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Arbeitslosigkeit- welche negativen Erfahrungen habt ihr gemacht?

Ja, wenn man werktags unterwegs ist, wird man überall gerne angeranzt.

"Gehst du wohl nicht arbeiten und lebst auf meine Kosten."

Man traut sich schon fast nicht den Urlaub zu Hause verbringen. 🙄
 
Solchen Leuten sollte man dann eigentlich direkt kontra geben und erklären "Ja, sehr gerne sogar. Macht Spaß" :mad:

Da frage ich mich auch immer warum machen denn eigentlich nicht mehr Leute Hartz IV wenn es so Geil ist? Wahrscheinlich weil sie wissen das es im Grunde gar nicht sooo Toll ist aber man erhebt sich halt so gerne über andere wird man doch ansonsten auch nur getreten. Das nennt man Fahrradmentalität.😉
 
Meine Arbeitslosigkeit hat mir nur negatives gebracht. Mein Bruder hat sich mittlerweile von mir entfernt bzw. den Kontakt abgebrochen, weil ich nicht arbeiten gehe. Dann habe ich keine Freunde mehr, weil sich manche Kontakte auseinandergelebt haben, ich auch einige selbst beendet habe. Bin noch depressiver geworden als zu Arbeitszeiten und mir geht es heute echt beschissen. In der Gesellschaft ist man nicht angesehen, weil man nicht mithalten kann und halt kein Geld verdient. Wenn man Leute kennenlernt wird immer direkt gefragt was man beruflich macht ect. Man wird nur noch danach bewertet. Traurig, sehr traurig!
 
....

Bzw. wenn man im Niedriglohnsektor arbeitet ist es ja auch so, dass man nicht viel besser wie als "Hartzer" dasteht. Stichwort "aufstocken müssen", weil es nicht reicht.

Yannick meinte:
Ich habe dann, um ALG zu erhalten,
brav 172 Bewerbungen in 6 Monaten geschrieben; für irgendwelche Jobs,
die ich in Grunde gar nicht haben wollte

Das ist ja auch so ein Ding. Was da an Tonnen von Altpapier zusammenkommt mit Initiativbewerbungen und, so ungefähr, hautsache im Kuvert und weg... Anstatt dass man sich seine Stellen gezielt raussuchen darf und ein wohldurchdachtes Anschreiben aufsetzt, bei dem dann wenigstens eine reelle Chance auf Erfolg besteht.

Nun, Initiativbewerbungen waren nicht so viele dabei; das waren eher die Lückenfüller.
ALG bekommt man eben nur, wenn man brav die Auflagen der A-Agentur erfüllt. Dazu
gehörte auch, dass ich meine intensiven Bemühungen nachweisen musste. Es war auch
völlig egal, auf welche Stellen ich mich bewarb. Hauptsache die Stückzahl stimmte.
Dann gabs keine Sanktionen. Das die A-Agentur sowieso keine Stellen für mich im
Angebot hatte, spielte keine Rolle. Bewerbungen als Leiharbeiter oder sonstwas im
Niedriglohnsektor habe ich mich geweigert zu schreiben. Was soll ich mit 1500 € Netto?
Davon sollen dann drei Personen leben und die Miete sowie ein Auto bezahlt werden?
Nee, das ist nicht zielführend.

Gut bezahlte Jobs, die ich hätte machen können gabs dort nicht und Initiativbewerbungen
führten eher selten zu Vorstellungsgesprächen, weil mein Wissen und können sehr Branchen-
und Firmenspezifisch waren. Ich konnte Systemprogrammierung, Projektleitung und Ver-
triebsinnendienst im Bereich Gefahrenmeldeanlagen. Ich habe zwar auch noch einen Hand-
werksmeister, aber solche Jobs hatte man beim Arbeitsamt nicht zu vergeben.

Ich hatte auch starkes Interesse an Fort- und Weiterbildungen, um meine Kenntnisse so
zu erweitern, dass meine Chancen stiegen. Aber da machte die A-Agentur nicht mit. Die
Dame behaupte wirklich jedesmal, das würde ja nur der Vorbereitung meiner Selbst-
ständigkeit dienen. Nicht mal 'nen Englischkurs oder BuFü wurde genehmigt.

Als Arbeitsloser hat man ja 'ne Menge Zeit, aber relativ wenig Geld. Also habe ich mit der
Agentur vereinbart, dass ich bis 15 Stunden freiberuflich arbeiten durfte. Ich war also nun
hauptberuflich arbeitslos und nebenberuflich Selstständig tätig. Damit kam wenigstens ab
und an mal etwas mehr Geld in die Haushaltskasse. Zusätzlich habe ich mir dann noch die
Weiterbildung in BuFü sowie einige Systemschulungen bei interessanten Firmen gegönnt
und zahlreiche potentielle Arbeitgeber auf Messen angesprochen - alles von mir bezahlt.
Die wollten mich mit fast 50 J. aber nicht einstellen. Trotzdem kamen einige interessante
Kontakte dabei herum.

Irgendwann beschloss ich dann 'ne richtige Firma zu starten, schrieb einen Businessplan,
holte mir den Stempel der Handwerkkammer und bastelte mir eine Webseite. Fehlte nur
noch der Exsitenzgründungszuschuss. Wie zu erwarten, gab es auch damit ein Problem.
Also beschaffte ich mir die schöne Broschüre der A-Agentur, in der beschrieben steht, das
und wie die Agentur den von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohten hilft, eine eigene Existenz
aufzubauen. Bin dann mit der Broschüre zur Vorgesetzten und habe ihr klar gemacht, dass
ich genau das wünsche, was dort geschrieben steht. - Auf einmal ging alles ganz schnell.
Mir wurde eine andere Sachbearbeiterin zugeteilt und noch an selben Tag war alles geregelt.

Noch schnell ein Gewerbe angemeldet, eine Umsatzsteuer-ID geholt (ist wichtig, damit man
nicht als Kleinbetrieb 'rüberkommt), den Keller als Büro hergerichtet, Bankkonto eingerichtet
und die BuFü eingerichtet und Angebote geschrieben. Nach 6 Wochen kamen die ersten Auf-
träge rein und nach ein paar Monaten musste ich größere Büro- und Lagerräume anmieten.
 
Da frage ich mich auch immer warum machen denn eigentlich nicht mehr Leute Hartz IV wenn es so Geil ist?
Weil sie Panik haben, dass ihnen die selbe Verächtlichkeit entgegenschlägt. Deswegen neiden sie den Arbeitslosen ihre Freizeit, obwohl sie selber nichts mehr damit anzufangen wissen. Und leben gleichzeitig in ihrem Zwang einer Arbeit nachgehen zu müssen, die sie eigentlich sehr ungerne machen, bzw. sogar hassen. Sich immer fröhlich und zufrieden geben zu müssen, obwohl einem nicht danach zumute ist, macht aber frustriert und aggressiv. Schlimmer noch, wenn man sich das nicht eingestehen darf. Das führt dann zu regelrechtem Hass... Das sollte auf alle Fälle ein Kritikpunkt an dieser ach-so-tollen westlichen Leistungsgesellschaft sein.

Witzig wie immer die Mittelschicht der Unterschicht die Schuld gibt, dabei machen die Arbeitlosen nur einen winzigen Teil der Steuern aus.
Die über einem stehen verherrlicht man eben, egal was da abgeschöpft wird. Nach unten hin tritt es sich leicht.
 
Nun, Initiativbewerbungen waren nicht so viele dabei; das waren eher die Lückenfüller.
ALG bekommt man eben nur, wenn man brav die Auflagen der A-Agentur erfüllt. Dazu
gehörte auch, dass ich meine intensiven Bemühungen nachweisen musste. Es war auch
völlig egal, auf welche Stellen ich mich bewarb. Hauptsache die Stückzahl stimmte.
Dann gabs keine Sanktionen. Das die A-Agentur sowieso keine Stellen für mich im
Angebot hatte, spielte keine Rolle. Bewerbungen als Leiharbeiter oder sonstwas im
Niedriglohnsektor habe ich mich geweigert zu schreiben. Was soll ich mit 1500 € Netto?
Davon sollen dann drei Personen leben und die Miete sowie ein Auto bezahlt werden?
Nee, das ist nicht zielführend.

Gut bezahlte Jobs, die ich hätte machen können gabs dort nicht und Initiativbewerbungen
führten eher selten zu Vorstellungsgesprächen, weil mein Wissen und können sehr Branchen-
und Firmenspezifisch waren. Ich konnte Systemprogrammierung, Projektleitung und Ver-
triebsinnendienst im Bereich Gefahrenmeldeanlagen. Ich habe zwar auch noch einen Hand-
werksmeister, aber solche Jobs hatte man beim Arbeitsamt nicht zu vergeben.

Ich hatte auch starkes Interesse an Fort- und Weiterbildungen, um meine Kenntnisse so
zu erweitern, dass meine Chancen stiegen. Aber da machte die A-Agentur nicht mit. Die
Dame behaupte wirklich jedesmal, das würde ja nur der Vorbereitung meiner Selbst-
ständigkeit dienen. Nicht mal 'nen Englischkurs oder BuFü wurde genehmigt.

Als Arbeitsloser hat man ja 'ne Menge Zeit, aber relativ wenig Geld. Also habe ich mit der
Agentur vereinbart, dass ich bis 15 Stunden freiberuflich arbeiten durfte. Ich war also nun
hauptberuflich arbeitslos und nebenberuflich Selstständig tätig. Damit kam wenigstens ab
und an mal etwas mehr Geld in die Haushaltskasse. Zusätzlich habe ich mir dann noch die
Weiterbildung in BuFü sowie einige Systemschulungen bei interessanten Firmen gegönnt
und zahlreiche potentielle Arbeitgeber auf Messen angesprochen - alles von mir bezahlt.
Die wollten mich mit fast 50 J. aber nicht einstellen. Trotzdem kamen einige interessante
Kontakte dabei herum.

Irgendwann beschloss ich dann 'ne richtige Firma zu starten, schrieb einen Businessplan,
holte mir den Stempel der Handwerkkammer und bastelte mir eine Webseite. Fehlte nur
noch der Exsitenzgründungszuschuss. Wie zu erwarten, gab es auch damit ein Problem.
Also beschaffte ich mir die schöne Broschüre der A-Agentur, in der beschrieben steht, das
und wie die Agentur den von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohten hilft, eine eigene Existenz
aufzubauen. Bin dann mit der Broschüre zur Vorgesetzten und habe ihr klar gemacht, dass
ich genau das wünsche, was dort geschrieben steht. - Auf einmal ging alles ganz schnell.
Mir wurde eine andere Sachbearbeiterin zugeteilt und noch an selben Tag war alles geregelt.

Noch schnell ein Gewerbe angemeldet, eine Umsatzsteuer-ID geholt (ist wichtig, damit man
nicht als Kleinbetrieb 'rüberkommt), den Keller als Büro hergerichtet, Bankkonto eingerichtet
und die BuFü eingerichtet und Angebote geschrieben. Nach 6 Wochen kamen die ersten Auf-
träge rein und nach ein paar Monaten musste ich größere Büro- und Lagerräume anmieten.

Das klingt irgendwie so unrealistisch. Mal eben von heute auf morgen eine Firma gegründet.
 
Weil sie Panik haben, dass ihnen die selbe Verächtlichkeit entgegenschlägt. Deswegen neiden sie den Arbeitslosen ihre Freizeit, obwohl sie selber nichts mehr damit anzufangen wissen. Und leben gleichzeitig in ihrem Zwang einer Arbeit nachgehen zu müssen, die sie eigentlich sehr ungerne machen, bzw. sogar hassen. Sich immer fröhlich und zufrieden geben zu müssen, obwohl einem nicht danach zumute ist, macht aber frustriert und aggressiv. Schlimmer noch, wenn man sich das nicht eingestehen darf. Das führt dann zu regelrechtem Hass... Das sollte auf alle Fälle ein Kritikpunkt an dieser ach-so-tollen westlichen Leistungsgesellschaft sein.


Die über einem stehen verherrlicht man eben, egal was da abgeschöpft wird. Nach unten hin tritt es sich leicht.

Die Kleinen kriegen immer einen drauf, egal in was für einer Situation. Ich sehe es ja an meinem Bruder. Macht mir ohne Ende Vorwürfe, weil er für mich aufstehen muss und arbeitet, damit ich es nicht muß. So ein Denken ist erbärmlich und er ist doch selbst nur frustriert, weil er unzufrieden ist.
 
Ich wurde mal in einem Job derart heftig gemobbt, dass ich von mir aus gekündigt habe. Die erste Zeit zuhause war für mich einfach nur die pure Erleichterung, endlich weg von diesen Menschen, morgens einfach liegen bleiben, statt in diesen verhassten Betrieb fahren zu müssen.. Ich kann durchaus sagen, dass ich in dieser Zeit "glücklich" war.

Meine damalige Schwiegermutter in spe bzw eigentlich die ganze Familie meines damaligen Partners war von der Sorte, die sich über Arbeit, Fleiß und natürlich Geld definieren. Ich und meine Arbeitslosigkeit waren bei jedem Aufeinandertreffen das Hauptthema, ich wurde behandelt wie ein Mensch zweiter Klasse und musste mir ständig irgendwelche dummen Kommentare und Ratschläge anhören ("bewirb dich doch bei Xy, hier schau mal ich hab dir was aus der Zeitung aufgehoben, da kannst du dich bewerben!").

Das war für mich auf Dauer extrem belastend und dadurch wurde natürlich auch meine Arbeitslosigkeit ein Problem für mich, obwohl es davor keines war.Aber die Gesellschaft, die Menschen um einen rum machen es zu einem.

Es war ja nicht so, dass ich zuhause die Füße hochgelegt habe, im Gegenteil, ich habe täglich nach Stellen geschaut und gut und gerne um die 5-10 Bewerbungen pro Woche geschrieben. Aber das zählt natürlich nicht und wenn man dann nur einen BewerbungsVorschlag der Schwiegerfamlie ausschlägt,weil man die Stelle für sich unpassend findet, kommen sofort die nächsten Kommentare, dass man eben nehmen müsse, was man kriegen kann, Hauptsache Arbeit, blablubb.

Also im Großen und Ganzen hatte ich persönlich null Probleme damit, keinen Job zu haben - muss aber auch dazusagen, dass ich mit dem Amt nix zu tun hatte und von meinem Ersparten runtergelebt habe.

Von meiner Umwelt allerdings war ich regelrecht enttäuscht, wie sehr man darauf reduziert wird, ob man arbeitet oder nicht.
 
Die Kleinen kriegen immer einen drauf, egal in was für einer Situation. Ich sehe es ja an meinem Bruder. Macht mir ohne Ende Vorwürfe, weil er für mich aufstehen muss und arbeitet, damit ich es nicht muß. So ein Denken ist erbärmlich und er ist doch selbst nur frustriert, weil er unzufrieden ist.

Er sollte sich mal das Schwarzbuch der Steuergeldverschwendung zu Gemüte führen da weis er wofür er wirklich aufsteht da fällst du überhaupt nicht ins Gewicht.


Oder, er kann sich ja mal reinziehen was alleine der BER kostet oder Stuttgart 21 und viele andere Luftnummern.😉 (Falls du mal eine Antwort brauchst)

Im Grunde sollten die Monierer mal alle "Marx" lesen da ginge ihnen bestimmt ein Licht auf. Zumindest wird ihnen dann klar wohin die Reise für uns alle so auch letzen Endes für sie geht. 😉
 
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