Es ist nicht zielführend, die Kollegin jetzt gegenüber der Chefin schlecht zu reden. Bist du wieder auf der ARbeit? Hast du das jetzt an die Chefin geschickt, was zu zusammenschreiben wolltest?
Ich habe alles schriftlich gegenüber meiner Chefin festgehalten. Sie kann damit jetzt machen und diesbezüglich handeln, wie sie es für richtig hält.
Wie das? Deine Kollegin musste dich sehr oft vertreten udn deine Arbeit mitmachen. Inwiefern hätte sich das beruhigt?
Ich habe fast 6 Jahre lang dauerhaft für sie mitgearbeitet. Habe ich sie deswegen fertig gemacht oder beleidigt? Nein.
Ich dachte sie würde sich vielleicht wieder beruhigen, wenn sie merkt, dass ich kein Totalausfall bin und ja trotzdem arbeite.
Das sehe ich auch so. Ich finde sogar, dass das grundsätzlich ein Fehler ist, denn man positioniert sich ja nicht, lässt den anderen ins Leere reden und überlässt dem die Deutungshoheit, warum man nichts sagt. Vielleicht dachte sie "Der ist offenbar völlig egal, was mit mir ist."
Man kann ja durchaus Stellung beziehen. "Ich verstehe, dass du sauer bist. Aber ich habe mir diese Krankheit nicht ausgesucht. Lass uns gemeinsam und fair überlegen, wie.." und bei Sticheleien hätte ich noch gesagt "Bitte hör mit den Sticheleien auf. Die helfen niemandem und du hast nicht das Recht, mich zu verletzen." Zur Not auch eindringlicher, wenn sie das durch die Blume nicht verstanden hätte. "Ich will, dass du das unterlässt!" Es ist schlimm genug, dass sie so grenzüberschreitend redet. Das aber zuzulassen ist tatsächlich auch ein Fehler und da sehe ich auch deinen Anteil. Du hast ihr einen Freifahrtschein gegeben, die Grenze immer weiter zu überschreiten und sie hat den angenommen. Offenbar kennt sie weder Grenzen noch Skrupel und hat sich ein Stückweit in Rage geredet.
Deine Chefin hat in Unkenntnis der Vorgeschichte und dass sich da etwas aufgestaut hat, jetzt reagiert wie jrmand, der neu in die Situation kommt. Sie hat sich allerdings sehr wohl direkt positioniert, dass sie solch einen Umgang nicht duldet. Offenbar wiegt für sie das Wort Krüppel aber nicht so schwer. Ich finde, du solltest an dieser Stelle jetzt mal wieder Ruhe einkehren lassen, zumal du deine Kollegin ja auch angezeigt hast und da zivilrechtlich jetzt etwas parallel läuft. Deine Chefin drängen zu wollen, sich anders zu positionieren wird nicht funktionieren - wie gesagt hat sie ja bereits Stellung bezogen und war offensichtlich zu härteren Schritten nicht bereit. Jetzt von 0 auf 150 aufzudrehen und an ihr zu zerren könnte sie überfordern, und womöglich hast du dann bald 2 gegen dich.
Das ist ja genau das, was ich gemacht habe.
1. Ich kam zurück zur Arbeit und habe allen ganz offen gesagt, was mit mir passiert ist und was das für mich bedeutet.
2. Ich habe mit der Kollegin unter vier Augen gesprochen und ihr gesagt, dass ich mein Bestes gebe, aber aufgrund der Einschränkungen nicht mehr so schnell bin.
3. Ich habe gemerkt, dass sie ziemlich pissig ist und habe Verständnis gezeigt. Ich habe ihr immer wieder gesagt, dass ich sie verstehe, ich es nicht absichtlich mache, mein Bestes gebe usw.
4. Ich bin zur Chefin gegangen und habe das Problem angesprochen. Sie hat aber offensichtlich keine Handlungsbedarf gesehen.
5. Ich habe die Kollegin gefragt, ob sie eine Idee hat etc. Keine Reaktion.
6. Ich habe der Kollegin angeboten gemeinsam mit unserer Chefin darüber zu sprechen. Wollte sie nicht.
7. Ich habe ihr gesagt, dass sie dann mal alleine mit der Chefin reden soll. Das hat sie nicht getan. Sie hat stattdessen ihr gegenüber gesagt, dass alles super ist und bestens läuft. Und mich dann unter vier Augen wieder fertig gemacht.
8. Ich bin immer und immer und immer wieder zur Chefin gegangen und habe ihr immer wieder gesagt, dass die Kollegin offensichtlich mit der Situation unzufrieden ist. Ohne die Sticheleien zu erwähnen, sondern ganz neutral. Sie hat weiterhin keinen Handlungsbedarf gesehen. Wahrscheinlich auch, weil meine Kollegin immer gesagt hat, dass alles super ist.
Was hätte ich noch machen sollen? Wie hätte ich noch ruhiger mit der Situation umgehen sollen? Ich habe alles getan, damit es nicht eskaliert.
Die einzige Option wäre noch gewesen, dass ich von Anfang an auch gestichelt hätte, keine Gespräche gesucht hätte, nicht versucht hätte Lösungen zu finden usw.