E
ein Mensch
Gast
vielleicht ein etwas ungewöhnliches Thema, andererseits gab es hier im Forum schon viele Themen mit religiösem Hintergrund, da es (zumindest in meinen Augen) eine frohe Botschaft, sozusagen das Evangelium ist, hab ich mich entschieden das Thema in dieser Rubrik zu posten.
Apokatastasis meint die biblische Lehre, wonach alle vernunftbegabten Geschöpfe durch den Opfertod Christi am Ende der Weltzeiten mit Gott versöhnt werden und des ewigen Lebens und der ewigen Seligkeit teilhaftig werden, das schließt die "abgefallene Geisterwelt" ebenso ein wie alle Menschen seit Anbeginn; Adam und Eva und ihre Nachkommen, sowie all jene, die in aller Zukunft noch geboren werden.
Diese Lehre steht damit im Gegensatz zur katholischen Lehre, wonach jeder der im Zustand der Todsünde, oder durch eigenen Entschluß außerhalb der Einheit der Kirche aus dem Leben scheidet, der ewigen Höllenpein anheimfällt; und ebenso der Augsburger Konfession der Reformatoren, die für die evangelische Kirche dogmatischen Charakter hat:
"Auch wird gelehrt, dass unser Herr Jesus Christus am Jüngsten Tag kommen wird, zu richten, und alle Toten auferwecken, um den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude zu geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Straf zu verdammen. Deshalb werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, dass die Teufel und verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden."
Augsburger Confession 1525
Interessant ist dabei, dass die Wiedertäufer der damaligen Zeit, die der Verfolgung durch die Reformatoren ausgesetzt waren, anderer Ansicht waren. Die Lehre der Apokatastasis war in der alten Kirche durchaus weit verbreitet, bekannte Kirchenväter wie Klemens von Alexandrien, Origenes und der Heilige Gregor von Nyssa vertraten sie, letzterer gilt als insbesonders rechtgläubig und als hohe Authorität in der orthodoxen Kirchenheit.
Die Lehre der Apokatastasis steht weiterhin im Gegensatz zur Lehre der Zeugen Jehovas und anderer Gruppen, wonach die Gottlosen beim jüngsten Gericht mit Vernichtung und ewigem Tod bestraft werden ("Annihilationismus").
Im 6. Jahrhundert n. Chr. wurde die Lehre der Apokatastasis durch den römischen Kaiser Justinian verdammt, seitdem lehrt die Kirchenheit nahezu geschlossen die Verdammnis zu ewiger Höllenpein für die Gottlosen.
Dennoch gab es immer wieder Gruppen, wie die bereits erwähnten Wiedertäufer, oder einzelne Personen die die Lehre der Apokatastais vertraten. Seit der Reformation fand diese Lehre wieder mehr Unterstützer, nennenswerte Vertreter wären der württembergische Pietismus im 17. Jdt., darunter der bekannte Johann Albrecht Bengel; außerdem der Evangelist und Theologieprofessor Ernst Ferdinand Ströter der Ende des 19. Jdt. wirkte, sowie der zeitgenössiche Theologe Jürgen Moltmann und der Bibelübersetzer Heinz Schumacher (Neues Testament mit Anmerkungen).
Das deutlichste Zeugnis diesbezüglich findet sich in der Bibel in Kolosser 1🤐5-20:
"Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm wurde alles geschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, ob Throne oder Herrschaften, ob Mächte oder Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Und er ist vor allem, und alles hat in ihm seinen Bestand. Er ist das Haupt des Leibes, der Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei. Denn es gefiel Gott, seine ganze Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn das All zu versöhnen auf ihn hin, indem er Frieden schuf durch ihn, durch das Blut seines Kreuzes, für alle Wesen, ob auf Erden oder im Himmel."
Zürcher Bibel 2007
Andere Bibelstellen vor allem der (in meinen Augen missverstandene) "Höllenbegriff" in den Evangelien und der unbiblische, vom Platonismus und der späteren katholischen Tradition geprägte "Ewigkeitsbegriff" scheinen dem zunächst zu widersprechen, darauf einzugehen würde an dieser Stelle zu weit gehen, werde ich auf Nachfrage aber gerne tun.
In Wikipedia findet man noch ausführlichere Infos zu der Thematik,
Wikipedia - Allaussöhnung
mich würde eure Meinung diesbezüglich interessieren!
Apokatastasis meint die biblische Lehre, wonach alle vernunftbegabten Geschöpfe durch den Opfertod Christi am Ende der Weltzeiten mit Gott versöhnt werden und des ewigen Lebens und der ewigen Seligkeit teilhaftig werden, das schließt die "abgefallene Geisterwelt" ebenso ein wie alle Menschen seit Anbeginn; Adam und Eva und ihre Nachkommen, sowie all jene, die in aller Zukunft noch geboren werden.
Diese Lehre steht damit im Gegensatz zur katholischen Lehre, wonach jeder der im Zustand der Todsünde, oder durch eigenen Entschluß außerhalb der Einheit der Kirche aus dem Leben scheidet, der ewigen Höllenpein anheimfällt; und ebenso der Augsburger Konfession der Reformatoren, die für die evangelische Kirche dogmatischen Charakter hat:
"Auch wird gelehrt, dass unser Herr Jesus Christus am Jüngsten Tag kommen wird, zu richten, und alle Toten auferwecken, um den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude zu geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Straf zu verdammen. Deshalb werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, dass die Teufel und verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden."
Augsburger Confession 1525
Interessant ist dabei, dass die Wiedertäufer der damaligen Zeit, die der Verfolgung durch die Reformatoren ausgesetzt waren, anderer Ansicht waren. Die Lehre der Apokatastasis war in der alten Kirche durchaus weit verbreitet, bekannte Kirchenväter wie Klemens von Alexandrien, Origenes und der Heilige Gregor von Nyssa vertraten sie, letzterer gilt als insbesonders rechtgläubig und als hohe Authorität in der orthodoxen Kirchenheit.
Die Lehre der Apokatastasis steht weiterhin im Gegensatz zur Lehre der Zeugen Jehovas und anderer Gruppen, wonach die Gottlosen beim jüngsten Gericht mit Vernichtung und ewigem Tod bestraft werden ("Annihilationismus").
Im 6. Jahrhundert n. Chr. wurde die Lehre der Apokatastasis durch den römischen Kaiser Justinian verdammt, seitdem lehrt die Kirchenheit nahezu geschlossen die Verdammnis zu ewiger Höllenpein für die Gottlosen.
Dennoch gab es immer wieder Gruppen, wie die bereits erwähnten Wiedertäufer, oder einzelne Personen die die Lehre der Apokatastais vertraten. Seit der Reformation fand diese Lehre wieder mehr Unterstützer, nennenswerte Vertreter wären der württembergische Pietismus im 17. Jdt., darunter der bekannte Johann Albrecht Bengel; außerdem der Evangelist und Theologieprofessor Ernst Ferdinand Ströter der Ende des 19. Jdt. wirkte, sowie der zeitgenössiche Theologe Jürgen Moltmann und der Bibelübersetzer Heinz Schumacher (Neues Testament mit Anmerkungen).
Das deutlichste Zeugnis diesbezüglich findet sich in der Bibel in Kolosser 1🤐5-20:
"Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm wurde alles geschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, ob Throne oder Herrschaften, ob Mächte oder Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Und er ist vor allem, und alles hat in ihm seinen Bestand. Er ist das Haupt des Leibes, der Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei. Denn es gefiel Gott, seine ganze Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn das All zu versöhnen auf ihn hin, indem er Frieden schuf durch ihn, durch das Blut seines Kreuzes, für alle Wesen, ob auf Erden oder im Himmel."
Zürcher Bibel 2007
Andere Bibelstellen vor allem der (in meinen Augen missverstandene) "Höllenbegriff" in den Evangelien und der unbiblische, vom Platonismus und der späteren katholischen Tradition geprägte "Ewigkeitsbegriff" scheinen dem zunächst zu widersprechen, darauf einzugehen würde an dieser Stelle zu weit gehen, werde ich auf Nachfrage aber gerne tun.
In Wikipedia findet man noch ausführlichere Infos zu der Thematik,
Wikipedia - Allaussöhnung
mich würde eure Meinung diesbezüglich interessieren!
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