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Bedingungsloses Grundeinkommen

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Offiziell haben wir keine Regierung. Auch wenn niemand seines Amtes beraubt wurde.

Ich finde es gibt Personen die ziemlich hart arbeiten und das BGE wäre ein Teil der Gerechtigkeit die sie zurück bekommen. Z.B. die Krankenschwester oder der Altenpfleger. Es geht auch um Künstler und Musiker die nicht immer einen regelmäßigen Lohn haben oder Angehörige die sich um ein Familienmitglied kümmern.

Ein BGE würde aber die von dir genannten Menschen nur begünstigen wenn sie unterm Strich mit dem BGE mehr bekämen. Die Krankenschwester verdient vielleicht 1500€ netto. Höher läge ein BGE selbst in den kühnsten linken Träumen nicht.

Und den Musiker muss ich mit Steuergelder auch nicht subventionieren. Der hat seine Karriere selbst gewählt und wenn er gut ist, verdient er Millionen.

Wenn es dir um Gerechtigkeit geht, sollte man eher manche Löhne erhöhen aber vor allem: Jobs sicherer machen.

Zur Pflege von Angehörigen habe ich auch leider Erfahrungen gemacht. Hier sollten Pflegekassen A) schneller zahlen und B) fairer die Pflegebedürftigkeit feststellen.

Die Frage beim BGE ist eben, WEN es bevorteiligt bzw. wen es bevorteiligen soll.
Das BGE soll aus meiner Sicht nicht primär dazu dienen "Dauerhartzer", die nicht arbeiten wollen, zu fördern oder Armutszuwanderung zu generieren.
Ein BGE soll Menschen Freiheit schaffen, die unverschuldet arbeitslos sind. Ein BGE soll verhindern, dass Menschen unwürdige Arbeit annehmen müssen, weil Hartz 4 sie dazu zwingt. Ein BGE soll Eigentum und Sparguthaben von Kleinbürgern schützen.

Wobei ich glaube, dass meine Definition von BGE eher einer alten Form der unsanktionierten Sozialhilfe gleichkommt, wenn auch in pauschalisierter Form.

Das ist dann gleich die nächste Frage: Wie hoch soll ein BGE sein?
Wenn ich Menschen wirklich bedingungslos Geld gebe und sie sich nicht mal um Arbeit bemühen müssen, dann muss aus meiner Sicht ein BGE Satz sehr niedrig sein, vielleicht ein Hartz 4 Niveau + 10%. Denn sonst will ja niemand mehr normale Berufe ausüben.

Wenn man mir morgen lebenslang ohne zu arbeiten 1.500 € + Inflationsausgleich garantiert, den Deal würde ich annehmen 😀
 
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen
Ein Schritt in die richtige Richtung wäre, das es keine befristeten Verträge mehr gibt.

Was ich auch schrecklich finde, das ein Bekannter von mir Vollzeit für 9 Euro arbeiten geht, aber keine Zuschläge für Wochenend und Feiertagsarbeit erhält, auch keinen Spätzuschlag wenn er mal bis Nachrs um 2 Uhr arbeiten muss. Er traut sich naürlich nichts zu sagen aus Angst das der Vertrag nicht verlängert wird 🙄

Absolut richtig.
Befristungen darf es nur während Probezeiten und Ausnahmen geben.
Regelfall sollte ein unbefristeter Arbeitsvertrag und nach Möglichkeit ein Tariflohn sein.
 
Absolut richtig.
Befristungen darf es nur während Probezeiten und Ausnahmen geben.
Regelfall sollte ein unbefristeter Arbeitsvertrag und nach Möglichkeit ein Tariflohn sein.

Schon die 9 Euro sind viel zu wenig, weil er netto nur um die 1080 +- erhält. Mit den ganzen Zuschlägen und Zulagen würde es besser aussehen. Er kann halt gerade so leben und kann nichts sparen für später und muss halt immer abwägen, wenn er was unternehmen will usw.
 
Ein BGE würde aber die von dir genannten Menschen nur begünstigen wenn sie unterm Strich mit dem BGE mehr bekämen. Die Krankenschwester verdient vielleicht 1500€ netto. Höher läge ein BGE selbst in den kühnsten linken Träumen nicht.

Und den Musiker muss ich mit Steuergelder auch nicht subventionieren. Der hat seine Karriere selbst gewählt und wenn er gut ist, verdient er Millionen.

Wenn es dir um Gerechtigkeit geht, sollte man eher manche Löhne erhöhen aber vor allem: Jobs sicherer machen.

Zur Pflege von Angehörigen habe ich auch leider Erfahrungen gemacht. Hier sollten Pflegekassen A) schneller zahlen und B) fairer die Pflegebedürftigkeit feststellen.

Die Frage beim BGE ist eben, WEN es bevorteiligt bzw. wen es bevorteiligen soll.
Das BGE soll aus meiner Sicht nicht primär dazu dienen "Dauerhartzer", die nicht arbeiten wollen, zu fördern oder Armutszuwanderung zu generieren.
Ein BGE soll Menschen Freiheit schaffen, die unverschuldet arbeitslos sind. Ein BGE soll verhindern, dass Menschen unwürdige Arbeit annehmen müssen, weil Hartz 4 sie dazu zwingt. Ein BGE soll Eigentum und Sparguthaben von Kleinbürgern schützen.

Wobei ich glaube, dass meine Definition von BGE eher einer alten Form der unsanktionierten Sozialhilfe gleichkommt, wenn auch in pauschalisierter Form.

Das ist dann gleich die nächste Frage: Wie hoch soll ein BGE sein?
Wenn ich Menschen wirklich bedingungslos Geld gebe und sie sich nicht mal um Arbeit bemühen müssen, dann muss aus meiner Sicht ein BGE Satz sehr niedrig sein, vielleicht ein Hartz 4 Niveau + 10%. Denn sonst will ja niemand mehr normale Berufe ausüben.

Wenn man mir morgen lebenslang ohne zu arbeiten 1.500 € + Inflationsausgleich garantiert, den Deal würde ich annehmen 😀


Meiner Meinung nach 1000 Euro. Darunter würde nichts bringen. Oder meinst du z.B. 600 Euro + Miete+ GEZ ohne Sanktionen. Ich glaube es gibt auch ein Imageproblem. Man will eine neue Gesellschaft ohne das Wort Arbeitslosigkeit. Es geht darum ein Mindestbeitrag oder jeder kann entscheiden ob und wie viel er arbeitet.
 
Meiner Meinung nach 1000 Euro. Darunter würde nichts bringen. Oder meinst du z.B. 600 Euro + Miete+ GEZ ohne Sanktionen. Ich glaube es gibt auch ein Imageproblem. Man will eine neue Gesellschaft ohne das Wort Arbeitslosigkeit. Es geht darum ein Mindestbeitrag oder jeder kann entscheiden ob und wie viel er arbeitet.

1.000 € ist sicher ein denkbarer Betrag.

Hartz 4 inklusive Miete und allen Leistungen bzw. Vergünstigungen kann ja für den Haushaltsvorstand schon auf 900 € kommen.
Wobei Miete ja schon wieder bei BGE ein heißes Eisen ist. Wer etwa eine kleine Eigentumswohnung hat, bekäme mit dem 1.000 € BGE ja mehr zur freien Verfügung als der BGE Empfänger, der von den 1.000 € erstmal 400 € Kaltmiete abdrücken muss.

Das Imageproblem sehe ich eher darin, dass sich unsere Gesellschaft mit dem BGE dazu bekennt, dass hier ausnahmslos jeder versorgt wird, egal wie faul er ist. Arbeit war in der Geschichte der Menschheit eigentlich noch NIE freiwillig. Es ist ein Grundprinzip, dass Menschen etwas für ihr Leben tun müssen.

Insofern kann man schon in frage stellen, ob definitiosngemäß ein BGE überhaupt "sozial" ist. "Sozial" wird gern missverstanden als ein Handeln, welches gemeinnützig, hilfsbereit, barmherzig ist. Dabei bedeutet soziales Handeln eigentlich ein Handeln miteinander.
Sozial ist wenn eine Gruppe gemeinsam handelt und gemeinsam belohnt wird. Sprich: Auch der kleinste in der Gruppe bekommt einen gerechten Anteil, aber es wird vom ihm erwartet, dass er mitmacht.
BGE heißt: Du musst nicht mitmachen, du bekommt auch so Lohn.

Wenn wir ein BGE gestalten, dann dürfen wir nicht vergessen, dass alle Menschen trotz Grundeinkommen weiter sozial mitarbeiten sollten bzw. dazu ein Anreiz bestehen muss.
 
1.000 € ist sicher ein denkbarer Betrag.

Hartz 4 inklusive Miete und allen Leistungen bzw. Vergünstigungen kann ja für den Haushaltsvorstand schon auf 900 € kommen.
Wobei Miete ja schon wieder bei BGE ein heißes Eisen ist. Wer etwa eine kleine Eigentumswohnung hat, bekäme mit dem 1.000 € BGE ja mehr zur freien Verfügung als der BGE Empfänger, der von den 1.000 € erstmal 400 € Kaltmiete abdrücken muss.

Das Imageproblem sehe ich eher darin, dass sich unsere Gesellschaft mit dem BGE dazu bekennt, dass hier ausnahmslos jeder versorgt wird, egal wie faul er ist. Arbeit war in der Geschichte der Menschheit eigentlich noch NIE freiwillig. Es ist ein Grundprinzip, dass Menschen etwas für ihr Leben tun müssen.

Insofern kann man schon in frage stellen, ob definitiosngemäß ein BGE überhaupt "sozial" ist. "Sozial" wird gern missverstanden als ein Handeln, welches gemeinnützig, hilfsbereit, barmherzig ist. Dabei bedeutet soziales Handeln eigentlich ein Handeln miteinander.
Sozial ist wenn eine Gruppe gemeinsam handelt und gemeinsam belohnt wird. Sprich: Auch der kleinste in der Gruppe bekommt einen gerechten Anteil, aber es wird vom ihm erwartet, dass er mitmacht.
BGE heißt: Du musst nicht mitmachen, du bekommt auch so Lohn.

Wenn wir ein BGE gestalten, dann dürfen wir nicht vergessen, dass alle Menschen trotz Grundeinkommen weiter sozial mitarbeiten sollten bzw. dazu ein Anreiz bestehen muss.

Wer kein Eigentum der bekommt ein etwas weniger, der kein Eigentum hat.

Wenn die Löhne und gute Bedingungen steigen würde, würden sicherlich mehr arbeiten gehen.

Gute Bedingungen sind u.a. mehr Urlaub, bessere Ruhezeiten, wenig bis keine Überstunden...
 
1.000 € ist sicher ein denkbarer Betrag.

Hartz 4 inklusive Miete und allen Leistungen bzw. Vergünstigungen kann ja für den Haushaltsvorstand schon auf 900 € kommen.
Wobei Miete ja schon wieder bei BGE ein heißes Eisen ist. Wer etwa eine kleine Eigentumswohnung hat, bekäme mit dem 1.000 € BGE ja mehr zur freien Verfügung als der BGE Empfänger, der von den 1.000 € erstmal 400 € Kaltmiete abdrücken muss.
Das mit den 900 Euro war eine Frage von mir ob du das meintest. Es gibt ja neoliberale die bsp. unter 900 Euro geben wollen und nichts dazu.
Das Imageproblem sehe ich eher darin, dass sich unsere Gesellschaft mit dem BGE dazu bekennt, dass hier ausnahmslos jeder versorgt wird, egal wie faul er ist. Arbeit war in der Geschichte der Menschheit eigentlich noch NIE freiwillig. Es ist ein Grundprinzip, dass Menschen etwas für ihr Leben tun müssen.Gerade dieses Wort faul ist so in der Gesellschaft veranlagt. Was ich für Kontraproduktiv halte. Es geht doch nur darum eine vernünftige Grundsicherung zu erhalten, damit man nicht in die Armutsfalle tappt. Dennoch wird es Leute geben die viel mehr verdienen als die andere Person. Mir geht es nicht um Gleichmacherei, sondern um das nötigste. Miete, Grundnahrung u.s.w nur halt ohne Druck.

Insofern kann man schon in frage stellen, ob definitiosngemäß ein BGE überhaupt "sozial" ist. "Sozial" wird gern missverstanden als ein Handeln, welches gemeinnützig, hilfsbereit, barmherzig ist. Dabei bedeutet soziales Handeln eigentlich ein Handeln miteinander.
Dagegen sage ich ja nicht.
Sozial ist wenn eine Gruppe gemeinsam handelt und gemeinsam belohnt wird. Sprich: Auch der kleinste in der Gruppe bekommt einen gerechten Anteil, aber es wird vom ihm erwartet, dass er mitmacht.
BGE heißt: Du musst nicht mitmachen, du bekommt auch so Lohn.
Weil jeder selber entscheiden kann was er daraus macht. Ich nenne das Selbstbestimmung. Wenn man z.B. eine Organisation gründet und Obdachlosen hilft oder ob man ein bestimmtes Seminar besucht. Authentischer ist dass für mich, wenn jemand etwas von sich aus der Gesellschaft zurück gibt. Es ist doch ein Unterschied ob dir jemand von sich aus ein Kuchen schenkt oder ob du gezwungen wirst einen zu backen und ihn dann jemanden zu schenken.

Wenn wir ein BGE gestalten, dann dürfen wir nicht vergessen, dass alle Menschen trotz Grundeinkommen weiter sozial mitarbeiten sollten bzw. dazu ein Anreiz bestehen muss.[/QUOTE
Dann ist es doch nicht mehr bedingungslos?
 
Wer kein Eigentum der bekommt ein etwas weniger, der kein Eigentum hat.

Warum? Bedingungsloses Grundeinkommen.
Dass man kein Eigentum haben darf, wäre dann ja schon eine Bedingung für einen Teil des BGE.

Das Gute am BGE wäre doch gerade, dass niemand dafür bestraft werden soll, der gespart hat und sich vielleicht eine kleine Eigentumswohnung gekauft hat.

Wenn die Löhne und gute Bedingungen steigen würde, würden sicherlich mehr arbeiten gehen.

Gute Bedingungen sind u.a. mehr Urlaub, bessere Ruhezeiten, wenig bis keine Überstunden...

Mit dem zweiten Satz hast du natürlich Recht.
Allerdings ist das BGE ja kein Garant für Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt.

Schlimmer noch: Arbeit würde sich möglicherweise weniger lohnen als heute.
Ein BGE müsste sich ja irgendwie finanzieren, vermutlich auch über höhere Sozialabgaben auf Löhne.
Vereinfacht:
- Früher hat man einen Beruf für 2.500 brutto = 1.500 netto ausgeübt
- heute bekommt man 1.000 BGE und muss von seinem Brutto mehr abgeben, dass vielleicht nur 500 € netto bleibt
Dann hätte man nichts gewonnen.

BGE steht und fällt mit der Frage: Wer finanziert es.
 
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