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Andauernde Einsamkeit 2

Hr. Pinguin

Sehr aktives Mitglied
Mein anderer Thread
https://www.hilferuf.de/forum/ich/276652-andauernde-einsamkeit.html
wurde wegen hitziger OT-Diskussion letztes Jahr (bzw. vor knapp einer Woche 😉 ) geschlossen.
Ich möchte nochmal einen Versuch starten.

Bitte hierbei keine allgemeinen Diskussionen führen. Das ist eher was für die UForen Leben oder Gesellschaft. Bitte nicht OT werden. Persönliche Erfahrungen können gerne geschildert werden, der Diskussionsverlauf sollte aber dann nicht in die Belange von anderen abdriften. Bei Bedarf kann hierbei ja ein extra Thread eröffnet werden.

Bitte keinen Einwurf mehr, dass die Gründe für Einsamkeit in mangelnder Kompromissfähigkeit, Eigensinnigkeit und Taktlosigkeit begründet sein können. Das hatten wir schon.

Ich möchte keine Rechtfertigungen liefern und keinen Kampf führen müssen. Das bitte ich zu respektieren, da es sehr zehrend und psychisch aufreibend ist.

Puh. Starten wir mal: Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich gutmütig bin. Im Grunde meine ich fast platzen zu müssen vor lauter Bedürfnis fürsorglich und liebenswürdig sein zu können. (Hört sich ja evtl. bekloppt an.)
Und natürlich wünsche ich mir positive Resonanz.

Ein Punkt, der im anderen Thread angesprochen worden ist (User @grisou): Wie kommuniziert man überhaupt mit anderen Menschen? https://www.hilferuf.de/forum/ich/276652-andauernde-einsamkeit-52.html#post3848170

Wenn ich unter Leuten bin, warte ich nur darauf, dass der erste über mich den Kopf schüttelt, mir den Scheibenwischer zeigt, mich auslacht, oder gleich sagt, dass ich dumm bin. Ich kann mich mit Menschen kaum ungezwungen unterhalten. Leicht kann es mir passieren, dass dann unfein über mich getratscht wird. Was lerne ich daraus? Richtig: Klappe halten und Rückzug.

Soweit ich das erkenne, und damit möchte ich keineswegs provozieren, sind die Menschen auf Konkurrenz, Wettbewerb, Erfolg, Eigennutz, Opportunismus, "Ellenbogen" sozialisiert worden. Ich komme damit gar nicht gut zurecht. Häufig habe ich erlebt, dass Gehässigkeiten und Böswilligkeiten ganz offen ausagiert werden. Was einen als Empfänger auf Dauer in den psychosomatischen Ruin führen kann, bzw. wesentlich dazu beitragen kann.

Dann noch zum blockadeorientierten, bzw. chancenorientierten Denken : Da hat sich mir diese Frage aufgeworfen: Welche Chance hat ein Frosch über die Autobahn zu kommen?
Ich denke, ich weiß, was damit gemeint ist. Aber ich finde es schwierig.

Zum Beitrag, dass man über gewisse Interessengebiete leicht Gruppen finden kann (User @ßßx).
https://www.hilferuf.de/forum/ich/276652-andauernde-einsamkeit-10.html#post3846982
Dazu sage ich mal: Man muss bestehen können. Ich bin ja stark gehemmt. Und für manche Zeitgenossen bin ich das prädestinierte Opfer. Manchmal komme ich mir vor wie in einer Meute wilder Hunde.
Ich bin ja schon froh, wenn jemand immerhin virtuell mit mir Kontakt halten mag.

Und dass ich bis ü40 so lange durchgehalten habe, ist auch so ein Punkt, den ich gar nicht begreifen kann.
 
AW: andauernde Einsamkeit 2

Wenn ich unter Leuten bin, warte ich nur darauf, dass der erste über mich den Kopf schüttelt, mir den Scheibenwischer zeigt, mich auslacht, oder gleich sagt, dass ich dumm bin

Dabei frage ich mich, ob Du in den richtigen Kreisen verkehrst. Arbeitskollegen kann man sich freilich nicht so einfach aussuchen.
 
AW: andauernde Einsamkeit 2

Dass du bis ü40 durchgehalten hast, ist schon einmal eine Leistung, auf die du mehr als stolz sein kannst. Ich weiß, wovon ich rede, mir ging es im Leben ähnlich wie dir. Die Leute, die dir den Schweibenwischer zeigen, haben keine Ahnung von dem, was du bisher schon alles durchgestanden und durchgekämpft hast und können tatsächlich nicht im Entferntesten an dich heranreichen, denn dann würden sie sich ganz anders verhalten. Ein Mensch mit Lebenserfahrung, Charakter und Anstand verhält sich niemals so.

Solche Leute gibt es aber, und es wir sie immer wieder geben. Mach dir immer wieder klar, dass das Problem bei denen liegt und nicht bei dir. Ich habe solche Erfahrungen auch in Hülle und Fülle gemacht. Ich bin heute Mitte Fünfzig. Ich kenne das alles. Arbeite daran, das von dir abzuspalten. Das ist nicht einfach. Man ist es sich aber selber schuldig.

Wenn man sich intensiv damit auseinandersetzt, gelingt einem meiner Erfahrung nach mithilfe der rationalen Einsicht eine gesunde Distanz dazu zu entwickeln. Es ist wohl überall auf der Welt so, dass Leute versuchen, andere, die sie für schwächer halten, klein zu machen. Das hat nichts mit dir persönlich zu tun. Es ist ein Phänomen, wie Erkältungen. Es existiert, wir müssen lernen, damit zu leben, damit zurecht zu kommen und innerlich immun zu werden.

Das ist eine Herausforderung. Ich wünsche dir viel Kraft dabei!
 
AW: andauernde Einsamkeit 2

Lieber Hr. Pinguin,

wenn man die Erfahrung noch nicht gemacht hat, ist es schwer zu glauben, aber es gibt so viele Menschen, die sind ganz anders als Du sie beschreibst. Die sind sanft und achtsam, unterstützend und liebevoll, aufmerksam und anteilnehmend, loyal und zuverlässig. Ich bin in meinem Privatleben fast nur noch von solchen Menschen umgeben.

Das war vor 10 Jahren noch ganz anders. Da kannte ich auch nur Deine Erfahrung. Da fühlte ich mich genauso fehl am Platz. Zu weich und sensibel und mit viel Mobbingerfahrung.
Es hat auch viel mit den Kreisen zu tun, in denen man sich bewegt. Ich hatte mich stark zurückgezogen und hatte Kontakte zurückgefahren. Aus Angst und Enttäuschung.

Und dann hab ich mir ein Herz genommen und mich in den Bereichen weitergebildet, die mich interessierten. Spiritualität, Reiki, schamanismus, Theater, Malerei, Naturpädagogik... Jeweils Kurse mit festen Teilnehmern, aber in überschaubarer Anzahl von 10 - 20 Teilnehmern, die als Wochenendseminare über 1 - 2 Jahre gingen. Die Gruppen sind eng und vertrauensvoll zusammengewachsen über die Zeit. Tiefe Freundschaften sind gewachsen. Da war nicht ein Mensch dabei, der so tickt, wie Du ihn beschreibst. Kein Wettbewrb, kein Ausgrenzen, keine Ellenbogen oder gar Böswilligkeit. Alles liebe sanfte und empathische Menschen auf der Suche nach achtsamer Selbstentfaltung, Heilung und Kreativität. Und plötzlich bist Du Teil eines sicheren Netzes.

Ich hab es früher auch nicht geglaubt, aber diese Menschen sind genauso da wie die anderen. Sie bewegen sich nur in anderen Zusammenhängen. Die verbringen ihre freie Zeit im Wald, im Atelier, im Probenraum, bei Heilertreffen und eben immer wieder bei Fortbildungen und Seminaren. Weil sie lernen wollen, sich weiterentwickeln und in Gemeinschaft wachsen wollen.

Von meiner aktuellen Weiterbildung Natur- und Wildnispädagogik hat gerade das erste von 9 Wochenenden stattgefunden. Wir haben uns gerade erst im November kennengelernt und schon sind gute Verbindungen entstanden
Wir haben uns zwischen den Seminarblöcken getroffen, geschnitzt und am Lagerfeuer gesessen, unsere Hausaufgaben fürs nächste Wochenende gemeinsam vorbereitet. Das sind so tolle Menschen aller Altersstufen mit allen möglichen Hintergründen und Berufen. Da zählt einfach der Mensch, seine Naturverbundenheit, da wird jeder genommen wie er ist und wir unterstützen uns gegenseitig. Ich hab noch nie geschnitzt oder Axt und Säge in der Hand gehabt oder Feuer gemacht. Das wird nicht bewertet, sondern die anderen helfen mir. Dafür weiß ich viel mehr über das Räuchern von Salbei und das Medizinrad. Das kann ich weitergeben und das wird geachtet. Ich weiß jetzt schon, daß die Gruppe am nächsten Wochenende noch enger zusammenwachsen wird und sich tiefe Verbindungen erheben werden.

Lieber Hr. Pinguin, ich erinnere mich, daß es mir damals auch schwer fiel, das zu glauben und darauf zu vertrauen, daß dieser freundliche achtsame Umgang ganz normal ist. Aber heute erlebe ich das kaum noch anders. Ich kann Dir nur raten, geh dahin, wo die sanften, liebevollen, spirituellen, kreativen, verspielten, träumerischen, unvoreingenommenen Menschen sich aufhalten. Und einen guten Einstieg findet man über Ausbildungen in festen überschaubaren Gruppen, die sich über 1 oder 2 Jahre immer wieder am Wochenende treffen. Und wenn das keine theoretischen Ausbildungen sind, sondern geprägt von praktischem Tun und Lernen in der Gruppe.

Ich wünsche Dir so sehr, daß Du auch den sicheren Boden mit lieben Menschen erfährst.
 
AW: andauernde Einsamkeit 2

Wenn ich unter Leuten bin, warte ich nur darauf, dass der erste über mich den Kopf schüttelt, mir den Scheibenwischer zeigt, mich auslacht, oder gleich sagt, dass ich dumm bin. Ich kann mich mit Menschen kaum ungezwungen unterhalten. Leicht kann es mir passieren, dass dann unfein über mich getratscht wird. Was lerne ich daraus? Richtig: Klappe halten und Rückzug.

Soweit ich das erkenne, und damit möchte ich keineswegs provozieren, sind die Menschen auf Konkurrenz, Wettbewerb, Erfolg, Eigennutz, Opportunismus, "Ellenbogen" sozialisiert worden. Ich komme damit gar nicht gut zurecht. Häufig habe ich erlebt, dass Gehässigkeiten und Böswilligkeiten ganz offen ausagiert werden. Was einen als Empfänger auf Dauer in den psychosomatischen Ruin führen kann, bzw. wesentlich dazu beitragen kann.

Das liest sich, als ob Du bereits im Vorfeld von Dir überzeugt bist, daß Du es nicht Wert bist, von anderen respektvoll und ordentlich behandelt zu werden. Du erwartest es also schon davor und die anderen merken das auch unbewußt. Diese Angst kenne ich auch, vor der Ablehnung und die Vorwegnahme. Das liegt bei mir an der tiefen Überzeugung, daß etwas nicht mit mir stimmt und in Ordnung ist und es gibt dann Leute, die daraus sofort einen Vorteil für sich ziehen und sich über "Späße" bei den anderen in den Vordergrund drängen und sich beliebt machen wollen.

Mir hilft es, wenn ich mich positiv programmiere und mir statt dessen einrede, daß ich zwar anders (jeder ist anders) als die anderen bin, aber mich so anzunehmen. Nicht vorweg in die innere Sicherheitsdeckung gehen, das nehmen die anderen sofort wahr und nehmen einen dann nicht für voll und die Trampeltiere, nutzen das sofort aus um zu beweisen, daß sie die "Stärksten" sind.

Ich glaube das Einzige was da wirklich hilft, ist sich ein dickeres Fell wachsen zu lassen, um sich selbst zu schützen und diese Ablehnungen dann nicht anzunehmen zu verinnerlichen (quasi als Bestätigung) und den ohnehin schon geringen Selbstwert noch zu festigen.

Denke, daß das bitterste für solche Leute ist, wenn man nicht reagiert. Wenn man in der Ruhe bleibt, bleibt man in der eigenen Macht und behält die Kontrolle über die Situation. Es gibt nichts schlimmeres für Leute, die sich auf Kosten anderer beliebt machen wollen, wenn ihre Aktivitäten keine Resonanz finden.

Hab mal gelesen, daß es für solche Leute, so etwas ist wie ein Spiel, bzw. Balgen unter jungen Wildtieren, bzw. Kräftemessen. Wenn man das Spiel nicht mitmacht, dann haben sie keine Partner dafür und es wird langweilig.
 
AW: andauernde Einsamkeit 2

Ich bin mir nicht ganz sicher, was du mit dem Beitrag bezwecken möchtest, generell über die Menschen reden oder Lösungen finden?

Wenn du Lösungen suchst kann ich dir nur empfehlen etwas an deinem Leben zu ändern, umzuziehen oder eine neue Arbeit zu suchen.

Es ist teilweise so, dass Menschen an unterschiedlichen Orten auch andere Mentalitäten haben. Das kann auch von Stadt zu Land oder eben von Region zu Region und warum nicht auch von Land zu Land unterschiedlich sein. Es ist nicht so, dass alle Menschen überall darauf aus sind dich herunter zu machen und was von den einen als Schwäche empfunden wird, sehen die anderen als liebenswürdig an.
Das ist eine sehr gute Frage: Was möchte ich bezwecken?. Was ich nicht möchte, und was mir auch nicht so viel bringt, sind allgemeine Ratschläge. Sorry, diese sind wohl nur gut gemeint. Aber das ist nichts, was ich mir nicht auch selber ratschlagen kann: umziehen, unter Leute gehen, Verein suchen, neue Arbeit suchen... 😉

Hilfreicher ist es denke ich, wenn aus eigenen Lebenslagen berichtet wird. Also was einem selber geholfen hat, eine positive Lebensänderung zu bewirken und zufriedener leben zu können.

Was ich (hier) möchte, ist, mich mitzuteilen und gesehen zu werden.

Lösungen, die mein Leben umkrempeln, erwarte ich hier nicht. Wäre, glaube ich, auch zu viel verlangt.

Wenn man sich intensiv damit auseinandersetzt, gelingt einem meiner Erfahrung nach mithilfe der rationalen Einsicht eine gesunde Distanz dazu zu entwickeln. Es ist wohl überall auf der Welt so, dass Leute versuchen, andere, die sie für schwächer halten, klein zu machen. Das hat nichts mit dir persönlich zu tun. Es ist ein Phänomen
Diese Distanz habe ich über das letzte Jahrzehnt (das zieht sich) so einigermaßen entwickeln können. Auch mit Hilfe des HR ^^. Die Ablehnung der eigenen Person zu erfahren, das abgewertet werden, der Ausschluss, das Nicht-Gleichwertigsein, die Nicht-Akzeptanz, dieses Nicht-Dazugehören, das bleibt aber (natürlich) weiterhin eine starke seelische Belastung. Insbesondere, wenn man keine Leute hat, die einen auffangen.

@Sonnenbrille: Ich bin der Meinung, dass jeder aus sich selbst heraus leben sollte und somit die Verantwortung für sein Handeln trägt, und diese Verantwortung somit nicht mehr an ein überirdisches Wesen abgeben kann. Somit würde, denke ich, sehr sehr viel Leid auf der Welt verhindert werden.

Aber ich möchte hier keinen religiösen Diskurs haben.

Diesen Satz aus deinem Profil finde ich toll - ich hoffe, den darf ich zitieren: "ich sollte unter einer Brücke schlafen können und ohne Beruf sein und von Dir trotzdem respektiert"

Ich sehe das genauso: Man sollte als Mensch respektiert und akzeptiert werden, und nicht für das Drumherum, das man hat.

Man kann ja einen tollen Beruf haben, sogar Präsident eines Landes sein, und sehr, sehr viel schlimme Dinge anstellen, anderen Menschen, Lebewesen gegenüber. DAS sollte nicht respektiert werden.

, aber es gibt so viele Menschen, die sind ganz anders als Du sie beschreibst. Die sind sanft und achtsam, unterstützend und liebevoll, aufmerksam und anteilnehmend, loyal und zuverlässig. Ich bin in meinem Privatleben fast nur noch von solchen Menschen umgeben.
(...)
Ich kann Dir nur raten, geh dahin, wo die sanften, liebevollen, spirituellen, kreativen, verspielten, träumerischen, unvoreingenommenen Menschen sich aufhalten. Und einen guten Einstieg findet man über Ausbildungen in festen überschaubaren Gruppen, die sich über 1 oder 2 Jahre immer wieder am Wochenende treffen.
Das hört sich so toll an, was du machst. 🙂

😱 Da würde ich gerne zugehören.

Mir hilft es, wenn ich mich positiv programmiere und mir statt dessen einrede, daß ich zwar anders (jeder ist anders) als die anderen bin, aber mich so anzunehmen.
(...)
Hab mal gelesen, daß es für solche Leute, so etwas ist wie ein Spiel, bzw. Balgen unter jungen Wildtieren, bzw. Kräftemessen.
Ich finde es gut, wenn es klappt, sich positiv zu programmieren und ein besseres Selbstbild zu entwickeln. Trotzdem möchte ich aber unter Menschen sein, die Achtsamkeit und Respekt ganz selbstverständlich leben, und nicht wie unter balgenden Tieren... Das ist mein Wunsch, mein Bedürfnis.

Korrekt. Bist du denn Konkurrenz für andere/dein Umfeld? Ich bin der Meinung, man sollte nicht primär lernen, wie man das Dominanzgehabe anderer Menschen aushalten kann, sondern lieber eine Position erreichen, in der man nicht so leicht dominiert werden kann. Besteht das Risiko eines (verbalen) Gegenangriffs auf das eigene Selbstbewusstsein, werden die von dir genannten Gehässigkeiten oft gar nicht ausgesprochen. In unserer Gesellschaft wird man zwar auf Konkurrenzdenken und Wettbewerb getrimmt, doch sind die meisten Menschen gleichzeitig riesige Feiglinge: Ihr Konkurrenzdenken präsentieren sie also meist nur dann öffentlich, wenn sie sich sicher sind, gerade (also unter den anwesenden Personen) oben in der Rangordnung zu sein. Also: Den eigenen Rang erhöhen bzw. Gruppen suchen, in denen man nicht Teil der unteren Ränge ist.

Wenn es dir um Freundschaften geht, reicht das in Kombination mit einer freundlichen Grundeinstellung und der Fähigkeit, irgendwie an Gesprächen teilnehmen zu können, schon aus.
Hm, du beschreibst jetzt auch dieses Verhalten von Dominanz und Unterwerfung, wie ich das aus Tierfilmen kenne. Das Rudelverhalten von Beutegreifern. Ich bin der festen Überzeugung, dass den Menschem mehr ausmachen sollte.

Wenn man einfach nur "irgendwie" an Gesprächen teilnehmen kann, bleibt das Ganze sehr oberflächlich, würde ich sagen. So eine Art von Zugehörigkeit, bzw. "Freundschaft", kann meiner Meinung nach gar nicht erfüllend sein. Erst recht nicht, wenn dieses "Gespräche führen zu können" vorausgesetzt wird. Das hat was von Zwang, man MUSS. Das verursacht inneren Terror und führt dazu, dass man sich unsozial verhält. Bzw. man in tierische Verhaltensmuster zurückfällt und man anfängt, sich mit anderen zu balgen (s.o.).

Es wird ja auch diese Geisteshaltung vertreten, dass Konkurrentz und Wettbewerb etwas positives sind, was die Entwicklung vorantreibt. Der Zweite Weltkrieg soll ja auch so toll gewesen sein, wegen der technischen Fortschritte. Ich denke aber, dass man mit Kooperation und sich ein gemeinsames Ziel zu stecken, mindestens genauso gut technisch vorankommen könnte. Ganz ohne Leid und Terror.

Ich denke, die Menschheit gesamt hat es noch nicht geschafft, sich aus seinem animalischen Ursprung zu lösen. Zwar hat er (grundsätzlich) die Fähigkeit über sein (oftmals zerstörerisches) Verhalten nachzudenken, aber er nutzt seine (grundsätzlich) Vorhandene Fähigkeit zur Empathie und zum Mitfühlen leider nicht, um dieses über seine Gruppe hinaus, der er angehört, über andere Menschen auszudehnen. Diese als ebenfalls verletzbare Wesen wahrzunehmen, die auch nur ihr Dasein leben wollen.

Stattdessen bestimmt der übermächtige Wunsch nach Gruppenzugehörigkeit das Verhalten. Die innere Orientierugslosigkeit führt dazu, sich nach Autoritäten zu richten, sich mit religiösen oder nationalen oder gesellschaftlichen Strömungen zu identifizieren und man vergisst dabei, andere wahrnehmen und sehen zu können.

Das wünsche ich mir für die gesamte Menschheit: Dass jeder Mensch bei sich selber bleiben kann und eine Blickwinkelerweiterung erfährt, die alle anderen mit einschließt.

Dann gibt es nur noch Frieden, Wohlstand und Gedeihen. *Seufz* Ich bin ein Träumer.

Anfügen möchte ich noch, dass Gewalttätigkeit (körperlich wie seelisch) gerne als Stärke verdreht wird. Ich sehe das aber als feige und schwach, weil man es nicht schafft, sich seinem Selbst zu stellen, was einen zur Gewalttätigkeit veranlasst. Das sehe ich bei Gewalttätern, dass sie ihr Schwänzchen einziehen und klein und kümmerlich werden oder gleich davonlaufen, wenn sie merken, dass sie nicht mehr die Stärkeren sind oder den Rückhalt verlieren. Ich muss sagen, dass ich das an den Mitmenschen widerlich, feige und schwach empfinde, wenn sie Gewalttäter stützen, ihnen gut zureden, diese bestätigen. Es billigen, dass andere zu Opfern werden. Es als sozial kompetent darstellen, weil sie dabei sind, sich beteiligen. Das ist für mich so pervers...

Das ist ebenfalls etwas, was ich mir für die Menschheit wünsche: Courage entwickeln, Anstand (wieder)finden und sein Gewissen zulassen und danach leben können.
 
Zuletzt bearbeitet:
AW: andauernde Einsamkeit 2

Manchmal fühle ich mich wie der letzte Neandertaler. Der am Felsen von Gibraltar steht und sein Elend ins Meer hinausschreit.

Und ich möchte schreien, einfach nur laut schreien.
 
AW: andauernde Einsamkeit 2

Ich habe vor ca. 10 Jahren auch mit der Einsamkeit Erfahrungen machen müssen. Ich war beruflich sehr bekannt und kommunikativ. Habe immer überwiegend im Verkauf gearbeitet. Da war ich dann froh, das ich meine Ruhe hatte. Aber 2010 bekam ich dann einen Hirninfakt , ich konnte meinen Beuf nicht mehr ausüben und schliderte in Depressionen und fühlte mich dann nur noch einsam. Durch Hilfe meines damaligen Phychologen fand ich dann das Buch " Wege aus der Einsamkeit " , von Doris Wolf.. So habe ich das Umdenken von Einsamkeit auf Alleinsein geschafft. Heute bin ich ganz gern allein,da ich für mich erkannt habe, was ich alles allein machen kann, ohne das ich irgendwem Rechenschaft schuldig bin. Ich fahre allein in den Urlaub, was viele nicht verstehen , habe mir Hobbies zugelgt , wo ich konzentriert sein muss. Und wenn ich dann doch mal wieder das Gefühl habe , das ich einsam bin, setze ich mich ins Auto und geh Kaffee trinken, schlendere einfach durch Märkte oder schreibe mit Bekannten. Der Satz " Es interessiert sich eh niemand für mich " kommt mir oft noch . Aber das ist ja völliger Unsinn. Es ist einfach die innere Zufriedenheit , wie man sich fühlt . Und man muss es eben schaffen, das gelernte auszubuddeln und umzusetzen. Ich habe meine Wohnung so eingerichtet , das ich mich hier echt wohl fühle und ich ändere auch ständig etwas. z. Deko , damit sich meine Seele daran erfreuen kann. Abeiten tue ich heute dort, wo überwiegend geschwiegen wird und dafür bin ich recht dankbar.
Ich übrigen bin ich jetzt 6 Wochen an zu Hause gebunden, es macht mir etwas Angst, habe Mittag auch schon Tränen verloren , aber ich weis es liegt an mir, was ich aus den 6 Wochen mache. Schließlich gibt es Telefon und ich muss auch nur um Hilfe bitten , wenn mir die Decke auf den Kopf fällt.
 
AW: andauernde Einsamkeit 2

@te, wenn du dich immer einsam fühlst hast du dich lediglich missverstanden. einsamkeit ist missverstandenes alleinsein. kein grund zum verzweifeln, missverständnisse lassen sich schnell bereinigen..
Mit Tabletten, oder was?

Ansonsten weiß ich nicht, was der Spruch jetzt soll.

😕
 
AW: andauernde Einsamkeit 2

die ergothera und das einzelbetreute wohnen, das hat ganz viel für mich gemacht. weil ich dort eben auch üben kann und dann sagen kann, also ich habe das diesmal anders gemacht, wie war das für sie?

meine therapeutin dann arbeitet sehr stark mit mir an authenzität. meine bedürfnisse wahrnehmen, tun was mir spaß macht. und da merke ich, plötzlich kommen ganz viele beziehungen in mein leben.
Wie genau funktioniert eigentlich so eine Ergotherapie?

Geht man da zusammen unter Leute und probiert Situationen aus, oder was macht man da?

einfach zu sagen, ach pinguin, geh doch mal unter menschen, das hilft dir nicht.
Stimmt. Das hilft nicht.

ich fand es traurig wie du weg bist hier, habe oft an dich gedacht und ich denke, so geht es einigen anderen auch.
Es freut mich auch, dass ich hier ein bisschen Anklang habe.

natürlich ist es einfacher zu sagen,(...) damit musst du klar kommen, das musst du aushalten und wenn du nicht kannst, dein pech, dann geh halt. nur damit grenzt man menschen aus - und zwar ganz bewusst
Das ist immer das Einfachste, zu sagen "dann geh halt". Könnte man fast an die Decke gehen bei so einem Spruch.

mal eine frage, du schreibst viel von deinen erwartungen und ängsten. hast du dir mal überlegt, dein verhalten macht anderen menschen angst?
*grübel* Dass sie verunsichert sein können, bzw irritiert. Ja, das kenne ich.
Nicht so einfach, das aufzuschlüsseln. Und die Leute müssen dafür ja auch zugänglich sein. Was nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Es gibt auch sowas wie Atheisten Treffs vielleicht in Deinem Wohnort? Da wird oft bischen Philosophie oder Politik besprochen..... oder Religion kritisiert. Keine Ahnung aber gute Gelegenheit um mit Menschen ins Gespräch zu kommen.
Ja, unter Menschen gehen... 😱

Tut es auch, jedoch im negativen Sinne. Ich weiß aber nicht, ob die Überlegung, was der Mensch sein und tun sollte, wirklich weiterhilft, denn viel relevanter ist doch eigentlich, wie der Mensch ist,
Mit dem "ist" komme ich aber nicht zurecht.

Vielleicht komme ich ja einmal zu mir, und jemand wie Morpheus aus Matrix kniet über mir und meint "welcome in the real world". Allerdings wache ich dann entgegen dem Film nicht in der Apokalypse auf, sondern erwache viel eher aus dieser. Wär doch toll.

Ja, ich weiß, für die Menschen ist das die normale Welt, wie sie halt so ist und man sie nicht anderes kennt. Warum sollte sie auch anders sein können?

Dann solltest du dir aber die Frage stellen; Würde man das in dem Fall überhaupt wollen? Sind Ressourcen (wie auch immer die aussehen mögen) begrenzt, muss es Konkurrenzdenken geben, doch sind sie es nicht mehr, ist auch kein Fortschritt mehr nötig bzw. nur noch so wenig, dass er wohl unmöglich wird.
(...)
Damit beschreibst du aber das Menschsein und konstruierst parallel dazu noch ein Ideal, das eben nicht mehr sonderlich menschlich wäre. Das kann man machen, aber..wieso (tust du es)?
In meiner Traumwelt haben die Menschen gelernt, nachhaltig mit den vorhandenen Ressourcen umgehen zu können und diese untereinander gerecht aufzuteilen. Wie oben: Wäre doch toll.

Ich übrigen bin ich jetzt 6 Wochen an zu Hause gebunden, es macht mir etwas Angst, habe Mittag auch schon Tränen verloren , aber ich weis es liegt an mir, was ich aus den 6 Wochen mache. Schließlich gibt es Telefon und ich muss auch nur um Hilfe bitten , wenn mir die Decke auf den Kopf fällt.
Das ist sehr gut, diese Möglichkeit zu haben, ein Telefon zu haben und um Hilfe bitten zu können.
 

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