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Aufgeben und Schicksal akzeptieren mit 28

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Ach, ich könnte da noch so viel dazu schreiben.

Ehmmm... naja es geht so in die Richtung: Akzeptieren, dass ich ein Nerd bin. Ich habe jahrelang dagegen angekämpft und wollte keiner sein. Weil das so was von uncool ist und man auf die Schnauze kriegt und keine Freundin findet und der Aussenseiter ist etc. Aber naja, ich BIN halt ein Nerd. Das ist, was ich BIN.

Auch meine Schwächen akzeptieren. Dass ich halt dünn bin und nicht so sportlich, dass ich schlechte Augen und Zähne haben, dass ich ein Prokrastinator bin und Dinge anfange und nicht zu Ende bringe, dass ich manchmal sehr faul bin, dass ich kein guter Redner bin, dass ich kein Draufgänger bin, der cool ist, dass ich alles unter Kontrolle haben muss etc. Solche Dinge halt. Ich glaube, es hat keinen Sinn, dagegen anzukämpfen.

Aber so hauptsächlich ist es der Job, ja. Ich würde sagen, er trägt ca. 80% zu meiner Depression bei. Ich hätte lieber einen ganz einfachen Job, aber naja, heute mit der Digitalisierung gibt es das nicht mehr.

Hmmm... Ja und irgendwie auch der Druck, ständig einen auf starker Macker machen zu müssen. Was davon kommt, dass ich in einer nicht so schönen Gegend wohne und ständig Gefahr laufe, angepöbelt zu werden von irgendwelchen halbstarken Ausländern (muss ich leider so sagen, auch wenn ich links bin). Kommt wohl auch daher, dass bei mir im Dorf das Gerücht herumging, ich wäre schwul. Aus irgendeinem Grund, den ich nicht nachvollziehen kann. Ich bin nicht schwul und ich mache, würde ich sagen, auch nicht den Eindruck. Von daher habe ich ein Trauma, da ich damals von homophoben Südländern verprügelt wurde.
 
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Violetta Valerie

Moderator
Teammitglied
Also wenn der Job das Hauptproblem ist solltest Du unbedingt da ansetzen. Es gibt IMMER einen Job, der besser passt: Auch in Zeiten der Digitaisierung: Das hat damit nichts zu tun.
Aber man muss sich auch gestatten, mal ganz offen zu überlegen: Was würde mir gefallen?
Was genau gefällt Dir an deinem Job nicht: Ist es die Arbeit an sich, oder zB die Kollegen (dann wäre die gleiche Arbeit aber eine andere Firma möglich)
Also ich habe schon von so vielen Menschen gehört, die eine berufliche Veränderung gewagt haben und dann richti aufgeblüht sind.
Gibt es denn etwas das Dir gefallen würde? Was machst Du denn jetzt und warum gefällt es Dir nicht? Man verbringt so viel Zeit im Job: Wenn das nicht passt, ist das sehr sehr belastend.

Und als Nerd solltet Du Dich vielleicht mal in Kreisen rumtreiben, wo auch eher nerdige Leute zu finden sind: Mir fällt da zB spontan eine Anime-Convention ein oder so eine gruppe, wo man Rollenspiele macht: Das sind doch eher nerdige Themen. Also etwas in der Art.
 

Johnny_B

Namhaftes Mitglied
Ach, ich könnte da noch so viel dazu schreiben. Ehmmm... naja es geht so in die Richtung: Akzeptieren, dass ich ein Nerd bin. Ich habe jahrelang dagegen angekämpft und wollte keiner sein. Weil das so was von uncool ist und man auf die Schnauze kriegt und keine Freundin findet und der Aussenseiter ist etc. Aber naja, ich BIN halt ein Nerd. Das ist, was ich BIN. Auch meine Schwächen akzeptieren. Dass ich halt dünn bin und nicht so sportlich, dass ich schlechte Augen und Zähne haben, dass ich ein Prokrastinator bin und Dinge anfange und nicht zu Ende bringe, dass ich manchmal sehr faul bin, dass ich kein guter Redner bin, dass ich kein Draufgänger bin, der cool ist, dass ich alles unter Kontrolle haben muss etc. Solche Dinge halt. Ich glaube, es hat keinen Sinn, dagegen anzukämpfen. (...)
Und dann? Was passiert, wenn man das "akzeptiert" (wenn das überhaupt möglich ist) und nicht mehr dagegen ankämpft? Irgendwie hoffe, ich dass du einen Weg zu wahrer Akzeptanz findest, aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Warum nicht lieber trainieren, das verbessern, was man verbessern kann? Oder möchtest du ein Nerd sein? Falls ja, dann solltest du selbstverständlich zu dir stehen, doch falls du keiner sein möchtest, dann solltest du dir deine Identität nicht von deinem Körper vordiktieren lassen, zumindest nicht dort, wo du es nicht musst.
 
Also wenn der Job das Hauptproblem ist solltest Du unbedingt da ansetzen. Es gibt IMMER einen Job, der besser passt: Auch in Zeiten der Digitaisierung: Das hat damit nichts zu tun.
Aber man muss sich auch gestatten, mal ganz offen zu überlegen: Was würde mir gefallen?
Was genau gefällt Dir an deinem Job nicht: Ist es die Arbeit an sich, oder zB die Kollegen (dann wäre die gleiche Arbeit aber eine andere Firma möglich)
Also ich habe schon von so vielen Menschen gehört, die eine berufliche Veränderung gewagt haben und dann richti aufgeblüht sind.
Gibt es denn etwas das Dir gefallen würde? Was machst Du denn jetzt und warum gefällt es Dir nicht? Man verbringt so viel Zeit im Job: Wenn das nicht passt, ist das sehr sehr belastend.
Da ich noch nicht so viele Arbeitsstellen hatte, kann ich da gar nicht wirklich Vergleiche anstellen. Ist es die Arbeit an sich? Jein. Die Kollegen? Jein. Was mich innerlich fertigmacht sind diese Machtspielchen zwischen Chef und Angesteller, was, ich nehme jetzt mal an, auch in anderen Berufen gibt. Wenn der Chef zwei Gesichter hat, ein freundliches für die Klienten, aber hintendrum ist er eigentlich ein A*******. Machtgier, Unehrlichkeit. Solche Sachen machen mich mehr fertig, als ich zugeben möchte.

Und als Nerd solltet Du Dich vielleicht mal in Kreisen rumtreiben, wo auch eher nerdige Leute zu finden sind: Mir fällt da zB spontan eine Anime-Convention ein oder so eine gruppe, wo man Rollenspiele macht: Das sind doch eher nerdige Themen. Also etwas in der Art.
Hmmmm... naja, ich bin jetzt auch nicht der typische Nerd à la Sheldon Cooper. Naja, was ist überhaupt ein Nerd?

Und dann? Was passiert, wenn man das "akzeptiert" (wenn das überhaupt möglich ist) und nicht mehr dagegen ankämpft? Irgendwie hoffe, ich dass du einen Weg zu wahrer Akzeptanz findest, aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Warum nicht lieber trainieren, das verbessern, was man verbessern kann? Oder möchtest du ein Nerd sein? Falls ja, dann solltest du selbstverständlich zu dir stehen, doch falls du keiner sein möchtest, dann solltest du dir deine Identität nicht von deinem Körper vordiktieren lassen, zumindest nicht dort, wo du es nicht musst.
Wenn's nicht sein muss, dann nein, will ich kein Nerd sein. Aber es ist halt so, wie soll ich dagegen ankämpfen? Ich weiss ja nicht, was genau überhaupt ein Nerd ist.
Aber es würde meine Situation glaube ich einfacher machen, wenn ich es einfach akzeptieren würde.
 

Johnny_B

Namhaftes Mitglied
Gerade auch, da du das hier schreibst:
(...) Hmmm... Ja und irgendwie auch der Druck, ständig einen auf starker Macker machen zu müssen. Was davon kommt, dass ich in einer nicht so schönen Gegend wohne und ständig Gefahr laufe, angepöbelt zu werden von irgendwelchen halbstarken Ausländern (muss ich leider so sagen, auch wenn ich links bin). Kommt wohl auch daher, dass bei mir im Dorf das Gerücht herumging, ich wäre schwul. Aus irgendeinem Grund, den ich nicht nachvollziehen kann. Ich bin nicht schwul und ich mache, würde ich sagen, auch nicht den Eindruck. Von daher habe ich ein Trauma, da ich damals von homophoben Südländern verprügelt wurde.
Als dünner Mann wird man ständig als "Schw***tel" etc. bezeichnet und die Angriffe könnten also eher durch deine Statur verursacht werden als durch irgendwelche Gerüchte, je nachdem wie dünn du bist.
 

Johnny_B

Namhaftes Mitglied
Wenn's nicht sein muss, dann nein, will ich kein Nerd sein. Aber es ist halt so, wie soll ich dagegen ankämpfen? Ich weiss ja nicht, was genau überhaupt ein Nerd ist. Aber es würde meine Situation glaube ich einfacher machen, wenn ich es einfach akzeptieren würde.
Naja, als Nerd werden heute ja die unterschiedlichsten Leute bezeichnet. "Nerd" bedeutet also immer etwas anderes:

Sehr intelligente Menschen.

Menschen mit ganz speziellen, eigentümlichen Hobbys und Interessen.

Attraktive und sehr beliebte Menschen, die sich wie Nerds kleiden, um besonders zu sein.

Unattraktive, schmächtige Männer.
 
Gerade auch, da du das hier schreibst: Als dünner Mann wird man ständig als "Schw***tel" etc. bezeichnet und die Angriffe könnten also eher durch deine Statur verursacht werden als durch irgendwelche Gerüchte, je nachdem wie dünn du bist.
... echt jetzt? Weil jemand dünn ist, wird er als Schw***tel bezeichnet? Wo lebst du denn? Also nicht böse gemeint, aber das habe ich so noch nie erlebt.

Also bei mir war es eindeutig ein Gerücht, und hatte absolut nichts mit meinem Körper zu tun.
 

Johnny_B

Namhaftes Mitglied
... echt jetzt? Weil jemand dünn ist, wird er als Schw***tel bezeichnet? Wo lebst du denn? Also nicht böse gemeint, aber das habe ich so noch nie erlebt.
Klar, mir passiert das häufig und das obwohl ich besonders schlechte Gegenden meide. Allerdings bin ich auch sehr dünn.
Also bei mir war es eindeutig ein Gerücht, und hatte absolut nichts mit meinem Körper zu tun.
Aus irgendeinem Grund muss das Gerücht aber auch entstanden sein.
 

Findefuchs

Moderator
Teammitglied
Aus der Ferne kann man nicht einschätzen oder erfassen, wie schwerwiegend dein Tief ist, aber wenn es dich wirklich belastet und in deiner Lebensqualität einschränkt, würde ich auch mal mit einem Arzt sprechen. Es ist mitunter sehr schwer, sein Leben positiver zu gestalten und Dinge zu verändern, wenn man in einer Depression oder größeren Krise festhängt. Da hat man weder Kraft noch den Kopf, um sowas anzugehen und man hängt auch emotional und gedanklich oft in einem Hamsterrad fest.

Es gibt auch Karriere-Coaches. Die speziell ausgebildet sind, sich mit jemanden anzusehen, welche Arbeit zu ihm passt. Was derjenige beruflich gut kann, welche Karriere für ihn möglich ist oder was er beruflich verändern sollte und wo. Das schafft neue Perspektiven. Manchmal bringt auch eine Weiterbildung oder Zusatzausbildung was. Unzufriedenheit mit dem, was man beruflich macht, muss sich nicht immer so ausdrücken, dass man zutiefst verzweifelt ist oder seinen Job eigentlich hasst. Sondern dass es irgendwie klemmt. Man das nicht so richtig erfassen kann aber merkt, es ist nicht so das wahre, was einen begeistert.

Und zum Rest: Ja, du bist, wie du bist mit deinen Interessen und Eigenschaften. Das bedeutet aber nicht, dass du nicht liebenswert bist. Wenn das "Nerdsein" so stigmatisiert wird bei dir, dann schaff dir ein neues Umfeld. Oder such dir mehr Gleichgesinnte. Und wenn dir optisch was nicht zusagt, auch wenn du keinen Sixpack hast, kann man mit Sport, Ernährung und mitunter einem neuen Styling was erreichen. Es gibt Typberater, die sich auf Männer spezialisiert haben.

Insgesamt wirkt es so auf mich, als würdest du sehr Perfektion anstreben oder wärst sehr streng mit dir. Und das macht auf Dauer krank.
 

roman12

Aktives Mitglied
Lieber TE,
ich könnte mir vorstellen, dass das Trauma sich auch auf die Motivation im Job auswirken könnte.

Wobei es normal ist, dass es Phasen gibt, in denen man auf der Stelle tritt. Durch die omnipräsenten US-amerikanischen Einflüsse entsteht leider bei vielen Menschen der Eindruck, es müsse immer vorwärs gehen und alles so toll sein - leicht überspitzt gesagt.

Ungeachtet von der Aufarbeitung des Traumas - die durchaus erfolgen sollte - würde ich die Gelegenheit nutzen zum Innehalten, Duchatmen und sich Sammeln. Und akzeptieren, dass eben gerade Stagnation herrscht. Die muss ja nicht bis an Dein Lebensende reichen. :)

@VV: Tut mir Leid, aber jetzt hast Du sehr tief in die Klischeekiste gegriffen - Nerds sind Menschen mit Spezialinteressen und sozialen Defiziten. Letztere kann ich jetzt nicht erkennen. Zumal, wie ich bspw. auf Buchmessen erkennen durfte, viele Anhänger von Animee/Cosplay und dergleichen außerordentlich kontaktfreudig sind. Wer sich bspw. mit einem fancy Kostüm (als Zombie, im Kleid mit Reifrock etc.) durch die Massen bewegt (gerade in FFM wird es schnell voll), zieht schon automatisch Aufmerksamkeit auf sich.^^
 

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    @ Hr. Pinguin: mitnehmen dann irgendwann kann man ja auch nichts

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