nicht mehr haben. Ich wohne im Norden Deutschlands und du?
 

Portion Control

Urgestein
Ich wohne in Rheinland-Pfalz. Ungefähr 100 Kilometer südlich von Koblenz. Für einen Sprung vorbei zu kommen, ist das wahrscheinlich leider zu weit weg.
 
B

bekk

Gast
Da ist mir etwas aufgefallen, warum gibt es eigentlich nur ehrenamtliche Begleitpersonen für ältere und/oder gebrechliche, hilflose Menschen.
Selbst fuer diese Personengruppen gibt es nicht genuegend ehrenamtliche Begleitpersonen. Viele kaufen sich mit muehsam zurueckgelegtem fuer ein paar Stunden die Aufmerksamkeit einer Person, so z.B. auch in Pflegeheimen.

Dir mag telefonieren leicht fallen, aber du hast in "Gesellschaft" gepostet und solltest daher die Problematik nicht allzu sehr auf dich beziehen. Ich z.B. habe groesste Schwierigkeiten, mal zum Telefon zu greifen. Selbst einfache Terminabsprachen mit einem Arzt bereiten mir Muehe, waehrend ich im realen Leben auf Menschen zugehen kann. Ich kenne eine Dame, die ist sehr einsam. Wir wechseln immer ein paar Worte, wenn wir uns treffen. Jedesmal jammert sie, wie allein sie ist, jedesmal sage ich ihr, sie ist bei mir herzlich willkommen. Einfach nur mal klingeln. Das scheint zu schwer zu sein.... Sie hat sich nicht ein einziges Mal gemeldet, aber sie jammert weiter. Ich bin ganz sicher, so geht es den meisten, die von sich sagen, dass sie einsam sind.

Im Internet, Chaträumen usw., auch hier im Forum gibt es so viele Menschen, die bekannt geben, dass sie sich einsam fühlen, keinen Anschluss finden an Gruppen usw....[...] ... Warum gibt es denn so viele ältere oder auch jüngere Menschen, weil sie sich vielleicht nicht leisten können in ein Lokal oder so etwas zu gehen, niemand da ist, der sie mal begleitet und sie dann doch irgendwo alleine sitzen
Das Problem ist, dass diese Leute oft hunderte von km auseinander wohnen. Wenn du das "sich.nicht-leisten-koennen" ansprichst, nutzen dir solche Bekanntschaft auch nichts, denn niemand wuerde staendig einseitig investieren, nur um in Abstaenden immer wieder einen Fremden zu besuchen.

Im Internet jammern, dass man einsam ist, kann jeder (das meine ich ganz allgemein, nicht dich). Den Popo aber hoch zu bekommen, um das zu aendern, ist eine ganz andere Nummer. Und genau daran scheitert es neben den Entfernungen. Gemeinsam mit einem Ehrenamtlichen in ein Lokal zu gehen, loest auch kein Geldproblem.

Ich wohne im Norden Deutschlands
Es nutzt dir nichts, wenn du schreibst, du wohnst in Norddeutschland. Der Norden ist riesig....... Du musst Leute finden, die in deiner unmittelbaren Umgebung wohnen, damit sich fuer alle Seiten die Kosten in ueberschaubaren Grenzen halten, wenn sich aus einem Treffen mit der Zeit eine Art Freundschaft entwickeln soll. Warum haengst du nicht ein Gesuch ans schwarze Brett deines Lebensmittelhaendlers? Die meisten Leute, die darauf antworten wuerden, kennt man sicher bereits vom Sehen. Die wohnen alle rund um den Laden.

Es nutzt dir nichts, zu beklagen, dass es keine Ehrenamtlichen gibt, die mit dir ausgehen. Ich denke, da setzt du auch viel zu viele unrealistische Hoffnungen rein. Dann musst du andere Wege finden, damit du Leute kennenlernst. Das schwarze Brett ist so eine Moeglichkeit. Die Leute, die sich melden, wissen genauso wenig wie du, auf wen sie sich einlassen, da muessen beide erst einmal vorfuehlen, ob es passt......wenn es nicht passt, geht man eben wieder auseinandern. Auch mit einem Ehrenamtlichen muss die Chemie nicht stimmen.....
 

Ondina

Sehr aktives Mitglied
Wie wäre es Bohemia wenn du in ein Tierheim gehst und dich als Hundesitter dort vorstellst? Hundehalter kommen beim spazieren gehen mit anderen Hundehaltern mehr oder weniger schnell in Kontakt und du hättest damit auch eine Aufgabe.
 

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