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Andauernde Einsamkeit 2

AW: andauernde Einsamkeit 2

Was ist so schrecklich an meinem Wunsch, dass man mit Anstand und gewissenvoll miteinander umgeht, dass man Courage zeigt, einen Blick für die Leiden, Bedürfnisse und Gefühle von anderen hat? Ja, ich wünsche mir mehr mitfühlen, den anderen auch zu sehen.

Wenn du das wie ein Plakat vor dir hertragen solltest im RL dann könnte ich schon verstehen, dass Menschen zu dir auf Abstand gehen, nicht weil du diese Werte hast, sondern vielleicht eher wegen der Art wie du sie vertrittst.

Ich persönlich habe den höchsten Respekt vor Menschen, die durch ihr Auftreten deutlich machen welche Werte sie vertreten. Das macht sie mir äußerst sympathisch, vorausgesetzt es sind auch meine Werte. Die deinen sind sympathisch. Wie vertrittst du sie?
 
Ein Punkt, der im anderen Thread angesprochen worden ist (User @grisou): Wie kommuniziert man überhaupt mit anderen Menschen? https://www.hilferuf.de/forum/ich/276652-andauernde-einsamkeit-52.html#post3848170

Wenn ich unter Leuten bin, warte ich nur darauf, dass der erste über mich den Kopf schüttelt, mir den Scheibenwischer zeigt, mich auslacht, oder gleich sagt, dass ich dumm bin. Ich kann mich mit Menschen kaum ungezwungen unterhalten. Leicht kann es mir passieren, dass dann unfein über mich getratscht wird. Was lerne ich daraus? Richtig: Klappe halten und Rückzug.
Wenn du nichts sagst, dich zurück ziehst oder anders gesagt, dich vor anderen verschließt, DANN lässt der Tratsch tatsächlich nicht lange auf sich warten. Man wird schnell als Eigenbrötler oder Arrogant abgestempelt. Ebenso, wenn du zu schüchtern bzw. unsicher auftrittst. Das kommt eben bei den meisten Menschen nicht gut an. Es ist aber auch völlig normal, denn wir wollen ja wissen, mit wem wir es zu tun haben, wenn wir uns mit jemanden unterhalten. Wer nur wenig von sich Preis gibt und sich vor anderen verschließt, vermittelt den Eindruck, dass Kontakt mit anderen nicht gewünscht ist. Und damit machst du dich selbst zum Außenseiter.

Warum kannst du dich nicht mit anderen ungezwungen unterhalten? Hast du schlechte Erfahrung gemacht?

Das Problem sind auch deine Befürchtungen, dass man dich auslachen, für dumm halten könnte usw. Ehrlich, sollen sie doch! Was soll den passieren, wenn man so über dich denken würde? Oder was soll denn passieren, wenn du deine Strategie einfach änderst und versuchst, offener auf Menschen zuzugehen? Du eröffnest dir damit sogar die Chance, dich besser kennenzulernen. Im schlimmsten Fall lacht man dich eben aus, na und? Wer das macht, zu dem würde ich eh kein Kontakt haben wollen. Du etwa?

Soweit ich das erkenne, und damit möchte ich keineswegs provozieren, sind die Menschen auf Konkurrenz, Wettbewerb, Erfolg, Eigennutz, Opportunismus, "Ellenbogen" sozialisiert worden. Ich komme damit gar nicht gut zurecht. Häufig habe ich erlebt, dass Gehässigkeiten und Böswilligkeiten ganz offen ausagiert werden. Was einen als Empfänger auf Dauer in den psychosomatischen Ruin führen kann, bzw. wesentlich dazu beitragen kann.
Aber es sind doch nicht alle so. Und ich wage mal zu bezweifeln, dass du in deinem Leben nur solche Menschen kennengelernt hast.

Und für manche Zeitgenossen bin ich das prädestinierte Opfer.
Genau, für MANCHE - nicht jedoch für alle.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: andauernde Einsamkeit 2

Wenn du das wie ein Plakat vor dir hertragen solltest im RL dann könnte ich schon verstehen, dass Menschen zu dir auf Abstand gehen, nicht weil du diese Werte hast, sondern vielleicht eher wegen der Art wie du sie vertrittst.

Ich persönlich habe den höchsten Respekt vor Menschen, die durch ihr Auftreten deutlich machen welche Werte sie vertreten. Das macht sie mir äußerst sympathisch, vorausgesetzt es sind auch meine Werte. Die deinen sind sympathisch. Wie vertrittst du sie?
Danke für das Kompliment (sympathisch) :blume: .

Ich trage eigentlich gar nichts "wie ein Plakat" vor mir her.
Ich bin einfach nur lieb, nett, brav. Das alleine reicht ja schon, um "das rote Tuch" zu sein.
Dazu ruhig, still, zurückhaltend.

Hast du schlechte Erfahrung gemacht?
Aber sicher. Massenhaft.

Warum kannst du dich nicht mit anderen ungezwungen unterhalten?
Fehlende Übung. Angeborene Unbeholfenheit. Starke Hemmung. Irgendwie sowas.

Oder was soll denn passieren, wenn du deine Strategie einfach änderst und versuchst, offener auf Menschen zuzugehen?
Dann wird es leicht blamabel für mich.

Aber es sind doch nicht alle so. Und ich wage mal zu bezweifeln, dass du in deinem Leben nur solche Menschen kennengelernt hast.
Ne, gibt schon andere. Aber ich bin halt trotzdem so.

Die Gegenfrage ist ja - Gehst Du genau so verständnisvoll und gewissenvoll mit anderen um, auch wenn sie anders sind als Du?
Kommt darauf an. Bei bewussten Verletzungen, Beleidigungen, Gemeinheiten, ist ein verständnisvoller und gewissenvoller Umgang wohl kaum adäquat.

ein meister sagte mal zu mir: wenn du nicht mehr in die gesellschaft passt, bist du ganz nah dran dich selbst zu finden.
Und was macht man dann, wenn man sich selbst gefunden hat?
 
Hallo Pinguin,

ich hab gelernt, wenn ich selbst mich nett u liebevoll verhalte, bekomme ich zwar nicht das Gleiche von meinem Gegenüber zurück, doch ich kann mein Gegenüber als neutral bewerten und später erkennen was die Situation mir im Sinne der Liebe mich lehren sollte.

Ich denke ernste zwischenmenschlische Probleme gibt es immer dann, wenn man mehr erwartet als der andere gerade geben kann.

Zwischemenschliche Probleme gehe ich mit folgenden 2 Fragen an:
1. Sachlicher Check: Was sind meine Wünsche und was die Wünsche des andern,
können wir einen gemeinsamen Nenner finden durch diplomatisches Verhandeln ?

Wenn nein,
2. Emotionaler Check
Fühle ich mich gerade ok und wertgeschätzt als Person mit meinen Gefühlen und Bedürfnissen, so wie ich bin,
von mir selbst wertgeschätzt
vom andern wertgeschätzt ?

Wetschätze ich den andern so wie er gerade ist mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen ?
Kann er sich selbst annehmen wie er ist?

Wenn irgendeine Frage mit nein beantwortet wird, ist das eine kommunikative Störung.
Diese Störung versuche ich zu beseitigen durch verschiedene Kommunikationstechniken.
Wenn das klappt gut.


JETZT kommt der CLOU
Wenn das nicht klappt die Störung zu lösen versuche ich trotzdem die Situation
neutral zu bewerten und alles was Gutes versucht wurde (von mir u andern) wertzuschätzen.
Nicht jeder Konflikt muss sofort gelöst werden.
Ich übe mich darin Situationen gelassen zu akzeptieren.

Das ist sehr schwer für mich weil ich zwar alles mit Liebe tu jedoch
eine hochsensible traumatisierte schnell beleidigte nichtbelastbare Mimose bin
ein impulsiver sofort aufbrausend wütender
zwanghaft kontrollierend pedantische
ungeduldig perfektionistische Nervensäge 😉
jemand der sich ständig unnötig aufregt weil alles was unvorheegesehen ist mich sofort aufregt ich flipp dann aus und kann mich nicht mehr beherrschen
deshalb brauche ich Harmonie ...
möchte sofort alles in Harmonie und Orfnung bringen...
es ist sehr sehr schwer für mich gelassen zu bleiben.

Wie wirkt das auf dich ?
Ich möchte alles richtig machen kann es noch nicht.

Ich versuch liebevoll mit meinen Macken umzugehen und mich so zu nehmen wie ich bin. Und andere versuch ich auch zu nehmen wie sie sind.

LG
 
AW: andauernde Einsamkeit 2

Aber sicher. Massenhaft.
Aber wieso lässt du dein Leben von den negativen Erfahrungen so beeinflussen?

Üben kannst du nur, wenn du mit den Menschen in Kontakt trittst. Umso öfter umso besser. Wenn du dich verschließt und zurückziehst wird es leider nicht besser. Allerdings musst du, wenn du etwas bessern willst, auch Fehlschläge in Kauf nehmen. Aber leider scheint dich die Angst davor zu behindern.

Angeborene Unbeholfenheit.
Das ist nicht angeboren sondern erworben. Das lässt sich aber auch mit Übung in den Griff bekommen.

Welche aus mangelnden Selbstvertrauen und Ängsten zustande kommen.

Dann wird es leicht blamabel für mich.
Dann ist es eben so. Was ist für dich so schlimm daran? Ich habe mich in meinem Leben auch schon oft blamiert und ich denke, ich und du sind da sicher nicht die Einzigen. Schwamm drüber, das Leben geht auch damit weiter. Glaubst du, dass sich derjenige nach Tagen oder Wochen noch daran erinnern kann, was du am Tag XY gesagt oder getan hast?
 
AW: andauernde Einsamkeit 2

Ich bin einfach nur lieb, nett, brav. Das alleine reicht ja schon, um "das rote Tuch" zu sein.
Dazu ruhig, still, zurückhaltend.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass "liebe, nette, brave Menschen" nicht gemocht werden.

Ich war vermutlich die ersten 18 Jahre meines Lebens so und bin es teilweise immer noch. Du denkst vielleicht "Ich bin nett, also müssten die Menschen mich doch mögen". Aber sympathisch ist nicht der glattgeschliffene Kieselstein, der niemals aneckt, sondern der etwas kantige Stein mit Charakter.

Anders ausgedrückt: Wenn du jeden magst, immer lieb bist, nie aneckst, dann sagst du jedem Menschen damit auch "Ich mag dich KEIN STÜCK MEHR als andere Menschen. Ich bin zu jedem X-beliebigen auch nett"
Stell dir vor, du kommst in ein Büro mit 10 Frauen und gehst reihum und sagst jeder Frau "schönes Kleid". Die Komplimente werden mäßig ankommen, weil du JEDER ein Kompliment machst.
Stell dir vor du machst nur einer(!) Frau ein solches Kompliment. Mag sein, dass die anderen 9 neidisch gucken aber bei dieser einen kommt dein Kompliment sehr gut an, weil es sie heraushebt.

Man sollte im Leben Charakter zeigen, nein sagen und auch mal anecken. Das heißt nicht gnadenlose Ellenbogengesellschaft; es heißt Prioritäten setzen. Nicht alle Menschen gleich zu behandeln sondern sich und nette Menschen bevorzugen zu dürfen. Gleichzeitig zu akzeptieren wenn dich jemand nicht mag. Es muss dich nicht jeder mögen. Vielmehr ist es vielleicht Voraussetzung. Wer nie Stärken, Schwächen, Interessen und Charakter zeigt, wird vermutlich nie gehasst, weil er unsichtbar durchs Leben geht. Wer sich "zeigt", wird zwangsläufig von manchen Menschen nicht gemocht.... aber von anderen gemocht.

Es gibt den Weisen Spruch: Wer nie Fehler macht, kann nie Erfolg haben. Vielleicht muss man erst von dutzenen Menschen nicht gemocht werden, bis man auf den einen Menschen trifft der dich liebt. Rückblickend gesehen bin ich sicher kein gutes Beispiel für einen sozialen Menschen und bin auch gewiss oft einsam, aber ich sage heute häufiger "nein" als mit 18 und ich habe nicht mehr das Bedürfnis es allen Recht machen zu wollen.

Mein Tipp: Versuch nicht nett zu sein, versuch DU zu sein. Eck an! Sag deine Meinung - auch wenn du weißt, dass sie gerade im Konflikt mit anderen steht. Zeig Kante, zeig Charakter!
 
möchte sofort alles in Harmonie und Orfnung bringen...
es ist sehr sehr schwer für mich gelassen zu bleiben.

Wie wirkt das auf dich ?
Ich möchte alles richtig machen kann es noch nicht.
Harmonie finde ich super, möchte ich auch.
Nur nicht zu viel auf einmal von sich erwarten. Kleine Schritte zählen auch. 😉

Wenn du tragfähige Beziehungen möchtest und an deiner Einsamkeit leidest, musst du das Deine beitragen,
Das ist so dieses Selbstverständliche, was vorausgesetzt wird.

Üben kannst du nur, wenn du mit den Menschen in Kontakt trittst. Umso öfter umso besser. Wenn du dich verschließt und zurückziehst wird es leider nicht besser. Allerdings musst du, wenn du etwas bessern willst, auch Fehlschläge in Kauf nehmen. Aber leider scheint dich die Angst davor zu behindern.
Ich bemühe mich.

Dann ist es eben so. Was ist für dich so schlimm daran? Ich habe mich in meinem Leben auch schon oft blamiert und ich denke, ich und du sind da sicher nicht die Einzigen. Schwamm drüber, das Leben geht auch damit weiter. Glaubst du, dass sich derjenige nach Tagen oder Wochen noch daran erinnern kann, was du am Tag XY gesagt oder getan hast?
Du hörst dich ziemlich tough an. Bestimmt hast du auch viele soziale Ressourcen, Rückhalt. Gibs zu. 🙂

Mein Tipp: Versuch nicht nett zu sein, versuch DU zu sein. Eck an! Sag deine Meinung - auch wenn du weißt, dass sie gerade im Konflikt mit anderen steht. Zeig Kante, zeig Charakter!
Oh, Charakterlosigkeit ist ja auch eine Keule.

Ich muss nicht versuchen nett zu sein. Ich BIN nett :unschuldig: . Ich habe hier meine Meinung gesagt, und wie das aneckt, können wir in den paar Seiten dieses Threads lesen.

vor der erleuchtung, hacke holz und trage wasser. nach der erleuchtung hacke holz und trage wasser.
Sehr schön. Das macht Sinn. 😉
 
Ich bemühe mich.
Es reicht leider nicht, sich nur zu bemühen. Mein Therapeut hätte hier gesagt: „Formulieren Sie sich klare Ziele.“

Du hörst dich ziemlich tough an. Bestimmt hast du auch viele soziale Ressourcen, Rückhalt. Gibs zu. 🙂
„Viel“ ist auch so ein schwammiges Wort. Was verstehst du unter viel? Ich würde nicht von mir behaupten, dass es viel wäre, zumindest am Durchschnitt gemessen. Aber es ist immerhin so viel, dass es mir genügt und das ist das Wichtigste. Allerdings soll es hier auch nicht um mich gehen, sondern um dich. Schade, dass du meiner Frage, ausgewichen bist. Aber es ist auch dein gutes Recht, nicht auf alle Fragen einzugehen.
 
Kleine Schritte zählen auch. 😉
Danke 🙂 das gilt auch für dich 😉 Üben oft üben... Rückschläge und Hindernisse sind gut Wieso? hinfallen ist beim Gehen lernen gut dann lernt man nicht nur gehen sondern auch gesund zu fallen sich abzurollen gesund zu scheitern das als Lernprozess zu begreifen u schnell wieder aufzustehen.

Immer nur mit dir selber vergleichen und kleine Erfolge feiern.
 
Es reicht leider nicht, sich nur zu bemühen. Mein Therapeut hätte hier gesagt: „Formulieren Sie sich klare Ziele.“
Ja gut, kleine Ziele. Schritt für Schritt. 😉

Schade, dass du meiner Frage, ausgewichen bist. Aber es ist auch dein gutes Recht, nicht auf alle Fragen einzugehen.
Was soll ich groß dazu sagen? Blamage birgt die Gefahr von sozialem Anerkennungsverlust, Abstieg und Ausschluss. Es liegt in der Natur des Menschen (als soziales Wesen), dieses als existenzbedrohend wahrzunehmen. Mit einem wertschätzenden Umfeld, das einen auffängt, kann man sowas viel leichter wegstecken.
 

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