Hallo Gast,
ich antworte dir, in dem ich meine Anmerkungen dem jeweiligen Text anfüge.
Du schreibst: "Was ist denn daran bitte Betrug, wenn ein Mensch vor der Ehe keinen Beischlaf haben will? So eine Aussage impliziert ja auch, dass so einem Menschen Sex nicht so wichtig ist."
Darum ging es mir gar nicht. Ich bin allerdings der Meinung, dass es ein wichtiges Indiz ist, wenn ein Partner, eine Partnerin vor der Ehe keinen Sex will, und da sage ich dann, dass ich mich auf eine solche Partnerin nicht einlassen würde. Ebenso würde ich jedem halbwegs gesunden Mann raten, eine solche Partnerschaft auf keinen Fall einzugehen, sind die Konflikte von vorneherein vorprogrammiert. Da wird sich der eine Partner ständig gefordert, der andere ständig abgelehnt fühlen.
Du schreibst weiter:
"Und bei dir Burbacher, ist alles falsch, so lange sie nicht 24 h am Tag die Beine breitmacht." Das ist eine wüste Unterstellung, die Du aus keiner meiner Darlegungen ableiten kannst.
Ich lese weiter:
"Deine Erwartungshaltung an eine Ehe ist einfach nicht mit dem heutige Zeitgeist konform. Zum Glück gibt es keine Ehepflichten mehr und die Ehe ist nicht dazu da, um seine sex. Triebe an dem Partner auszuleben. "
Also, dein Rückgriff auf den "heutigen Zeitgeist" ist zwiespältig. Ich kritisiere gelegentlich die Sexualisierung aller Beziehungen. Wir leben in der Tat in einer Zeit, in der das Thema Sex eine Gewichtung erhält, die Menschen überfordert. Besonders junge Menschen werden in der Tat, und da bin ich vielleicht bei dir, viel zu früh sexualisiert und im Bereich des Intimlebens mit Themen konfrontiert, zu denen sie noch gar keinen Zugang haben.
Du schreibst weiter:
"Verstehe doch, eine Frau schenkt sich/ ihren Körper dem Mann beim Koitus und Geschenke sind immer freiwilliger Natur, die nicht erzwungen werden können!
Sie hat meist noch nicht Mal einen Orgamus dabei, so wie ein Mann. Ich frage dich jetzt nicht zum ersten Mal:
Wenn du keinen sex. Höhepunkt beim Koitus hättest, wie oft würdest du ihn praktizieren und wie fändest du es, wenn es deine Partnerin für ihr Recht hielte, diesen mit dir zu haben und den immer und immer wieder einfordern würde?"
Also, das ist ja nun wirklich ur-konservativ und könnte fast einer Sexualempfehlung einer bischöflichen Verlautbarung entspringen. "Die Frau schenkt sich ihm!" Frag mal die Feministinnen hier, wie die das sehen.
Wenn sie keine Lust hat, und das nicht nur gelegentlich, sondern überwiegend, dann sollte sie vielleicht mal zu einer Gynäkologin gehen und ein offenes Gespräch führen, liegt doch der Verdacht nahe, dass ihr Hormonhaushalt in Unordnung geraten ist.
Es geht mir im Übrigen nicht um die Forderung des Allzeit-Bereit-Seins. Ich war während meiner Ehe viele Jahre sehr beschäftigt, tagtäglich in einen Beruf eingebunden, der mich in mehrfacher Weise forderte. Allein schon deshalb hatten sowohl meine Psyche, wie auch meine Physis deutliche Grenzen.
Ich bin weder Macho, noch Sexist. Und gerade, weil ich an diesem Punkt eher eine - nenn es ruhig so - konservative Auffassung vertrete, bin ich der Meinung, dass die Sexualität in die Intimität einer vertrauten Zweierbeziehung gehört und zu aller erst dort ausgelebt und genossen werden kann.
Im Zusammenhang mit dieser speziellen Thematik empfehle ich dir zudem das Buch "Männertrauma" von Heinz Körner. Körner ist kein Macho und verlegt seine Publikationen im Verlag seiner Frau Lucie Körner. In dem bezeichneten Titel beschreibt Körner nach meinem Eindruck sehr treffend das Verhalten von Frauen vor dem Eheschluss und danach. In der Tat tappen solche Männer in die sprichwörtliche "Venus-Falle" und müssen sich danach zwangsläufig als getäuscht und hinters Licht geführt empfinden.
Niemand muss heiraten, weder Mann, noch Frau. Gehe ich jedoch eine solche Bindung ein, muss ich mir über die Konsequenzen klar sein. Wer heiratet und mit Sex nichts anzufangen weiß, der sollte ins Kloster gehen oder aber allein bleiben, erspart er/ sie sich doch viel Frust und einem Partner Leid.
Burbacher