Das klingt wirklich belastend. Gleichzeitig zeigt deine Erfahrung aber auch, dass nicht das Nichtvorhandensein eines Führerscheins das Problem war, sondern das unausgewogene Rollenverständnis in deiner Familie.Habe nur den Eingangspost gelesen.
Ihr bekommt ein Kind, seid dann eine Familie. Bitte mach den Führerschein, das hat auch nichts mit dem Selbstwert zu tun, sondern mit Unterstützung und Organisation.
Ich bin leider die einzige in meiner Familie mit Auto. Es ist mittlerweile schlimm. Alle verlassen sich auf mich, wenn ich nicht fahre, fährt keiner, ich muss immer alle einsammeln.
Ich konnte mal zwei Monate nicht fahren, weil mein Fuß kaputt war. Kam meine Familie nicht mit zurecht.
Am Schlimmsten finde ich es, dass ich die Verantwortung trage. Ich muss funktionieren, ich muss autofahren, ich darf nicht trinken und vom Flughafen holt mich auch niemand ab.
Alles sehr überspitzt gesagt.
Zum Glück hatte mein Partner zur Zeit, als das Kind klein war, einen Führerschein. Wir mussten auch mal spontan ins Krankenhaus und einer war arbeiten. Zweimal musste ich ins Krankenhaus.
Also: Wenn du die finanziellen Möglichkeiten hast, mache bitte einen Führerschein. Für deine Familie.
Wenn alle sich auf dich verlassen, heißt das nicht, dass du automatisch fahren musst, sondern dass die anderen gelernt haben, dass du es tust. Ein Führerschein kann praktisch sein, klar. Aber er ersetzt kein Gleichgewicht in der Verantwortung. Wenn man, wie der TE, ein Kind bekommt, wächst nicht nur die Logistik, sondern idealerweise auch die Fähigkeit, Aufgaben gerecht zu verteilen.