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Bedingungsloses Grundeinkommen

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Zitat Burbacher:

Dann allerdings: Die Natur des Menschen neigt zur Trägheit. Wenn den Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen ohne weitere Anstrengung und gar noch mit einem Rechtsanspruch zugestanden würde, ließen dann nicht viele ihre Hände in den Schoß fallen und sich von denen, die da schufteten, aushalten?
Das aber, so denke ich, würde uns am Ende alle überfordern und denen, die das propagieren, auch nicht gut tun.
Lieber also nicht.
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Das ist sicher auch eine Frage: Würde es die Gesellschaft spalten? Noch mehr, als jetzt schon?
 
Wir leisten uns 16 Bundesländer mit 16 Länderparlamenten und Landesregierungen, deren Mitglieder allesamt recht ordentlich entlohnt werden. Wir leisten uns einen Bundesgerichtshof, ein Bundesverfassungsgericht, ein Bundesverwaltungsgericht und vergleichbare Gerichtsinstanzen auf Landesebene.
Das alles verschlingt Unsummen und wird durch Steuergelder bezahlt, Gelder, die wir als Steuerzahler aufbringen und die durch andere Steuern finanziert werden. So weit, so gut.
Burbacher

Mit dem Föderationsprinzip ist Deutschland bisher sehr gut gefahren. Unterschiedliche Landesteile haben naturgemäß unterschiedliche Mentalitäten und Bedürfnisse, wenn auch lange nicht so ausgeprägt wie etwa in Spanien, wo die verschiedenen Volksgruppen (Katalanen, Basken etc.) miteinander in Clinch liegen und immer wieder einzelne Gebiete per Volksentscheid aus dem Staatsgebiet auszuscheren versuchen, wie erst vor kurzem wieder. Gegenentwurf zum "teuren" Föderalismus ist der "billige" Zentralismus nach französischem Muster, und der funktioniert bekanntlich ziemlich lausig, wenn man sich die Verhältnisse in Frankreich anschaut. Das einzige, worüber zu diskutieren wäre, ob man sich wirklich die "Stadtstaaten" Hamburg, Bremen und Berlin weiterhin leisten will, wenn sie sich (nicht zuletzt mangels Fläche) wirtschaftlich nicht selbst erhalten können (jedenfalls Bremen und Berlin - Hamburg war zumindest 2014 laut einer Statistik in den schwarzen Zahlen, dafür war aber Berlin der größte Fresser überhaupt) und als chronische Geldempfänger von Länderfinanzausgleichen von den reicheren Bundesländern (insbesondere Bayern, der deutschen Boomregion) dastehen. Auch weil es besagte reichere Bundesländer schon lange nicht mehr verstehen, warum sie ständig als Melkkühe für die "armen Minis" herhalten müssen. Hier wäre also durchaus ein Schnitt logisch und angesagt.
 
Das liegt aber nicht an den fetten Freibeträgen (was meinst Du mit "günstig"?),
sondern an den massenhaft-mickrigen Renten, die nach 45 Arbeitsjahren ausgezahlt werden

Warm anziehen können wir uns jedenfalls alle.

Ja, auch "Beamte", die in 15, 20 Jahren und später in Pension gehen.

Richtig, die Pensionen für Beamte werden vermutlich weiter sinken. Auch hier hat man in der Vergangenheit auf Kosten der Zukunft gelebt. Die Verbeamtungswelle in den 70ern hat zb damals Geld gespart (weil Beamte keine Rentenbeiträge leisten), heute aber muss der Staat die Pensionen aufbringen.

Es macht aber wenig Sinn Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Beamte in die selben Kassen einzahlen zu lassen, macht nur Sinn wenn die Gesamtbedingungen gleich sind. Wer jetzt einzelne Vor- und Nachteile von Beamten rauspickt, kommt nicht weiter.

Zurück zum Thema BGE:
Ich fände die Frage interessant wie viele Menschen bei einem BGE nur von diesem leben würde verglichen mit Hartz 4!?
Vorausgesetzt die Höhe ist vergleichbar dürfte es doch kaum einen Unterschied machen ob ich heute keinen Bock auf Arbeit habe oder künftig mit BGE. Gut, ich muss nicht mehr alle 6 Monate Hartz 4 verlängern und muss nicht mehr so tun als würde ich Arbeit suchen....
Burbacher hast ja Recht, dass manche Menschen träge sind. Die Frage ist nur ob wir einen großen Verwaltungsapparat brauchen um uns selbst das gut Gewissen zu verschaffen, dass jeder zur Arbeit gezwungen würde - OBWOHL wir wissen,
A) dass die Faulen das System umgehen
B) dass nicht für alle ein Job da ist
C) dass Sanktionen grundrechtlich zumindest bedenklich sind
D) dass alles viel Geld kostet und nur wenige Menschen in Arbeit bringt
 
Massiver Bürokratieabbau wäre auch bei Hartz möglich, wenn man dort ein paar Regelungen lockert oder ändert, dafür bräuchte es kein BGE. Bei BGE würde das, was an Hartz-Bürokratie wegfällt, bei der (Wieder-) Beitreibung des pro Monat nicht benötigten/beanspruchten BGE zusätzlich nötig, denn über die Steuern funktioniert die Rückzahlung ja nicht, wie bereits beschrieben. Außer man läßt das BGE bei denen, die dauerhaft selber genug verdienen, um es nicht beanspruchen zu müssen, als einmalige Leistung auf einem Extrakonto, die dann von Monat zu Monat zu Monat weiter übertragen wird für den Fall, daß es doch irgendwann mal benötigt werden sollte. D. h. zwar BGE für alle - aber für alle, die "zu reich" sind, nur pro forma als Einmalzahlung, die als auf dem Konto verbleibender "Notgroschen" nicht zurückzuzahlen ist.
 
Zurück zum Thema BGE:
Ich fände die Frage interessant wie viele Menschen bei einem BGE nur von diesem leben würde verglichen mit Hartz 4!?
Vorausgesetzt die Höhe ist vergleichbar dürfte es doch kaum einen Unterschied machen ob ich heute keinen Bock auf Arbeit habe oder künftig mit BGE. Gut, ich muss nicht mehr alle 6 Monate Hartz 4 verlängern und muss nicht mehr so tun als würde ich Arbeit suchen....
Burbacher hast ja Recht, dass manche Menschen träge sind. Die Frage ist nur ob wir einen großen Verwaltungsapparat brauchen um uns selbst das gut Gewissen zu verschaffen, dass jeder zur Arbeit gezwungen würde - OBWOHL wir wissen,
A) dass die Faulen das System umgehen
B) dass nicht für alle ein Job da ist
C) dass Sanktionen grundrechtlich zumindest bedenklich sind
D) dass alles viel Geld kostet und nur wenige Menschen in Arbeit bringt

Doch, es macht einen Unterschied. Du hast Recht, nicht bei denjenigen die Heute schon Faul sind und gerissen genug, jede Hürde zu umgehen. Aber es würden sich Leute dazugesellen von denen du dies eben Heute nicht erwarten würdest.

Leute die derzeit sagen, lieber einen Job der kacke ist als sich auf dem Amt schikanieren zu lassen. Leute, die gesundheitliche Beeinträchtigungen haben, zb. zwickt der Rücken seit Jahren aber nicht genug, um für Berufsunfähig erklärt zu werden, Leute die aufgrund von Kurzschlusshandlungen dann eher geneigt sind Morgen nicht mehr zu erscheinen wenn sich diese am Tag zuvor maßlos über den cholerischen Chef ärgerten...usw.

Gehe mal mit offenen Augen durch unsere Gesellschaft und durch die derzeitigen Jobsituationen. Die oben aufgezählten dürften ne ordentliche Masse sein, deren Einzelpersonen sich noch gegenseitig anstiften würden "Du, ich bin einfach nicht mehr hingegangen, warum gibst du dir das noch? Soll er doch seinen Kram alleine machen."
 
Es könnte übrigens auch das Gegenteil kommen: Die menschlcihe Arbeit wird immer weniger, aber der Non-Profit-Sektor wächst. Das sehen wir gerade deutlich an der Flüchtlingssituation. Der Staat könnte sagen: Ihr ( Hartz 4-Empfänger ) tut ja sonst nichts, warum sollten wir euch nicht im kommunalen Bereich einsetzen. Mit einer zusätzlichen Bezahlung versteht sich. ( nicht für 1 Euro! )
 
Massiver Bürokratieabbau wäre auch bei Hartz möglich, wenn man dort ein paar Regelungen lockert oder ändert, dafür bräuchte es kein BGE.

Die bedarfsgenaue und antragsgebundene Bewilligung von Hartz 4 gegenüber einer Pauschalsumme beim BGE wäre immer aufwändiger. Außerdem willst du doch weiterhin, dass die Menschen zur Arbeit aufgefordert werden. Auch das bindet Bürokratie. Es steht außer Frage, dass ein BGE viel (!) Bürokratie abbaut.

Bei BGE würde das, was an Hartz-Bürokratie wegfällt, bei der (Wieder-) Beitreibung des pro Monat nicht benötigten/beanspruchten BGE zusätzlich nötig, denn über die Steuern funktioniert die Rückzahlung ja nicht, wie bereits beschrieben.

Das sind nur Behauptungen ^^
Natürlich wäre ein BGE über Steuern (Lohn- oder Mehrwertsteuer) finanzierbar!
Es ist kein Mehraufwand wenn man eine dieser Steuern zur Finanzierung des BGE anhebt. Wo ist denn der Mehraufwand wenn ich z.B. 40% statt 30% irgendwo eintreibe?
Hartz 4 wird doch auch über die allgemeinen Steuern finanziert. DAS ist machbar, aber beim BGE bedeutet es Mehraufwand?
 
Außerdem fallen diejenigen, die unter Abbau der Bürokratie verstanden werden, auch ins BGE.......( ist das nicht eine sog. Win-win-Situation? )
 
Doch, es macht einen Unterschied. Du hast Recht, nicht bei denjenigen die Heute schon Faul sind und gerissen genug, jede Hürde zu umgehen. Aber es würden sich Leute dazugesellen von denen du dies eben Heute nicht erwarten würdest.

Du hast durchaus Recht, dass die Verlockung größer ist auf der faulen Haut zu liegen wenn man dafür nicht mal einen Antrag stellen muss.

Die interessante Frage ist, über wie viele Leute wir da reden und ob das große negative Auswirkungen hätte. Aus Arbeitgebersicht könnte ich ganz naiv sagen: Dann kommen wenigstens nur solche Leute zu Bewerbungsgespräche, die den Job auch wollen und nicht nur weil sie vom Amt geschickt werden.

Vielleicht schaffen wir es auch, die Löhne im Niedriglohnsektor endlich wieder zu pushen. Dann muss man eben so ehrlich sein und sagen, fürs 850 € netto Vollzeit arbeiten will niemand von uns und der Faktor Mensch ist zu billig.
 
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