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Bedingungsloses Grundeinkommen

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Daoga, deine Einwände sind ja teils durchaus gut, aber du suchst nur nach contra Argumenten ^^
Ich sehe durchaus gute Argumente dafür, beispielsweise die gestärkten Rechte auf Kinder und Jugendliche, die einen direkten Anspruch auf ihr eigenes BGE hätten - da personenbezogene Leistung - , Eltern wären bei zusammenlebender Familie nur Treuhänder, und wenn der Treuhänder nichts taugt, dann kann den Eltern die Treuhandschaft jederzeit von heute auf morgen entzogen werden, und das Kind bekäme den vollen Satz BGE für sich selbst. Anders als das heutige Kindergeld, das explizit den Eltern und nur im Ausnahmefall dem Kind direkt bezahlt wird. Im Familien-Thread liest man meterweise Beiträge von Jugendlichen, die lieber heute als morgen in einer eigenen Wohnung oder in WG leben würden statt mit ihrer Familie, wenn es - aus eigener Finanzkraft oder vom Sozialamt her - machbar wäre. In BGE-Zeiten würde der frühzeitige Auszug in die eigene Bude zum Normalfall, da (halbwegs) finanzierbar.

Mein ständiges Contra als Advocatus Diaboli beruht wohl darauf, daß mir das wirkliche Grundkonzept nicht gefällt - Einführung eines BGE, damit chronische Faulpelze ihre Hintern nicht mehr bewegen müssen, die bis jetzt von den Ämtern auf Trab gehalten werden, aber fleißig Ansprüche stellen können - denn zu niedrig soll das BGE dann ja auch nicht ausfallen, oder? Man will ja schließlich "bequem" davon leben können... erinnert mich an eine Anekdote, irgendeine Regionalpolitikerin aus meiner Gegend hat mal das "soziale Experiment" gemacht, einen Monat lang von den Hartz-Sätzen leben zu wollen, und hat sich in einem Zeitungsartikel hinterher bitterböse darüber beklagt, daß man von Hartz "nicht gut" leben könne, weil kein Geld übrig war, um mit ihren Kindern ins Kino zu gehen... darauf hätte ich am liebsten gesagt, gute Frau, wenn man von Hartz "gut" leben könnte, wäre es zu hoch angesetzt und müßte gekürzt werden. Hartz ist zum ÜBERleben da, nicht zum "gut" leben. Wer "gut" will, muß entweder selber aktiv werden oder nachweisen, daß ihm mehr als die Mindestsätze zustehen weil unverschuldet (Krankheit, Behinderung etc.) dauerhaft erwerbsunfähig.
 
Mein ständiges Contra als Advocatus Diaboli beruht wohl darauf, daß mir das wirkliche Grundkonzept nicht gefällt - Einführung eines BGE, damit chronische Faulpelze ihre Hintern nicht mehr bewegen müssen, die bis jetzt von den Ämtern auf Trab gehalten werden, aber fleißig Ansprüche stellen können - denn zu niedrig soll das BGE dann ja auch nicht ausfallen, oder?

Erstmal Danke für deine differenzierte Betrachtung, ich teile deine Bedenken ja durchaus. Ich stelle mir eigentlich nur die Frage ob der ganze Verwaltungsapperat diese "Faulpelze" wirklich in Arbeit bringt. Ich habe selber noch zu alten Sozialrechtszeiten viele Hilfeempfänger kennen gelernt und meine Erfahrung sagt mir, 90% der "Faulpelze" kriegt man nicht zum arbeiten. Die leben über Generationen in Hartz 4 und haben sich mit allen Zwängen arrangiert, wachsen damit auf. Dafür erwischt man aber den ein oder anderen zu Unrecht, dem es schlecht geht. Oder -auch schon erlebt- Menschen, die sich schämen und deswegen keine Hilfe beantragen. U.a. deswegen wurde ja auch die Grundsicherung geschaffen, um die arme alte Oma nicht mit allen übrigen in einem Topf zu werfen. Tut man aber nach wie vor bei vielen andere Menschen. Setzt dich mal auf nen Hartz 4 Flur. ^^ Es geht um beide Seiten: Faule möglichst treten, aber alle anderen möglichst gut behandeln.
 
Es geht um beide Seiten: Faule möglichst treten, aber alle anderen möglichst gut behandeln.
Ich habe nie behauptet, denen was böses zu wollen, die einfach nicht können, die sind entschuldigt. Aber wer nur nicht will... der kann von mir aus sehen, wo er bleibt. Ich will auch nicht längst alles, wo ich kann und muß. Aber was muß, das muß halt, weil andernfalls bald gar nichts mehr läuft, denn auf allgemeine Freiwilligkeit bauen... hähä, selten so gelacht. Sowas glaubt nur ein Gutmensch, der vor lauter rosaroter Brille auf der Nase keinen Blick mehr für die Realität besitzt.
 
In BGE-Zeiten würde der frühzeitige Auszug in die eigene Bude zum Normalfall, da (halbwegs) finanzierbar.
Und schon höre ich den Aufschrei der Kirchen in BGE-Zeiten, wenn sich das Zerbrechen von kriselnden Partnerschaften und Problemfamilien vervielfältigt, weil mit dem Grundeinkommen der Hauptgrund, warum Partner und Familien trotz chronischer Probleme miteinander weiterhin zusammenbleiben - das mangelnde Geld nämlich - wegfällt. 🙄
 
Ich habe nie behauptet, denen was böses zu wollen, die einfach nicht können, die sind entschuldigt. Aber wer nur nicht will... der kann von mir aus sehen, wo er bleibt. Ich will auch nicht längst alles, wo ich kann und muß. Aber was muß, das muß halt, weil andernfalls bald gar nichts mehr läuft, denn auf allgemeine Freiwilligkeit bauen... hähä, selten so gelacht. Sowas glaubt nur ein Gutmensch, der vor lauter rosaroter Brille auf der Nase keinen Blick mehr für die Realität besitzt.

Lass mal das Wort "Gutmensch" sein, ist grad zum Unwort des Jahres gekürt worden ^^
Das Problem ist schon seit Aschenputtel bekannt: Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen klappt nur leider nicht. In den meisten Fällen kann man nicht objektiv beurteilen ob jemand faul ist oder nicht.

Klar hast du Recht, im Prinzip sollten alle Menschen für ihren Lebensunterhalt selber arbeiten MÜSSEN, ich sage aber ganz ehrlich: Für Hartz 4 hätte ich keinen Bock Vollzeit zu arbeiten. So wirklich toll das das System heute nicht....
 
Und schon höre ich den Aufschrei der Kirchen in BGE-Zeiten, wenn sich das Zerbrechen von kriselnden Partnerschaften und Problemfamilien vervielfältigt, weil mit dem Grundeinkommen der Hauptgrund, warum Partner und Familien trotz chronischer Probleme miteinander weiterhin zusammenbleiben - das mangelnde Geld nämlich - wegfällt. 🙄

Sag ich doch!
Einige Gegner des BGE wollen in Wirklichkeit Menschen keine Freiheit zur persönlichen Entfaltung (Grundgesetz!) zugestehen...
Danke schön für deine Offenheit! 🙂

Aber mit der Realität hat das nichts zu tun... 😉 Hartz fördert geradezu sich zu trennen, denn dann gibt es weitaus mehr Kohle für den Einzelnen!
Und das BGE würde, weil gleiche Höhe gezahlt würde, doch deinem Argument für das Zusammenbleiben, sogar entgegenkommen. 🙂 Man sparte ja dann durch wirtschaftliche Gemeinsamkeit.

Jetzt hingegen zahlt jemand z.B. für die Beerdigung eines fremden Menschen mit, wenn der Lebenspartner/in dafür aufkommen muss, weil angenommene Bedarfsgemeinschaft unterstellt wird. Findest du doch toll, oder nicht?

Und es ist fatal und verwerflich, Menschen die sich nicht zusammenhörig fühlen, zwingen zu wollen, beieinander zu bleiben, denn das führt zu Gewalt und Aggressionen.

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2016! Nicht 1956 oder früher, als der Mann sich wie ein kleiner Despot verhalten konnte und seinen Frust aus der Firma oder Kneipe zu Hause auslassen konnte, an Frau und Kinder!
 
@Andreas900: Die deutsche Sprache ist eine Sprache der subtilen Feinheiten, der Schlechtschreibreform zum Trotz. Zum Beispiel der Unterschied zwischen frischgebackenem und frisch gebackenem Ehepaar - bei letzterem frage ich dann: bei wieviel Grad im Backofen? 😀 Zwischen "Gutmensch" und "gutem Mensch" ist genau so ein Unterschied. Und meistens sind es gerade die selbsternannten Gutmenschen, die diesen kleinen, feinen Unterschied nicht erkennen wollen oder können.

Aber warum sollst Du für Hartz Vollzeit arbeiten? Nix besseres gelernt? Es gibt eine Menge Berufe, in denen man besser als auf Hartz-Basis verdient. Und zumindest im September wieder war zumindest in der bayrischen Region wieder mal das Gejammer der Ausbildungsfirmen groß, daß man keine Lehrlinge für die freien Ausbildungsplätze findet. Lehrlinge auch für spätere dauerhafte Übernahme wohlgemerkt, nicht nur für die Ausbildung und dann entlassen, weshalb Flüchtlinge und Asylbewerber mit wackeligem Aufenthaltsstatus nicht so begehrt sind, aber selbst die werden genommen, wenn sich nix besseres findet. Und die Arbeitslosenstatistik (laut einer Statistik aus einer Zeitungsmeldung) z. B. Landkreis Neumarkt popelige 2kommanochwas. Unter solchen Bedingungen müßte doch was besseres zu finden sein als Hartz, oder?
 
Jetzt hingegen zahlt jemand z.B. für die Beerdigung eines fremden Menschen mit, wenn der Lebenspartner/in dafür aufkommen muss, weil angenommene Bedarfsgemeinschaft unterstellt wird. Findest du doch toll, oder nicht?
Hä, wie meinen? Manchmal bist Du etwas unverständlich...😕
Und es ist fatal und verwerflich, Menschen die sich nicht zusammenhörig fühlen, zwingen zu wollen, beieinander zu bleiben, denn das führt zu Gewalt und Aggressionen.
Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2016! Nicht 1956 oder früher, als der Mann sich wie ein kleiner Despot verhalten konnte und seinen Frust aus der Firma oder Kneipe zu Hause auslassen konnte, an Frau und Kinder!
Die Kirchen leben bekanntlich nach wie vor im Mittelalter... 🙄 Aber das ändert nichts daran, daß für ein BGE erst mal die Finanzierung feststehen müßte - sicher feststehen, kein wischiwaschi-"wir-schaffen-das-schon-irgendwie" - und sämtliche daraus resultierenden Veränderungen überprüft und auf einen feststehenden Stichtag eingeleitet werden müßten. Wie schnell könnte das kommen, Deiner Meinung nach, erleben wir beide das noch? Ich schätze, Anlaufzeit so mindestens 20 Jahre, so schnell wie der Staat sich bewegt, schließlich müssten dann erst mal für jeden Mäuseschiß extra Experten, Gutachten und Kommissionen eingerichtet werden... außer Du willst sowas wie ein Hartz light, bei dem nicht die gesamte Allgemeinheit, sondern auch nur wieder die Bedürftigen berücksichtigt werden, das ginge erheblich schneller, wäre aber auch nur wieder eine andere Version von Hartz/Sozialhilfe.
 
Sag ich doch!
Einige Gegner des BGE wollen in Wirklichkeit Menschen keine Freiheit zur persönlichen Entfaltung (Grundgesetz!) zugestehen...
Danke schön für deine Offenheit! 🙂

Ja, komisch aber auch, dass man freien Entfaltungen von Persönlichkeiten im Wege steht wenn man derjenige ist der es bezahlen soll...

Aber wenn es im GG steht, braucht man ja nur klagen. 1x Anruf beim Anwalt und 1x Post versenden genügt. Mehr Arbeit habe ich damit nicht.

Jetzt hingegen zahlt jemand z.B. für die Beerdigung eines fremden Menschen mit, wenn der Lebenspartner/in dafür aufkommen muss, weil angenommene Bedarfsgemeinschaft unterstellt wird. Findest du doch toll, oder nicht?

Inwiefern würde ein BGE diesen Sachverhalt anders beeinflussen? 😕

Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2016! Nicht 1956 oder früher, als der Mann sich wie ein kleiner Despot verhalten konnte und seinen Frust aus der Firma oder Kneipe zu Hause auslassen konnte, an Frau und Kinder!

Thema BGE?
 
Die Kirchen leben bekanntlich nach wie vor im Mittelalter... 🙄 Aber das ändert nichts daran, daß für ein BGE erst mal die Finanzierung feststehen müßte - sicher feststehen, kein wischiwaschi-"wir-schaffen-das-schon-irgendwie" - und sämtliche daraus resultierenden Veränderungen überprüft und auf einen feststehenden Stichtag eingeleitet werden müßten. Wie schnell könnte das kommen, Deiner Meinung nach, erleben wir beide das noch? Ich schätze, Anlaufzeit so mindestens 20 Jahre, so schnell wie der Staat sich bewegt, schließlich müssten dann erst mal für jeden Mäuseschiß extra Experten, Gutachten und Kommissionen eingerichtet werden... außer Du willst sowas wie ein Hartz light, bei dem nicht die gesamte Allgemeinheit, sondern auch nur wieder die Bedürftigen berücksichtigt werden, das ginge erheblich schneller, wäre aber auch nur wieder eine andere Version von Hartz/Sozialhilfe.

Ich glaube wenn deine Erwartungshaltung ist, dass Rhenus jetzt einen wasserdichten Gesetzesentwurf für den Bundestag vorlegt, dann werden wir dich nie überzeugen 😛
 
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