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Gelöscht 75962
Gast
Generell finde ich schade wenn jemand nur einen Link postet und dann sagt: #Discuss
Du wirst doch auch selber eine Meinung haben. Eine Essenz aus den Aussagen Kralls für dich entnehmen.
Wenn ich eine Essenz aus den Aussagen Kralls nur entnehmen würde, diese aber nicht ihm 100% entsprechen würde (d.h. seiner Essenz), wieviel hätte ich dann von dem verstanden was er sagt? Oder will ich behaupten das ich das was er macht besser kann? Nein, nur meine Essenz bezieht sich nicht nur auf Krall, warum auch... ...ja, so habe ich eine eigene Meinung zum Thema. Das heißt aber nicht das diese ein normalisiertes Fertiggericht darstellen kann, wie eine Rechnung die aufgeht, sondern allenfalls eine Beobachtung, welche sich erstmals bildet und dann immer weiter entwickelt...
Logisch und nachvollziehbar klingen zunächst einmal alle Untergangspropheten.
Es ist zb sehr gut nachvollziehbar wenn Krall von "Zombieunternehmen" spricht, die nur aufgrund der Niedrigzinsphase überlebensfähig sind. Aber das gilt doch dann für jede Zinsphase. Genauso panisch müsste man bei einem Leitzins von 3% sein. Denn auch wenn dieser um 2% steigen würde, wären ja die wenig profitablen/hoch verschuldeten Unternehmen gefährdet.
Krall hat soviel mit einem Propheten zu tun, wie des Beckers Mütze um die Ecke mit dem Rand des Universums, sorry... ...aber ist o.k. - ich bin ja auch spitzfindig...
Das mit den Zombieunternehmen basiert auf einem "Zweikomponentenkleber": Nicht die Erhöhung lässt diese platzen, sondern die kalkulierte nahezu 0% Finanzierung auf lange Sicht, was sonst ja nie geht, weil gerade das eigentlich das Haupteinkommen der Banken absichert, die sogenannte Zinsmarge (zumindest eine davon). Und dabei spielt die lang gehaltene Nullzinspolitik eine emense Rolle, denn normaler Weise gibt es das eben nicht, da ist also der Unterschied von fast 0% auf 2% eben viel mehr als 2% auf 4%, deswegen auch diese seltsame plusbauchige Kurve - die da gezeigt wurde/wird. Wieviel Zinsen berechnet denn die Bank normaler Weise, also bei 2% Zins, was wir noch 2012 hatten? Vielleicht 8 oder 9% effektiven Jahreszins? Meinst Du bei 4% wären es dann 16 oder 18%? Dann müssten wir 2001 genau das auf typische Langzeit-Kredite gezahlt haben - prüfe es nach - denn ich weiß es nicht, denn zu der Zeit habe ich keine Kredite genommen. Nur für mich ist es logisch, sonst müsste man bei 6% Zins - eben 24 oder 27% effektiven Jahreszins auf Langzeit Kredite zahlen - das ergibt dann schnell keinen Sinn mehr... ...oder siehst Du das anders?
Aber Krall versteht das gewiss besser als wir beide zusammen, schließlich stammen 80% der Bonitätsprüfprogramme der jetzt genutzten Softwares der Bankenhäuser aus seiner Federführung - er ist eben auch ein bekannter Finanzexperte... ...dem sollte man so etwas schon zutrauen, dafür sind Finanzexperten so benannt.... ...und irgendwo wird der Name ja wohl herkommen. Oder kann man den jetzt auch bei Aldi kaufen? ;-)
Ich glaube, dass gerade Deutschland besser durch eine künftige Krise kommen könnte als der Rest Europas. Nicht nur, dass Deutschland effektiv Schulden gesenkt hat und unpopuläre Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt getroffen hat - Deutschland ist generell traditionell defensiv aufgestellt.
O.K. - dennoch könnte es sein, das die europäischen Verknüpfungen zu Verflechtungen werden - so das aus irgendeinem, nicht zu verstehendem, ja völlig unbekanntem Grund, rein fiktiv betrachtet, möglich und denkbarer Art und Weise, die wegfallende Rückzahlung Griechenlands Schulden ein kleines, klitze, klitze kleines Löchlein in unseren ach so defensiven Damm sprengen kann.
Soll ich/wir noch weitere Sprengsätze erwähnen/beschreiben, oder sollten wir besser auf Optimismus setzen?
Genau das kritisiere ich ja: Deutschland müsste viel mehr investieren - in Straßen, in Infrastruktur, in Bildung usw.
Und auch die Deutschen sollten m.E. mehr investieren. In ihre eigene Entwicklung, in ihre Bildung aber auch in renditestarke Geldanlagen wie zb Aktien.
Ich verstehe worauf Du hinaus willst, das entspricht einem Aufbauspiel. Wie Dune II - kennst Du das noch? Die mehr = besser Strategie...
Im Prinzip muss ich auch gestehen, was vernünftig gedacht ist - macht Sinn. Punkt. Nur guckst man hinter die Fassaden - dann muss man aber auch gestehen: Was im Kleinen schon nicht klappt, wie soll dann etwas im Großen klappen? Wenn ich an unsere Firma denke: da sind Schilder in den Lagern - was dort hingestellt werden darf - und wenn ich schaue - dann steht da fast überall das Falsche. Jetzt könnte man sagen, ja - gut - ist doch nicht so schlimm, die Schilder sind nur Auditauflagen, Du findest schon was Du suchst... ...aber wenn täglich dann Situationen eintreffen in dem bis zu 5 Mann >30 Minuten lang beschäftigt sind Kleinstmengen - wie 20 Kg oder 120Kg verzweifelt in den Lagern bereitzustellen und zu finden, dann dadurch erst verarbeiten zu können - und das in einem Betrieb der an einer Linie in 8h >35.000 Kg Material verarbeitet und mit nur 7 Mann betrieben wird....
...dann ist das der uneffiziente Schwachpunkt im Kleinen, das was die Rechnung am Ende "platzen lässt" (Marge).
Soll heißen - unsere Investitionen sind Müll, wenn der - der es bedenkt im Kleinen schon einen Fehler macht, denn im Großen wird's dann zur Katastrophe....
...so und nun denk mal an die Energiewende…. Ich empfehle dazu Prof. Hans Werner Sinn "Energiewende ins Nichts"
Stimmt - und das tue ich gerne, denn wirtschaftliche Zusammenhänge interessieren mich. Ich habe gerade das Buch "The big Short" gelesen, welches den Crash 2008 erklärt. Die Kernessenz eines Crashes ist, dass er unerwartet kommt. Eine Pleite der Deutschen Bank käme nicht unerwartet. Die Aktie ist bereits von über 100 € auf 6 € abgestürzt. Markus Krall erzählt was jeder weiß und verkauft es als sein "großes Geheimnis" ("verkaufen" im wortwörtlichen Sinne, weil er damit viel Geld verdient).
"Die Kernessenz eines Crashes ist, das er unerwartet kommt". Ja meinst Du jetzt einen Autounfall? Denn bei den Bankgeschichten kann ich dieses Märchen nicht glauben. Welcher nötiger Weise, informierte und durchblickende Chef einer traditionsreichen Firma - guckt am Montag morgen ganz verdutzt, als plötzlich das gesamte Unternehmen wie aus heiterem Himmel Pleite ist?
Na - da stimmt doch etwas nicht. Kommt man denn völlig überraschend aus einem ordnungsgemäß in Deutschland geführten Privathaushalt in die Privatinsolvenz? Oder passiert das - wenn irgendetwas nicht so lief wie es sollte (kriminell aufgeflogen, schwere Fehler gemacht, irgendetwas nicht bedacht, berücksichtigt, für möglich gehalten)?
Erzählt Krall das was jeder weiß oder kaum einer für möglich hält/ keiner wahrhaben möchte und ist die Deutsche Bank jetzt das Haupt-Problem um das es geht? Oder sind es die komplizierten Zusammenhänge, aus Dominoeffekten, aufgebrauchte Staats- und Länderkassen, größenwahnsinnige Handlungen unser Banken/Investoren/Spekulanten, groß geplante und festgelegte Superinvestitionen fraglicher Nutzung unseres Staates, nicht eingehaltenen EU- regelnden Definitionsgesetzen, Verstößen gegen Grundgesetzte, Zinskorsett der EZB, unmöglich gemachte Refinanzierungen der Banken selbst, schönfärbenden Politikerauftritten, Privatisierungen von Sozialwohnungen, regulatorische Kontrollverluste - welche zum Beispiel Mietwucher entstehen ließen, soll ich weiter machen... ?
Du musst erst mal heraus kriegen mit was er sich wirklich beschäftigt, der Krall. Ihm geht es ums Große und Ganze! Nicht ob irgendeine Bank letztlich Pleite macht - oder der Crash halt kommt, auch wenn das die Buchtitel sind und Aufmerksamkeit ziehen, ja natürlich detailliert von ihm offengelegt werden MUSS - (wie eine Milchmädchenrechnung, mehr ist es ja auch nicht) - so geht es ihm am Ende um das ganze System, das Anhand dieser schwerwiegenden Symptomen klar und unmissverständlich nur eines aufzeigt: SO FUNKTIONIERT ES NICHT! Deswegen redet er auch von nötigen grundlegenden Reformationen und sieht die Politik, wie wir diese kennen am Ende bzw. in einem Übergang in etwas Neues.
Und das Wort "systemimmanent" ist auch so ein Totschlagargument. Das besagte System läuft seit über 100 Jahren und hat zwei Weltkriege durchgemacht. Ja, es kann sein, dass wir eine große Inflation erleben werden um so Staaten zu entschulden. Man schaue nach Russland oder in die Türkei. Dort gab es teils 15% Inflation. Was ist die logische Konsequenz aus solchen Befürchtungen....? (s.u.)
Du bist gar nicht mehr soweit weg davon, da ist nur ein kleiner Denkfehler drin - quasi ein Zahlendreher - etwas was selbst professionelle Maschinen schon übersahen, nein warte - verursachten.
>Das besagte System hat nicht zwei Weltkriege überstanden, sondern hat zwei Weltkriege ermöglicht.<
: Kriegsanleihen :
... die logische Konsequenz ist, dass man sinnvoll und langfristig in Sachwerte investiert: Immobilien, Gold.... und Aktien. Und genau das Gegenteil macht, was die meisten Deutschen tun: Geld auf Konten parken oder bestensfalls festverzinslich in Anleihen, Lebensversicherungen, Bausparverträge etc. packen.
Es geht doch nicht immer um den größten Profit, nicht nur der Stärkste überlebt, wenn der - der Gewinn macht - auch bereit ist etwas abzugeben und das gern macht!
Und genauer beschrieben: Dass man sich global diversifiziert aufstelle: China, USA, Europa usw.
Nicht: Eine Immobilie als Altersvorsorge, Sondern: globale Immobilienfonds
Nicht: Eine Telekom Aktie, sondern: 500 Aktien weltweit
Ja - mein Bereich sind unter anderem Keyboards und Synthesizer, aber nicht nur der Korg Kronos wurde verkauft.... ...und nicht jeder will den einen, den "besten" Sound, sondern dann - wenn das der Fall wäre - kann der alte, billige Casio Synth - wieder total cool, weil anders klingen und viel attraktiver werden. Es gibt auch nicht nur Menschen, die reich sein wollen...
Und "Kapital" darf man weit verstehen. Es geht auch um die Bildung von Humankapital --> Bildung. Falls das Ersparte weniger wert wird, kann man durch eigene Arbeitskraft noch was erreichen.
Ja - klar, vieles ist möglich - das was den Wert eines Menschen ausmacht kann auch noch ferner gedacht werden... ...man denke an die Künstler - ist das Talent nicht wortwörtlich deren Kapital?
Das sind aber eigentlich keine neuen Erkenntnisse, sondern etwas, was die letzten 100 Jahre schon der beste Weg war.
Und genau das - will er zeigen, das das eben nicht der beste Weg war und jetzt vor dem zu erwartendem, zwangsläufigem Ende steht, den Weg - den man 100 Jahre lang konsequent ging und "weiter und weiter entwickelte" (nur leider in die falsche Richtung), um hier >SO< heute angekommen zu sein...
...das wäre meine krallsche Essenz in etwa derzeit.
Zufrieden?
Grüße,
Peace
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