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Apokatastasis - eine umstrittene Lehre

Was denkt ihr über die Lehre der Apokatastasis (Allversöhnung)

  • Weiß nicht

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  • Ich glaube ausgleichende Gerechtigkeit fordert die Verdammnis zu endloser Qual

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  • Ich glaube Gott schenkt nur den Gerechten ewiges Leben, die Bösen werden nicht mehr sein.

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  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    6
  • Umfrage geschlossen .
E

ein Mensch

Gast
vielleicht ein etwas ungewöhnliches Thema, andererseits gab es hier im Forum schon viele Themen mit religiösem Hintergrund, da es (zumindest in meinen Augen) eine frohe Botschaft, sozusagen das Evangelium ist, hab ich mich entschieden das Thema in dieser Rubrik zu posten.


Apokatastasis meint die biblische Lehre, wonach alle vernunftbegabten Geschöpfe durch den Opfertod Christi am Ende der Weltzeiten mit Gott versöhnt werden und des ewigen Lebens und der ewigen Seligkeit teilhaftig werden, das schließt die "abgefallene Geisterwelt" ebenso ein wie alle Menschen seit Anbeginn; Adam und Eva und ihre Nachkommen, sowie all jene, die in aller Zukunft noch geboren werden.


Diese Lehre steht damit im Gegensatz zur katholischen Lehre, wonach jeder der im Zustand der Todsünde, oder durch eigenen Entschluß außerhalb der Einheit der Kirche aus dem Leben scheidet, der ewigen Höllenpein anheimfällt; und ebenso der Augsburger Konfession der Reformatoren, die für die evangelische Kirche dogmatischen Charakter hat:


"Auch wird gelehrt, dass unser Herr Jesus Christus am Jüngsten Tag kommen wird, zu richten, und alle Toten auferwecken, um den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude zu geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Straf zu verdammen. Deshalb werden die Wiedertäufer verworfen, so lehren, dass die Teufel und verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden."
Augsburger Confession 1525


Interessant ist dabei, dass die Wiedertäufer der damaligen Zeit, die der Verfolgung durch die Reformatoren ausgesetzt waren, anderer Ansicht waren. Die Lehre der Apokatastasis war in der alten Kirche durchaus weit verbreitet, bekannte Kirchenväter wie Klemens von Alexandrien, Origenes und der Heilige Gregor von Nyssa vertraten sie, letzterer gilt als insbesonders rechtgläubig und als hohe Authorität in der orthodoxen Kirchenheit.


Die Lehre der Apokatastasis steht weiterhin im Gegensatz zur Lehre der Zeugen Jehovas und anderer Gruppen, wonach die Gottlosen beim jüngsten Gericht mit Vernichtung und ewigem Tod bestraft werden ("Annihilationismus").


Im 6. Jahrhundert n. Chr. wurde die Lehre der Apokatastasis durch den römischen Kaiser Justinian verdammt, seitdem lehrt die Kirchenheit nahezu geschlossen die Verdammnis zu ewiger Höllenpein für die Gottlosen.


Dennoch gab es immer wieder Gruppen, wie die bereits erwähnten Wiedertäufer, oder einzelne Personen die die Lehre der Apokatastais vertraten. Seit der Reformation fand diese Lehre wieder mehr Unterstützer, nennenswerte Vertreter wären der württembergische Pietismus im 17. Jdt., darunter der bekannte Johann Albrecht Bengel; außerdem der Evangelist und Theologieprofessor Ernst Ferdinand Ströter der Ende des 19. Jdt. wirkte, sowie der zeitgenössiche Theologe Jürgen Moltmann und der Bibelübersetzer Heinz Schumacher (Neues Testament mit Anmerkungen).


Das deutlichste Zeugnis diesbezüglich findet sich in der Bibel in Kolosser 1🤐5-20:


"Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. Denn in ihm wurde alles geschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, ob Throne oder Herrschaften, ob Mächte oder Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Und er ist vor allem, und alles hat in ihm seinen Bestand. Er ist das Haupt des Leibes, der Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei. Denn es gefiel Gott, seine ganze Fülle in ihm wohnen zu lassen und durch ihn das All zu versöhnen auf ihn hin, indem er Frieden schuf durch ihn, durch das Blut seines Kreuzes, für alle Wesen, ob auf Erden oder im Himmel."
Zürcher Bibel 2007


Andere Bibelstellen vor allem der (in meinen Augen missverstandene) "Höllenbegriff" in den Evangelien und der unbiblische, vom Platonismus und der späteren katholischen Tradition geprägte "Ewigkeitsbegriff" scheinen dem zunächst zu widersprechen, darauf einzugehen würde an dieser Stelle zu weit gehen, werde ich auf Nachfrage aber gerne tun.


In Wikipedia findet man noch ausführlichere Infos zu der Thematik,


Wikipedia - Allaussöhnung


mich würde eure Meinung diesbezüglich interessieren!
 
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wenn du denkst, dass die Bibel weder Allversöhnung, Himmel noch Hölle lehrt, was dann? - viel bleibt dann nicht mehr übrig 😉

wobei ich ebenfalls nicht an die volkstümliche Vorstellung vom "Himmel" glaube, sondern vielmehr an eine kommende, neue Welt, ein wieder hergestellter Garten Eden und nicht ein ätherischer Aufenthaltsort der dem "Gefängnis des Körpers" entfleuchten körperlosen Seelen wie die Platonisten glauben 🙄
 
tut mir Leid, ich habe dich erst mißverstanden, ich dachte du meintest die Bibel lehre etwas anderes als die erwähnten Möglichkeiten, hätte es aufmerksamer lesen sollen.

um deine Frage zu beantworten, nach der Bibel wird Gott die Menschen zu neuem Leben erwecken, es ist weniger ein Fortleben im Tod, sondern ein Erwachen zu neuen Leben, wie man aus dem Schlaf erwacht.

Diese Welt wird zugrunde gehen und ein Gericht über alle stattfinden, jedem wird gemäß seinen Werken zuteil, je nachdem ob er Gutes oder Böses getan hat, der Glaube an Christus rettet vor dem jüngsten Gericht, sofern er aufrichtig ist; dies dient dazu meines Erachtens um Opfer und Täter zu versöhnen und das Böse zu vergelten das auf Erden getan wurde und wahre und göttliche Gerechtigkeit herzustellen (Jesaja 26:9), wie es zu tun einem Menschen unmöglich ist. Danach werden neue Himmel und eine neue Erde erstehen und das frühere wird nicht mehr von Belang sein.

Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt, an dem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.
2. Petrus 3🤐1-13
 
Hallo ein Mensch!

An "ewige Höllenqualen" kann ich schon mal gar nicht glauben. Die wären nämlich ziemlich ungerecht und damit nicht mit dem Bild eines gerechten Gottes zu vereinbaren (nur ein gerechter Gott kann Gott sein).

Ungerecht wären ewige Höllenqualen, weil dem Menschen keine Umkehr mehr möglich wäre. Dies muss man aber einem freien Menschen zubilligen. Ansonsten wäre er (ohne freien Willen) auch nicht mehr schuldfähig.

Das sinnvolle Ziel, auf dass alle hinstreben sollten, ist das Reich Gottes. Dies sollte grundsätzlich für alle Individuen offen sein. Solange es noch Menschen oder vernünftige Wesen gibt, die nicht dem Reiche Gottes angehören, leben wir noch nicht in dem anzustrebenden Reich. Also könnte man wahrscheinlich sagen, dass das Reich Gottes nur dann als solches angesehen werden kann, wenn alle relevanten Wesen darin "Platz gefunden" haben.

Unter "relevante Wesen" möchte ich solche bezeichnen, die der Vernunft und des Freien Willens fähig sind, die also eine Art Anrechenbarkeit (imputatio) ihrer Handlungen besitzen. Man kann ihnen quasi böse Handlungen als Schuld, und gute als Verdienst anrechnen. Man könnte auch sagen "zur Moral befähigte Wesen". Das müssen ja nicht nur Menschen sein.

In diesem Sinne würde ich die Lehre der Apokatastasis für OK halten. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich sie auch richtig verstanden habe. Was die confessio augustana so schreibt, scheint mir ja auch nicht richtig zu sein (den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude zu geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und ewige Straf).

Unter Deinen Antwortmöglichkeiten habe ich nicht das passende gefunden. Ich würde also am ehesten von dem Modell ausgehen, dass sich die Bösen in Gute verwandeln. In gewissem Sinne gibt es dann die ehemals Bösen ja auch nicht mehr.
 
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Das sinnvolle Ziel, auf dass alle hinstreben sollten, ist das Reich Gottes. Dies sollte grundsätzlich für alle Individuen offen sein. Solange es noch Menschen oder vernünftige Wesen gibt, die nicht dem Reiche Gottes angehören, leben wir noch nicht in dem anzustrebenden Reich. Also könnte man wahrscheinlich sagen, dass das Reich Gottes nur dann als solches angesehen werden kann, wenn alle relevanten Wesen darin "Platz gefunden" haben.

in gewisser Weise sehe ich es ganz ähnlich, der Himmel wäre wohl kaum der Himmel, wenn die meisten Menschen die uns etwas bedeutet haben in der Hölle schmoren würden oder vernichtet worden wären, es kann auch nicht im Willen Gottes liegen, die Mehrzahl seiner Geschöpfe, oder auch nur eines ewig zu verlieren.

der Heilige Gregor von Nyssa schrieb dazu, ich hab es in meiner Signatur:

Es ist notwendig, dass das Böse eines Tages völlig und gänzlich aus dem Kreislauf des Daseins ausscheide ... denn es kann nicht bestehen ohne den Willen dazu, und wenn jeder Wille in Gott eingegangen ist, muss dann nicht das Böse völlig verlöschen, einfach weil kein Gefäß mehr für dasselbe vorhanden ist?

Ungerecht wären ewige Höllenqualen, weil dem Menschen keine Umkehr mehr möglich wäre. Dies muss man aber einem freien Menschen zubilligen. Ansonsten wäre er (ohne freien Willen) auch nicht mehr schuldfähig.

Origenes lehrte die Unbedingtheit des freien Willens und dass dieser auch in jenseitigen Welten bestehen bleibe, mit der Möglichkeit zur Umkehr und dass im Laufe von Äonen (Weltzeiten) alle vernunfbegabten Wesen aus eigenem Entschluß und freiem Willen zu Gott zurückkehren, offenbar mit der Möglichkeit jedoch, dass andere oder wieder dieselben in späteren Zeiten erneut abfallen.

Glaubt man an die Unbedingtheit des freien Willens (was ich nicht tue und in meinen Augen nicht biblisch ist), müsste man aber Geschöpfen auch die Möglichkeit einräumen den ewigen Tod zu wählen, sozusagen eschatologischen Suizid zu begehen, - andererseits könnte man einwenden, dass ein allmächtiger Vater aller Geschöpfe dies verhindern könnte, wie ein Mensch versuchen würde den Suizid eines geliebten Menschen zu verhindern.

Versteht man unter der "Hölle" nicht einen Ort der Pein, sondern ein Reich der Finsternis, das die Bösen freiweillig und gerne für sich wählen, müsste man allerdings auch in Betracht ziehen, dass einige sich bewußt ewig für das Böse entscheiden, auch hier stellt sich die Frage ob Gott dies zulassen sollte, Gott alleine ist unsterblich und könnte jene Erzbösen vernichten wenn sie unbekehrbar sind, anstatt die Existenz einer Hölle, eines Reiches des ewig Bösen neben dem Reich Gottes zu dulden.

Was die confessio augustana so schreibt, scheint mir ja auch nicht richtig zu sein

Die Lehren der Kirchen sind mitunter sehr verschieden von den Lehren der Bibel, die confessio augustana scheint ein protestantisches Dogma zu sein, ähnlich verbindlich wie die Dogmen der katholischen Kirche, so zumindest wurde es mir gesagt. Das hieße selbst wenn die Kirche heute vll. gerne gegenteiliges lehren wollte, würde sie das in Schwierigkeiten bringen, wobei es selbst katholische Theologen gibt, z.B. Hans Urs von Balthasar, die sich an die Apokatastasis annähern.

In diesem Sinne würde ich die Lehre der Apokatastasis für OK halten. Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich sie auch richtig verstanden habe.

doch, ich denke das hast du

Ich würde also am ehesten von dem Modell ausgehen, dass sich die Bösen in Gute verwandeln. In gewissem Sinne gibt es dann die ehemals Bösen ja auch nicht mehr.

das besagt ja in gewisser Weise die Lehre der Apokatastasis, der Kirchenvater Hieronymus schrieb wohl als Erklärung zu einem Psalm, wonach die Feinde Gottes vernichtet werden, dass nicht die Menschen selbst vernichtet werden, sondern die Feindschaft in ihnen, sodass sie aufhören Feinde zu sein; ich meinte damit allerdings die Möglichkeit, dass jene die "böse" bleiben vernichtet werden (d.h. ewiger Tod bzw. Nicht-Sein), da sie des Geschenks ewigen Lebens nicht würdig sind und es wahrscheinlich auch garnicht wollen würden, unter der Vorraussetzung nach dem Willen Gottes zu leben.

Auch diese Ansicht, für die heute besonders die Zeugen Jehovas bekannt sind, wurde von manchen der frühen Kirchenvätern vertreten, auch in der apokryphen Himmelfahrt des Jesaja (4🤐8) aus dem ersten christlichen Jahrhundert heißt es:

... Auferstehung und Gericht wird unter ihnen in jenen Tagen stattfinden, und der Geliebte wird Feuer von sich auffahren lassen und es wird alle Gottlosen verzehren und sie werden sein als wären sie nicht geschaffen.

Diese Ansicht wird von der heutigen "Orthodoxie" teils ähnlich scharf kritisiert wie der Glaube an die Allversöhnung, leider halten scheinbar viele den Glauben an bewußt erlittene endlose Qual essentiell für den christlichen Glauben, was für mich nicht nachvollziehbar ist.

Für mich ist jedes Lebewesen relevant.Und jeder Mensch besitzt diese Fähigkeit.Nur verlieren sehr viele Menschen diese Fähigkeit,die sie mitbringen wenn sie geboren werden.Denn jeder Mensch bringt diese Fähigkeit mit.Aber sie wird systematisch zerstört in der heutigen menschlichen Gesellschaft.Es ist also nicht deren Schuld. Und dann sollen sie schuldlos aus einem Reich Gottes ausgeschlossen werden.Denn auch der freie Wille des Menschen wird manipuliert.

Ich glaube nicht, dass der Mensch einen freien Willen hat, aber sehr wohl einen eigenen, ein Mensch mag in Situationen geraten für die er nicht die Verantwortung trägt und der er sich nicht mehr entziehen kann, ich denke der Mensch wird beurteilt wie er sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für das Gute oder das Böse entschieden hat, da er keinen freien Willen hat ist er auch nicht vollkommen verantwortlich für sein Handeln, aber er ist verantwortlich für das Handeln im Rahmen seiner Möglichkeiten, daraus resultieren meines Erachtens Lohn und Strafe in der kommenden Welt.
 
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Hallo lizzy!

Das sinnvolle Ziel ist nicht das Reich Irgendeines Gottes,da es so ein Reich an mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht geben wird.
"Irgendein Gott" finde ich - wenn man das Thema sachlich betrachtet - unpassend. Es kann nur einen geben. Wenn Du natürlich den Gottesgedanken ganz als Quatsch abtust, verstehe ich so eine Formulierung.

Ich selbst bin davon überzeugt,das es ein solches Reich nicht geben wird.
Es könnte durchaus möglich oder sogar wahrscheinlich sein, dass es ein solches Reich nie geben wird. Aber deshalb ist das Streben nach einem solchen doch nicht falsch!

Und dann auch noch zu Glauben das nur relevante zur Moral befähigte Wesen darin Platz finden,dafür habe ich nur ein Kopfschütteln übrig.Für mich ist jedes Lebewesen relevant.Und jeder Mensch besitzt diese Fähigkeit.Nur verlieren sehr viele Menschen diese Fähigkeit,die sie mitbringen wenn sie geboren werden.Denn jeder Mensch bringt diese Fähigkeit mit.
Hier stimmen wir doch größtenteils überein, oder? Allerdings: Insekten zB finden in meinem ReichGottesModell keinen Platz. Damit möchte ich nicht die Insekten abwerten. Aber mir geht es um die zur Vernunft und Moral fähigen Persönlichkeiten oder Wesen. Insekten sind in diesem Zusammenhang so relevant wie Steine oder tote Atome, Eiszapfen, Campingstühle, Lautsprecher, Glasscherben. Um solche neutrale Materie gehts doch wirklich nicht im Hinblick auf einen Begriff wie das Reich Gottes!

Und dann sollen sie schuldlos aus einem Reich Gottes ausgeschlossen werden.
Nenene! Habe ich nicht gesagt. Wer sich schuldig macht, hat kein Anrecht auf das Reich Gottes, sondern muss erst mal umkehren. Das hatte ich gesagt.

Denn vorher hat der Mensch die Erde zerstört.Und wo soll dann dieses Reich sein ohne die Erde?
Im luftleeren Raum?
Ich glaube, Du räumst der Materie einen zu großen Platz ein. Auch Raum und Zeit sind nur Anschauungsformen... Im Übrgen sagte ich bereits, dass man das Reich Gottes vielleicht besser im Sinne eines Ideals betrachten sollte.
 
Hallo ein Mensch!

Versteht man unter der "Hölle" nicht einen Ort der Pein, sondern ein Reich der Finsternis, das die Bösen freiweillig und gerne für sich wählen, müsste man allerdings auch in Betracht ziehen, dass einige sich bewußt ewig für das Böse entscheiden, auch hier stellt sich die Frage ob Gott dies zulassen sollte, Gott alleine ist unsterblich und könnte jene Erzbösen vernichten wenn sie unbekehrbar sind, anstatt die Existenz einer Hölle, eines Reiches des ewig Bösen neben dem Reich Gottes zu dulden.
Was ist denn mit der "Vernichtung" der Bösen gewonnen? Wir wollen doch Umkehr und keine Toten, oder? Vernichtung bedeutet doch den Entzug der Freiheit und damit auch den Entzug des Eingangs in das Reich Gottes. Das käme mir sehr unreligiös vor 🙂.
 
Was ist denn mit der "Vernichtung" der Bösen gewonnen? Wir wollen doch Umkehr und keine Toten, oder? Vernichtung bedeutet doch den Entzug der Freiheit und damit auch den Entzug des Eingangs in das Reich Gottes. Das käme mir sehr unreligiös vor

Sollten die Bösen vernichtet werden, wäre das eine passive Handlung Gottes, indem Gott dem Frevler kein Leben über den Tod hinaus schenkt - was Sein gutes Recht ist und nachvollziehbar wäre; der Mensch hat nach dem Zeugnis der Bibel keine unsterbliche Seele, Irenäus einer der frühesten Kirchenvater schrieb:

Es wird von der Erlösung des Menschen gesagt, "Er erbat Leben von Dir und Du gabest es ihm, Länge der Tage in die Ewigkeit der Ewigkeit", was besagt, dass der Vater all jenen die gerettet sind, Länge der Tage schenkt in Ewigkeit. Denn das Leben ist nicht aus uns selbst oder aus unserer Natur. Wir haben Leben, aber es ist uns durch die Güte Gottes gewährt. Und deswegen soll derjenige Länge der Tage in Ewigkeit erhalten, der das Geschenk des Lebens schätzt und Dem dankbar ist, Der es ihm gab. Aber derjenige, der es wegwirft und seinem Erschaffer undankbar ist für seine Erschaffung und Den nicht anerkennt, Der ihm das Geschenk gab, derjenige bringt sich selbst um sein ewiges Dasein.
Irenäus, Against Heresies, Book II, Chapter XXXIV

Aber prinzipiell gebe ich dir recht, durch die Vernichtung der Bösen wäre nichts gewonnen und es ist dies auch nicht das Zeugnis der Bibel meiner Ansicht nach.
 
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Hallo lizzy!

Kurz zwei Erklärungen:

A)
Unter "Reich Gottes" stelle ich mir vor allem die Gemeinschaft aller zur Vernunft und Moral befähigten vor, die
a) sich vollkommen im Sinne Gottes an die Moral halten und die
b) höchstes Glück geniessen.

B)
Dieses Reich muss nicht unbedingt verwirklicht werden (Realität), aber man kann es als Ideal anstreben.
 
Was würde es für einen Sinn machen gut zu sein, wenn es am Ende dann sowieso relativ ist? Überspitzt könnte ich so also der größte Massenmörder werden, ohne Angst vor einer allmächtigen Strafe haben zu müssen. Mit dieser Sicht verliert dann auch das Leben seinen Wert. Denn mit einer späteren Auslese ist unser jetziges Dasein vergleichbar mit einer Art Test, dessen Ziel es ist trotz der Ungewissheit rechtschaffen zu bleiben. Sollte dagegen sowieso alles für die Katz sein, könnte man sich auch gleich umbringen (lassen).

In meinen Augen gibt also es entweder kein ewiges Leben oder eines im Sinne von gut und böse.
 
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