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Arbeitslosigkeit- welche negativen Erfahrungen habt ihr gemacht?

[...]

Gibt es überhaupt noch für einen Nicht-Akademiker mit besserer kaufmännischer Qualifikation eine Chance?
Bei uns bewerben sich teilweise Ingenieure die im Grunde gar nicht recherchieren wo sie sich überhaupt bewerben, hauptsache Bewerbungen rausgehauen. Echt ernüchternd.

Naja ist irgendwie verständlich die Stückzahl für den Sachbearbeiter muss halt stimmen sonst wird der Bezug gekürzt.😉
 
Sobald man keine Arbeit mehr hat merkt man wie sich das Verhältnis zu manchen Leuten ändert. Anfangs habe ich eigentlich nichts bemerkt und irgendwann hat man es einfach gespürt. Wenn man trotz Hartz4 Reisen macht (es war ein ausbezahlter Sparvertrag, wo ich mal für gearbeitet habe) dann wird es hinterfragt hinterm Rücken. Auch wird einem ganz salopp gesagt, man könne sich doch selbstständig machen oder es werden einem per Whatsapp Stellenangebote geschickt. Warum? Ich habe mich damit nicht gut gefühlt zumal ich ja meine Ängste habe und da nützt mir sowas wenig. Es ist wirklich extrem belastend so unter Druck gesetzt zu werden und am Ende macht man dann garnichts mehr.

Krass finde ich ja auch, selbst jetzt, wo ich wieder Arbeit habe, werde ich nicht arg viel besser angesehen als zu der Zeit, in der ich arbeitslos war. Ich arbeite momentan nur in Teilzeit, würde aber auch jederzeit auf Vollzeit aufstocken, nur leider gibt es dafür keine Möglichkeit, weil wir sonst überbesetzt wären.

Von meinem Umfeld bekomme ich nicht weniger blöde Sprüche gedrückt als zu der Zeit, in der ich ohne Beschäftigung war. Die Mutter meines Partners schickt mir ständig Stellenanzeigen per WhatsApp mit den Worten "Vielleicht ist das ja was für dich, du kannst ja nicht dauerhaft nur Teilzeit arbeiten, immerhin hast du keine Kinder!"

Stimmt, habe ich nicht, aber dennoch muss ich mich nicht vor anderen rechtfertigen, warum ich aktuell keine Vollzeitstelle habe. Andere labern mich voll von wegen "Du musst dir unbedingt was mit mehr Stunden suchen, wegen der Rente!" oder fragen ganz dreist, was ich eigentlich den ganzen Tag mache nach der Arbeit, das wäre doch total langweilig.

Ich persönlich scheine mal wieder das kleinste Problem mit meiner Jobsituation zu haben. Ich habe einen Hund, für den ich nachmittags ausreichend Zeit habe, habe genügend Zeit und Muse, täglich meinen Haushalt zu machen oder meine Einkäufe zu tätigen, wofür sonst nur das Wochenende bleiben würde und wenn mein Partner nachhause kommt, steht jedesmal schon ein warmes Essen auf dem Tisch.

In meiner letzten Vollzeitstelle habe ich übrigens nicht mal frei bekommen, als mein Vater gestorben ist und auch als ich dann ein paar Tage später für die Beerdigung freihaben wollte, hat man Theater gemacht, dass ja dann die Zentrale nicht besetzt wäre etc. .. sowas würde ich NIE wieder wollen. Jetzt habe ich ausreichend Zeit für mich und trotzdem Geld, klar könnte es mehr sein, aber ich bin auch niemand, der ständig shoppen gehen muss und ein Auto habe ich auch nicht. Wenn man Abstriche macht, dann funktioniert das.

Traurig finde ich nur die ganzen gut gemeinten Ratschläge anderer Leute, die einem ständig vorschreiben wollen, wie man zu leben hat. Kann doch jedem von denen auf gut deutsch sch****egal sein, wie ich meinen Lebensunterhalt verdiene. 🙄
 
Da hilft nur eins klare Ansagen, ich würde mir sowas strikt verbitten. Es braucht sich niemand und dann noch ungebeten seinen Kopf über meine "Probleme " zerbrechen.🙄

Und es ist wirklich ein Armutszeugnis wenn die Menschen ihr persönliches Lebensglück nur von der Arbeitsfülle abhängig machen und es sind eben jene, welche bei Arbeitslosigkeit in so ein tiefes Loch fallen.
 
Krass finde ich ja auch, selbst jetzt, wo ich wieder Arbeit habe, werde ich nicht arg viel besser angesehen als zu der Zeit, in der ich arbeitslos war. Ich arbeite momentan nur in Teilzeit, würde aber auch jederzeit auf Vollzeit aufstocken, nur leider gibt es dafür keine Möglichkeit, weil wir sonst überbesetzt wären.

Von meinem Umfeld bekomme ich nicht weniger blöde Sprüche gedrückt als zu der Zeit, in der ich ohne Beschäftigung war. Die Mutter meines Partners schickt mir ständig Stellenanzeigen per WhatsApp mit den Worten "Vielleicht ist das ja was für dich, du kannst ja nicht dauerhaft nur Teilzeit arbeiten, immerhin hast du keine Kinder!"

Stimmt, habe ich nicht, aber dennoch muss ich mich nicht vor anderen rechtfertigen, warum ich aktuell keine Vollzeitstelle habe. Andere labern mich voll von wegen "Du musst dir unbedingt was mit mehr Stunden suchen, wegen der Rente!" oder fragen ganz dreist, was ich eigentlich den ganzen Tag mache nach der Arbeit, das wäre doch total langweilig.

Ich persönlich scheine mal wieder das kleinste Problem mit meiner Jobsituation zu haben. Ich habe einen Hund, für den ich nachmittags ausreichend Zeit habe, habe genügend Zeit und Muse, täglich meinen Haushalt zu machen oder meine Einkäufe zu tätigen, wofür sonst nur das Wochenende bleiben würde und wenn mein Partner nachhause kommt, steht jedesmal schon ein warmes Essen auf dem Tisch.

In meiner letzten Vollzeitstelle habe ich übrigens nicht mal frei bekommen, als mein Vater gestorben ist und auch als ich dann ein paar Tage später für die Beerdigung freihaben wollte, hat man Theater gemacht, dass ja dann die Zentrale nicht besetzt wäre etc. .. sowas würde ich NIE wieder wollen. Jetzt habe ich ausreichend Zeit für mich und trotzdem Geld, klar könnte es mehr sein, aber ich bin auch niemand, der ständig shoppen gehen muss und ein Auto habe ich auch nicht. Wenn man Abstriche macht, dann funktioniert das.

Traurig finde ich nur die ganzen gut gemeinten Ratschläge anderer Leute, die einem ständig vorschreiben wollen, wie man zu leben hat. Kann doch jedem von denen auf gut deutsch sch****egal sein, wie ich meinen Lebensunterhalt verdiene. 🙄

Ja die Leute meinen immer alles besser zu wissen und die Ratschläge schlechthin zu haben. Ich sehe auch die Vorteile momentan nicht zu arbeiten und ich würde auch erstmal nur in Teilzeit gehen anstatt jetzt direkt in Vollzeit. Das Geld ist für mich Nebensache. Ich habe momentan mehr Zeit für gewisse Dinge. Wenn ich jetzt arbeiten gehen würde hätte ich nicht die Zeit eine Psychotherapie zu machen. Ich kann da terminmäßig total flexibel sein und muss nicht extra frei nehmen, denn Termine werden nur bis 15 Uhr vergeben. Kann mich voll und ganz darauf konzentrieren. Zudem kann ich mir auch Arzttermine so legen wie ich möchte und muss es nicht erstmal mit dem Arbeitgeber besprechen.
Hast Du etwa auch kein frei zur Beerdigung bekommen?
 
Ja die Leute meinen immer alles besser zu wissen und die Ratschläge schlechthin zu haben. Ich sehe auch die Vorteile momentan nicht zu arbeiten und ich würde auch erstmal nur in Teilzeit gehen anstatt jetzt direkt in Vollzeit. Das Geld ist für mich Nebensache. Ich habe momentan mehr Zeit für gewisse Dinge. Wenn ich jetzt arbeiten gehen würde hätte ich nicht die Zeit eine Psychotherapie zu machen. Ich kann da terminmäßig total flexibel sein und muss nicht extra frei nehmen, denn Termine werden nur bis 15 Uhr vergeben. Kann mich voll und ganz darauf konzentrieren. Zudem kann ich mir auch Arzttermine so legen wie ich möchte und muss es nicht erstmal mit dem Arbeitgeber besprechen.
Hast Du etwa auch kein frei zur Beerdigung bekommen?

Doch, aber erst nach diversen Diskussionen mit meinem Chef, denn ihm war mein Urlaubsantrag zu "kurzfristig". Tut mir ja herzlich leid, dass mein Vater nicht so gestorben ist, dass es in den Zeitplan meines Vorgesetzen gepasst hat. -.-
Der Tag für die Beerdigung wurde mir dann auch von meinem Urlaub abgezogen, dabei steht einem ja Sonderurlaub zu, aber gut, deswegen noch ein Fass aufzumachen hätte sich nicht gelohnt.
 
Da muss ich echt ein Glückspilz sein. Meine Chefin ist nett, durchs Dorfleben und den Familienbetrieb hab ich quasi fast kaum Kollegen (und wenn dann sagen wir uns nur "Hallo" und machen unsere Arbeit). Das weiß ich echt zu schätzen. Mein Freund musste sogar die Stelle als Metallbauer wechseln in der Bundeswehr weil da andauernd jeder dem anderen eins reinhauen wollte. 🙄 Zwar ist sein Chef manchmal echt nervig, aber dafür hat er halt nur einen Kollegen und so kleine Betriebe (so wenig Geld sie auch einbringen mögen) sind meist sogar chilliger als so ein voller Betrieb.

War bei mir aber auch so. Meine allererste Aushilfsstelle war der pure Zickenterror. -.- Ich hatte in einem Kleidergeschäft gearbeitet (eher durch Vitamin B - Mode interessiert mich null) und da wurde auch eifrig gelästert. Das geht mir auch ziemlich auf den Wecker. Würde sowieso nur noch nach kleineren Arbeitsstellen suchen, aber da das hier was Festes ist denke ich, dass sich die nächsten 5-10 Jahre eh nichts ändern wird (zum Glück).

Fazit: Menschen können echt nervig sein. Vor allem in größerer Gesellschaft. *sfz*
 
Andere labern mich voll von wegen "Du musst dir unbedingt was mit mehr Stunden suchen, wegen der Rente!" oder fragen ganz dreist, was ich eigentlich den ganzen Tag mache nach der Arbeit, das wäre doch total langweilig.
Das schlimme ist, die meinen das auch noch ernst. Die wissen tatsächlich nicht, was sie mit ihrer Zeit anstellen sollen. Wenn sie keine Arbeit mehr haben, wissen sie auch nicht mehr, mit was sie sich identifizieren sollen. Außer vielleicht noch mit dem Fußballverein oder sie werden patriotisch o.ä.. Daher auch das Loch mit der Arbeitslosigkeit, weil sie dann praktisch wie "nichts" sind.

Außerdem spricht daraus noch der Pflichtgehorsam, den sie von klein auf mitbekommen haben. Brav Leistung bringen und arbeiten gehen. Sie können sich selbst gar nicht mehr anders akzeptieren, denn sie durften nicht anders sein. Deswegen ist nun jeder für sie wie ein Dorn, der nicht den antrainierten Mustervorgaben entspricht und reagiert entsprechend ablehnend darauf, bzw. versucht so einzuwirken, dass der Dorn kein Dorn mehr ist. Sprich: Man drängt denjenigen zur Leistung und Vollzeitbeschäftigung.
 
Und genau dieser Hickhack zwischen der Mittelschicht, Oberschicht und den Aebeitslosen ist von der Regierung so gewollt. Es wird nichts verändert, da lachen die nur und bilden sich etwas drauf ein. Warum? ! Weil sie selbst finanziell immer aus den vollen schöpfen konnten und vieles in den Hintern geschoben bekommen haben, aber auf andere herab sehen wollen! Ekelhaft sowas!
 

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