Ich würde mich freuen wenn wir etwas dichter am Thema BGE blieben und nicht verschiedene Gruppen (Angestellte, Selbstständige, Beamte) gegeneinander ausspielen. Ich ärger mich ein wenig, wenn diese Thema für Seitenhiebe auf andere Dinge benutzt wird. Ich weiß, dass hier viel Eifersucht und Teilwissen herrscht. Es macht hier keinen Sinn Äpfel mit Birnen zu vergleichen und dann Teilmengen zu vermischen. Wenn ich als Beamter künftig in die Rentenkasse und gesetzliche Krankenkasse einzahle, bekomme ich dann auch umgekehrt alle Vorteile eines Angestellten? zb Streikrecht? Das würde ich zumindest bei den verbeamteten Feuerwehrleuten überdenken...
Die Betrachtung des Berufsbeamtentums, wo heimlich still und leise der Staat sehr teuer Beamte in Ruhestand schickte, sie mit hohen Abfindungen zur Kündigung bewegte, weil Teilbereiche privatisiert werden oder aktuell jemand bei seinem Versagen mit Ruhestand belohnt, gehört auf alle Fälle ich eine Sozialdiskussion.
Warum war der nicht umzusetzen?
Aber Du verstehst die eigentliche Problematik nicht.
Eine Solidargemeinschaft muss aus verschiedenen Einkommen gespeist werden damit man überhaupt solche Kassen halten kann und dass überhaupt etwas zu verteilen ist.
So zahlt der Autobesitzer mit dem ältesten und wertlosesten Auto auch real betrachtet, den höchsten Versicherungsbeitrag.
Und im deutschen Sozialsystem werden Beamte und Besserverdienende nicht mit einbezogen, obwohl sie notfalls aus den Sozial Kassen Geld bekommen.
Es scheint dir nicht bekannt zu sein, wie viele Kleinunternehmer nicht genügend vorgesorgt haben oder nicht vorsorgen.
Sie erhalten notfalls ebenfalls Hartz oder Sozialhilfe.
Und man soll auch nicht solche Angst haben, wenn man um seine Privilegien bangt. Ein Systemwechsel wo Beamte mit in die normalen Kassen kommen, ist längst geschehen, völlig unbemerkt, und würde ja auch nur mit jungen Beamten gehen.
Nur man macht es anders, man entbeamtet!
Beim Streikrecht oder kirchliche Angestellte, da rennst du bei mir offene Türen ein.
Ich lese im Grundgesetz eine Koalitionsfreiheit, kein Verbot des Streikens. Das ist lediglich gefällige Rechtsprechung von politisch gewählten und motivierten Richtern und zudem Versagen der Gewerkschaften.
Und was deine Befürchtungen angeht, mit der Feuerwehr... Wenn im öffentlichen Dienst gestreikt wird, dann muss immer gewährleistet sein, dass ein Notfallpersonal bereit steht, dass ist selbst bei der Nichtbeamtenschaft so.
Also könnte man Arbeitskämpfe führen, die auch zur Verbesserung derer führen würde, die im Notfall nicht streiken können...
Auch das ist verboten.
Ich muss zudem immer bei solchen Argumenten Schmunzeln, die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst, die mit den beste Dienstzeiten, die im wohligen Büro sitzen, messen sich immer dann mit Leuten die notfalls ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, wenn es zum eigenen Vorteil ist. 🙂
Denn mit den Argumenten des schweren Dienstes bekommen Leute mit leichtem Dienst den gleichen Lohn.
Und meinst du wirklich, Beamte bekämen eine gleiche Besoldung in einem BGE?
Beispiel Preisanstieg:
Der Preisanstieg wird gerne auf den Euro geschoben. Tatsache ist, dass auch die DM keine so stabile Währung war, sondern einer Inflation unterlag, die Preise zeitweilen sogar MEHR antrieb als heute der EURO.
Häh, wo haste das denn her?
Sie war sogar freiwillige Währung im Ausland! Und ich hätte sie nicht freiwillig aufgegeben!
Und der Euro begann doch effektiv mit einer Währungsreform, die nicht der Kaufkraft der DM entsprach.
Und du erkennst keine Kaschierung der Probleme in der Niedrigzinspolitik, wo den Sparern und Privatvorsorgern die Rendite geklaut wird?
Ich finde dies gehört aber eben nur bedingt zum Thema BGE. Wieso soll das BGE einen Preisanstieg verursachen wenn Menschen das gleiche bekommen wie heute?
Ich weiß nicht und glaube nicht, dass beim BGE gleicher Lohn gezahlt würde, es kommt darauf an, wie du rechnest.
Wenn ich mehr vom Brutto habe, dann habe ich was?
Richtig! Real mehr Lohn, weil mehr Kaufkraft.
Darum würden sich Löhne neu definieren, verhandeln und erst einmal bruttomäßig runter gehen können.
Ist ja auch klar, es entfallen ja viele Sozialabgaben und ist damit international besser aufgestellt.
Ich glaube ihr versteht es einfach nicht...
Man hat unter dem BGE einen besseren effektiven Lohn zur Verfügung, der sich an Angebot und Nachfrage orientiert.
Man kann also nicht generell oder nur sehr schwer im Voraus sagen, wie hoch die Löhne sein werden.
Und trotz meiner klaren Darlegung was den wirklichen Unterschied in den Steuereinahmen des Staates ausmachen würde, worauf er zugreifen könnte, was von meinen Kritikern immer abfällig mit "Romanen" bezeichnet wird, gelingt es ihnen nicht, den einfachen Unterschied zu erkennen, was zu erwarten wäre, würde die Wirtschaftskraft steigen.
Steigt der Umsatz, dann steigen die Steuereinnahmen auch dann wenn die Mehrwertsteuer gleich hoch wäre. Was ja schon die erste Rate des Geldflusses zurück zur Quelle bedeuten würde.
Es ist ferner zu erwarten, dass niedrige Löhne nicht vermeidbar sind, allerdings werden einige Billiglöhne von heute nach oben gehen, andere angepasst werden.
Warum Gewerkschaften auch u. a. dagegen sind.
Auch sie werden die nächste Evolutionshürde nicht überstehen, wenn sie sich töricht gegen das BGE weiterhin sperren und Gestaltung für die Arbeitnehmer anderen überlassen, also wieder verpennen...
Ein Mindestlohn war nur deshalb notwendig, weil Gewerkschaften sich mit Arbeitslosen entsolidarisierten und diese den Beitrag nicht zahlen konnten.
So werfe ich den Gewerkschaft vor, obwohl sie bei der Hartzgesetzgebung mit dabei waren, nichts dergleichen eingebracht, bzw. erstritten zu haben.
Wenn eine Grundsicherung da ist, die nicht entzogen oder gemaßregelt werden kann, dann ist auch Niedriglohn akzeptabel, denn dann kann ich das einzige Kapital, was ein Mensch von seiner Natur aus hat, gemeint ist die Arbeitskraft, frei und meistbietend verhandeln.
Das sollte, muss aber nicht von Gewerkschaften gemacht werden.
Und wenn ich viele neue Arbeitsplätze schaffen will, dann werden es vornehmliche Arbeiten sein, die jetzt ohne BGE, aus mangelndem Einkommen resultierend, nicht bezahlbar sind.
Da sehe ich an erster Stelle den Dienstleistungsbereich.
Also Frau X möchte den Rasen gemäht oder eingekauft haben, dann könnte das in Zukunft billiger sein und damit bezahlbar, weil eben die Sozialabgaben entfallen.
Wir haben jetzt eine Unternehmensstruktur, wo nur der Starke überlebt und wo Konzerne letztlich alles unter sich aufteilen.
Doch mit dem BGE lohnt sich die Selbstständigkeit wieder und wir bekommen Arbeiten (wie früher) für die Menschen, die Verlierer im Notenwettbewerb sind. Fleißige Menschen, die lediglich in der Bestenauslese durchs Rost fallen. Wobei ich mich dagegen wehre, dieses Prädikat alleinig an Noten festzumachen.
Tendenz übrigens steigend und weil gute Noten kein Garant mehr für einen Arbeitsplatz ist!
Bitte bitte bleibt enger am Thema. Ich glaube aber, die wesentlichen Argumente sind bereits ausgetauscht und werden nur verschieden gesehen. Es ist zb eine interessante Frage, ob sich mehr Leute mit einem BGE auf die faule Haut legen würden oder ob das BGE mehr Möglichkeiten zur Steuerhinterziehung bieten würde. Diese sozialen Auswirkungen finde ich am interessantesten.