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Angst vor Sport

henr99

Neues Mitglied
Hallo,

wie oben steht, habe ich, auf Grund von Erfahrungen in der Kindheit Angst vor Sport. Mittlerweile würde ich aber gerne wieder welchen machen.

Ich bin 26 und habe vor 5 Monaten aufgehört Alkohol zu trinken. Davor hatte ich einen ziemlich problematischen Konsum - ich habe durchschnittlich 2x unter der Woche getrunken und das auch nicht wenig. Immer so 6-8 Bier, was mich dann schon ziemlich betrunken gemacht hat, und das alleine Zuhause. Am Wochenende natürlich dann auch noch getrunken, dann aber immer in Bars o.ä.

Ich habe mich dann dazu entschlossen komplett aufzuhören und eben seit 5 Monaten keinen Tropfen mehr getrunken und bin auch stolz drauf! Allerdings habe ich seitdem eine große Lücke in meinem Leben. Zuvor habe ich am WE immer gefeiert, wirklich ausnahmslos jedes Wochenende. Dadurch hatte ich einen ziemlich großen Freundeskreis, welcher jetzt dadurch weg gebrochen ist, dass ich eben nicht mehr feiern gehe und keinen Alk mehr trinke. Mir fehlt nicht der Alkoholkonsum, sondern das soziale. Klar könnte ich auch in eine Bar oder in einen Club gehen und nüchtern bleiben - das werde ich bestimmt auch mal machen, aber zur Zeit habe ich einfach keine Lust auf diese Umgebung und die ganzen betrunkenen Menschen nüchtern zu ertragen.

Seit ich aufgehört habe zu trinken, mache ich mir Gedanken über die verschiedensten Dinge, wahrscheinlich habe ich diese Dinge vorher im Alkohol ertränkt und jetzt kommen sie hoch. Ich habe oft negative Gedanken (keine Suizidalität, aber Selbstzweifel) und habe natürlich öfter gehört, dass Sport wie Medizin für die Psyche ist.

Ich ziehe in Erwägung ins Fitnesstudio zu gehen. Allerdings habe ich etwas Angst davor. Ich wurde früher im Sportunterricht und im Fußballverein oft ausgelacht, einfach weil meine Ausführung von bestimmten Sachen komisch und lächerlich aussahen. Seitdem habe ich eine regelrechte Sportphobie. Habe das Glück trotzdem eine schlanke Figur zu haben. Ich habe eine Zeitlang auch Zuhause Sport gemacht, da ist natürlich keiner bei und daher habe ich damit kein Problem gehabt. Da der Sport aber nun die Aktivität des Trinkens ersetzen soll, macht es wahrscheinlich schon mehr Sinn in ein Studio zu gehen, einfach weil es strukturierter ist und man natürlich richtige Geräte hat.

Aber irgendwie ist in mir immer noch diese Angst von früher, dass alles was ich dort mache komisch aussieht und wieder dumme Kommentare kommen. Rational weiß ich, dass das wahrscheinlich nicht so sein wird, weil dort 1. nur Erwachsene Leute sind und 2. sich wahrscheinlich jeder auf seinen Sport konzentriert und man nicht unbedingt die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Trotzdem ist dieses ungute Gefühl da. Wie könnte ich das überwinden? Hat da jemand ähnliche Erfahrung?
 
Hey Du,

voll gut, dass du es geschafft hast, den Alkohol hinter dir zu lassen!

Angst vor Sport kenne ich auch sehr gut, bei mir ist Sport sehr schambesetzt. Ich habe meinen Weg ins Fitnessstudio über eine Reha-Verordnung gefunden (verschrieben wegen Rückenschmerzen). Bei mir in der Nähe ist ein kleineres vereinsgeführtes Studio, das solche Kurse anbietet. Inzwischen habe ich einen zweiten Kurs dazugebucht und fühle mich etwas vertrauter mit allem dort. Der Vorteil dieser Kurse ist auch, dass die Gruppen sehr durchmischt sind, viele sind deutlich älter, da kann man gut mithalten, auch wenn man noch nicht so sportlich ist. 🙂

Vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit für dich?
 
So,
es kommt nicht darauf an, ob das nun hot aussieht, sondern dass du deine Übungen korrekt ausführst, damit du dir körperlich nicht schadest. In guten Studios hast du Coaches bzw. Trainer, die dich an den entsprechenden Geräten einweisen, die korrekte Ausführung kontrollieren etc. Da wird mit dir ein Trainingsplan erarbeitet nach deinen Vorgaben, was du erreichen möchtest. Wenn du das dann richtig ausführst sieht es automatisch gut aus, weil es richtig ist.

Etwas anders sind dann regelrechte Kurse in Gruppen. Aber auch da wird auf die korrekte Ausführung geachtet, wenn Studio und Trainer gut sind. Kostet halt etwas, aber bitte kein McSonstwas...

Ich bin vor Jahren in so ein Studio gestürmt, nachdem ich das Rauchen aufgegeben hatte und völlig hippelig war. Als erstes bin ich in einen Spinning-Kurs, bin da völlig losgelöst zur Musik losgestrampelt. Der eine Rücken-Kurs war etwas witzig, weil der Trainer irgendwelche PNF-Diagonalen eingebaut hatte. Die ersten Minuten gingen noch, danach habe ich nur noch Arme und Beine verknotet, bis ich nur noch auf der Stelle hopste und vor Lachen stehen geblieben bin. Die Übungen im Liegen auf dem Boden gingen dann schon besser vonstatten.
 
Vielleicht wäre eine Tanzschule eine (entspannte) Möglichkeit für Dich.

" An Salsa-Partys, aber auch an den Milongas, wie die Tanzpartys im Tango heissen, ist es relativ normal, dass man auch ohne Partner viel zum Tanzen kommt. "
 
Finde einen Sport der dir Spaß macht.
Es muss auch nicht unbedingt Fitnessstudio sein.
Versuch zB mal als sanften Einstieg Kurse wie Rückengymnastik oder Pilates.
Solche Kurse sind oft in kleinen Gruppen und ein Trainer bessert grobe Fehlhaltungen aus.

Oder dreh einfach zuhause die Musik laut auf und springe und tanze herum, bis du merkst dass positive Endorphine ausgelöst werden.

Oder mach lange Spaziergänge, dazwischen ein Stückchen laufen.

Erstmal ganz locker reinkommen ins Thema Sport.
Wenns dir dann Spaß macht, kannst du immer noch auf was intensiveres umsteigen.
Aber bau dir mal eine kleine Grundkondition auf und verlier die Scheu vor Sport, ganz auf easy und mit Wohlbefinden.
 
Ich habe mich dann dazu entschlossen komplett aufzuhören und eben seit 5 Monaten keinen Tropfen mehr getrunken und bin auch stolz drauf!
Allem Anfang steckt eine Entscheidung drinne, sagt man. Du hast also entschieden, deine "Freunde" zu wechseln, also Alk und so. Jetzt siedeln sich neue an- umsonst zieht es dich nicht zum Sport- du hast einen guten Weg beschritten, merkst du es? Step by step gehts jetzt aufwärts- vertrau, es war ja eine freiwillige Entscheidung, ein Entschluss, ich bin so weit, ich will jetzt andersrum. Nun kommts andersrum...wenn du vom Stuhl aufstehst, dann ist das bereits eine sportliche Betätigung, wenn du deine Wohnung gründlich durchschrubbst, ausmalst, neu in Schuss bringst, dann ist das eine enorme sportliche Zusatzleistung, neben den Einkäufen, neben dem Treppensteigen, neben dem Klo aufsuchen mitten in der Nacht, alle Mühe, alle Plage ist eigentlich Sport.
Mein Schatz arbeitet sehr schwer, er hat eine enorme Kraft und viel Power, lupft mühelos Zentner, er hat nebenher einen Brennholzhandel- was glaubst du, was er sich von seinem Bruder oft anhören muss- mach mal Sport... der war im Büro zeitlebens und deshalb muss er etwas erfinden, um muskulös und fit zu bleiben.
Du bist praktisch sicher auch immer beim Sporteln, auch wenn dir das nicht bewusst ist.
 
Lieber henr99- was ist passiert?

Vorher warst du irgendwie kränklich, wie wenn du beleidigt gewesen wärst, jetzt schauts aus, darüber bist du hinweg.
 
Du triffst gute Entscheidungen - das mal vorab. Die Sauferei braucht kein Mensch. Ist ungesund und kostet viel - dass du hier die Handbremse angezogen und das Hirn eingeschaltet hast, ist reif und richtig gut!
einfach weil meine Ausführung von bestimmten Sachen komisch und lächerlich aussahen.
Das sind ja doch nur Bewertungen.. ja, von wem eigentlich? Ich glaube kaum, dass du selber das so empfunden hast - und wer weiß, ob dir da nicht jemand nur etwas einreden und dich runtermachen wollte. Passiert das lange genug, glaubt man es selbst. Solche Idioten braucht kein Mensch.

Fitness Studio finde ich gut, aber achte da auf Qualität. Bei guten Studios gibt es eine solide und persönliche Einweisung und Betreuung durch gut ausgebildete Trainer - die kosten nun einmal, daher sind solche Studios ein bisschen teurer als die McBilligs. Das zahlt sich aber i. d. R. aus. Wichtig ist ja, dass du die Übungen richtig ausführst. Und schon allein deshalb kann das dann gar nicht komisch aussehen.

Was überhaupt ist schon komisch? Schau dir jemanden an, der ein Gewicht stemmt, das ihn an seine Leistungsgrenze bringt. Der sieht auch nicht so entspannt aus als würde er ne Kaffeetasse zum Mund führen. So what - völlig latte! Lass dich wegen so etwas nicht ausbremsen und nutz deine neu gewonnene Dynamik, solange sie noch warm ist. Es ist komplett egal was andere denken.

Als Kurs könntest du dich mal über Functional Fitness informieren - velleicht begleitend zum reinen Gerätetraining. Kurse haben den Vorteil, dass du immer am selben Tag der Woche zur Uhrzeit X da sein musst und sie schaffen so eine Verpflichtung und Strategie gegen den inneren Schweinehund. Außerdem gibt es einen festen Gruppenverband, der Gelegenheit bietet, soziale Kontakte zu knüpfen. Ansonsten könntest du nämlich enttäuscht werden, da viele im Studio mit Knöpfen im Ohr stupide vor sich hinächzen und dann auch fix wieder weg sind.

Bouldern ist übrigens auch ne coole Sache. Ist ein etwas anderes Klientel. Mir sympathischer als die Gewichtestemmer - aber das muss natürlich jeder selber für sich entscheiden.

Finde jedenfalls super, in welche Richtung du dein Leben jetzt lenkst. Körper und Geist werden es dir danken. Viel Erfolg weiterhin!
 
Hallo,

wie oben steht, habe ich, auf Grund von Erfahrungen in der Kindheit Angst vor Sport. Mittlerweile würde ich aber gerne wieder welchen machen.

Ich bin 26 und habe vor 5 Monaten aufgehört Alkohol zu trinken. Davor hatte ich einen ziemlich problematischen Konsum - ich habe durchschnittlich 2x unter der Woche getrunken und das auch nicht wenig. Immer so 6-8 Bier, was mich dann schon ziemlich betrunken gemacht hat, und das alleine Zuhause. Am Wochenende natürlich dann auch noch getrunken, dann aber immer in Bars o.ä.

Ich habe mich dann dazu entschlossen komplett aufzuhören und eben seit 5 Monaten keinen Tropfen mehr getrunken und bin auch stolz drauf! Allerdings habe ich seitdem eine große Lücke in meinem Leben. Zuvor habe ich am WE immer gefeiert, wirklich ausnahmslos jedes Wochenende. Dadurch hatte ich einen ziemlich großen Freundeskreis, welcher jetzt dadurch weg gebrochen ist, dass ich eben nicht mehr feiern gehe und keinen Alk mehr trinke. Mir fehlt nicht der Alkoholkonsum, sondern das soziale. Klar könnte ich auch in eine Bar oder in einen Club gehen und nüchtern bleiben - das werde ich bestimmt auch mal machen, aber zur Zeit habe ich einfach keine Lust auf diese Umgebung und die ganzen betrunkenen Menschen nüchtern zu ertragen.

Seit ich aufgehört habe zu trinken, mache ich mir Gedanken über die verschiedensten Dinge, wahrscheinlich habe ich diese Dinge vorher im Alkohol ertränkt und jetzt kommen sie hoch. Ich habe oft negative Gedanken (keine Suizidalität, aber Selbstzweifel) und habe natürlich öfter gehört, dass Sport wie Medizin für die Psyche ist.

Ich ziehe in Erwägung ins Fitnesstudio zu gehen. Allerdings habe ich etwas Angst davor. Ich wurde früher im Sportunterricht und im Fußballverein oft ausgelacht, einfach weil meine Ausführung von bestimmten Sachen komisch und lächerlich aussahen. Seitdem habe ich eine regelrechte Sportphobie. Habe das Glück trotzdem eine schlanke Figur zu haben. Ich habe eine Zeitlang auch Zuhause Sport gemacht, da ist natürlich keiner bei und daher habe ich damit kein Problem gehabt. Da der Sport aber nun die Aktivität des Trinkens ersetzen soll, macht es wahrscheinlich schon mehr Sinn in ein Studio zu gehen, einfach weil es strukturierter ist und man natürlich richtige Geräte hat.

Aber irgendwie ist in mir immer noch diese Angst von früher, dass alles was ich dort mache komisch aussieht und wieder dumme Kommentare kommen. Rational weiß ich, dass das wahrscheinlich nicht so sein wird, weil dort 1. nur Erwachsene Leute sind und 2. sich wahrscheinlich jeder auf seinen Sport konzentriert und man nicht unbedingt die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Trotzdem ist dieses ungute Gefühl da. Wie könnte ich das überwinden? Hat da jemand ähnliche Erfahrung?

Super Entwicklung auf jeden Fall. Ich bin auch vor einigen Jahren von Alkohol zu Sport (und gesunder Ernährung) gewechselt. Das füllt das Loch ganz gut, wobei ein neuer Freundeskreis natürlich auch wichtig bleibt.

Ich kann dir leider nicht wirklich einen Tipp geben. Allgemein als Anregung: Wenn du die auf der Straße die Jogger/innen ansiehst, merkst du, dass alle irgendwie anders laufen und manche mehr oder weniger komisch aussehen. Interessieren tut das aber niemanden. Außerdem kannst du dir klarmachen, dass die Mobber früher in der Schule halt Kinder oder Jugendliche waren, da ist sowas leider normal. Im Erwachsenenalter ist es zum Glück nicht mehr sonderlich verbreitet, sich über andere Leute lustig zu machen. Dann könntest du vl. zu Sportkursen gehen, wo noch weitere Anfänger/innen sind. Zum Beispiel Sport-Kurse an der Uni (kannst du je nach Stadt auch als Nicht-Student/in teilnehmen), Volkshochschule (hier aber oft eher ältere Leute) oder Einsteiger-Kurse im Fitnesscenter. Da wirken dann vermutlich alle etwas unbeholfen und du fühlst dich etwas im "geschützten Raum". Falls du wirklich sagen würdest, dass es eine vollwertige Phobie ist, hilft im Extremfall natürlich sonst eine Psychotherapie. Mit Verhaltenstherapie lassen sich soziale Phobien sehr gut behandeln.

LG
 
Zuvor habe ich am WE immer gefeiert, wirklich ausnahmslos jedes Wochenende. Dadurch hatte ich einen ziemlich großen Freundeskreis, welcher jetzt dadurch weg gebrochen ist, dass ich eben nicht mehr feiern gehe und keinen Alk mehr trinke.
Das waren keine Freunde.
Aber irgendwie ist in mir immer noch diese Angst von früher, dass alles was ich dort mache komisch aussieht und wieder dumme Kommentare kommen.
Das müsste aber eine echte Prollbude sein, wenn da Leute fertiggemacht werden. Ein Hinweis an den Trainer/die Aufsicht und die wären bestimmt raus.
Aber ich bin sicher, das wird nicht passieren.
Wie könnte ich das überwinden? Hat da jemand ähnliche Erfahrung?
Du bekommst den Gebrauch der Geräte erklärt. Du kannst dort alles fragen. Fang mit "risikoarmen" Geräten an. Crosstrainer finde ich gut zum Einstieg oder Laufband.
Wenn ich die Zeit für ein neues Hobby hätte, würde ich Bogenschießen probieren. Da hat man auch Kontakt mit Leuten, aber nicht so dicke wie bei Mannschaftssportarten.
Ich finde es super, dass du nicht mehr trinkst. Lass dich nicht beirren.
 

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