Zum einen kaufe ich nicht zu einem Preis von 200k ohne jegliches EK, wenn ich nur 600 Euro abzahlen kann. Denn 36 Jahre abzahlen für eine ETW, empfinde ich als eine wirklich schlechte Beratung. Der Großteil der Zinsen aus deiner Rechnung, könnte ich von daher so gar nicht akzeptieren. Ich kaufe doch keine kleine ETW und zahle bis ins Rentenalter.
Wenn du nicht komplett fremdfinanzierst (wie in meiner Rechnung), bedeutet dies aber dass dir
noch mehr Rendite entgeht, die du mit deinem Eigenanteil alternativ machen könntest.
Historisch betrachtet würdest du aktuell 1,6% Zins sparen aber dafür auf eine Rendite am Kapitalmarkt von 6,9% verzichten. Ok, besser der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. Keiner weiß wie Renditen in Zukunft aussehen, aber statistisch wäre das ein schlechtes Geschäft.
Instandhaltungsrücklagen sind mir bekannt, Hausgeld jedoch nicht. Wenn du damit extra Kosten für eine Hausverwaltung meinst, die putzen kommt und den Garten in Form hält, müsstest du dies auch beim mieten berücksichtigen. Denn dort kämst du dann ebenfalls nicht mit einem Mietpreis von 500 Euro hin.
Steuern und Abgaben. Was ist das? Grundsteuer, Müll, Heizung?
Diese üblichen Kosten sind alle Umlagefähig und zahlst du als Mieter genauso. Das ein Mieter also 500 euro zahlt, ein Käufer für das gleiche Objekt im Monat demnach über 1.000, ist eine Rechnung die ich so nicht nachvollziehen kann.
Die Kaufnebenkosten i.H.v. euro 10 Prozent, also 20k bei 200k stimmen nahezu exakt von dir.
Wie gesagt, es ist nur ein Beispiel. Bei jedem Objekt werden Kosten anders sein. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass ein Käufer Kosten hat, die über den Tilgungs- und Zinsbetrag hinausgehen. Und diese Kosten können abhängig vom Objekt erheblich sein und werden meistens unterschätzt. Vor allem weil diese Kosten mit steigendem Alter der Immobilie meist steigen.
Was natürlich richtig geil ist: Du gönnst einem Käufer also nicht den Erlebensfall, seine Immobilie abgezahlt zu haben und bis zum Lebensende dann mietfrei wohnen zu können? Beide Leben in deinem Beispiel enden dann abrupt nach 36 Jahren? Also genau ab dann, wenn der Käufer anfangen würde im Vergleich zum Mieter deutlich zu profitieren? 😕
Und der Sachwert der Immobilie fällt dann auch einfach mal weg? Zwangsenteignet nehme ich an?! ^^
Nein, ich habe ja ausdrücklich gesagt, der Käufer hat den Vorteil, dass er nach X Jahren Eigentümer der Immobilie ist. Den Vorteil habe ich nicht weggelassen. Ich habe nur darauf hingewiesen, dass man die
Gesamtvermögen von Käufer und Mieter vergleichen muss.
Wenn der Käufer am Ende eine Eigentumswohnung von 200.000 € besitzt und der Mieter 500.000 € Kapital, dann ist der Mieter für mich in der Rechnung der Gewinner.
Im übrigen bin ich ebenfalls weg von einer ETW, wie zuvor beschrieben. Ich empfinde das aufgrund des Instandhaltungsfond nicht als die ultimative Ersparnis. Lieber ein älteres Haus, Haushälfte oder ähnliches. Da kann man auch mal was knuppen ohne einen Handwerker für 60 Euro pro Stunde bezahlen zu müssen.
Sehe ich genauso. Generell muss man weiter denken als nur die finanzielle Seite.
Bist du ein talentierter Heimwerker ist das ein Argument für den Kauf. Hast du zwei linke Hände, solltest du vielleicht lieber mieten. Ich persönlich schätze die Sicherheit lebenslang irgendwo wohnen zu können. Mein Zuhause ist.... mein Zuhause, an dem ich emotional gebunden bin. Viele Familien kaufen auch deswegen weil sie was "eigenes" haben wollen ohne Risiko jemals von einem Vermieter gekündigt werden zu können.
Kaufen oder Mieten ist eine schwere Entscheidung, die oft mehr als eine reine finanzielle Rechnung ist.