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Bedingungsloses Grundeinkommen

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Ich frage mich angesichts der wachsenden Digitalisierung schon lange, warum es überhaupt noch so viele Arbeitsstellen gibt. Außer dem Job von Kindergärtnerinnen 🙂 kann ja fast jede Arbeit von Rechnern übernommen werden.

Die Politik muss darauf eine Antwort finden.
 
Die Politik hat Besseres zu tun. Jedenfalls solange es halbwegs Vollbeschäftigung gibt, Arbeitskräftemangel, boomende Konjunktur.
Und auch wenn nicht mehr: Schröder hat gezeigt, wie man es macht. Und es ist zu befürchten, daß man auf denselben Zug nochmal aufspringt, wenn die BRD wieder zum kranken Mann Europas werden würde. Dazu muß man nur bei der FDP genau hinhören.
 
Ich frage mich angesichts der wachsenden Digitalisierung schon lange, warum es überhaupt noch so viele Arbeitsstellen gibt. Außer dem Job von Kindergärtnerinnen 🙂 kann ja fast jede Arbeit von Rechnern übernommen werden.

Die Politik muss darauf eine Antwort finden.

Die Antwort darauf kann aber meiner Meinung nach nicht sein: "Wer keinen Job findet, bekommt halt ein BGE"

Es ist für viele Menschen absolut deprimierend keinen Job zu haben. Für mich selber bedeutet mein Job (auch wenn ich ihn nicht immer gerne mache) z.B. auch soziale Kontakte und Anerkennung.

Grundsätzlich sollte jeder, der ernsthaft Arbeit sucht, diese auch finden können.

Ich stimme der Theorie, dass heute fast jede Arbeit von Rechnern übernommen werden kann, nur bedingt zu.
Vor 500 Jahren arbeiteten 90% der Menschen in der Landwirtschaft, heute noch vielleicht 5%, weil es moderne Maschinen gibt. Sind jetzt 85% aller Menschen arbeitslos?

Dank Automation können wir mehr produzieren, haben kürzere Arbeitszeiten und entdecken völlig neue Tätigkeitsfelder. Ja richtig, Arbeit finden ist heute schwerer geworden. Alte Berufsfelder werden teilweise verdrängt und neue Berufsfelder erfordern hohe Spezialisierung. Früher konnte ich als Bauer 90% besagter Jobs erledigen, heute bin ich vielleicht Automechaniker und nur 2% aller Jobs benötigen einen Automechaniker.

Das BGE kann helfen wenn Menschen arbeitslos werden und sich umschulen müssen. Das BGE kann Lohndumping entgegenwirken, weil man nicht mehr jeden Ausbeuter-Job machen muss, sondern nach einem gerechten Lohn verlangen kann. Aber es ist natürlich ein Problem wenn es ein BGE nur in einem Land gibt. Dann will jeder Langzeitarbeitslose gerne in dieses Land.

Vielleicht wäre eine Rückkehr zum Alten Arbeitslosenhilfesystem oder etwas ähnlichem besser. Menschen im Anschluss an eine Arbeitslosigkeit finanziell Zeit zu geben um eine neue vernünftige Arbeit zu finden, erscheint sinnvoll. Allerding hängt das Gelingen und Scheitern jedes Systems an den Menschen. Arbeitslosenhilfe wurde früher auch von vielen Menschen ausgenutzt: "Ich arbeite erst wieder wenn ich keine Hilfe mehr bekomme".

Von daher muss jedes System gerecht sein, sprich Menschen zu Arbeit auffordern (ohne sie zu nötigen) und sie für Arbeit belohnen. Letzteres ist durchaus schwer umsetzbar solange wir so niedrige Löhne haben. Bei einem Vollzeitlohn von netto 1.200 €, ist es z.B. sehr schwer einen Hartz 4 Empfänger für eine Teilzeittätigkeit zu "belohnen" ohne dass er für weniger Arbeit am Ende genauso viel hat wie der Vollzeitarbeiter.

Insofern bleibt mein Credo, dass wir durch die gesamte Gesellschaft (zumindest vom Klein- bis Mittelstand) bessere Löhne brauchen, von denen ließen sich auch wieder Renten- und Krankenkassenbeiträge bestreiten. Oder meine persönliche Lieblingsidee: Arbeitzeiten ohne Lohnverzicht auf 35 WStd kürzen. Das gibt es in manchen Bereichen ja schon. Und ich glaube, dies wäre eine Win-Win Situation. Die Produktivität der Menschen lässt lässt im Verlauf des Tages eher nach. Stress und Burnout sind heute häufiger. Da stell ich lieber 10 statt 9 Mitarbeiter ein, habe produktiveres Personal und schaffe nebenbei für mehr Menschen Arbeit.
 
Ich frage mich angesichts der wachsenden Digitalisierung schon lange, warum es überhaupt noch so viele Arbeitsstellen gibt. Außer dem Job von Kindergärtnerinnen 🙂 kann ja fast jede Arbeit von Rechnern übernommen werden.


Dir fällt allen ernstes nur der Beruf der Kindergärtnerinnen ein, die von Rechnern nicht ersetzt werden können?! 😕
 
Ich frage mich angesichts der wachsenden Digitalisierung schon lange, warum es überhaupt noch so viele Arbeitsstellen gibt. Außer dem Job von Kindergärtnerinnen 🙂 kann ja fast jede Arbeit von Rechnern übernommen werden.

Die Politik muss darauf eine Antwort finden.

Rechner sind hauptsächlich in der Bürokratie und bei sturen 08/15-Massenarbeiten wirksam. Alles andere muß nach wie vor mit Menschen gemacht werden. Den Rechner möchte ich sehen, der Mauern hochziehen, ein Dach decken, Fliesen oder Kabel oder einen Boden verlegen kann. Oder der einen defekten Vergaser austauscht, einen Kranken wäscht und anzieht, oder ein mehrgängiges Menü zubereiten kann ...
 
es geht nicht darum was man sehen möchte...
es geht um das was man nicht sehen möchte, sich nicht vorstellen kann - oder möchte...
um ersetzendes wie zB dem mauernde Roboter Hadrian X
oder ganze Häuser aus dem 3d-Drucker
Teufelswerk, Zauberei, Science Fiction?
Oder real breit eingeführt, sobald billiger; zuverlässiger; entsorgbarer als bisherige Arbeitskraft?

Mal raus aus der ehemaligen Märchenwelt, wie erlebt oder gutgläubig althergebracht zurückgewünscht😉!

es zieht sich jetzt bereits schon durch alle Lebensbereiche, ob man´s sehen möchte - oder nicht.
Bankautomaten statt human besetzter Bankschalter
Expertensysteme statt human befragter Experten
zB im Börsenhandel
Online Banking, online Versichering, online Medizining... online etcetering
erprobung von Post-Drohnen
erprobung von Drohnen in der Altenpflege
Roboter in der Chirurgie
beim Militär

Und das wird verstärkt so weitergehen...
Als Argument dagegen - bzw Leugnung dessen - zu nutzen: "Dies oder Das möchte ich mal sehen, welches..."
Naja🙄
...
Demnächst - mMn eine Frage von Monaten bis wenigen Jahren - steht auch in Deiner KFZ-Fachwerkstatt ein arbeitsloser ehemaliger Friseur/Kaufmann/Bankangestellter/Müllwerker/Bus- oder Taxifahrer welcher seinen x-ten Bildungsweg bestreitet, wird schlecht bezahlt - ist aber Statistik wirksam Sozialabgaben verpflichtet (wg der VOLLBESCHÄFTIGUNG) - trägt sowas wie ´ne VR-Brille/HoloLens/oÄ, hat keine Ahnunung was er da macht, braucht er auch nicht, weil in seiner Brille eingespiegeltes Expertenwissen ihn in die Lage versetzt Deinen defekten Vergaser zu wechseln.

Schöne neue Welt, die solche Bürger trägt.

Beweint vergangene alte Welt, die Bürger trug welche sich das nicht vorzustellen vermochten.


Erweiterung

Also... was machen, mit den mehr werdenden Arbeitslosen
oder konkreter
Die Antwort darauf kann aber meiner Meinung nach nicht sein: "Wer keinen Job findet, bekommt halt ein BGE"[...]
Was wäre dann darauf die Antwort?
Arbeitsdienst gegen Süppchen?
Und wem nimmt der Arbeitsdienst dann den bisherig einigermaßen bezahlten Job?
Und wo jobben die dann? Und für wie viel - ein halbes Süppchen?

Es muss eine ander Verteilung der Arbeitszeit auf vorhanden Arbeitskraft her.
Dies kann nicht mit gleichen Löhnen einhergehen, weil sonst die hergestellten Produkte oder Dienstleistungen global nicht konkurenzfähig und/oder hier nicht erwerbbar - da hier zu teuer - sind.

Spielt jemand Mühle von euch?
Lange Zeit haben wir das letzte Spiel (nach dem Krieg) durch neue Steine aufgebaut.
Danach wurde einige Zeit mit den gesetzten Steinen gezogen und nun ist Endspiel und wir sitzen in einer Zwickmühle... da geht, akzeptieren wir die Spielregeln nur ein Weg raus. Ein Stein nach dem anderen wird verloren und neben das Brett gelegt.
Im realen Leben haben diese Steine aber Hunger, wollen ein Dach über dem Kopf, brauchen medizinische Versorgung...
und gerne akzeptiert würde bestimmt auch sowas wie Zuwendung... für
gesellschaftliche Teilhabe, ihre Bildung, Bildung ihrer Kinder sofern wir die potentiell zeugungsfähigen Erwerbslosen nicht aus Kostengründen demnächst noch zwangssterilisieren lassen...

Die Frage ist doch eigentlich einfach.
Es gibt x Arbeitsplätze mit insgesamt x*yArbeitstunden.
Demgegenüber gibt es x+n Menschen (nicht nur in unserem Land)
Vordergründig: Wie teilen wir x*yArbeitsstunden auf x+n Menschen auf?
Hintergründig: Wie teilen wir x Einnahmen auf xMenschen auf?
Philosophisch?: Wie geht gerechtes Teilen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Also... was machen, mit den mehr werdenden Arbeitslosen
oder konkreter

Was wäre dann darauf die Antwort?
Arbeitsdienst gegen Süppchen?
Und wem nimmt der Arbeitsdienst dann den bisherig einigermaßen bezahlten Job?
Und wo jobben die dann? Und für wie viel - ein halbes Süppchen?

Es muss eine ander Verteilung der Arbeitszeit auf vorhanden Arbeitskraft her.
Dies kann nicht mit gleichen Löhnen einhergehen, weil sonst die hergestellten Produkte oder Dienstleistungen global nicht konkurenzfähig und/oder hier nicht erwerbbar - da hier zu teuer - sind.

Wir liefern beide doch im Ansatz den gleichen Lösungsvorschlag: Gerechte Verteilung der Arbeit und der Löhne.

Im Mittelalter arbeiteten Menschen von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, heute meist weniger als 8 Stunden am Tag. Es gibt weniger Arbeit als jemals zu vor und trotzdem ist unsere Gesellschaft relativ reich.

Arbeiten wir morgen halt nur noch 6 Stunden, ist doch schön 🙂
Warum soll das weniger Lohn bedeuten? Ich bin mit 6 Stunden dank Technik genauso produktiv oder sogar produktiver als früher mit 12 Stunden. Mehr noch: ich muss die neue Technik bedienen können. Ich muss qualifizierter und spezialisierter sein als der Bauer im Mittelalter, der nur körperlich arbeitete.

Aber selbst wenn Lohnverzicht erforderlich ist:
Ich finde es gerechter, wenn 90% der Menschen 6 Stunden arbeiten, als dass 70% 8 Stunden arbeiten und den Rest finanzieren muss.
Zumal es die Arbeitslosen unter Druck setzt. Egal wie hoch ein BGE ist, es wird (muss!) niedriger sein als ein Arbeitseinkommen. So drängen viele BGE Empfänger auf den Arbeitsmarkt um mehr zu verdienen und wir haben wieder die Situation, dass Arbeitgeber Dumpinglöhne zahlen, weil es ein Überangebot von Arbeitskräften gibt.
Nein, Ziel muss sein, dass jeder, der Arbeit will, diese findet.

Das "Lohnproblem" unserer Zeit liegt indess in den Berufen, die technisch nicht optimiert werden (können). Das sind die Berufe, in denen es schwer fallen wird, Arbeitszeiten zu senken und Löhne dennoch stabil zu halten.
Ein Fertighaus (in Massenproduktion vorgefertigt) kostet vielleicht 150.000 €. Lässt du alles vor Ort von Handwerker bauen, kostet das locker 50% mehr.
Ich finde es schwer vermittelbar wenn eine Frau 60 € beim Friseur lässt oder ich am WE 50 € für einen Gaststättenbesuch bezahle. Das ist relativ teuer. Für das Geld kann ich ein halbes Jahr auf Netflix unbegrenzt Filme schauen, mir Schuhe kaufen, die ich jahrelang trage oder sonstwas.

Die Frage wird also auch sein, was wir mit Berufen tun, die "teuer" bleiben weil wir sie eben nicht automatisieren können. Insofern stellst du zurecht die Frage nach der Zukunft vieler bisher "einigermaßen bezahlter Jobs".
 
Die Sache mit der immer mehr verkürzten Arbeitszeit ( eine Idee aus den 60ern ) ist aber grandios gescheitert - da ist Frankreich gerade dabei. Weil das die Unternehmer nicht mitmachen. Es wird nur eines helfen - eine Steuer auf "Maschinen" ( weiter Begriff ) aus der letztendlich die Löhne mitbezalt werden. Denn die Schere klafft immer weiter auseinander: Die menschliche Arbeit wird immer teurer, die Maschinenarbeit billiger.
 
Eine höhere Besteuerung von Maschinen wird schon deshalb nicht kommen, weil Maschinen in vielen Bereichen inzwischen unersetzbar sind, da gibt es für moderne Qualitäts- bis Hygienestandards und den Mengenausstoß kein Zurück zur Handarbeit mehr.
Außer man will sich für die Produkte dumm und dämlich zahlen, weil Handarbeit deutlich teurer als Massenware kommt.
Oder anders ausgedrückt, menschliche Arbeit KANN teurer werden, eben weil die Maschinenarbeit so billig ist.
Voraussetzung ist natürlich die berufliche Qualifikation der Leute, die die Arbeit machen, und das ist doch der wahre Grund für diese Diskussion, es gibt für gering Qualifizierte einfach nicht mehr genug "Dummerle-Berufe", eben weil diese Jobs vorrangig per Maschinen wegrationalisiert werden.
Hochqualifizierte finden immer und überall Arbeit, notfalls im Ausland, wenn der Markt in Deutschland überfüllt ist. Deutsche Techniker, Ingenieure etc. finden in aller Welt ihr Auskommen. Ärzte fliehen schon seit Jahren vor der deutschen Bürokratie in andere Länder, wo der Doktor noch für die Patienten da sein kann statt für die Kassenabrechnungen.
Gute Zeiten für Bildungs- und Arbeitswillige, schlechte Zeiten für jeden, der es mit allgemeiner Bildung und beruflichem Ehrgeiz nicht so hat.
 
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