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angst vor einer therapie...

Stern <3

Mitglied
hallo
ich bin neu hier und hab gleich am anfang eine frage bzw. möchte eure meinung hören.
seit ungefähr einem jahr verletze ich mich selbst, weil das alles ein bisschen viel war. ich war ständig down, meine oma ist schon mehrere jahre sehr krank, meine freundin wollte sich umbringen, ich hatte stress mit meinen eltern weil die mich nicht verstanden haben usw. nachdem ich mich zum ersten mal verletzt hab, hab ich das sofort meiner freundin erzählt. sie hat sich vorwürfe gemacht, weil sie meinte sie ist daran schuld. sie sei nicht genug für mich da und so. ich hab immer wieder versucht,ihr diesen gedanken aus dem kopf zu schlagen, weil sie wirklich am wenigsten dafür konnte. sie hilft mir sehr, doch das will sie nciht verstehn. zwischen oktober und februar hab ich mich mehrere male verletzt und danach 7 monate ohne durchgehalten. als es dann im september wieder passsierte war ich total entmutigt, weil ich das jetzt alles wieder hingeschmissen hab. letzte woche bin ich dann schon wieder rückfällig geworden und diesmal richtig heftig. mein handgelenk ist total zerkratzt. jetzt hab ich mit meiner freundin beschlossen, mit ihr zu unserer schulpsychologin zu gehen. ich war auch schon mal mit ihr da. diese schulpsychologin ist meine alte mathelehrerin und ich weiß nicht ob ich ihr das erzählen kann. ich weiß nicht wie ich anfangen soll. es wäre aber auf jeden fall dringend nötig, weil ich immer wieder auf dumme gedanken komm.
was soll ich machen? wie soll ich ihr das erzählen? könnt ihr mir einen rat geben?

danke schon mal im voraus :)
 

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Sigi

Sehr aktives Mitglied
Hallo Stern,

klar, dass du unsicher bist, wäre ich auch, wenn ich in deiner Lage wäre und das der Schulpsychologin erzählen wollte.

Wäre es nicht viel unverfänglicher für dich, wenn du zu deinem Arzt gehst und ihm sagst, dass du bei selbstverletzenden Verhalten Zuflucht gesucht hast und dich deshalb gern erleichtern möchtest.
Er kann dir dann einen Psychotherapeuten nennen, zu dem du gehen kannst und der sich dann die Zeit nimmt, mit dir darüber zu sprechen.

Du kannst auch selbst mit der Versichertenkarte zu einem Psychotherapeuthen gehen und in ein zwei Sitzungen sehen, ob ihr euch versteht. Wenn er dir symphatisch ist, kann dann bei der Kasse ein Antrag gestellt werden, ob du ihn einige Wochen oder so besuchen kannst, damit er dir hilft, andere Mittel zu finden, die für dich ungefährlicher sind. Wenn er dir nicht gefällt, gehe zu einem anderen, das darf man und es ist ganz normal.

Wenn du keinen Arzt hast und keinen Therapeuten kennst, rufe vielleicht bei einer Beratungsstelle (Caritas oder so) an und frage nach Therapeuten für psychisch bedingte Störungen sie selbsverletzendes Verhalten usw..

Ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg bei dem, was du richtigerweise vorhast.

Sigi
 

Stern <3

Mitglied
wenn ich einen richtig ausgebildeten psychologen nehmen würde, würden meine eltern davon erfahren und das sollen sie auf keinen fall. es wissen nur zwei meiner freunde und das ist auch gut so.

aber auf jeden fall danke für den tip und den guten rat:)
 
N

Nell

Gast
Liebe Stern.

Ich kann dich sehr gut verstehen, wenn du schreibst, dass du nicht möchtest, dass deine Eltern davon erfahren sollen. Doch so wird das nicht so einfach sein. Selbstverletzung ist ein sehr ernstes Thema in einer Therapie, neben vielem anderen auch. Sie zeigt auch, dass einer alleine damit nicht zurecht kommt. Nicht gelernt hat, ein Ventil für sich zu finden. Dies kann sich dann auch schlimm in der Sexualität auswirken (kann, nicht muss). Die Körperwahrnehmung ist meist verschoben, und wird nicht einfach so weggehen. Ich kenne Menschen, die jahrelang kämpfen, sich nicht zu verletzen. Sie schaffens manchmal drei vier Monate, und dann wieder ein Rückfall. Der Grund, sie können sich oftmals nicht spüren, oder nicht ausdrücken, was sie belastet. Und irgendwann ist der Stau wieder zu groß, also unerträglich. Durch das "entlasten" beim verletzen, dass nur kurz anhält, haben sie ein Ventil erkannt, dass verherend sein kann, und verherend ist. Die Traurigkeit, oder die Wut geht nicht wirklich "weg".

Auch deine Familie kann ja darin mitinvolviert sein. Auch sie könnte Thema von dir sein, oder werden. Je früher umso besser, wenn du dich traust, es ihnen zu sagen. Erzähl, wie du dich fühlst, wies dir geht. Auch nichts zu fühlen (wie man sehr oft glaubt) ist ein Gefühl mit sehr großem Inhalt.

Bitte achte auf dich und auf die Signale deines Körpers, und deiner Seele...

Alles Liebe
Nell
 

Stern <3

Mitglied
danke für die antwort nell. du hast recht. ich sollte es ihnen erzählen. aber die verhältnisse in der familie sind etwas schwierig. meine mutter hat ihr kosmetikstudio und mein vater ist bankangestellter, somit sind beide nie da. auch am wochenende nicht besonders oft. wenn ich wiedermal den drang hab und schlecht drauf bin, sag meine mutter einfach zu meiner schwester: "deine schwester ist heute wieder weng komisch.", weil sie angepisst ist, von meinen launen. aber sie hat ja keine ahnung. meiner freundin vertrau ich alles an. sie hilft mir auch am meisten, doch sie will das nicht wahr haben. drum werd ich mit ihr demnächst zu der psychologin unserer schule gehen. auch wenn ich immer noch schiss davor hab. weiß aber nicht wirklich warum. aber wenn ich das tu, bekommen meine eltern wenigstens nichts davon mit.

danke für die lieben wünsche.
 
N

Nell

Gast
Liebe Stern, auch lange Erwachsene Menschen können Schiss haben, vor einer Therapie, oder vor einem sich zu Hause "mitteilen". Es ist ganz toll, dass du deiner Freundin so vertrauen kannst. Da hast du ein großes Geschenk von ihr bekommen, von dem beide zehren können.

Mutig, bist du. Wirklich mutig, dich bei deiner Schulpsychologin auszusprechen. Meist beginnt alles irgendwie zu Laufen, wenn der erste reale Schritt gemacht wurde.

Es ist sehr traurig, dass deine Eltern nicht viel zu Hause sind. Leider müssen oder auch wollen immer mehr Eltern einer Vollzeitarbeit nachgehen, um ihren Unterhalt zu verdienen. Nicht zu vergessen, dass sie wenn sie arbeiten auch ihr eigenes Leben nicht vergessen.

Kannst du deinen Eltern vertrauen? Ich mein hättest du Angst, ihnen zu erzählen, dass du dich oftmals von ihnen alleine gelassen fühlst? Ist das so, dass du dich so fühlst, oder glaube ich das nur? Das wäre auch schon mal ein Anfang, dass du es aussprechen kannst "Ich bin oft alleine zu Hause" und deine Eltern könnten sich vertreten, indem sie erzählen dürfen "warum". Nur Kompromisse können helfen eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden. Was natürlich die Aufgabe der Eltern sein sollte, und nicht die der Kinder.

Wie alt bist du eigentlich, wenn ich fragen darf?

Alles Liebe
Nell
 

Stern <3

Mitglied
hey, bin ja irgendwie schon froh dass mir jetzt geholfen wird (zumindest hoff ich das) aber ich hab trotzdem angst davor. vor allem weil mich diese lehrerin ja kennt.
ich hab ja noch eine kleine schwester um die ich mich immer kümmern muss. sie ist 11. dass beide elternteile nicht da sind, ist schon so seit wir babys waren. meine eltern werden auch manchmal ein bisschen handgreiflich...
ich weiß nicht ob ich meinen eltern vertraun kann. ich hab ihnen schon öfter mal gesagt, dass ich es nicht so toll finde dass sie ständig weg sind. meine schwester belastet das ja auch. außerdem will sie dann immer dass ich etwas mit ihr spiel aber ich brauch auch mal ein bisschen zeit für mich, was meine eltern und vor allem meine schwester nicht verstehen.

ich bin 15.
 
N

Nell

Gast
Oh Stern, mir scheint du musstest sehr früh erwachsen werden. Wie du dich sorgvoll um deine kleinere Schwester kümmerst, einfach ganz toll von dir. Was mich aber daran noch berührt ist, dass du dabei zu kurz kommst. Auch du irgendwo tanken solltest. Einfacher gesagt, als getan, ich weiss das aus eigener Erfahrung.

Angst ist da das normalste auf der Welt. Es ist ein sehr großer Schritt, den du da gehen möchtest.

Manchmal handgreiflich "erschreckte" mich. Weil ich es einfach als traurig empfinde, wenn Kinder sich nicht sicher sein können, dass sie unversehrt aufwachsen dürfen. Auch wenns manchmal ist, oder sein könnte.

Ich denke mir, dass du jetzt ganz schön stark sein musst, um auf dich aufmerksam zu machen. Ich kann nicht beurteilen, wie deine Eltern reagieren ,wenn sie davon erfahren würden. Entweder entsetzt und wütend (dann ist das aber ihre Wut also die in ihnen und die hat nichts mit dir persönlich zu tun, auch wenn dir das reichlich wenig nutzt, weil es in deinem Alter nur sehr schwer nachzuvollziehen ist, geschweige denn nachfühlbar ist-und dies auch noch nicht nachvollziehbar sein sollte-) reagieren, oder entsetzt und dann liebvoll regagieren...und endlich erkennen.

Ich würd abwarten, was dir deine Schulpsychologin rät. Und lass dich nicht drängen, zu irgendetwas. Erst mal hören, was sie dazu rät...

Alles Liebe
Nell
 

Sigi

Sehr aktives Mitglied
Nell, du machst das ganz gut und richtig, mit Stern <3.

Ich hätte längst was schreiben wollen, aber besser geht es nicht.

Und Stern <3 freu dich, dass Nell, dir so hilft. Ich wünsch dir, dass dir auch die Frau in der Schule hilft, du bräuchtest wirklich jemand in deiner Nähe, mit dem du all diese Dinge besprechen kannst.

Alles Gute.

Sigi
 

Stern <3

Mitglied
hey
ihr beiden seid echt süß :-*

danke für den guten rat. ich hab auch keine ahnung wie meine eltern reagieren würden. ich versuch so viel wie möglich von daheim wegzukommen, was ja leider nicht immer geht, weil meine schwester ja auch noch da ist. aber heute z.B. war ich mit meiner freundin im kino. ist immer eine super abwechslung. kennt ihr den film "eagle eye - außer kontrolle"? ist echt gut. viel action und bis zum ende spannend. echt sehr zu empfehlen.

vielen dank für euren guten rat und eure tips. ich werd mich melden wenns was neues gibt.

bis bald
 

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