Ich wurde mal in einem Job derart heftig gemobbt, dass ich von mir aus gekündigt habe. Die erste Zeit zuhause war für mich einfach nur die pure Erleichterung, endlich weg von diesen Menschen, morgens einfach liegen bleiben, statt in diesen verhassten Betrieb fahren zu müssen.. Ich kann durchaus sagen, dass ich in dieser Zeit "glücklich" war.
Meine damalige Schwiegermutter in spe bzw eigentlich die ganze Familie meines damaligen Partners war von der Sorte, die sich über Arbeit, Fleiß und natürlich Geld definieren. Ich und meine Arbeitslosigkeit waren bei jedem Aufeinandertreffen das Hauptthema, ich wurde behandelt wie ein Mensch zweiter Klasse und musste mir ständig irgendwelche dummen Kommentare und Ratschläge anhören ("bewirb dich doch bei Xy, hier schau mal ich hab dir was aus der Zeitung aufgehoben, da kannst du dich bewerben!").
Das war für mich auf Dauer extrem belastend und dadurch wurde natürlich auch meine Arbeitslosigkeit ein Problem für mich, obwohl es davor keines war.Aber die Gesellschaft, die Menschen um einen rum machen es zu einem.
Es war ja nicht so, dass ich zuhause die Füße hochgelegt habe, im Gegenteil, ich habe täglich nach Stellen geschaut und gut und gerne um die 5-10 Bewerbungen pro Woche geschrieben. Aber das zählt natürlich nicht und wenn man dann nur einen BewerbungsVorschlag der Schwiegerfamlie ausschlägt,weil man die Stelle für sich unpassend findet, kommen sofort die nächsten Kommentare, dass man eben nehmen müsse, was man kriegen kann, Hauptsache Arbeit, blablubb.
Also im Großen und Ganzen hatte ich persönlich null Probleme damit, keinen Job zu haben - muss aber auch dazusagen, dass ich mit dem Amt nix zu tun hatte und von meinem Ersparten runtergelebt habe.
Von meiner Umwelt allerdings war ich regelrecht enttäuscht, wie sehr man darauf reduziert wird, ob man arbeitet oder nicht.