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Arbeitskollegin akzeptiert meine Erkrankung nicht

Man steckt doch nicht mit drin. Wie jetzt kommuniziert wurde, bis es eskaliert ist, das ist doch komplett einseitig hier. Ein klärendes Gespräch, andere Teams bilden. Aber es ist hier viel zu einseitig.
 
Wie schätzt du deine Chefin denn ein? Hat sie überhaupt verstanden, dass du sie bittest, eine Lösung des Problems zu finden? Was würde dir denn vorschweben?

Andere Teams zu trennen sei keine Option, sagst du. (Das verstehe ich nicht wirklich, denn wenn jemand geht oder neu ins Unternehmen kommt muss der sich ja auch neu einfinden bzw. eingearbritet werden).
Um dich anderweitig zu bewerben fehlt dir die Energie. Mit der Kollegin wird es eher immer schlimmer, und aktuell ist die Situation durch Anzeige und den jüngsten Vorfall für dich ja nicht auszuhalten, so dass du dich hast krankschreiben lassen. Also scheint "einfach weitermachen" mit dickerem Fell auch keine Option zu sein.

Könntest du dir eigentlich grundsätzlich vorstellen, als Zeichen deines guten Willens die Anzeige zurückzuziehen und eine Mediation anzubieteen? Ich könnte mir vorstellen dass es bei unseren überarbeiteten Gerichten sehr lange dauern wird bis deine Anzeige an der Reihe ist. Ich würde nicht erwarten, dass die Kollegin Einsicht zeigt und ihren Fehler einfach zugibt. Willst du so lange deine AUB immer wieder verlängern lassen? Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass ein Arzt das auf Dauer mitmacht und ein Arbeitgeber natürlich auch nicht. Der würde die AUB wohl irgendwann hinterfragen und womöglich würde man dir dann anbieten, das Arbeitsverhältnis (mit gutem Anwalt mit einer Abfindung) aufzulösen.

Welcher Weg schwebt DIR vor? Kopf in den Sand, abwarten und hoffen? Womöglich gibst du damit die Entscheidung über deine Zukunft aus der Hand. Den Nachteil durch deine AUB hat der Arbeitgeber, nicht deine Kollegin, die du ja eigentlich treffen willst.

Guten Tag,

Ich bin hier Stille Mitleserin, bis auf einen Kommentar

Was mich etwas bei der ganzen Meinungsmache und Positionierung auffällt, ist, dass wir überhaupt nichts von der Kollegin wissen und was sich wirklich - auch aus Sicht der anderen Kollegin - zugetragen hat.

Ich hatte auch mit meinem jetzigen Kollegen massive Probleme gehabt. Ich war beim Betriebsrat, da ich echt darunter gelitten habe. Das war vielleicht vor 15 Jahren. Ich dachte, das Gespräch wäre mit 30 Minuten beendet. Wir saßen 2 Stunden zusammen. Die vom Betriebsrat war im zwischenmenschlichen "Krisenmanagement" ausgebildet. Ich schilderte ihr die Lage aus meiner Sicht. Sie hat alles notiert und dann ein Schaubild mit allen Beteiligten und dessen Rolle gezeichnet. Daraus hat sie mir super tolle Tipps gegeben, die nach einiger Zeit funktioniert haben. Wir arbeiten immer noch zusammen, gehen zusammen zum Mittag, Lachen zusammen, erzählen privat.

Es gibt für alles eine Lösung mit der richtigen Methode und der Bereitschaft zur Veränderung.

Vorab: gegenseitiges Krankenhaus, Verletzen und Kritisieren ist nicht die Methode der Wahl. WIR wissen im Grunde genommen auch zu wenig über die Gesamtsituation. Hier sollten schon kompetente Profis werkeln, neutral, den Blick für Beide mit "Einsicht und Verständnis"

Das Argument: "ja, sie ist doch die beleidigt, mit Verlaub, kann es stimmen, aber ein Gespräch, ggf mit einer neutralen Person, z.b Betriebsrat ist aus meiner Sicht anzuraten (Cave: die Chefin hat eine Fürsorgepflicht, ist aber nicht neutral)

Ich war früher sehr emotional und ausbrausend. Ich habe es mittlerweile gelernt, erstmal Inne zu halten. Auch mit meinem heutigen "Lieblingskollegen" der mich einst so sehr gemobbt hat, ich Opfer seiner Angriffe war, hat es SEHR lange gebraucht und auf diesem Weg musste auch ich mir Zugeständnisse machen (nach, da war ich auch nicht "Ohne"). Es hat immer eine Dynamik von Beteiligten Parteien und um wirklich Frieden dort rein zu bringen, bedeutet es Arbeit (an sich selbst, wie man so schön sagt). Ich habe derzeit ein Jobangebot mit besserer Bezahlung bekommen, bin heute froh und dankbar, mich gestellt zu haben und das war für meine persönliche Entwicklung wichtig. Wie gesagt, ich gehe heute ganz anders damit um und habe heute Frieden.

Ich würde es immer wieder so machen.
Der Betriebsrat hat mir geholfen. Ich möchte sagen, das ich zu dieser Zeit bei der VHS sogar einen Psychkurs gemacht habe: Schlagfertigkeit gegenüber Kollegen. Das würde ich heute nie und nimmer mehr machen, wie anstrengend. Es gibt andere Wege, mit Blick auf sich selbst und andere, damit es uns allen auch gut geht

Ich freue mich aufs Wochenende und wünsche Euch Spaß und gute Erholung

Kolya

Es gibt bei uns keinen Betriebsrat oder Ähnliches. Die einzige, die etwas machen oder entscheiden kann, ist unsere Chefin. Ich habe mehrfach um Gespräche gebeten, auch mit der Kollegin, aber das wurde alles abgelehnt und klein geredet.

Ich habe ihr gesagt, dass ich mit der Kollegin so nicht mehr zusammenarbeiten kann und will. Was sie daraus macht, liegt nicht in meinen Händen. Ich kann ja nicht einfach zur Arbeit gehen und selber entscheiden, wer ab jetzt in welchem Team arbeitet.
 
Wie geht es dir aktuell?

Ich stelle es mir vor allem psychisch sehr schwierig vor....Ängste, die man möglicherweise hat - vor der Rückkehr in den Job und/oder, ab wann der Arzt möglicherweise nicht weiter krankschreiben will, ab wann die Krankenkasse Druck machen wird usw. (In dem, was ich geschrieben habe, schwingen eigene Erfahrungen mit).

Ich kann dir nur raten, das nicht außer Acht zu lassen. Vielleicht magst du dich vorsorglich bei Psychotherapeuten auf die Warteliste setzen lassen - absagen kannst du zu einem späteren Zeitpunkt ggf. immer noch.
 
Ich habe so gesehen nichts zu verlieren, wenn ich mich woanders mal bewerbe. Es kostet aber zusätzlich Energie und die habe ich aktuell kaum.

Ich habe nach Lösungen gesucht und das auch offen kommuniziert bevor es eskaliert ist. Das war nicht erwünscht und wurde nicht so wirklich ernst genommen. Jetzt sollen andere nach Lösungen suchen. Zum Beispiel unsere Chefin.

Was tust du, wenn diese das ähnlich löst wie bisher und aussitzt?

Es handelt sich um kein großes Unternehmen.
Es gibt keinen Betriebsrat.
Mediation wurde hier mehrfach angesprochen, darin sahst du keinen Sinn.
Deine Kollegin verweigert bereits ein gemeinsames Gespräch mit der Chefin, würde sich wahrscheinlich freiwillig also auch darauf nicht einlassen.
Verbrannte Erde.
Du schreibst der Chefin, du kannst nicht mehr mit dieser Kollegin zusammenarbeiten.

Aus Sicht deiner Chefin könnte es vorteilhafter sein, dich loszuwerden.
Sie muss also kein großes Interesse daran haben, Lösungen zu finden, die in deinem Sinne sein könnten.

Bist du dir sicher, dass du die Lösungsfindung ganz in ihre Hände legen möchtest, ohne deine Möglichkeiten, dich einzubringen, zu nutzen?
 
Ich sag's mal ganz direkt.
Es ist egal, auf welche Weise ich agieren würde, es ist egal, wie du vorgehen würdest oder was du dir wünscht.
Da sitzt genau diese Chefin.
Mit dem Verhalten, welches sie bisher zeigt.
Sich mal kurz in sie hineinversetzend müsste ich nicht lange überlegen.

Ich würde meine Ruhe haben wollen, mich nicht länger mit solchem Mist beschäftigen müssen

Kosten-Aufwand-Nutzen-Abwägung auf längere Sicht.

Ich würde die bisher problemlose, unauffällige, durchschnittlich liefernde Kollegin behalten und dich loswerden wollen.
 
Das Problem ist deine Erwartungshaltung. Vor deiner Erkrankung warst du ein Arbeitstier, konntest alles mit links, hast mehr gearbeitet als deine Kollegin.
Wir wissen nicht, warum deine Kollegin nicht so viel gearbeitet hat. Vielleicht hat auch sie gesundheitliche Probleme, dass sie nicht ständig die Konzentration hat.
Jetzt bist du nach deiner Erkrankung zurück und bist nicht mehr so fit. Das zu erkennen tut weh. Nur, du erwartest jetzt ein tauschen der Rollen. Deine Kollegin soll das machen, was du vor deiner Erkrankung gemacht hast. Du kommst hier manchmal sehr überheblich rüber: "sie geht ständig quatschen, statt zu arbeiten". Sorry, das hast du nicht zu bemängeln- das ist die Aufgabe deiner Chefin. Wenn du das ab und zu deiner Kollegin so unter diese Nase hälst, ist das auch doof. Ja, Beleidigungen sind natürlich auch unpassend.
Wie nun weiter?
Einen Versetzungsantrag willst du nicht stellen, Bewerbungen willst du auch nicht. Ich glaube, du willst das diese Kollegin gekündigt wird.
Wie soll es deiner Meinung nach weitergehen?
 
Ich kann ja nicht einfach zur Arbeit gehen und selber entscheiden, wer ab jetzt in welchem Team arbeitet.
Diese Aussage kannst du aber auch umkehren: Wenn du nicht entscheiden kannst, wer ab jetzt in welchem Team arbeitet kannst du auch nicht entscheiden, mit wem du nicht mehr in einem Team arbeiten kannst.

Aktuell ist von dir genau 1 Fall öffentlich gemacht worden, in dem dich deine Kollegin beleidigt hat. Bei dem gibt es keinen Zweifel, denn du hast einen Zeugen. Alle anderen an deine Chefin zurückgemeldeten Wünsche, Bitten nach Gesprächen waren viel zu vage als dass du dich auf die Position zurückziehen können wirst, eindringlich genug gewesen zu sein in der Schilderung der unhaltbaren Umstände. Dazu noch deine Kollegin, die ihr gegenüber sogar immer wieder betont hat, alles sei in Ordnung. Du hast viel zu lange schon geschwiegen, viel zu sehr zurückgehalten, was zwischen euch beiden passiert ist als dass da jemand echten Handlungsbedarf gesehen hat. Dass deine Chefin niemand zu sein scheint, der solche Signale offen aufnimmt und sich entschieden positioniert, spielt dir auch nicht gerade in die Karten.

Solltest du tatsächlich auf diesen Job angewiesen sein würde ich meine Verweigerungshaltung überdenken. Du könntest den Job ansonsten schneller los sein als dir lieb ist - vor allem, da deine Schwerbehinderung noch nicht verschriftlicht ist.

In einem der vorangegangenen Beiträge hatte jemand geraten, dass du dich mal anwaltlich beraten lässt. Hast du eine Rechtschutzversicherung? Die müsste eine Erstberatung m. E. sogar abedecken, da du ja mit Hinweis auf die Anzeige das Ganze auf das Zivilrecht heben kannst. Arbeitsrechtliche Fragen in diesem Zusammenhang solltest du dann m. E. trotzdem stellen können.

Ach und ja, den Punkt von @Stefffi sehe ich auch und kann das aus Sicht von jemandem mit Handicap bestätigen: Leider ist es so, dass du als Mensch mit Einschränkungen in unserer Leistungsgesellschaft keine Lobby hast. Es ist nicht klug, auf seinen Standpunkt zu beharren, man habe auf dich Rücksicht zu nehmen und zu erwarten, dass man sich in dich hineinversetzt. Die Rechtsprechung schützt dich mit diesem Anspruch nur sehr eingeschränkt - daher ist der Kündigungsschutz durch die anerkannte Schwerbehinderung auch so wichtig. Selbst der ist allerdings nicht 100%ig sicher. Wenn du z. B. dauerhaft arbeitsunfähig bist kann dir trotzdem gekündigt werden.

Spinnen wir das mal weiter: Deine Chefin bietet dir keine andere Lösung an und zieht sich darauf zurück, der MA eine Ansage gemacht zu haben, dass Beleidigungen zu unterbleiben haben. Diese hat sich daran gehalten - zumindest so, dass du ihr nichts Gegenteiliges nachweisen können wirst. Hier würde dich auch das Integrationsamt nicht schützen, das bei der Prüfung von Kündigungsgründen einzubeziehen ist.
 
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