Guten Tag,
Ich bin hier Stille Mitleserin, bis auf einen Kommentar
Was mich etwas bei der ganzen Meinungsmache und Positionierung auffällt, ist, dass wir überhaupt nichts von der Kollegin wissen und was sich wirklich - auch aus Sicht der anderen Kollegin - zugetragen hat.
Ich hatte auch mit meinem jetzigen Kollegen massive Probleme gehabt. Ich war beim Betriebsrat, da ich echt darunter gelitten habe. Das war vielleicht vor 15 Jahren. Ich dachte, das Gespräch wäre mit 30 Minuten beendet. Wir saßen 2 Stunden zusammen. Die vom Betriebsrat war im zwischenmenschlichen "Krisenmanagement" ausgebildet. Ich schilderte ihr die Lage aus meiner Sicht. Sie hat alles notiert und dann ein Schaubild mit allen Beteiligten und dessen Rolle gezeichnet. Daraus hat sie mir super tolle Tipps gegeben, die nach einiger Zeit funktioniert haben. Wir arbeiten immer noch zusammen, gehen zusammen zum Mittag, Lachen zusammen, erzählen privat.
Es gibt für alles eine Lösung mit der richtigen Methode und der Bereitschaft zur Veränderung.
Vorab: gegenseitiges Krankenhaus, Verletzen und Kritisieren ist nicht die Methode der Wahl. WIR wissen im Grunde genommen auch zu wenig über die Gesamtsituation. Hier sollten schon kompetente Profis werkeln, neutral, den Blick für Beide mit "Einsicht und Verständnis"
Das Argument: "ja, sie ist doch die beleidigt, mit Verlaub, kann es stimmen, aber ein Gespräch, ggf mit einer neutralen Person, z.b Betriebsrat ist aus meiner Sicht anzuraten (Cave: die Chefin hat eine Fürsorgepflicht, ist aber nicht neutral)
Ich war früher sehr emotional und ausbrausend. Ich habe es mittlerweile gelernt, erstmal Inne zu halten. Auch mit meinem heutigen "Lieblingskollegen" der mich einst so sehr gemobbt hat, ich Opfer seiner Angriffe war, hat es SEHR lange gebraucht und auf diesem Weg musste auch ich mir Zugeständnisse machen (nach, da war ich auch nicht "Ohne"). Es hat immer eine Dynamik von Beteiligten Parteien und um wirklich Frieden dort rein zu bringen, bedeutet es Arbeit (an sich selbst, wie man so schön sagt). Ich habe derzeit ein Jobangebot mit besserer Bezahlung bekommen, bin heute froh und dankbar, mich gestellt zu haben und das war für meine persönliche Entwicklung wichtig. Wie gesagt, ich gehe heute ganz anders damit um und habe heute Frieden.
Ich würde es immer wieder so machen.
Der Betriebsrat hat mir geholfen. Ich möchte sagen, das ich zu dieser Zeit bei der VHS sogar einen Psychkurs gemacht habe: Schlagfertigkeit gegenüber Kollegen. Das würde ich heute nie und nimmer mehr machen, wie anstrengend. Es gibt andere Wege, mit Blick auf sich selbst und andere, damit es uns allen auch gut geht
Ich freue mich aufs Wochenende und wünsche Euch Spaß und gute Erholung
Kolya