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Ausweg aus dem Callcenter-Job

C

chatnoir25

Gast
Hallo,

ich bin leider mittlerweile 34 Jahre alt, habe Abitur und eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Leider ist mein Lebenslauf durch eine längere Auszeit aufgrund einer Erkrankung und zudem durch ein abgebrochenes Studium alles andere als geradlinig. Letztendlich arbeite ich nun in einem zumindest was die Bezahlung angeht "besseren Callcenter". Langfristig sehe ich mich allerdings nicht dort, da ich sowohl die Tätigkeit nervlich als extrem belastend empfinde und ich gerne einen Job hätte, in dem ich keine monotone Akkordarbeit leisten muss und mich auch mal länger und intensiver mit einzelnen Aufgaben beschäftigen könnte.

Ich habe nun überlegt, nebenberuflich ein BWL-Fernstudium oder die Weiterbildung zur Betriebswirtin zu machen, um wenigstens irgendwann mal einem "normalen" Bürojob mit etwas anspruchsvolleren Inhalten nachzugehen. Auf der anderen Seite habe ich aber Zweifel, ob ich nicht schon zu alt bin.

Hat jemand von Euch Erfahrungen, Tipps sowohl zum Thema Weiterbildung als auch zum Ausstieg aus Callcenter-Welt? Ich bin manchmal wirklich verzweifelt...
 

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G

Gelöscht 118888

Gast
Hast du dich denn mal woanders beworben?
Z. B. Bei Firmen im vertriebsinnendieenst oder sowas?

Der ausstieg ist eine andere Stelle zu finden.

Glaubst du das dir eine Weiterbildung viel hilft? Also z. B ein bwl Studium sind glaube ich 6-7 Semester. Die Zeit würdest du u. U. Noch in dem Job bleiben müssen. Zusätzlich das Studium.

Ist das für dich realistisch und welchen Job erhofft du dir dann durch das Studium zu bekommen?

Also ich finde Bildung kann nie schaden. Nur wenn du das aus rein beruflichen Gründen machst musst du ja eigentlich einen Plan haben was der Folge Job sein soll.
Ich glaub aus dem call center kann man auch so rauskommen. Da braucht man nicht zwingend ein Studium.

Beim Lebenslauf kann man eventuell auch mal ein paar Tätigkeiten einfügen die zur neuen Stelle passen. Also jetzt nicht lügen aber vielleicht die Aufgaben Schwerpunkte etwas optimieren.
 

carrot

Aktives Mitglied
Hallo,

ich bin leider mittlerweile 34 Jahre alt, habe Abitur und eine Ausbildung zur Bürokauffrau. Leider ist mein Lebenslauf durch eine längere Auszeit aufgrund einer Erkrankung und zudem durch ein abgebrochenes Studium alles andere als geradlinig. Letztendlich arbeite ich nun in einem zumindest was die Bezahlung angeht "besseren Callcenter". Langfristig sehe ich mich allerdings nicht dort, da ich sowohl die Tätigkeit nervlich als extrem belastend empfinde und ich gerne einen Job hätte, in dem ich keine monotone Akkordarbeit leisten muss und mich auch mal länger und intensiver mit einzelnen Aufgaben beschäftigen könnte.

Ich habe nun überlegt, nebenberuflich ein BWL-Fernstudium oder die Weiterbildung zur Betriebswirtin zu machen, um wenigstens irgendwann mal einem "normalen" Bürojob mit etwas anspruchsvolleren Inhalten nachzugehen. Auf der anderen Seite habe ich aber Zweifel, ob ich nicht schon zu alt bin.

Hat jemand von Euch Erfahrungen, Tipps sowohl zum Thema Weiterbildung als auch zum Ausstieg aus Callcenter-Welt? Ich bin manchmal wirklich verzweifelt...
Den einzigen Ausweg (im Bereich Büro) den ich so kenne, ist sich im Steuerfachgewerbe ausbilden oder umschulen zu lassen. Muss einem aber auch liegen.
Gleiches könnte man für Programmierung sagen.
Ansonsten würde ich was anderes als "Büro" anvisieren.
 

Brigidde

Mitglied
Call Center ist für mich ein Graus, vor allem weil ich die Arbeit nicht mochte und dort auch meinen Burnout hatte. Kann verstehen, das du da weg willst.

Eigentlich gibts ja sehr viele Berufe, wo man mit Büroausbildung rein kann. Ich hab Rechtsanwalts- u. Notarfachangstellte gelernt und guck in der Jobsuche immer nach "Büro". Ich hab schon im Inkasso-Büro gearbeitet, aber auch bei einem Energieversorger (z.B. Stadtwerke) und bei einem Baumarkt/Energielieferanten. Jede Firma hat eigentlich ein Büro für den Schreibkram.

Wenn du dann noch ggf. Ahnung von Buchhaltung hast, ist das schon sehr gut. Das wird nämlich sehr oft gesucht. Manchmal ist es auch von Vorteil, wenn man noch andere Sprachen spricht.

Man hat dort natürlich auch Telefonarbeit, aber auch viele andere Sachen zu erledigen, was das ganze abwechslungsreich macht.
 
C

chatnoir25

Gast
Hallo,

lieben Dank für Eure Antworten.

Ich muss nicht unbedingt im Bürobereich bleiben. Ganz im Gegenteil, ich könnte mir durchaus andere Berufszweige vorstellen, die mich weitaus mehr interessieren. Allerdings denke ich, dass aufgrund meines Alters und des abgebrochenen Studiums ein weiterer Break im Lebenslauf nicht weiter förderlich ist, weswegen ich zunächst eine Weiterbildung im Wirtschaftsbereich anvisiert habe.

Auf kurz oder lang möchte ich mich auf jeden Fall fortbilden, denn selbst wenn ich von der Telefonie in einen reinen Verwaltungs- oder Organisationsjob wechseln kann (was schwierig ist - ich habe mich bereits ein paar Mal erfolglos auf entsprechende Stellen beworben), möchte ich mich schon irgendwie spezialisieren und nicht mein Leben lang Termine koordinieren oder die Ablage machen. Ich wünsche mir einfach mir Gestaltungsspielraum, möchte viel selbstständiger arbeiten und auch gerne mehr Verantwortung übernehmen. An eine Tätigkeit im Bereich Marketing/Marktanalyse habe ich schon gedacht, dafür reicht aber natürlich meine Ausbildung nicht aus. Daher der Gedanke an berufliche Fortbildung. Auch eine Umschulung zur Steuerfachangestellten käme in Frage, könnte ich aber nicht finanzieren.

Meinen aktuellen Job mache ich eigentlich nur, um nicht arbeitslos zu sein. Ansonsten ist er wirklich sehr, sehr langweilig und unterfordernd. Das kollegiale Umfeld passt für mich überwiegend auch nicht. Ich ärgere mich wirklich nur noch über mich selber, dass ich trotz Abi mit der richtigen Zahl vorm Komma in dieser Großraumhölle sitze und Coachings über mich ergehen lasse, in denen dann überprüft wird, ob ich die Kunden auch drei Mal mit Namen angesprochen und zum Schluss gefragt habe, ob ich darüber hinaus noch behilflich sein kann.

Entschuldigt, falls ich in diesem Beitrag unfreundlich rüberkomme. Ich bin gerad einfach frustriert, weiß aber auch, dass ich mir meine Situation selbst zuzuschreiben habe und niemand anderes etwas dafür kann.
 
A

Anastasia26

Gast
Du kommst absolut nicht unfreundlich rüber.
Ich habe auch in Call Center gearbeitet und ja, es ist der Horror.
Habe mal in einem Artikel gelesen, dass Call Center Mitarbeiter die unglücklichsten Arbeitnehmer sind von all den Berufen, die es gibt.
Es ist auch kaum zu glauben, wieviele unverschämte und zum Teil echt dumme Leute man am Telefon hat. Ich musste mir damals so viele Beleidigungen gefallen lassen. Sogar Drohungen gabs auch fast jeden Tag.
Für eine Umschulung bist du definitiv nicht zu alt.
 

Postman1212

Mitglied
Versuch's doch mal mit einer Stelle im ÖD. Das kann zum Einstieg ja auch erstmal eine Sekretariats-Stelle sein oder wenn du es finanziell stemmen kannst ein duales Studium.
In meinem Kurs damals gab's mehrere Leute mit Ü30 die nochmal sehr gut Anschluss im ÖD gefunden haben und sehr zufrieden waren.
Je nach Verwaltung können ja auch kreativere Aufgabenfelder (Personalentwicklung, Stadtmarketing etc.) dabei sein.
 
Mit 34 wirds jetzt nichts mehr mit der Karriere im Konzern. Das sollte klar sein und ist auch nicht schlimm. Da kommen eh nur die wenigsten Menschen unter.
Der ÖD ist wesentlich menschlicher und vergibt eher. Gerade was Erkrankungen angeht bist du in der Industrie schnell weg. Zieh an jedem Strohhalm und bewirb dich doch zunächst auf andere Stellen. Wenns nichts wird dann kannst du über ein (Fern-)Studium nachdenken und versuchen dadurch an eine bessere Stelle zu kommen. Das ist schon ärgerlich, dass du mit gutem Abi nicht viel aus deinem Leben gemacht hast bis jetzt. Aber mir ging das auch so. Habe dann mein Studium nachgeholt und bin dann durchgestartet. Aber große Karriere ist nicht. Dafür bist du ca. 10 Jahre zu spät dran. Aber gutes Geld kann man trotzdem verdienen und einen angenehmen Job bis zur Rente. :)
 
S

SeaShell

Gast
Ich finds immer schwierig, wenn Leute behaupten, man sei für irgendwas zu alt.
Man kann auch noch mit 80 Jura studieren, wenn man mag. Oder mit 45 seine eigene Firma gründen wenn man das will. Zu alt gibt es nicht.
Vor allem musst Du dir auch vor Augen führen, wie lange Du noch arbeiten wirst. Aktuell ist ja das Rentenjahr 68 vorgesehen, wenn sich nichts an der Rentenpolitik ändert, müssten wir vielleicht sogar bis 75 arbeiten, wenn man nicht privat vorgesorgt hat.
Aktuell geh mal davon aus, dass Du noch bis 62 arbeitest und wenn du jetzt nochmal studierst hast Du noch 25-30 Jahre in dem Job. Also da ist nichts zu spät.
Klar ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du nicht mehr ins Management kommst bei einem Großkonzern. Wenn Unternehmen die Wahl haben zwischen einem 21 Jährigen BWl Studenten mit Auslandssemester in den USA und einer 40 Jährigen CallcenterAgentin.. Ja nun.
Aber das heißt nicht, dass es zu spät ist oder ohne Erfolg gekrönt sein wird. Ich kenn sogar Leute die mit 36 nochmal den Erzieher machen oder nochmal soziale Arbeit studieren gehen.

Ich denke wichtig ist für dich einmal zu erkennen wie Du dich verkaufst. Ja ein abgebrochenes Studium ist nicht das Optimum aber man kann es auch positiv verkaufen. Fehler zu erkennen, sich selbst reflektieren können und Konsequenzen ziehen sind Eigenschaften, die man in jedem Job braucht.
Und das Zweite ist, dass Du dir einen Fahrplan machen musst.
Das heißt: Wo willst Du? Was ist dein Ziel? Dein Job?
Sei da aber nicht zu starr, sodass Du dich flexibel auf Dinge einstellen kannst, die während deines Studiums und vor allem nach dem Studium bezüglich vakanter Positionen vorhanden ist.
Aber ich glaube, Du brauchst erstmal einen Beruf, einen Bereich wo Du hinwillst. Ohne das einen Tipp zu geben ist schwer.
Steuerfachangestellte scheint ne Möglichkeit zu sein, sieht für mich aber eher nach einer lustlosen Alternative aus.
Aus dem Büroberuf raus, verstehe ich. Termine machen, Ablage. Verstehe ich.

Ich denke für dich ist das beste ein Fernstudium. (Kannst du steuerlich komplett absetzen). Oder ein duales Studium. Vielleicht sogar ist das am besten, weil Du berufspraxis erlangen kannst. Aber jetzt noch einen Praxisplatz zu finden ist an sich.. kaum machbar.
Ich würd dir erstmal empfehlen einen anderen Job zu suchen.
Es gibt viele Jobs, die eine kaufmännische Ausbildung verlangen und auch viele Quereinsteigerjobs.
Zum Beispiel im Versicherungsbereich oder im HR Bereich. Ist das was für dich?
Dann könntest Du wenn du bei einer Personalfirma angestellt bist über ein Fernstudium zum Beispiel Wirtschaftspsychologie studieren.

Du sagtest auch, dass Marketing was für dich ist. Ich habe gesehen, dass viele Remote Jobs in diesem Bereich frei sind.
Wäre es eine Option für dich dir einen erträglicheren Job zu suchen, ein Fernstudium im Bereich Social Media zu suchen und es gibt auch Onlinehehrerämter gezielt dort eine Tätigkeit für den Social Media Bereich anzunehmen?

Ich denke, dir mangelt es an Selbstvertrauen. Und das ist keine Kritik. Ein Bewerbungsprozess ist schwierig, anstrengend und man zweifelt irgendwann wirklich an sich und seinen Qualifikationen und Stärken. Da ist vielleicht auch ein Bewerbungstraining gut investiertes Geld und gute Bewerbungsunterlagen.
Ich denke Du kannst viel. Aber Du stehst dir selbst im Weg, weil Du einfach irgendwo in deinem Leben falsch abgebogen bist und einen Fehler gemacht hast.
Umwege können auch zum Ziel führen. Vergib dir selbst. Du hast (hoffentlich) noch so viel Lebenszeit vor Dir, die gut nutzen solltest.
Du hast eine abgeschlossene Berufsausbildung. Du musst in keinen Job arbeiten den Du hasst. Nur weil die gesellschaft sagt, Du musst arbeiten und du bist nur was wert, wenn Du hocheffizient bist, stimmt das nicht.
Such dir was anderes. Schau was dein Herz anspricht. Wo deine Leidenschaft ist. Und dann mach dir einen Plan und erfüllt dir deinen Traum. Das ist alles machbar.
 

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